Wachstum finanzieren in Hessen – von den Business Angels bis zum Börsengang Fördermittel und Kapital für Startups Auflage 2022/2023 Rechtliche Hinweise: Die Darstellung in diesem Leitfaden ist nicht rechtsverbindlich und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Genaue Bedin- gungen zu Förderungen und Finanzierungen finden Sie auf den angegebenen Websites der Mittelgeber. 1 INHALT Vorworte 2 Einführung: Kapital für schnelles Wachstum 4 Frühphasenfinanzierung 10 EXIST-Gründerstipendium 10 EXIST-Forschungstransfer 12 Business Angels als Kapitalgeber 14 INVEST: Erwerbs- und Exit-Zuschuss für Business Angels 16 Schwarmfinanzierung 18 Kredite und Bürgschaften 20 Hessen-Mikrodarlehen und Hessen-MikroCrowd 20 Kapital für Kleinunternehmen (KfK) 22 Bürgschaften zur Bonitätsstärkung 24 Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen – GuW Hessen (ERP) 26 Innovationskredit Hessen 28 Wachstumskredit der Europäischen Investitionsbank (EIB) 30 Projektförderung 32 push! – Das Stipendium für dein Startup in Hessen 32 LOEWE-Förderlinie 3 34 Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in Unternehmen 36 Elektromobilität in Hessen 38 Horizon Europe – EIC Pathfinder und Transition 40 Horizon Europe – EIC-Accelerator 42 Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz 44 Weitere Förderungsmöglichkeiten durch den Bund 46 Beteiligungskapital 48 Futury Venture Fonds und Futury Regio Growth Fonds 48 Stille Beteiligung (Mikromezzanin der MBG H) 50 Technologiefonds Hessen, Hessen Kapital 52 Hightech-Gründerfonds (HTGF) 54 Coparion (KfW Capital) 56 Venture Capital Fonds 58 VentureEU, Zukunftsfonds, weit. vom EIF unterstützte Venture Fonds 60 Family Offices 62 Weiterführende Informationen 64 Kontaktadressen 64 Weitere Ansprechpartner für Startups 67 Definition Unternehmensgrößen 76 Impressum 78 » 2 TAREK AL-WAZIR Hessen ist ein vitaler Wirtschaftsstandort. Start- ups tragen erheblich zu seiner Innovationskraft bei. Für den Weg in eine nachhaltige Wirtschafts- weise brauchen wir junge Menschen mit unter- nehmerischem Mut. Oft sind es gerade die Gründerinnen und Gründer, die mit ihren Ideen zum Beispiel im Bereich Digitalisierung oder Ressourcenschutz entscheidende Beträge zur Bewältigung aktueller Herausforderungen leisten. Tarek Al-Wazir Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen » 3 DR. RAINER WALDSCHMIDT Als Wirtschaftsförderer des Landes arbeiten wir mit Begeisterung daran, das hessische Innova - tions-Ökosystem zu stärken. Wir unterstützen Startups mit Information, Beratung und Vernet- zung und helfen ihnen, erfolgreich international zu wachsen. Mit dem StartHub Hessen, dem Enterprise Europe Network und dem Technologieland Hessen haben wir eine Vielzahl an Experten im Haus, die Startups maßgeschneidert unterstützen und individuell begleiten. Die Finanzierung ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Mit der vorliegenden Broschüre geben wir Ihnen einen ersten Überblick. Gerne besprechen wir mit Ihnen persönlich, welche Förderung und Finan- zierung zu Ihrem Vorhaben am besten passt. Dr. Rainer Waldschmidt Geschäftsführer der Hessen Trade & Invest GmbH 4 EINFÜHRUNG Sie haben eine starke Geschäftsidee, die Sie schnell zum Erfolg führen wollen? Oder Ihr junges Unternehmen entwickelt sich so dynamisch, dass Sie jetzt weiteres Kapital benötigen, um Ihren Vorsprung zu sichern und Ihr Wachstum zu beschleunigen? Dann finden Sie in Hessen auch das nötige Kapital. In unserem Bundesland mitten in Deutschland und Europa sind aufstre- bende und erfolgreiche Unternehmen willkommen, weil Hessen auch in Zukunft durch innovative Produkte und Dienstleistungen für seine Menschen Wohlstand und Arbeit schaffen und sichern will. Seien Sie Teil dieses Aufschwungs! Dieser Leitfaden richtet sich an alle Gründerinnen und Gründer, die mit ihren Unternehmen, Produkten oder Services außerge- wöhnliches Wachstum anstreben oder bereits vorweisen können – ob als Startup in der frühen Wachstumsphase, Scaleup mit stark zunehmenden Umsätzen oder auch als reiferes Wachstums- unternehmen, das bereits größere Finanzierungsrunden abge- schlossen hat und weiter auf Expansionskurs ist. Der Leitfaden bietet eine schnelle Übersicht zu Förder- und Finanzierungs- optionen vor allem für Startups und Scaleups in Hessen. Er sollte auch für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Kapital- geberinnen und Kapitalgeber interessant sein. Kapital für schnelles Wachstum 5 EINFÜHRUNG Grundsätzlich stehen Ihnen als Gründerinnen und Gründern vier staatliche und private Förder- und Finanzierungsansätze offen: a Öffentliche Zuschüsse, die Sie nicht zurückzahlen müssen, sind meist an einen bestimmten Zweck gebunden, z. B. die Stipendien von EXIST, die indirekten Zuschüsse von INVEST oder die Zuschussprogramme von EU, Bund und Land Hessen. a Eigenkapital, das Sie aus privaten und öffentlichen Quellen erhalten. An Ihrem Unternehmen beteiligen sich dann Privatpersonen (Business Angels, Family Offices), Beteili- gungsgesellschaften (Venture Capital und Private Equity Fonds) oder Unternehmen (Corporate Venture Capital). Auch die öffentliche Hand beteiligt sich (z. B. Europäischer Investmentfonds EIF, VentureEU, High Tech Gründer- fonds / HTGF, Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mit mehreren Fonds, Frankfurter Gründerfonds), meist in Kombination mit privaten Investoren, oder unter- stützt diese finanziell (INVEST). Neben diesen offenen gibt es auch stille Beteiligungen. Dann erhalten die Investorinnen und Investoren keine Unternehmensanteile und kein Stimmrecht, sondern eine Rendite in Form einer Gewinn- beteiligung (z. B. Mikromezzanin MBG H). a Die öffentliche Hand vergibt und unterstützt auch Darlehen zu vergünstigten Konditionen. Dann zahlen Sie zum Beispiel einen niedrigeren Zins als marktüblich oder müssen die Rückzahlung (Tilgung) nicht sofort beginnen (z. B. Hessen-Mikrodarlehen). Eine weitere Option ist, die Hausbank durch Haftungsfreistellung vom Ausfallrisiko zu entlasten und so ihre Bereitschaft zur Kreditvergabe zu erhöhen (z. B. per Innovationskredit Hessen). a Auch mit Bürgschaften setzt sich die öffentliche Hand in Hessen für junge aufstrebende Unternehmen ein. Sie stellt Sicherheiten, so dass Sie bei Geschäftsbanken Kredit bekommen (z. B. Bürgschaftsbank Hessen: Haftung für Förderkredite). 6 Daneben finden Sie besonders in frühen Phasen weitere Unter- stützung: Anfangs mag es am besten sein, sich bei einem Co-Working Space einzumieten, um einen festen Arbeitsplatz zu haben, Kontakte zu knüpfen und die eigene Geschäftsidee aus- zuarbeiten. Sogenannte Inkubatoren, meist von Unternehmen oder Hochschulen, richten sich dann an das ganz junge Unter- nehmen. In mehrmonatigen Programmen und teilweise gegen eine Unternehmensbeteiligung im einstelligen Prozentbereich fördern sie dieses mit Infrastruktur und Beratung. In späteren Phasen haben Acceleratoren eine ähnliche Funktion. Gleich mehrere davon sind zum Beispiel im TechQuartier in Frankfurt angesiedelt (siehe auch Adressen im Anhang). Wer Rat etwa in Personalentwicklung, Vertrieb, Digitalisierung oder Finanzierung sucht, kann auch vom RKW Hessen Zuschüsse erhalten, das mit Ihnen konkrete Fragen definiert und entspre- chende Beraterinnen und Berater vorschlägt. Und das BAFA unterstützt Sie mit dem Programm „Förderung unternehmeri- schen Know-hows“. Hochschulen, Unternehmen und Land arbeiten in Hessen in fünf Themenbereichen zusammen. Neben Forschung, Wissenstrans- fer, Weiterbildung und Lehre stehen auch Unternehmensgrün- dungen im Zentrum der Aktivitäten der fünf hessischen „Houses of“. Besonders die Houses of IT (Darmstadt), Logistics & Mobility (HOLM, Frankfurt) und Energy (Kassel) haben Schwerpunkte in der Startup-Förderung. Das Land Hessen unterstützt außerdem Gründungswettbewerbe wie etwa den Hessischen Gründerpreis, den Hessen Ideen Wett- bewerb, promotion Nordhessen oder Science4Life. Auch Unter- nehmen und Wirtschaftsverbände vergeben hier in Hessen Gründerpreise, etwa bei der Frankfurter Messe Achema zu Chemie, Pharma, Biotechnologie, Energie und Umwelt oder bei der Buchmesse der CONTENTshift. Neben dem Preisgeld ist für Sie die öffentlichkeitswirksame Anerkennung durch eine Fachjury ein Plus. Zum Teil sind mit den Preisen auch Sachleistungen wie Coaching oder die Aufnahme in einen Accelerator verbunden. Zu Wettbewerben in Ihrer Region oder Branche lohnt sich eine Internetrecherche, sie sind nicht Schwerpunkt dieser Broschüre. Dieser Leitfaden zeigt exemplarisch, wie viele Wege zu Kapital Ihnen offenstehen. Er beschreibt kurz die wichtigsten Pro- gramme und Finanzierungsoptionen und gibt Links zu ausführ- EINFÜHRUNG 7 Der Leitfaden unterscheidet folgende Phasen: Ideenfindung: Sie arbeiten zunächst am Konzept. Pre-Seed: Sie entwickeln eine Produktidee zum Proto- typ und weisen die Machbarkeit Ihres Konzepts nach. Sie finanzieren Ihre Tätigkeit noch selbst oder durch Familie und Bekannte („bootstrapped“, „family and friends“). Seed: Sie platzieren das Produkt am Markt, erzielen im Idealfall erste Umsätze, noch nicht unbedingt Gewinn. Sie bauen Know-how auf (Produkt, Vertrieb, Team etc.) und lassen sich von Business Angels unterstützen. Series A: Sie machen bereits sechs- oder sieben- stellige Umsätze und suchen 1 Million Euro oder mehr von privaten oder professionellen Investorinnen und Investoren. Series B, C, D: Ihr Kapitalbedarf wächst in den 2- bis 3-stelligen Millionen-Bereich. Kapitalmarkt: Sie finanzieren Ihr starkes Wachstum am Markt, etwa durch einen Verkauf von Unternehmens- anteilen oder auch Unternehmensteilen an Private Equity oder an andere Unternehmen. Oder Sie gehen mit Ihrem Unternehmen an die Börse. EINFÜHRUNG lichen Informationen im Internet an. Die verschiedenen Möglich- keiten sind nach Entwicklungsstufen angeordnet: von der Grün- dung, über das frühe Wachstum bis hin zum Weg an den Kapital- markt. In den späteren Phasen erhalten die ersten Investorinnen und Investoren auch zunehmend Optionen für ihren Ausstieg („Exit“). Denn schließlich möchten sie ihr eingesetztes Kapital vermehren und wieder frei darüber verfügen. 