Brexit: Auswirkungen für die Wirtschaft

"Don’t make hope your prediction – higher levels of uncertainty will be the ‘new normal‘", sagt Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der AHK in London, im Juni 2020 in seinem Director's Letter.

Zur » Sicht der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer 

Die IHK Offenbach am Main berät Sie bei allen Fragen rund um Ihr Großbritannien-Geschäft. 

Die wichtigsten Daten zum Brexit

  • 01. Januar 2021: Großbritannien hat einen neuen Zolltarif veröffentlicht, der nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase weltweit gelten soll.
  • 31. Januar 2020: Großbritannien hat die Europäische Union zum 31. Januar 2020 verlassen. Zunächst wird bis zum 31. Dezember 2020 eine Übergangsphase bestehen, in der Großbritannien im EU-Binnenmarkt und der Zollunion bleibt. Beide Seiten wollen ein umfassendes Freihandelsabkommen aushandeln.
  • Bis zum Jahr 2015 war Großbritannien ein Wachstumstreiber für die deutsche Exportwirtschaft. Seit nunmehr 4 Jahren sind die Exporte nach UK rückläufig – sie sanken um 12 %. Waren es im Jahr 2015 noch fast 90 Mrd. Euro sind es im Jahr 2019 nur noch 79 Mrd. Euro. In die EU-Staaten ohne UK ergibt sich für den Zeitraum von 2015 - 2019 ein Plus von 16 % (Quelle: DeStatis).
  • 23. Juni 2016: Im Referendum stimmen 51,9 Prozent der Wähler für einen Austritt aus der Europäischen Union. Die Wahlbeteiligung liegt bei 72,2 Prozent.

 

NEWS: UK veröffentlicht Zolltarif

Am 19. Mai 2020 hat Großbritannien einen neuen Zolltarif veröffentlicht, der ab 01.01.2021 d.h. nach dem Ende der Brexit-Übergangsphase weltweit gelten soll.

Dieser entspricht weitgehend dem EU-Zolltarif, sieht jedoch Zollreduzierungen in einigen Bereichen vor. Insbesondere in den Bereichen Automobilwirtschaft und Landwirtschaft jedoch werden Zölle eingeführt.

Unklar ist noch, ob es bis zum ersten Januar ein Handelsabkommen mit der der EU gibt oder ob tatsächlich für EU Waren Drittlandszölle gelten. Außerdem plant Großbritannien mit ausgewählten weiteren Märkten bilaterale Handelsabkommen zu schließen. Mit der Schweiz wurde ein solches bereits verabschiedet.

» zur Website der Regierung Großbritanniens


 

Brexit-News der IHK-Organisation

» Brexit-Newsletter 04 | 2020
Thema des Monats: DIHK veröffentlicht Impulse für Verhandlungen

Vor 26 Jahren wurde der Eurotunnel feierlich eröffnet, der seitdem den Wirtschaftsverkehr zwischen dem UK und dem europäischen Kontinent erleichtert. Mehr als 22 Millionen Passagiere transportiert der Eurostar jährlich und etwa 26 % der Waren, die zwischen UK und der EU gehandelt werden, finden ihren Weg durch den Tunnel. Laut Betreiber wurden nun auf französischer Seite 240 zusätzliche LKW-Stellplätze sowie neue Zollabfertigungsbuchten eingerichtet, um für das Ende der Brexit-Übergangsphase gewappnet zu sein. Für die Unternehmen bleibt zu hoffen, dass neben den unvermeidlichen Zollabwicklungen zumindest keine tarifären Zölle eingeführt werden. Das jedoch hängt vom Ausgang der Verhandlungen ab.

Weitere aktuelle Infos bieten die monatlichen DIHK » "Brexit-News".


 

Are you ready for BREXIT?

» Online-Tool zur Brexit-Checkliste
Anhand von 18 Themenfeldern bietet das Online-Tool der IHK-Organisation Orientierung, wie Sie sich auf den Brexit vorbereiten können.

» BREXIT - Glossar
Die wichtigsten Begriffe rund um den Brexit kurz erklärt

IHK-Unternehmensumfrage Going International 2019

Die IHK-Umfrage ermittelt, inwieweit die Betriebe hierzulande konkret vom Brexit betroffen sind. Dabei bewertete nur noch jedes fünfte der befragten Unternehmen seine Geschäfte im Vereinigten Königreich als gut; 70 Prozent der Betriebe erwarten für 2019 eine Verschlechterung. Einige Unternehmen ziehen bereits Konsequenzen aus der Unsicherheit des Brexit. Der Untersuchung zufolge plant jeder achte Betrieb mit UK-Geschäft aktuell, seine Investitionen auf andere Märkte zu verlagern – größtenteils nach Deutschland und in andere EU-Länder. Zum Vergleich: Anfang 2018 hatte nur jeder zwölfte Betrieb von entsprechenden Vorhaben berichtet.

Die zentralen Ergebnisse sind:

1. Der bevorstehende Brexit ist bereits jetzt eine Belastung für Unternehmen
2. Sorgen vor Zöllen und rechtlicher Unsicherheit groß

Mehr lesen » Sonderauswertung zum Brexit 2019