8 Bei manchen Förderprogrammen gibt es harte Grenzen für das Unternehmensalter. Einige können Sie zum Beispiel nur vor der Gründung als UG oder GmbH oder vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit erhalten, andere nur bis zu drei Jahre danach (etwa HTGF). Das sollten Sie rechtzeitig bedenken. Ähnliches gilt für den Umsatz. Manche Programme verlangen, dass Sie noch keinen Umsatz machen, andere setzen schon ein richtiges Unternehmen voraus, das dann auch bis zu 10 Millio- nen Euro im Jahr umsetzen darf. Die Mittelhöhe reicht vom ein- fachen Stipendium mit einem Jahr Laufzeit bis zum zweistelligen Millionenkredit. Die Laufzeit öffentlicher Förderung beträgt manchmal nur ein bis drei, erreicht aber bis zu zwanzig Jahre. In den frühen Phasen setzen sich auch private Investorinnen und Investoren meist das Ziel, ihre Unternehmensanteile schon nach etwa fünf bis sieben Jahren mit Gewinn zu veräußern. Mittel aus einem Börsengang stehen Ihnen dagegen zeitlich unbegrenzt zur Verfügung. Mögliche Mittelgeberinnen und Mittelgeber sind neben Banken und privaten Investorinnen und Investoren aller Art – vom Busi- ness Angel über das Family Office bis zum Venture Capital Fonds – auch die EU mit den Strukturfonds ESF und EFRE, dem EFSI oder dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZON EUROPE, die Bundesrepublik oft über die KfW, Hessen meist über die WIBank, und teilweise sogar die Kommu- nen, z. B. über den Frankfurter Gründerfonds, oder die IHK Darmstadt. Die Programme und Wege unterscheiden sich auch im Verfah- ren. Beim Erstkontakt reicht oft eine Schaubildpräsentation („Pitchdeck“) mit rund zehn Seiten, aber beim Antrag braucht man meist zumindest einen ersten Entwurf des Businessplans und, sofern schon vorhanden, Jahresabschlüsse und -budgets. Manchmal läuft die Bewerbung indirekt, z. B. über die Hoch- schule an den von Bundesministerien dafür beauftragten Projektträger Jülich oder in Hessen über die Hausbank an die WIBank. In jedem Fall sollten Sie Ihre Finanzierung rechtzeitig planen. Denn die Verfahrensdauer kann schon ein halbes Jahr betragen, bis tatsächlich Geld in Ihr Unternehmen fließt. Ohnehin lohnt es sich, bei jeder Finanzierung schon den nächsten Schritt zu bedenken: Nach der Finanzierung ist vor der Finanzierung. EINFÜHRUNG 9 Auch die ungeduldigsten Gründerinnen und Gründer brauchen in Sachen Finanzierung einen langen Atem, sollten sich frühzei- tig mit passenden Mittelgeberinnnen und Mittelgebern vernet- zen und die richtigen Optionen für das eigene Unternehmen kennen lernen. In der Wachstumsphase hilft Ihnen dabei etwa das Deutsche Börse Venture Network. Für nicht-finanzielle Unterstützung können Sie Ihr Augenmerk auf die Angebote der Hessen Trade & Invest GmbH HTAI, der nicht-monetären Wirtschaftsförderung des Landes Hessen, rich- ten: Mit dem StartHub Hessen vernetzt die HTAI die Startup- Community aus Unternehmen, Gründerzentren, Wirtschaftsför- derern sowie Mentorinnen und Mentoren. Im StartHub Funding Navigator finden Sie online die aktuellen Förderangebote und der Ecosystem Radar listet rund 360 relevante Institutionen. Das Enterprise Europe Network Hessen hilft schnellwachsenden Unternehmen nicht nur bei der Internationalisierung, sondern auch mit einem individuellen Innovationsaudit, einem Nachhal- tigkeits-Check, Finanzierungsveranstaltungen und der Auswahl und Begleitung bei EU-Förderanträgen. Das ebenfalls an der HTAI angesiedelte Technologieland Hessen hilft Startups und schnellwachsenden Unternehmen mit Beratung und Unter - stützung bei Entwicklung, Anwendung und Vermarktung von Schlüsseltechnologien. Des Weiteren unterstützt die HTAI aus- gewählte internationale Messeteilnahmen. Auch RKW Hessen begleitet Startups mit Beratung zu Gründung, Produktdesign und Digitalisierung. Ferner listet das Bundesministerium für Wirt- schaft und Klimaschutz BMWK öffentliche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten in seinen Portalen existenzgruender.de und foerderdatenbank.de. Neben finanzieller und nicht-finanzieller Unterstützung sowie Know-how und Kontakten bieten Ihnen die hier genannten Wege einen unschätzbaren Zusatznutzen: Sie erhöhen das Ver- trauen Ihrer Geschäftspartner. Denn nicht nur unbekannte junge Unternehmen, sondern auch reifere Wachstumsunternehmen profitieren entscheidend davon, wenn sie zum Beispiel poten- zielle Kundinnen und Kunden auf Unterstützung durch seriöse Einrichtungen und Personen hinweisen können. Viel Spaß beim Lesen und vor allem: viel Erfolg! EINFÜHRUNG 10 FRÜHPHASENFINANZIERUNG Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absol- ventinnen und Absolventen sowie Forschende, die ein techno- logieorientiertes oder wissensbasiertes Unternehmen gründen wollen. Im Förderjahr können Sie Ihre Geschäftsidee mit Allein- stellung zum Businessplan vorantreiben; zunächst entwickeln Sie innovative Produkte oder Dienstleistungen bis zur Marktfähigkeit und bereiten die Gründung Ihres Unternehmens vor; dann grün- den Sie eine Kapitalgesellschaft (z. B. UG oder GmbH) und neh- men die Geschäftstätigkeit auf. Die außergewöhnliche Qualität von Startups, die mit EXIST gegründet werden, erleichtert Ihnen später auch die Suche nach Investorinnen und Investoren für die Wachstumsfinanzierung. EXIST-Gründerstipendium Zielgruppe Gründerinnen und Gründer aus Hochschule oder Forschungseinrichtung Phase Ideenfindung und Pre-Seed Unternehmensalter Null Jahre, da nur vor Gründung und Aufnahme der Geschäftstätigkeit möglich Umsatz noch keiner Mittelart Zuschuss, d. h. keine Rückzahlung Mittelhöhe z. B. ca. 100.000 Euro bei zwei Gründerinnen und Gründern mit Hochschulabschluss Laufzeit Förderzeitraum bis zu einem Jahr Mittelgeber Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWK), Europäischer Sozialfonds (ESF) Verfahren Antrag über die Hochschule beim Projektträger Jülich, jederzeit Verfahrensdauer vom Erstkontakt bis zum Förderbeginn etwa ein halbes Jahr 11 FRÜHPHASENFINANZIERUNG Informationen im Internet: exist.de hessen-ideen.de/stipendium i Das gründungsunterstützende Netzwerk einer Hochschule berät Sie. In Hessen sind solche Netzwerke in 13 Hochschulstandorten angesiedelt. Das Netzwerk ist Ihre zentrale Anlaufstelle, bietet Ihnen kostenfreie Arbeitsplätze und Infrastruktur. Es verwaltet auch die zugewiesenen EXIST-Fördermittel. Es verknüpft Sie mit Mentorinnen und Mentoren aus der Hochschule sowie Coaches und Partnern aus der Region. Den Antrag stellen Sie online mit Ihrer Hochschule oder For- schungseinrichtung bei dem vom BMWK beauftragten Projekt- träger Jülich. Gefördert werden Sie über Stipendien für maximal drei Personen bis zu einem Jahr. Die monatliche Stipendienhöhe liegt zwischen 1.000 Euro für Studierende und 3.000 Euro für promovierte Gründende (ggf. plus Kinderzuschlag). Außerdem erhalten Sie Zuschüsse für Sachausgaben (maximal 10.000 bis 30.000 Euro je nach Teamgröße), für Coaching und Gründungs- beratung (bis zu 5.000 Euro). Das EXIST-Gründerstipendium hat seit 2007 rund 2.500 Startups gefördert. 2020 wurden von 426 Anträgen 229 bewilligt. Das Stipendium steht Gründerinnen und Gründern mit Hochschul- abschluss offen, egal wo sie diesen erworben haben. Wie das EXIST-Forschungstransfer gehört es zum EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft. Als Vorbereitung für das Gründerstipendium können Sie das Hessen Ideen Stipendium nutzen. Es fördert innovative Grün- dungsteams aus hessischen Hochschulen mit bis zu drei Stipen- dien von 2.000 Euro für 6 Monate. Die Teams durchlaufen in die- sem Zeitraum das Programm „Ideen-Akzelerator“ und werden von Coaches, Experten und erfahrenen Startups begleitet. 12 Das Programm EXIST-Forschungstransfer ergänzt das EXIST- Gründerstipendium; es soll junge wachstumsstarke Hightech- Gründungen mobilisieren, die Forschung in Anwendung über- führen. Hier ist richtig, wer eine forschungsbasierte Gründung mit größerem Aufwand und Risiko beabsichtigt. Sie brauchen dazu eine technisch anspruchsvolle innovative Produkt- oder Verfahrensidee. Ihr Team aus maximal drei Akademikerinnen und Akademikern verfügt über Technologieexpertise und unter- nehmerisches Potenzial. Zum Team gehört eine (weitere) Person mit betriebswirtschaftlicher Kompetenz. Ihre Projektleitung ist bereits im Projektmanagement erfahren. Sie können in zwei Phasen unterstützt werden: In der Förder- phase I (Pre-Seed) weist Ihr Team nach, dass die Idee technisch machbar ist und Sie entwickeln einen Prototyp; gleichzeitig arbeiten Sie die Geschäftsidee zum Businessplan aus und berei- ten die Gründung vor. EXIST-Forschungstransfer Zielgruppe Gründerinnen und Gründer aus Hochschule oder Forschungseinrichtungen Phase Ideenfindung und Pre-Seed; Phase II: Seed Unternehmensalter Null Jahre, Phase I nur vor Gründung und Aufnahme der Geschäftstätigkeit möglich Umsatz noch keiner Mittelart Zuschuss, d. h. keine Rückzahlung Mittelhöhe z. B. etwa 150.000 bis 250.000 Euro in Phase I bei einem Team mit drei Absolventinnen und Absolventen Laufzeit Phase I ein bis anderthalb Jahre, selten bis zu drei Jahre; Phase II bis zu anderthalb Jahre Mittelgeber BMWK, ESF Verfahren Antrag Phase I über die Hochschule beim Projektträger Jülich, nur im Januar oder im Juli Verfahrensdauer vom Erstkontakt bis zum Förderbeginn etwa ein halbes Jahr FRÜHPHASENFINANZIERUNG 13 Informationen im Internet: exist.de Weitere öffentliche Programme für Forschungstransfer aus der Hochschule: EU-Programm Europe; Beratung über een-hessen.de Erasmus Austauschprogramm für Jungunternehmer erasmus-entrepreneurs.eu Bundesforschungsministerium VIP+ validierungsfoerderung.de i Wie beim EXIST-Gründerstipendium erhalten Sie Stipendien und die Unterstützung eines Hochschulnetzwerks. Den Antrag stellt die Hochschule oder außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Diese bietet Ihnen in beiden Phasen entsprechende Arbeits- möglichkeiten und unterstützt Sie in allen Belangen. In oder nach Phase I gründen Sie das Unternehmen z. B. als GmbH und können jetzt eigenständig einen Antrag auf Förder- phase II (Seed) stellen. In dieser Phase entwickeln Sie das Pro- dukt oder Verfahren dann weiter und nehmen die Geschäfts- tätigkeit auf; außerdem schaffen Sie die Voraussetzungen für eine Unternehmensfinanzierung von außen, z. B. durch Business Angels oder Venture Capital. In der Phase I erhalten Sie die Fördermittel (bis zu 100 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben) über Ihre Institution für bis zu 18 Monate, im begründeten Einzelfall bis zu 36 Monate. In Phase II erhält Ihr Startup den Zuschuss direkt, allerdings nur noch in Höhe von drei Viertel der Kosten, bis zu 180.000 Euro. Sie tragen dann also ein Viertel eigene Mittel bei. Phase II dauert maximal 18 Monate. Anträge für die Phase I sind im Januar oder im Juli beim Pro- jektträger Jülich einzureichen. Sechs Monate vor Ablauf von Phase I können Sie dann Phase II beantragen. Von 2007 bis 2020 wurde EXIST-Forschungstransfer (Phase I) 630 mal beantragt und 400 mal bewilligt. FRÜHPHASENFINANZIERUNG 14 Sie suchen Kapital für Ihr Startup, bekommen aber noch keinen Bankkredit? Dann sind vielleicht private Investorinnen und Investoren der richtige Weg. Business Angels beteiligen sich an Ihrem Unternehmen und unterstützen Sie nicht nur mit ihrem eigenen Kapital, sondern auch mit Knowhow und Kontakten. Die Angels sind oder waren meist selbst unternehmerisch tätig. Gern unterstützen sie High-Tech-Konzepte, welche die Bedingungen für INVEST, den Zuschuss für Wagniskapital des Bundeswirtschaftsministeri- ums erfüllen. Aber auch andere Unternehmensmodelle (z. B. „Low-Tech“) passen, wenn sie ein deutliches Alleinstellungsmerkmal und großes Wachs- tumspotenzial aufweisen. Business Angels stehen meist am Anfang der Finanzierungskette, wenn Chancen und Risiken am größten sind, beteiligen sich aber auch an späte- ren Finanzierungsrunden. Oft gehören sie Netzwerken an und investieren zu mehreren, denn so streuen sie die Risiken und das Startup profitiert von mehr Knowhow und Kontakten. Mit einer Anfrage bei einem Business- Angel-Netzwerk klären Sie ab, ob Ihr Gründungsvorhaben potenziell in Frage kommt. Die Angels möchten von Ihnen dann meist ein ausgearbei- tetes Unternehmensprofil. Bei Interesse laden sie Sie zu einer Präsentation auf ihren regelmäßigen Matching-Veranstaltungen ein. In jedem Fall erhal- ten Sie dann wertvolles Feedback zu Konzept, Präsentation und Team. Business Angels als Kapitalgeber Zielgruppe Start-ups vor und nach der Gründung Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter meist bis zu fünf Jahre Umsatz typisch sind 0 bis 0,5 Millionen Euro im Jahr Mittelart Eigenkapital, Beteiligung oft mehrerer Business Angels, Minderheitsbeteiligung Mittelhöhe meist insgesamt etwa 25.000 bis 500.000 Euro Laufzeit meist drei bis zehn Jahre Beteiligungsdauer Mittelgeber vermögende Privatpersonen mit unternehmerischer Erfahrung Verfahren individuelle Suche nach Business Angels oder Bewerbung bei Angel-Netzwerken Verfahrensdauer vom Erstkontakt bis Beteiligungsvertrag / Einzahlung etwa zwei bis sechs Monate FRÜHPHASENFINANZIERUNG 15 In Hessen sind viele BA-Netzwerke aktiv, z. B. Business Angels FrankfurtRheinMain, Accelerate Business Angels Nordhessen A.B.A.N., InvestorenNetzwerk Wiesbaden e. V. (INWI): ba-frm.de, investorennetzwerk.de, forum-kiedrich.de Weitere Informationen zu den Angeboten des EBAN unter: eban.org Neben Angel-Netzwerken gibt es auch private Veranstalter, etwa den Pitch Club Frankfurt: thepitchclub.com Weitere hessische BA-Netzwerke finden Sie unter: business-angels.de Gessi-Standardverträge als kostenloser Download unter: standardsinstitute.de i Bei Erfolg schließen Sie – nach intensiver Prüfung und Verhandlungen – einen Beteiligungsvertrag mit den Angels, denen Sie für das Kapital stimm- berechtigte Anteile an Ihrem Unternehmen abgeben. Manchmal erhalten Sie das Kapital zunächst als Wandeldarlehen. Oft beteiligen sich die Angels in zwei oder drei Schritten und bilden gemeinsame Runden mit öffentli- chen Kapitalgebern oder VC-Gesellschaften. Die Business Angels Frankfurt Rhein-Main veranstalten zum Beispiel regelmäßig auch Matchings für Series-A-Finanzierungen. Auch das European Business Angels Network (EBAN), bestehend aus 150 Mitgliedsorganisationen in mehr als 50 Ländern, veranstaltet jährlich internationale Pitching Events für die Investorensuche. Von Anfang an planen die meisten Business Angels den Ausstieg („Exit“) nach etwa drei bis zehn Jahren. Dazu kommt es zum Beispiel, wenn Sie Ihr Startup an ein anderes Unternehmen verkaufen („Trade Sale“) oder, eher selten, wenn es an die Börse geht. Wegen der hohen Risiken – nicht alle Startups können sich am Markt behaupten – setzen die Business Angels auf die Chance, ihr eingesetztes Kapital beim Exit zu vervielfachen. Investorinnen und Investoren aller Art beteiligen sich an Startups über aus- führliche Vertragswerke. Seit ein paar Jahren stellt hier das German Stan- dards Setting Institute Gessi rechtssichere Dokumente zur Verfügung, wel- che die Startup-Finanzierung grundlegend vereinfachen und vergünstigen. Gemeinsam haben Business Angels, Gründerinnen und Gründer sowie juristische Expertinnen und Experten hier ausgewogene Vertragsstandards gesetzt zu Term Sheet, Wandeldarlehen und Finanzierungsrunde: gerade für Nichtjuristinnen und -juristen relevante Lektüre und gute Vorbereitung. FRÜHPHASENFINANZIERUNG 16 „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ regt private Investorinnen und Investoren an, Ihnen Wagniskapital und weitere Unterstützung zur Verfügung zu stellen. Suchen Sie solche „Business Angels“, hilft das Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Denn wer als Privatperson in junge, innovative Kapitalgesellschaften inves- tiert, erhält vom Bund beim Erwerb von Unternehmensanteilen 20 Pro- zent seines Investitionsbetrags als Zuschuss erstattet. Gefördert werden kann auch eine reine Beteiligungs-GmbH (Business Angel-GmbH) mit bis zu zehn Gesellschafterinnen und Gesellschaftern, die im Europäi- schen Wirtschaftsraum (EWR) leben. Zunächst beantragen Sie online beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die allgemeine Förderfähigkeit. Als Startup finden Sie so leichter Privatpersonen, die Ihnen risikotragendes Kapital geben. Dafür muss ihr Unternehmen innovativ sein, etwa weil Sie weit überwiegend in einem passenden Wirtschaftszweig tätig sind, entspre- chende Patente besitzen oder in den zwei Jahren vor Antragsstellung INVEST: Erwerbs- und Exit-Zuschuss für Business Angels Zielgruppe Business Angels, d. h. Privatpersonen, die in innovative Startups investieren Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter jünger als sieben Jahre Umsatz maximal 10 Millionen Euro Mittelart Erwerbs- und Exit-Zuschuss Mittelhöhe bei Erwerb 20 Prozent von 10.000 bis 0,5 Millionen Euro Investition je Angel Laufzeit mindestens drei Jahre Haltedauer; beim Exit nach max. zehn Jahren Zuschuss von bis zu 25 Prozent des Veräußerungsgewinns Mittelgeber Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für das BMWK Verfahren Unternehmen beantragt Förderfähigkeit (gilt zwölf Monate), Investorin oder Investor beantragt Zuschuss Verfahrensdauer bei Vorliegen aller Voraussetzungen Zahlung nach etwa zwei Monaten FRÜHPHASENFINANZIERUNG 17 Informationen zu „INVEST – Zuschuss für Wagniskapital“ unter: bafa.dei einen relevanten Innovationspreis oder öffentliche Forschungsförde- rung erhalten haben. Den zwölf Monate gültigen Bescheid können Sie mehrmals verlängern. Ihre Gesellschaft (z. B. GmbH) muss jünger als sieben Jahre alt und ein „Kleines Unternehmen“ im Sinne der EU sein. Es muss also weniger als 50 Mitarbeitende haben und Umsatz und Bilanzsumme dürfen höchs- tens zehn Millionen Euro betragen. Der Sitz muss im EWR und in Deutschland mindestens eine Zweigstelle sein. Dann beantragen die Investorinnen und Investoren den konkreten Erwerbszuschuss. Wichtig: dies müssen sie unbedingt vor Abschluss des Beteiligungsvertrags tun. Wenn sie ihre Investition nachgewiesen haben, erhalten sie den Zuschuss ausgezahlt. Die Business Angels müs- sen sich mit jeder Einzelinvestition an den Chancen und Risiken Ihres Unternehmens beteiligen und können 10.000 bis 500.000 Euro Kapital einbringen. Je Gesellschaft können eine Investorin oder ein Investor in einem Kalenderjahr höchstens 100.000 Euro Zuschuss erhalten, alle Investorinnen und Investoren zusammen höchstens 600.000 Euro. Maximal sind somit Beteiligungen von drei Millionen Euro pro Unter- nehmen und Jahr zuschussfähig. Von 2013 bis 2020 hat INVEST so 910 Millionen Euro Wagniskapital mobilisiert und 11.394 Investments bewilligt. Zulässig sind auch Wandeldarlehen, die innerhalb von 24 Monaten nach Bewilligung in Unternehmensanteile gewandelt werden. In jedem Fall müssen marktübliche, also faire Regeln eingehalten werden, wie sie etwa in den GESSI-Vertragswerken formuliert sind. Die Anteile müssen mindestens drei Jahre gehalten werden. Business Angels, die ohne Kapitalgesellschaft direkt investieren, er - halten beim Verkauf ihrer Unternehmensanteile innerhalb von zehn Jahren von INVEST zusätzlich einen Exitzuschuss von 25 Prozent des erzielten Veräußerungsgewinns, der anfallende Steuern kompensieren soll. Er ist begrenzt auf 80 Prozent des Ausgabepreises der erwor - benen INVEST-geförderten Anteile. Die Zuschüsse sind steuerfrei. FRÜHPHASENFINANZIERUNG 18 Schwarmfinanzierung ist eine Möglichkeit für Startups, ihr Unter- nehmen oder einzelne Projekte zu finanzieren. Bei dieser auch Crowd Financing genannten Möglichkeit beteiligen sich zahlrei- che (möglicherweise vorausgewählte) Personen mit kleineren Beträgen an einem Finanzierungsziel. In der Regel wird der Betrag an das Unternehmen ausgeschüttet, wenn eine Mindest- schwelle erreicht wird, ansonsten zurückerstattet. Als Startup können Sie so die Finanzierung Ihres gesamten Unternehmens oder einzelner neuer Projekte oder Produkte stärken. Sie werben begleitend in einer Social-Media-Kampagne. Hierfür sollten Sie erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand ein- planen. Wenn Sie sich mit Ihren Produkten oder Dienstleistun- gen an Verbraucherinnen und Verbraucher richten, ergeben sich im Idealfall Synergien zwischen Kapitalmarkt und Absatzmarkt. Die Plattformen berechnen Ihnen für die Kapitalvermittlung ein Entgelt, das z. B. rund ein Zehntel der eingeworbenen Summe beträgt. Die Crowd möchte bis zur Rückzahlung meist einen angemessenen Risikoaufschlag auf ihr Investment erzielen. Grundsätzlich unterscheiden sich drei Formen: Schwarmfinanzierung Zielgruppe frühe Startups / Wachstumsphase / Mittelstand Phase nicht festgelegt Unternehmensalter Crowdinvesting nach Gründung, Crowdfunding teils auch ohne Gründung Umsatz nicht festgelegt Mittelart Projektfinanzierung, partiarisches Darlehen oder Eigenkapital Mittelhöhe variiert (bis zu sechs Millionen Euro ohne Prospektpflicht) Laufzeit variiert, oft rund fünf Jahre Mittelgeber zumeist Privatpersonen, gebündelt über eine Plattform Verfahren plattformabhängig Verfahrensdauer variiert, durchschnittlich sechs Monate FRÜHPHASENFINANZIERUNG 19 Weitere Plattformen finden Sie auf crowdfunding.de Mit der Liste ist keine Empfehlung verbunden. Risiken von Investitionen, einschließlich des Totalverlusts, sind selbst zu prüfen und zu tragen. i Crowdfunding: Geld aus der Crowd zur Finanzierung eines oft kreativen, kulturellen oder sozialen Projektes. Die Geldgeberin- nen und -geber erhalten meist eine Gegenleistung in Form von Produkten oder Namensnennung und geben für soziale Projekte manchmal auch reine Spenden, die sie dann steuerlich geltend machen können. Crowdlending: Geld aus der Crowd wird mit Zinsen zurückge- zahlt. Die Zinsen fließen jährlich oder erst nach einer festgeleg- ten Laufzeit. Crowdinvesting: Geld aus der Crowd wird in eine Firma inves- tiert, meist in Form partiarischer Nachrangdarlehen. Investorin- nen und investoren erhalten statt Zinsen z. B. oft eine Gewinnbe- teiligung bei Rückzahlung. Hessische Startup-Finanzierungsplattformen aescuvest.de (Medtech, Biotech, Digital Health) gls-crowd.de (Projekte, Nachhaltigkeit) fundernation.eu (Zukunftstechnologie) Hessische Crowdfunding für Projekte bettervest.com (ökologisch und sozial nachhaltige) LeihDeinerUmweltGeld.de (Umwelt) greenvesting.com (grüne Energie u. Ä.) auditcapital.de (erneuerbare Energie) Finanzierung von Produkten, Projekten indiegogo.com | kickstarter.com | startnext.com Weitere Startup-Finanzierungsplattformen companisto.com (Berlin) conda.de (München) greenrocket.de (Gräfelfing) invesdor.de (Berlin) onecrowd.de (Dresden) wiwin.de (Gerbach) FRÜHPHASENFINANZIERUNG 20 KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN Mit dem Hessen-Mikrodarlehen können Sie Investitionen und Betriebsmittel finanzieren, die Sie für die Gründung, Übernahme oder Festigung eines Unternehmens benötigen. Gefördert wer- den natürliche Personen sowie Angehörige freier Berufe, die ihr Vorhaben oder ihre Geschäftsidee höchstens seit fünf Jahren in Vollzeit, aber auch im Nebenerwerb, betreiben und die kauf- männisch und fachlich qualifiziert sind. Die Mittel dienen zum Beispiel dem Erwerb von Grundstücken, Maschinen, Anlagen, Fahrzeugen, Einrichtungen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, der Beschaffung und Lagerung von Material, Waren und Ersatz- teilen oder der Auftragsvorfinanzierung. Das Hessen-Mikrodarlehen ist ein unbesichertes Ratentilgungs- darlehen von 3.000 bis 35.000 Euro mit einer Laufzeit von sieben Jahren. In den ersten neun Monaten sind lediglich Zinsen zu zah- len, erst danach setzt die regelmäßige monatliche Tilgung ein. Hessen-Mikrodarlehen und Hessen-MikroCrowd Zielgruppe natürliche Personen sowie Angehörige freier Berufe Phase Pre-Seed, Seed Unternehmensalter weniger als 5 Jahre geschäftstätig Umsatz noch keiner erforderlich; dauerhaft wirtschaftlich tragfähig Mittelart Darlehen ohne bankübliche Sicherheiten, verzögerte Tilgung in Monatsraten Mittelhöhe 3.000–35.000 € Laufzeit 7 Jahre Mittelgeber Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Verfahren Antrag über IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsfördergesellschaft bzw. Startnext Verfahrensdauer bei vollständigem Antrag rund 1 Monat 21 KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN Informationen zum Förderangebot der WIBank (Zuschuss, Darlehen, Bürgschaft, Beteiligung), den aktuellen Zinskonditionen und Kooperationspartnern sowie zur Crowdfunding-Plattform Startnext finden Sie unter: wibank.de und startnext.com i Für die komplette Laufzeit gilt ein fester Sollzinssatz (5,75 Prozent im Jahr, Stand September 2022). Sie können die Darlehens- summe jederzeit zurückzahlen (ohne Vorfälligkeitsentschädi- gung), auch in Teilen. Ihr Vorhaben muss eine erfolgversprechende Gründungs- oder Geschäftsidee umsetzen. Lassen Sie sich deshalb vor der Umset- zung Ihres Vorhabens von einem Kooperationspartner beraten. Die Dokumentation dieses Gesprächs soll plausibel nachweisen, dass Ihr Unternehmen dauerhaft wirtschaftlich tragfähig ist. Kooperationspartner sind die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern in Hessen, außerdem fünfzehn regio- nale hessische Wirtschaftsfördergesellschaften. Den Antrag stellen Sie dann über die Kooperationspartner bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank). Für das Hessen-Mikrodarlehen müssen Sie keine banküblichen Sicher- heiten bieten, sondern geben ein notarielles Schuldversprechen ab. Ein Rechtsanspruch auf das Darlehen besteht nicht. Zu günstigeren Konditionen können Sie Mikrodarlehen in Höhe von 3.000 bis 35.000 Euro alternativ mit Schwarmfinanzierung kombinieren. Hierfür präsentieren Sie Ihr Vorhaben auf der Plattform der Startnext Crowdfunding GmbH und beantragen parallel das Darlehen Hessen-MikroCrowd. Wenn Sie Ihr Fun- ding-Ziel (mindestens 5.000 Euro) erreichen und Startnext die Summe auszahlt, erhalten Sie auch das Mikrodarlehen (Sollzins- satz 5,25 Prozent im Jahr, Stand September 2022). Zusätzlich bekommen Sie einen Tilgungszuschuss von 10 Prozent der erreichten Fundingsumme (maximal 1.000 Euro). 22 Die hessische Förderbank WIBank bietet Ihnen schon als Klein- unternehmen größere Darlehen bis 150.000 Euro an. Das Kapital für Kleinunternehmen (KfK) richtet sich an kleine Unternehmen sowie Freiberuflerinnen und Freiberufler mit Sitz in Hessen mit einer Mitarbeiterzahl von bis zu 25 und einem Umsatz von maxi- mal 5 Millionen Euro. Auch nicht gewerbliche, aber am Markt tätige Sozialunternehmen in der Rechtsform einer gGmbH sind antragsberechtigt. Wenn Ihr Unternehmen seit einem Jahr im Geschäft ist, können Sie auf diesem Weg ein Nachrangdarlehen erhalten. Das KfK verbessert Ihre Finanzierungsstruktur und erleichtert es, zusätz- liches Fremdkapital aufzunehmen. Kapital für Kleinunternehmen (KfK) Zielgruppe Kleinunternehmen Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter ab einem Jahr geschäftstätig Umsatz max. 5 Mio. €; max. 25 MA Mittelart Nachrangdarlehen ohne bankübliche Sicherheiten, endfällige Tilgung Mittelhöhe 25.000-150.000 € plus 50% Hausbankdarlehen Laufzeit 7 Jahre Mittelgeber Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Verfahren Antrag über Hausbank an WIBank Verfahrensdauer je nach Genehmigungsprozess der Hausbank, rund 1 Monat KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 23 Informationen zum Förderangebot der WIBank (Zuschuss, Darlehen, Bürgschaft, Beteiligung) und die aktuellen Zinskonditionen finden Sie unter: wibank.de i Die von der WIBank bereitgestellten Mittel können Sie ohne Zweckbindung für Ihr Unternehmen verwenden, beispielsweise als Liquiditätsreserve, um Aufträge vorzufinanzieren, Betriebs- mittel zu finanzieren oder für Investitionen. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Förderung einer Unternehmens- nachfolge möglich. Wenn Ihnen Ihre Hausbank eine ausreichende Bonität beschei- nigt, benötigen Sie keine banküblichen Sicherheiten für das WIBank-Darlehen und erhalten zu günstigen Konditionen ein Nachrangdarlehen zum festen aktuellen Zinssatz (Nominalzins- satz Stand September 2022: 6,59 Prozent im Jahr). Sie zahlen den Kredit am Ende der Laufzeit von sieben Jahren in einer Summe zurück. Außerplanmäßige Rückzahlungen sind nicht zulässig. Sie beantragen das KfK gemeinsam mit der Hausbank Ihrer Wahl bei der WIBank. Das Förderprogramm sieht vor, dass Ihre Haus- bank Ihr Vorhaben zu frei verhandelten Konditionen mit freier Laufzeit kofinanziert und das WIBank-Darlehen um 50 Prozent aufstockt. Mit Ihren Sicherheiten für das Hausbankdarlehen haften Sie nicht für das Nachrangdarlehen der WIBank. Einen Kapitalbedarf von 75.000 Euro könnten Sie so zum Beispiel mit 50.000 Euro KfK von der WIBank und weiteren 25.000 Euro von der Hausbank decken. Ein Rechtsanspruch auf dieses Darlehen besteht nicht. KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 24 Als aktive Selbsthilfeeinrichtung der Hessischen Wirtschaft fördert die Bürgschaftsbank Hessen GmbH (BB-H) seit mehr als 65 Jahren den wirtschaftlichen Erfolg kleiner und mittlerer Unter- nehmen sowie freiberuflich Tätiger. Unternehmerinnen und Unternehmer, die ein überzeugendes Konzept vorlegen, unter- stützt die BB-H mit Bürgschaften für Kredite, Leasingfinanzierun- gen oder Beteiligungen. So können Sie Investitionen oder Betriebsmittel über Ihre Hausbank finanzieren und die BB-H stellt die nötigen Sicherheiten. GesellschafterInnen der BB-H sind Kammern, Innungen und Verbände aus Handel, Industrie, freien Berufen und Handwerk sowie Kreditinstitute. Schwerpunkte der Verbürgung sind Existenzgründungen, Unternehmensnachfolgen und Wachstumsfinanzierungen (inkl. Sprunginvestitionen). Bürgschaften zur Bonitätsstärkung Zielgruppe KMU, Angehörige der freien Berufe oder Existenzgründerinnen und Existenzgründer mit Betriebssitz in Hessen Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter keine Vorgaben Umsatz maximal 50 Millionen Euro Mittelart Ausfallbürgschaft zur Absicherung einer Hausbankfinanzierung Bürgschaft bis zu 1,25 Millionen Euro pro Unternehmen (max. 80 %) Laufzeit an die Finanzierung angepasst (max. 23 Jahre) Mittelgeber Bürgschaftsbank Hessen GmbH Verfahren Antrag über Hausbank oder Antrag direkt an Bürgschaftsbank Hessen GmbH Verfahrensdauer Bei vollständigen Unterlagen ca. 3–4 Wochen KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 25 Informationen zum Förderangebot der Bürgschaftsbank und zu den Ansprechpartnern erhalten Sie unter bb-h.de oder 0611 1507-0 i Die „klassische Bürgschaft“ beantragt Ihre Hausbank für Sie bei der BB-H, die „Bürgschaft ohne Bank“ hingegen beantragen Sie selbst direkt bei der BB-H und suchen sich nach deren Bürg- schaftszusage dann eine finanzierende Bank oder Sparkasse. Weiterhin können Sie das so genannte Kombi-Programm nutzen, das BB-H und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen (MBG H) gemeinsam aufgelegt haben. Es verbindet zwei Finan- zierungsinstrumente: einen Kredit Ihrer Hausbank mit einer stil- len Beteiligung der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Hessen (MBG H). Der Kredit ermöglicht Ihnen Investitionen oder erhöht Ihre Liquidität, die stille Beteiligung stärkt Ihr Eigenkapi- tal. Für beide Instrumente vergibt die BB-H Sicherheiten und för- dert somit Ihr Wachstum. Da die finanzierende Hausbank mit nur 15 Prozent des Finanzierungsbedarfs ins Risiko geht, erhöht das Kombi-Programm Ihre Chance, Wachstumskapital einzuwerben. Bürgschaften oder Garantien der BB-H ermöglichen viele Inves- titionen erst. Zudem machen sie die Bankdarlehen preiswerter, da sie aus Sicht der Hausbanken erstklassige Sicherheiten dar- stellen. KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 26 Als freiberuflich Tätige sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Sinne der EU-Definition (Umsatz kleiner 50 Millionen Euro, Bilanz kleiner 43 Millionen Euro, Mitarbeiterzahl unter 250) können Sie für ein Vorhaben Darlehen von bis zu 1 Million Euro mit der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung Hessen auf- nehmen. Gefördert werden auch Gründungen im Nebenerwerb sowie Genossenschaften und gewerbliche Sozialunternehmen (jeweils mit Gewinnerzielungsabsicht). Sie können damit bis zu 100 Pro- zent des Investitions- und Betriebsmittelbedarfs finanzieren. Gründungs- und Wachstums - finanzierung Hessen – GuW Hessen (ERP) Zielgruppe Angehörige der freien Berufe oder KMU nach EU-Definition Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter jünger als 5 Jahre (junge Unternehmen) bzw. älter als 5 Jahre (etablierte Unternehmen) Umsatz max. 50 Mio. € Mittelart Darlehen, bis zu 10 Jahre Festzins, anfangs tilgungsfrei Mittelhöhe bis zu 1 Million Euro pro Vorhaben Laufzeit 2 bis 20 Jahre (junge Unternehmen) und 2 bzw. 5 bis 10 Jahre (etablierte Unternehmen) Mittelgeber Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) und KfW Verfahren Antrag über die Hausbank Verfahrensdauer je nach Genehmigungsprozess der Hausbank, rund 1 Monat KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 27 Die WIBank vergibt diesen Kredit in Kooperation mit der KfW. Sie verbilligt dabei die ohnehin günstigen ERP-Förderkredite KMU der KfW-Bankengruppe und gewährt eine Zinsverbilligung von 0,1% p.a. auf den KfW-Zins. Junge Unternehmen erhalten generell einen günstigeren Zinssatz als etablierte Unternehmen. Außerdem wird der Zinssatz zusätzlich um weitere 0,1% p.a. ver- billigt, wenn die finanzierten Vorhaben in strukturschwachen Regionen (sog. EFRE-Vorranggebiete) durchgeführt werden. Die Kredite haben eine Laufzeit von zwei bis 20 Jahren bei festem Sollzins für die ersten zehn Jahre. Je nach betrieblicher Nutzungsdauer lassen sich Investitionen bis zu 20 Jahre finan- zieren, Warenlager bis zu zehn Jahre und Betriebsmittel bis zu fünf Jahre. Die WIBank gestaltet die Konditionen entsprechend dem risikogerechten Zinssystem der KfW. Außerplanmäßige Tilgungen sind gegen Vorfälligkeitsentschädigung möglich. Ihren Antrag stellen Sie vor dem Beginn des Vorhabens bei einer Hausbank, also bevor Sie erste wesentliche Verpflichtungen mit finanzieller Bindung eingehen. Die Bank Ihrer Wahl füllt den entsprechenden KfW-Antragsvordruck aus und leitet ihn mit Ihrer Unterschrift der WIBank zu. Die WIBank gewährt Ihnen das Darlehen also nur indirekt. Einen Rechtsanspruch auf dieses Darlehen besteht nicht. Die Darlehen im Programm GuW Hessen werden nach der EU-Verordnung Nr. 1407/2013 vergeben. Informationen zum Förderangebot der WIBank (Zuschuss, Darlehen, Bürgschaft, Beteiligung) und die aktuellen Zinskonditionen finden Sie unter: wibank.de i KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 28 Der Innovationskredit Hessen stärkt Innovation und schnelles Wachstum mit zinsgünstigen Förderkrediten in Höhe von 100.000 bis 7,5 Millionen Euro. Das Programm übernimmt 70 Prozent des Ausfallrisikos von der durchlei- tenden Bank. Dank dieser Haftungsfreistellung sind Banken eher bereit, Ihnen Kredit für neuartige Vorhaben oder die Erschließung neuer Märkte zu vergeben. Der Innovationskredit Hessen richtet sich an kleine oder mitt- lere Unternehmen (KMU) gemäß der EU-Definition, mittelständische Unter- nehmen mit weniger als 500 Mitarbeitenden (Small Midcap), Angehörige freier Berufe sowie natürliche Personen, die eine freiberufliche Existenz auf- bauen bzw. ein Unternehmen gründen oder übernehmen wollen. Diesen Kredit erhalten Sie, wenn Sie mindestens eines von zwölf Innovati- onskriterien erfüllen, etwa hohe Forschungs- und Entwicklungsausgaben, schnelles Wachstum, Auszeichnung mit EU-Innovationspreisen, Patentan- meldungen oder die Teilnahme an (das Innovationskriterium erfüllenden) öffentlichen Innovationsförderprogrammen in den letzten drei Jahren vor Antragstellung. Auch mit einem erfolgreichen EU-Projekt oder dem soge- nannten Seal of Excellence der EU, erfüllen Sie das Innovationskriterium. Innovationskredit Hessen Zielgruppe innovative Gründerinnen und Gründer, Wachs- tumsunternehmen, KMU und Small Midcaps Phase Pre-Seed, Seed, Series A, B, C, D Unternehmensalter keine Vorgabe Umsatz bei KMU bis zu 50 Mio. € p.a., bei Small Midcaps (Unternehmen mit max. 499 MA) keine Vorgabe Mittelart zinsgünstiges Darlehen mit Haftungsfreistellung und verzögerter Tilgung Mittelhöhe 100.000 bis 7,5 Mio. € Laufzeit 3 oder 5 Jahre (Betriebsmittel), 5, 7 oder 10 Jahre (Investitionen) Mittelgeber Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank), (Risikoteilung mit EIF und Land) Verfahren Antrag über die Hausbank Verfahrensdauer (nach Hausbankentscheid) rund 1 Monat, ab 1,4 Mio. € rund 1 Vierteljahr KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 29 So können Sie materielle und immaterielle Investitionen und Betriebsmittel – insbesondere auch Digitalisierungsvorhaben – finanzieren (bis zu 100 Pro- zent der förderfähigen Ausgaben). Außerdem sind Unternehmensübertra- gungen von bzw. an innovativen Unternehmen förderfähig. Ihr Vorhaben muss grundsätzlich einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und die Gesamtfinanzierung gesichert sein. Ihr Vorhaben muss einen positiven Effekt für Hessen haben. Zu günstigen Konditionen können Sie so Betriebsmittel drei Jahre (endfällig) oder fünf Jahre (vierteljährliche Tilgung nach einem tilgungsfreien Jahr) finanzieren. Für Investitionen läuft das Darlehen fünf, sieben oder zehn Jahre (vierteljährliche Tilgung nach einem tilgungsfreien Jahr). Bei zehn Jahren Laufzeit können Sie auch zwei tilgungsfreie Jahre beantragen. Außerplan- mäßige Tilgungen sind nur gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung mög- lich. Der Zinssatz ist für die gesamte Darlehenslaufzeit fest. Ein Rechtsan- spruch auf das Darlehen besteht nicht. Die Beantragung erfolgt vor Beginn des Vorhabens per Vordruck beim Kreditinstitut Ihrer Wahl (Hausbank), das ihn – gegebenenfalls über sein Zentralinstitut – der WIBank zuleitet. Das Programm wird von der InnovFin KMU-Kredit-Garantiefazi lität des Hori- zon 2020-Programmes der Europäischen Union (Rahmenprogramm für For- schung und Innovation) und dem unter der Investitionsoffensive für Europa errichteten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Zweck des EFSI ist es, die Finanzierung und Durchführung pro- duktiver Investitionen in der Europäischen Union zu fördern sowie den ver- besserten Zugang zu Finanzierungen sicherzustellen. Finanzierer ist die WIBank, unter anderem dank zinsgünstiger Refinanzierungsmittel der Euro- päischen Investitionsbank (EIB). Hessen unterstützt das Programm durch eine Risikopartnerschaft. Die Darlehen haben in einigen Preisklassen einen Beihilfewert und werden dann auf Basis der De-Minimis-Verordnung (EU 1407/2013) vergeben. Aufgrund der zeitlich befristeten Garantie des EIF müssen alle Darlehenszusagen, auch die Darlehenszusage der Hausbank an den Endkreditnehmer, spätestens am 31.12.2022 erteilt worden sein. Informationen zum Förderangebot der WIBank (Zuschuss, Darlehen, Bürgschaft, Beteiligung) und die aktuellen Zinskonditionen finden Sie unter: wibank.de i KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 30 Die EIB-Gruppe gibt in einer Vielzahl von Sektoren Impulse für Unter- nehmensinnovationen, vor allem in den Bereichen Klimaschutz, Ener- gieeffizienz und Digitalisierung. Alle unterstützten Projekte müssen den Zielen des Pariser Klimaabkommens entsprechen. Die EIB selbst fördert hauptsächlich etabliertere Kleinunternehmen und Midcaps, aber auch Kleinstunternehmen aller Entwicklungsphasen mit Wachstumskrediten. Den Großteil der Projekte finanziert die EIB in Form von Globaldarlehen, die sie über Partnerbanken abwickelt. Hierzu gehö- ren in Hessen die AKA Ausfuhrkredit-Gesellschaft, die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Helaba. Diese Partnerinstitute geben die niedrigeren Zinsen und / oder längeren Laufzeiten an Sie weiter. Die Finanzierung deckt dabei bis zu 50 Prozent der Projektkosten ab, wobei die Kredite für KMU maximal 12,5 Millionen Euro betragen. Midcap- Unternehmen mit höchstens 3.000 Beschäftigten könne auch direkte Darlehen bei der EIB beantragen, wenn der beantragte Darlehens- betrag zwischen 7,5 Millionen Euro und 25 Millionen Euro liegt. Als mittelgroßes oder großes Unternehmen können Sie ggf. auch „Pro- jektdarlehen“ in Anspruch nehmen. Die Darlehenssumme muss dann Wachstumskredit der Euro - päischen Investitionsbank (EIB) Zielgruppe Unternehmen mit bis zu 3.000 Mitarbeitern (KMU bis Midcaps) Phase nicht definiert Unternehmensalter nicht definiert Umsatz noch keiner erforderlich, Großunternehmen als Partner möglich Mittelart Darlehen für ein Investitionsprojekt Mittelhöhe max. 50 Millionen Euro (max. 50 % des Gesamtbudgets) Laufzeit max. 10 Jahre für endfällige Darlehen, projekt- abhängige Laufzeiten für Tilgungsdarlehen Mittelgeber Europäische Investitionsbank (EIB) Gruppe Verfahren persönliche Kontaktaufnahme über eine Partnerbank der EIB oder direkt bei der EIB Verfahrensdauer 6 Wochen bis 18 Monate (je nach Vorhaben) KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN 31 Weitere Informationen unter: eib.org/de/products/loans/index.htm eib.org/intermediarieslist/search/result?country=DE eif.org i mindestens 25 Millionen Euro betragen und darf maximal 50 Prozent der Projektsumme entsprechen. Abhängig vom Risikoprofil Ihres Vorhabens vergüten Sie die Finanzie- rung über Zinsen, die in Raten oder endfällig gezahlt werden. Ebenso sind Gewinnbeteiligungen, Optionen auf Unternehmensanteile („Equity Kickers“) oder andere Beteiligungsmöglichkeiten möglich. Die Laufzeit der Darlehen entspricht der wirtschaftlichen Nutzungs- dauer der Projekte. Für endfällige Darlehen beträgt sie bis zu zehn Jahre und für Tilgungsdarlehen sind sie projektabhängig. Bei Projekt- finanzierungen sind in Ausnahmefällen auch Laufzeiten von über 30 Jahren möglich. Den ersten Kontakt mit der EIB nehmen Sie entweder direkt über die Zentrale in Luxemburg oder die deutsche Außenstelle in Berlin auf. Hierbei stellen Sie Ihr Vorhaben vor und sollten einen Geschäftsplan mit Informationen zum Projekt vorlegen, sodass die EIB das Investiti- onsvorhaben anhand ihrer Finanzierungskriterien beurteilen kann. Anschließend stellen Sie die Antragsunterlagen zusammen. Der ebenfalls zur EIB-Gruppe gehörende Europäische Investmentfonds (EIF) konzentriert sich dagegen mit Risikokapital und Garantien auf Unter- nehmen in früheren Wachstumsphasen und / oder innovative Unterneh- men. Eine Beteiligung des EIF gilt auch als Gütesiegel für private Inves- torinnen und Investoren. Risikokapitalfonds sind damit oft in der Lage, mehrere Fondsgenerationen aufzulegen. Eine große Zahl der europäi- schen Tech-Einhörner, die jetzt eine Marktbewertung von über einer Mil- liarde US-Dollar haben, wurden vom EIF unterstützt – meist in der Früh- phase ihrer Entwicklung. Als Intermediäre des EIF in Hessen agieren neben der WI-Bank und der KfW die Commerzbank, die Creditshelf und die Deutsche Bank (siehe auch S. 62-65). Der EIF unterstützt auch EBAN, den paneuropäischen Verband von rund 150 Business-Angels-Netzwer- ken aus über 50 Ländern, der sich der Finanzierung von KMU widmet. Zudem berät der EIF auch den European Angels Fund, der die Investitio- nen privater Anlegerinnen und Anleger als Ko-Investor spiegelt. KREDITE UND BÜRGSCHAFTEN PROJEKTFÖRDERUNG 32 Mit dem push!-Förderprogramm fördert das Hessische Ministe- rium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) innovative Startups, die nicht älter als fünf Jahre sein dürfen. Gründungen, die ihren Sitz in einem anderen Bundesland haben, können sich auch bewerben. Sie müssen dann ihren Firmensitz innerhalb von drei Monaten nach Hessen verlegen. Die Fördersumme beträgt maximal 40.000 Euro für eine Projekt- laufzeit von bis zu einem Jahr. Das push!-Stipendium soll Ihnen Liquidität und Zeit verschaffen, um Ihre Geschäftsidee weiterzu- entwickeln und marktfähig zu machen. So können zum Beispiel die Entwicklung einer Webseite, die Anschaffung von Hardware oder die Herstellung eines Prototyps durch push! finanziert werden. Die Fördersumme wird in der Bewerbung mit einem bestimmten Verwendungszweck beantragt und muss am Ende des Förder- zeitraums in Form eines Verwendungsnachweises belegt push! – Das Stipendium für dein Startup in Hessen Zielgruppe Frühphasige (hessische) Startups nach der Gründung Phase Weiterentwicklung der Geschäftsidee, Pre-Seed Unternehmensalter Bis zu fünf Jahre Umsatz Keine bis erste Umsätze, Eigenmittel erforderlich Mittelart Zuschuss Mittelhöhe Bis zu 40.000 Euro Laufzeit Projektdauer bis zu einem Jahr Mittelgeber Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Verfahren Zweistufiges Antragsverfahren: Online-Bewer- bung mit Pitchdeck; bei Förderempfehlung Einreichung des Vollantrags bei der HA Hessen Agentur GmbH Ansprechpartner: StartHub Hessen Verfahrensdauer Ca. vier Monate 33 Informationen zu Push! erhalten Sie hier: push.hessen.de Informationen zum individuellen Beratungsangebot des StartHubs Hessen finden Sie unter: starthub-hessen.de i werden. Die Förderung muss nicht zurückgezahlt werden. Besonders förderwürdig sind Geschäftsideen, die auf die Nach- haltigkeitsziele der UN einzahlen. In den Anträgen müssen das Geschäftsmodell, der Innovations- grad und Nachhaltigkeitsaspekte, insb. Nachhaltigkeit entspre- chend der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, des Startups beschrieben werden. Sie müssen Ihr Markt- und Wachstumspotenzial sowie die Wettbewerbssitua- tion darstellen und anhand einer Ausgaben- und Finanzplanung beschreiben, wofür sie die Fördergelder einsetzen wollen. Außerdem müssen Angaben zur Diversität und Expertise des Gründungsteams gemacht werden. Das Antragsverfahren verläuft mehrstufig. Lassen Sie sich vorab von den Ansprechpartnerinnen und -partnern des StartHubs Hessen beraten. Diese geben nützliche Tipps und Hilfestellun- gen für das Antragsverfahren. Der erste Antragsschritt ist die Ein- reichung einer Beschreibung des Projekts mit Pitchdeck über eine Online-Plattform. Eine Fachjury entscheidet dann über eine Förderempfehlung. Bei Erfolg werden Sie in der zweiten Stufe zur Einreichung eines Antrags mit vollständigen Antragsunterla- gen bei der HA Hessen Agentur aufgefordert. Als Bewilligungsbehörde für das HMWEVW entscheidet die HA Hessen Agentur dann formal und inhaltlich über Ihren Antrag und stellt bei positiver Prüfung den Zuwendungsbescheid aus. Die Auszahlung des push!-Stipendiums erfolgt in mehreren Raten. PROJEKTFÖRDERUNG 34 Mit dem LOEWE-Programm fördert das Land Hessen heraus- ragende wissenschaftliche Verbundvorhaben. In der LOEWE- Förderlinie 3 (KMU-Verbundvorhaben) betreut die Hessen Agen- tur im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst interessierte Unternehmen und Hochschulen mit Sitz in Hessen, die gemeinsam neue, marktfähige Produkte, Verfahren und Dienstleistungen entwickeln. Förderfähig sind im Wesent- lichen Personalausgaben, Verbrauchsmaterialien und Betriebs- mittel. LOEWE-Förderlinie 3 Zielgruppe KMU aus Hessen mit innovativen Ideen für technologieorientierte, angewandte F&E-Projekte in Kooperation mit Hochschulen Phase nicht festgelegt Unternehmensalter nach Gründung Umsatz maximal 50 Millionen Euro Mittelart nicht-rückzahlbarer Zuschuss (KMU: bis zu 50 Prozent der förderfähigen Projektausgaben) Mittelhöhe bis 0,5 Millionen Euro pro Vorhaben Laufzeit Projektdauer ein bis drei Jahre Mittelgeber Hessisches Wissenschaftsministerium Verfahren Hessen Agentur als zentraler Ansprechpartner von Beratung über Antragstellung bis Projekt- abschluss, zweistufiges Antragsverfahren Verfahrensdauer Einreichungen ganzjährig möglich PROJEKTFÖRDERUNG 35 Informationen zum Förderprogramm LOEWE-Förderlinie 3 unter: innovationsfoerderung-hessen.de/loewe-foerderlinie-3i Die Förderung ist branchenoffen, d. h. die Vorhaben können aus allen Technologie-Bereichen stammen bzw. darin Anwendung finden. Auch aktuelle Querschnittstechnologien spielen eine wichtige Rolle: a Biotechnologie, Medizintechnik, Diagnostik, Gesundheits- wirtschaft, Lebensmitteltechnologie a Umwelt- und Energietechnologie, Ressourceneffizienz, Klimaschutz a Automotive, Elektromobilität, Luftfahrt, Logistik, Systemtechnik a Produktions- und Materialtechnologie, Verfahrenstechnik, Optik, Industrie 4.0 a Informations- und Kommunikationstechnologie, Software, Internetanwendungen, Serious Games Die HA Hessen Agentur GmbH fungiert als Projektträger und ist Ansprechpartner während der Antragsphase und der gesamten Projektlaufzeit. Erster Schritt zur Förderung ist das Einreichen einer aussagekräftigen Skizze vor Projektstart bei der Hessen Agentur. PROJEKTFÖRDERUNG 36 Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) fördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) innovative Projekte zur Schaffung und Erprobung neuer Produkte, Verfahren und Dienstleistungen. Finanziert werden Forschungs- und Entwick- lungsprojekte (industrielle Forschung oder experimentelle Ent- wicklung) von Unternehmen als einzelbetriebliche Vorhaben. Die Förderung erfolgt als anteiliger Zuschuss. Die Förderquote beträgt bis zu 50 Prozent der förderfähigen Ausgaben eines Vorhabens, welches noch nicht begonnen haben darf. Die Förderung ist branchenoffen, d. h. die Vorhaben können aus allen Technologie-Bereichen stammen bzw. darin Anwendung finden. Das Vorhaben soll die wirtschaftlichen und wissenschaft- lichen Potenziale des Standorts Hessen stärken und einen Beitrag zur Zielerreichung der Hessischen Innovationsstrategie leisten. Forschungs- und Entwicklungs- vorhaben in Unternehmen Zielgruppe KMU sowie kleine Unternehmen mit mittelgroßer Marktkapitalisierung (Small-Mid Caps) aus Hessen mit innovativen Ideen für technologie - orientierte, angewandte F&E-Projekte Phase nicht festgelegt Unternehmensalter nach Gründung Umsatz maximal 50 Millionen Euro Mittelart nicht-rückzahlbarer Zuschuss (bis zu 50 Prozent der förderfähigen Projektausgaben) Mittelhöhe bis 0,5 Millionen Euro pro Vorhaben Laufzeit Projektdauer zwei bis drei Jahre Mittelgeber Hessisches Wirtschaftsministerium; Europäischer Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) Verfahren Nach eingehender Beratung und Sichtung der Vorhabensbeschreibung durch die Hessen Agen- tur erfolgt die Antragstellung über das elektroni- sche Kundenportal der WIBank. Verfahrensdauer Einreichungen ganzjährig möglich PROJEKTFÖRDERUNG 37 Informationen zum Förderprogramm F&E-Vorhaben in Unternehmen unter: innovationsfoerderung-hessen.de/fue-vorhaben-in-unternehmen i Die anteilige Höhe der Förderung bestimmt sich nach dem Forschungscharakter des Vorhabens und der Größe des antrag- stellenden Unternehmens. Zuwendungsfähig sind projektbezo- gene Personalausgaben auf Basis von Standardeinheitskosten zuzüglich einer Gemeinkostenpauschale in Höhe von 15 Prozent, Ausgaben für Materialien, Investitionen im Rahmen von Miet- kaufverträgen, Instrumente und Ausrüstungen bzw. Abschrei- bungen sowie Ausgaben für Auftragsforschung, Wissen, Bera- tung und gleichwertige Dienstleistungen. Das Expertenteam der Hessen Agentur diskutiert Projektideen mit potenziellen Antragstellern und prüft die inhaltlichen Beschreibungen der Vorhaben, bevor die formale Antragstel- lung bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) erfolgt. PROJEKTFÖRDERUNG 38 Bei der Förderung der Elektromobilität steht die Entwicklung von Produkten, Verfahren und Dienstleistungen im Blickpunkt, die das Ziel haben, die Praxis- und Alltagstauglichkeit von Elek- tromobilität voranzutreiben. Im Auftrag des Hessischen Ministe- riums für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen ist die Hessen Agentur als Projektträger und Ansprechpartner tätig. Elektromobilität in Hessen Zielgruppe hessische Unternehmen aller Größen, wissen- schaftliche und öffentliche Einrichtungen mit innovativen Ideen für F&E-Vorhaben zur Markt- durchdringung von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen (Förderprogramme: Elektromobilität, Elektrobusse) Phase nicht festgelegt Unternehmensalter nach Gründung Umsatz nicht festgelegt Mittelart nicht-rückzahlbarer, anteiliger Zuschuss (je nach Förderprogramm) Mittelhöhe je nach Förderprogramm Laufzeit je nach Förderprogramm Mittelgeber Hessisches Wirtschaftsministerium Verfahren Hessen Agentur als zentraler Ansprechpartner von Beratung über Antragstellung bis Projekt- abschluss Verfahrensdauer Einreichungen ganzjährig möglich PROJEKTFÖRDERUNG 39 Informationen zu den Förderprogrammen Elektromobilität in Hessen unter: innovationsfoerderung-hessen.de/elektromobilitaet innovationsfoerderung-hessen.de/elektrobusse i Gefördert werden F&E-Vorhaben, Demonstrationsprojekte sowie die Erarbeitung von wissenschaftlichen Strategie- und Lösungskonzepten. Die Förderung kann im Verbund oder einzelbetrieblich erfolgen. Ergänzend hierzu bietet das Land Hessen Fördermittel für die Anschaffung von Elektrobussen und den begleitenden Aufbau von Ladeinfrastruktur. PROJEKTFÖRDERUNG PROJEKTFÖRDERUNG 42 Der EIC Pathfinder ist ein vom Europäischen Innovationsrat (EIC) der EU gefördertes Programm, das die frühen Wachstumsphasen abdeckt, von den beobachteten und beschriebenen Grundprinzipien über die Formu- lierung und den experimentellen Beweis des Konzepts bis zur Validierung der Technologie im Labor (TRL 1-4). Den Pathfinder können Sie in der Regel nur als Verbundprojekt mit mindestens zwei weiteren Partnern beantragen. Ihr Konsortium muss aus Antragstellenden aus mindestens drei verschie- denen EU- bzw. assoziierten Ländern bestehen. Industriepartner wie kleine und mittlere Unternehmen und Großunternehmen sowie Hochschulen oder Forschungseinrichtungen können sich beteiligen. Gefördert werden wegweisende Innovationen, die schnell in marktfertige Produkte, Verfahren, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle überführt werden können. Favorisiert sind interdisziplinäre und branchenübergrei- fende Ansätze, die technologische Durchbrüche und Service-Innovationen mit europäischem Mehrwert hervorbringen. Horizon Europe – EIC Pathfinder und Transition Zielgruppe europäische Konsortien, mindestens drei Partner aus KMU, Industrie, Hochschule und Forschung Phase ab Seed mit einem Technology Readiness Level (TLR) 1-4 Unternehmensalter ab Gründung Umsatz noch kein Umsatz erforderlich Mittelart 70 % Zuschuss für gewinnorientierte Antragstellende 100 % Zuschuss für nicht-gewinnorientierte Antragstellende Mittelhöhe bis zu 3 Millionen Euro (themenoffene Projekte) bzw. bis zu 4 Millionen Euro (Themenvorgabe) Laufzeit meist 1-2 Jahre Mittelgeber Europäischer Innovationsrat (EIC) der EU Verfahren Antragstellung online über das Funding & Tenders Portal der EU, Begleitung durch das Enterprise Europe Network Hessen empfohlen, je 1 Stichtag / Jahr für „Open“ und verschiedene „Challenges“ Verfahrensdauer acht Monate von Erstantrag bis Projektstart 40 43 Informationen zum individuellen Beratungsangebot des Enterprise Europe Network Hessen finden Sie unter: een-hessen.de Informationen zum EIC Pathfinder / Transition finden Sie unter: eubuero.de/eic.htm i Dabei gibt der Pathfinder einerseits mit Challenges feste Themen vor, auf die sich auch Einzelbewerber oder Konsortien mit nur zwei Partnern bewer- ben können. Diese werden jährlich neu ausgeschrieben. Andererseits bie- tet der Pathfinder mit Open Konsortien von mindestens drei Partnern aus drei Ländern die Chance, unterschiedliche Technologien freier Wahl bis zur Validierung im Labor voranzutreiben. Als Ergebnis wird im EIC-Pathfinder der wissenschaftliche und technologi- sche Nachweis („Proof of Principle“) erwartet, dass die Grundideen der angedachten Zukunftstechnologie realisierbar sind. Ihre Projektergebnisse sollen Sie auf höchstem Niveau in frei zugänglichen („Open Access“) wis- senschaftlichen Veröffentlichungen publizieren. Außerdem sollen Sie die künftige Weiterführung vorbereiten, z. B. durch den Schutz des generierten geistigen Eigentums. Die wirtschaftliche Umsetzung ist nicht Teil des EIC Pathfinders. Sie können im Anschluss an EU-geförderte Projekte aber Zuschüsse in Höhe von bis zu 2,5 Millionen Euro aus dem Programm EIC Transition beantragen, um die Technologie in der Einsatzumgebung zu validieren, zu demonstrieren (TLR 5/6) und zur Marktreife zu führen. Auch hier gibt es die themenoffene Variante Open und die themenspezifische Variante Challenge. Das Förderprogramm steht einer Vielfalt von Antragstellern offen. Für pri- vate, gewinnorientierte Unternehmen beträgt die Förderquote 70 Prozent. Insgesamt beträgt sie maximal drei (Open) bzw. vier Millionen Euro (Chal- lenge). Die Projektlaufzeit kann auf bis zu drei Jahre ausgelegt sein. Den Antrag erfolgt zweistufig zunächst per schriftlichen Antrag (20 Seiten Pro- jektbeschreibung) über das EU Funding & Tenders Portal und in einem zweiten Schritt als Interview vor einer EIC-Jury. Bei der Begutachtung zählt vor allem der Business-Aspekt. Es werden die Kriterien „Excellence“ (u.a. technologischer Durchbruch, Ziele, Methoden), „Impact“ (u.a. wirtschaftliche und soziale Kriterien) und „Implementation“ (u.a. Team, Arbeitsplan, Mittelverwendung) bewertet. Bei Erfolg können Sie außerdem Coaching-Angebote und Business Acceleration Services nutzen. PROJEKTFÖRDERUNG 41 44 Die Zielgruppe des EIC Accelerator sind – anders als bei EIC Pathfinder und EIC Transition – einzelne Startups und KMU (auch Ausgründungen) oder Einzelpersonen, die ein Startup oder KMU gründen wollen. Für Teile des Programms qualifizieren auch Unternehmen mit bis zu 500 Mitarbeitenden. Schwerpunkt der Zuschussphase sind Innovations- und abschließende Ent- wicklungsmaßnahmen. Unterstützt durch einen Zuschuss in Höhe von 0,5 bis 2,5 Millionen können Innovationsaktivitäten wie Entwicklung, Demons- tration und Prototyping, Sicherung des Geistigen Eigentums sowie vorbe- reitende Marktzulassung (bis inkl. TRL 8) finanziert werden. Die Förder- quote beträgt 70 Prozent der förderfähigen Kosten. Für die Beteiligungsphase danach können Sie – an eine Zuschussphase anschließend oder auch unabhängig davon – mit dem EIC Accelerator Beteiligungskapital von einer halben bis zu 15 Millionen Euro einwerben. Die Investitionskomponente wird in Form von direktem Eigenkapital oder Horizon Europe – EIC Accelerator Zielgruppe Hochinnovative kleine und mittlere Unternehmen (KMU), branchenoffen, max. 500 Mitarbeiter Phase ab Seed mit einem Technology Readiness Level ab 6 (Demonstrator), mit internationaler Perspektive Unternehmensalter ab Gründung Umsatz noch kein Umsatz erforderlich Mittelart 70 % Zuschuss und optional Beteiligungskapital Mittelhöhe 0,5 bis 2,5 Millionen Euro Zuschuss, zusätzlich 0,5 bis 15 Millionen Euro Beteiligungskapital vom EIC Fund möglich Laufzeit Zuwendungskomponente: i.d.R. max. zwei Jahre, bei Beteiligungskapital i.d.R. sieben bis zehn Jahre, max. 15 Jahre Mittelgeber Europäischer Innovationsrat (EIC) der EU Verfahren Kurzantrag mit Video und Pitch Deck online über die EIC Plattform, nach Bewilligung Vollantrag zu 2–3 Einreichungstermine pro Jahr; Begleitung durch Enterprise Europe Network Hessen empfohlen Verfahrensdauer sechs Monate bis Start des Zuschussprojektes, im Anschluss gegebenenfalls Prüfung für Beteili- gungskapital PROJEKTFÖRDERUNG 42 45 Quasi-Eigenkapital wie z. B. Wandeldarlehen durch den EIC Fonds gewährt. Hier geht es um Scaling-up, Miniaturisierung, Pilotmaßnahmen, Tests oder Design bis hin zur Marktreife. Durch die Investitionskomponente können auch Maßnahmen bis in den Markt hinein gefördert werden. Wie bei Pathfinder und Transition können Sie sich auch beim Accelerator einerseits in der Variante Open themenoffen bewerben. Andererseits kön- nen Sie thematisch gestellte Herausforderungen in der Variante Challenge annehmen. Ergebnis des Innovationsprojekts sollte ein Produkt, ein Verfahren oder eine Dienstleistung sein. Sie können in der ersten Antragsstufe jederzeit per Video und Pitchdeck einen Kurzantrag stellen. Bei Erfolg reichen Sie dann zu festen Terminen einen Vollantrag mit ausführlichem Businessplan ein. Bei positiver Beurteilung stellen Sie sich in der dritten Antragsstufe nach einem persönlichen Pitch den Interviewfragen einer Expertenjury. Entscheidend sind Aspekte wie Risiko- und Marktpotenzial, Wachstums- planung, europäischer Mehrwert und Alleinstellungsmerkmal. Bewertet werden auch Ihre Umsetzungskapazitäten, Entwicklungspotential und Kommerzialisierungsstrategie. Auch falls Sie keine Fördergelder bekommen, werden vielversprechende Anträge eventuell mit dem Seal of Excellence ausgezeichnet – ein Güte- siegel der EU-Kommission. Eine erneute Einreichung des überarbeiteten Antrags ist in vorgeschriebenen Abständen möglich. Das Programm Women TechEU unterstützt Sie gezielt, wenn Sie als Frau ein Deeptech-Startup führen. Es startet, früher als der EIC Accelerator, schon im risikoreicheren Gründungsstadium und vergibt 75.000 Euro als Zuschuss sowie Coaching und Mentoring-Dienstleistungen. Individuellen Rat für die Antragstellung erhalten Sie vom Enterprise Europe Network Hessen. PROJEKTFÖRDERUNG Informationen zum EIC Accelerator erhalten Sie hier: accelerator.eismea.eu/ec.europa.eu/info/funding-tenders/ opportunities/portal/screen/home nks-eic-accelerator.de/ Informationen zum individuellen Beratungsangebot des Enterprise Europe Network Hessen finden Sie unter: een-hessen.de i 43 PROJEKTFÖRDERUNG 46 Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) zeigt in seinen Portalen existenzgruender.de und foerderdatenbank.de zahl- reiche eigene und anderweitige öffentliche Unterstützungen auf. Hier finden Sie beispielsweise Fördermittel für Quantentechnologie, Land- wirtschaft, Photonik, Gesundheit, Künstliche Intelligenz, Mikroelektro- nik, Krebsforschung oder Bioökonomie. Das BMWK selbst finanziert zum Beispiel das Zentrale Innovationspro- gramm Mittelstand ZIM. Dieses Programm kann Ihrer Geschäftsidee zum Durchbruch verhelfen. Wenn Ihr Unternehmen bereits erste Umsätze erzielt, können Sie Zuschüsse für anspruchsvolle Forschungs- und Entwicklungsprojekte beantragen, die zu neuen Produkten, tech- nischen Dienstleistungen oder besseren Produktionsverfahren führen. Wesentlich ist der technologische Innovationsgehalt Ihres F&E-Pro- jekts. Anfangs können Sie optional mit einer bezuschussten Studie die Durchführbarkeit Ihres Vorhabens prüfen. Im Anschluss an Ihr F&E-Pro- jekt können Sie sich auch bei der Markteinführung unterstützen lassen, etwa mit Beratung zur Anwendung von Normen und Vorschriften, Marktforschung, Zertifizierungen, Tests oder Messeauftritten. Die Förderung Ihres F&E-Projekts ist mit ZIM sowohl als Einzelunter- nehmen, als auch in Kooperation mit anderen Unternehmen oder For- Förderung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Zielgruppe Startups und KMU, zum Teil mit Forschungs- einrichtungen Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter meist keine Vorgabe Umsatz meist max. 50 Millionen Euro; max. 500 Mitarbeiter Mittelart Zuschüsse je nach Partnerzahl, Unternehmens- größe, Internationalität 25-95 Prozent Mittelhöhe max. rund 250.000 Euro Laufzeit meist 12-24 Monate Mittelgeber Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Verfahren über einen beim Projekt benannten Projektträger Verfahrensdauer rund drei Monate 44 47 Informationen zu den Förderprogrammen des Bundes- ministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz unter: bmwk.de | zim.de | innovation-beratung-foerderung.de de.digital | kultur-kreativpiloten.de germanaccelerator.com i schungseinrichtungen möglich – oder Sie beantragen ein Innovations- netzwerk mit mehreren Projektpartnern. Internationale Projekte werden ebenfalls gefördert. Kleine Unternehmen in strukturschwachen Regio- nen erhalten eine höhere Zuschussquote als große; internationale Pro- jekte erhalten eine höhere Zuschussquote als inländische. Das BMWK schreibt auch passende Gründungswettbewerbe aus, etwa den Gründungswettbewerb Digitale Innovationen. Im Namen der Bun- desregierung zeichnet es außerdem jedes Jahr 32 Unternehmen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft aus. Mit dem Programm WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen unterstützt das BMWK Angehörige der Freien Berufe und KMU, die erstmals F&E-Ergebnisse durch gewerbliche Schutzrechte sichern wollen bzw. deren letzte Schutzrechtsanmeldung länger als drei Jahre zurückliegt. Gefördert wird der gesamte Prozess einer Schutzrechtsanmeldung, von der Überprüfung der Idee bis zur Verwertung der Erfindung. Neben den Amtsgebühren und Patentan- waltskosten können auch Neuheitsrecherchen, Kosten-Nutzen-Analy- sen oder Marktanalysen gefördert werden, die durch qualifizierte externe Dienstleister erbracht werden. Der Zuschuss deckt bis zu 50 Prozent der Gesamtkosten und kann maximal 16.600 Euro betragen. Die aktuelle Richtlinie „WIPANO – Wissens- und Technologietransfer durch Patente und Normen“ gilt bis zum 31. Dezember 2023. Der vom Wirtschaftsministerium finanzierte German Accelerator unter- stützt Sie als Startup dabei, global zu skalieren. Als Unternehmen mit hohem Potenzial kommen Sie so zu weltweit führenden Innovations- zentren. Die Programme sind auf Ihre individuellen Bedürfnisse zuge- schnitten, um Ihnen den Zugang zu internationalen Märkten und einen schnellen Erfolg zu ermöglichen. Der German Accelerator wird im Auf- trag des BMWK von der German Entrepreneurship GmbH betrieben. PROJEKTFÖRDERUNG 45 Das Bundesforschungszulagengesetz soll die Forschungsaktivitäten insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen anregen. Danach ste- hen Ihnen seit 2020 als steuerliche Forschungszulage 25 Prozent der Projektkosten zu, wenn Sie Grundlagenforschung, industriellen For- schung oder experimentelle Entwicklung betreiben. Sie können diese Zulage unabhängig von Ihrer Gewinnsituation in Anspruch nehmen. Zunächst lassen Sie sich von der Bescheinigungsstelle Forschungszu- lage (BSFZ) die Begünstigungsfähigkeit Ihres F&E-Vorhabens beschei- nigen. Bei Erfolg beantragen Sie nach dem beendetem Wirtschaftsjahr die Forschungszulage bei Ihrem Finanzamt. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bietet Gründerinnen und Gründern zahlreiche Unterstützungsmöglichkeiten. Seine Fördermaßnahme „Validierung des technologischen und gesell- schaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung – VIP+“ lädt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen ein, aus der Forschung heraus den ersten Schritt zu wirtschaftlicher Wertschöpfung oder gesellschaftlicher Anwendung zu gehen. VIP+ för- dert themenoffen die Validierung naturwissenschaftlicher F&E-Vorha- ben, zunehmend auch geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Erkenntnisse. Der Förderzeitraum beträgt bis zu drei Jahre und die Zuwendung bis zu 1,5 Millionen Euro. Gefördert werden beispiels- weise Untersuchungen zum Nachweis der Machbarkeit, Pilotanwen- PROJEKTFÖRDERUNG 48 Weitere Förderungsmöglich- keiten durch den Bund Zielgruppe unterschiedlich Phase unterschiedlich Unternehmensalter unterschiedlich Umsatz unterschiedlich Mittelart Zulagen und Zuschüsse Mittelhöhe meist max. rund 250.00-500.00 Euro Laufzeit meist 12-24 Monate Mittelgeber Bundesministerien Verfahren unterschiedlich Verfahrensdauer unterschiedlich 46 49 Informationen zur Forschungszulage unter: bundesfinanzministerium.de Informationen zu VIP+ und GO-Bio unter: Bmbf.de Zu Fördermöglichkeiten von Bund, Hessen, anderen Bundesländern und EU: foerderdatenbank.de i dungen oder Testreihen zum Nachweis der prinzipiellen Tauglichkeit für die Überführung der Forschungsergebnisse in die Anwendung. Das Programm GO-Bio: Mit der Fördermaßnahme GO-Bio initial unter- stützt das BMBF Teams aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei der Identifizierung und Entwicklung früher lebenswissenschaftli- cher Forschungsansätze mit erkennbarem Innovationspotential. Das eigentliche Programm GO-Bio unterstützt danach gründungswillige Forschende beim Schritt vom Labor in die Wirtschaft. Die Förderung erfolgt in der ersten Phase bis zu vier Jahre vor der Gründung und in der zweiten Phase ggfls. weitere drei Jahre nach der Gründung. Der Bund fördert mit einer großen Palette unterschiedlicher Programme Institutionen und Unternehmen aus vielerlei Branchen. Hier einige Beispiele aus foerderdatenbank.de: a START-interaktiv – interaktive Technologien für Gesundheit und Lebensqualität a HyMat – Weg vom Material zur Innovation: Wie können Sie mit hybriden Materialien neue Möglichkeiten und Marktpotenziale erschließen? a BattFutur – Nachwuchsgruppen in der Batterieforschung a Nutzung und Bau von Demonstrationsanlagen für die industrielle Bioökonomie. Mit KMU-innovativ fördert das BMBF Spitzenforschung in wichtigen Zukunftsbereichen. Die Förderung innerhalb der Technologiefelder erfolgt themenoffen. Entscheidend sind Exzellenz und Innovationsgrad des Projektes sowie hohe Verwertungschancen. Gefördert werden For- schungsvorhaben in Technologiefeldern, die für Deutschland beson- dere Priorität haben wie beispielsweise: a KMU-innovativ – Bioökonomie a KMU-innovativ – Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) / Kommunikationssysteme und IT-Sicherheit (KIS) a KMU-innovativ – Produktionsforschung a KMU-innovativ – Elektronik und autonomes Fahren / High Performance Computing PROJEKTFÖRDERUNG 47 52 Mit Futury Capital ist das Land Hessen an zwei Fonds beteiligt, einen für Venture und einen für Growth. Hier erhalten Sie sowohl finanzielle als auch ideelle Unterstützung. Aus ihrem weit verzweigten Netzwerk aus Mentorinnen und Mentoren rekrutiert die Startup-Schmiede Futury Innovationsprojekte und Ideen, aus denen Sie ein erfolgreiches Unternehmen machen können. Junge Talente, Spitzensportlerinnen und Spitzensportler, die sich auf eine Karriere nach dem Sport vorbereiten, und Gründungsteams bewerben sich auf Innova- tionsprojekte der Unternehmenspartner und bearbeiten diese, gecoacht durch Futury in einem eigens dafür vorgesehen Programm: Als Gründerin- nen und Gründer durchlaufen Sie dabei die Futury Founders Academy. Als ausgewähltes Team erhalten Sie ein erstes Funding in Höhe von 100.000 bis 500.000 Euro mit einer Laufzeit von fünf bis sieben Jahren vom Futury Venture Fonds sowie Büroräume, Workshops, Coaches, Mentorinnen und Mentoren und ein Netzwerk aus Unternehmenspartnern. Co-Investments des Futury Venture Fonds mit anderen Fonds, Unternehmerinnen und Unternehmen sowie Industriepartnerinnen und -partnern sind möglich. Der Fonds richtet sich grundsätzlich an Unternehmen, wenn sie sich in der Seed-, Startup- oder Frühphase befinden, besonders wenn sie aus einer Hochschule kommen und wenn ihr Geschäftsmodell innovativ und technologieorientiert ist. Futury Venture Fonds und Futury Regio Growth Fonds Zielgruppe innovative Startups (KMU), Hochschulausgründungen Phase Seed bis Series A (Venture) und bis Series C (Growth) Unternehmensalter bis ca. drei Jahre (Venture) Umsatz keiner erforderlich Mittelart offene Beteiligungen Mittelhöhe bis 0,5 Mio. Euro (Venture), 2-8 Mio. Euro (Growth) Laufzeit fünf bis sieben Jahre Mittelgeber Land Hessen und Privatinvestoren je zur Hälfte Verfahren Pitch beim Fonds Verfahrensdauer vom Erstkontakt bis Beteiligungsvertrag und Einzahlung zwischen drei und sechs Monate BETEILIGUNGSKAPITAL 48 53 Mehr Informationen im Internet: futurycapital.vc bmh-hessen.de i Die Fondsmittel werden in verschiedensten Branchen investiert, etwa Fertigungstechnik, Gesundheitswirtschaft, Umwelt- und Energietech- nologie, IT / Software / E-Commerce, KI, Mobilität- und Logistik und Finanzwirtschaft. Der Fonds soll bis 2028 laufen. Das Land Hessen mit den Ministerien der Finanzen und für Wirtschaft stellt die Hälfte des angestrebten Fondsvolumens von 20 Millionen Euro zur Verfügung. Deutsche Privat- investorinnen und Investoren vor allem aus Hessen bringen 50 Prozent des Fondsvolumens auf. Zu ihnen zählen Family Offices, Privatpersonen sowie renommierte Unternehmen und Unternehmer. 2020 gründete das Land Hessen in Kooperation mit renommierten Unternehmen und weiteren Investoren außerdem den Futury Regio Growth Fonds. Er soll Sie als außergewöhnlich innovative Unterneh- men in späteren Phasen unterstützen. Der Fonds mit Sitz in Frankfurt am Main hat ein Volumen von 60 Millionen Euro, das zur Hälfte vom Land Hessen finanziert wird, und kooperiert mit dem international täti- gen Venture Capital Investor Headline. Zu den Netzwerkpartnern der beiden Fonds gehören zum Beispiel die Allianz, Bayern München, Berner Group, Deutsche Bank, Deutsche Börse, Dussmann, Fresenius, Goldbeck, ND Group, Oddo BHF, Wisag, Mainova, Procter & Gamble, Röchling oder Wisag. Die in Frankfurt ansässige Werte-Stiftung war schon der Ideengeber des ersten Fonds. Die Stiftung verknüpft Wertebildung und Innovati- onsförderung; sie ist wie die Beteiligungsmanagement-Gesellschaft Hessen mbH (BMH) einer der Kooperationspartner der beiden Fonds. Die BMH bietet Zugang zu ihrem breit gefächerten Netzwerk mit hes- sischen Hochschulen und Universitäten sowie zu Unternehmen in Hes- sen. Sie verwaltet im Rahmen der hessischen Wirtschaftsförderung verschiedene Beteiligungsfonds, wie die MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen, Hessen Kapital I, II, II, III und TF H III Technologiefonds Hessen, die Unternehmen in Hessen Eigenkapital in Form von offenen und stillen Beteiligungen zur Verfügung stellen. CAPITAL BETEILIGUNGSKAPITAL 49 54 Existenzgründerinnen und -gründer sowie kleine und junge Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 10 Millionen Euro und mit maximal 50 Beschäftigten oder einer Bilanzsumme von höchstens 10 Millionen Euro können über das Mikromezzanin- Programm der MBG H stille Beteiligungen von 5.000 Euro bis 50.000 Euro (in Ausnahmefällen 150.000 Euro) erhalten. Besonders angesprochen ist Ihr Unternehmen, wenn es ausbil- det, aus der Arbeitslosigkeit gegründet ist oder von Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund geführt wird. Auch gewerblich orientierte Sozialunternehmen und umweltorien- tierte Unternehmen werden adressiert. Durch das zugeführte Kapital verbessert Ihr Unternehmen sein Rating und schafft sich neuen Kreditspielraum. Für die stille Beteiligung aus dem Mikromezzaninfonds müssen Sie keine Sicherheiten stellen. Zudem mischt sich der Beteili- gungsgeber nicht in Ihr Tagesgeschäft ein. Stille Beteiligung (Mikromezzanin der MBG H) Zielgruppe Klein- und Kleinstunternehmen Phase Pre-Seed bis Series A Unternehmensalter keine Vorgabe Umsatz keine Vorgabe, maximal 10 Millionen Euro Mittelart stille Beteiligung Mittelhöhe 5.000 bis 50.000 Euro (in Ausnahmen 150.000 Euro) Laufzeit zehn Jahre, die ersten sieben Jahre tilgungsfrei Mittelgeber BMWi über MBG H aus ERP- und ESF-Mitteln Verfahren Antrag mit Business Plan und BWA an MBG H Verfahrensdauer rund einen Monat BETEILIGUNGSKAPITAL 50 55 Mehr Informationen im Internet: bmh-hessen.de/index.php/home-mmf mbg-hessen.de Dieses Produkt wird teils kombiniert mit Beteiligungen durch Business Angels (S.14): ba-frm.de i Auf diesem Weg erhöhen Sie das wirtschaftliche Eigenkapital und verbessern das Rating und die Bonität Ihres Unternehmens. So bekommen Sie die Möglichkeit, an günstigere Bankfinanzie- rungen zu kommen. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, davon sind sieben Jahre tilgungsfrei. Die Rückführung leisten Sie in drei gleichen Jahresraten in den Jahren acht bis zehn. Unternehmen mit Sitz in Hessen richten ihren Beteiligungsantrag an die MBG H Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Hessen mbH. Die MBG H bietet neben dem Mikromezzaninprogramm auch stilles Beteiligungskapital für gestandene und wachsende Unter- nehmen bis zu 1,5 Mio. Euro an. Grundsätzlich ist die finanzielle Unterstützung von Unternehmen in Schwierigkeiten (UiS) aus- geschlossen. Die Gesamtfinanzierung kann zusätzlich zur stillen Beteiligung auch von Kreditinstituten und/oder anderen Kapi- talgeberinnen und Kapitalgebern abgesichert werden, etwa von Business Angels. Die Gesamtvergütung für die stille Beteiligung aus dem Mikro- mezzaninprogramm besteht aus einer festen und einer ergeb- nisabhängigen Vergütung pro Jahr. Bei den übrigen stillen Beteiligungen der MBG H kommt zusätzlich eine Garantieprovi- sion hinzu, welche an die Bürgschaftsbank zu entrichten ist, da sie die Beteiligungsmittel zum Teil absichert. BETEILIGUNGSKAPITAL 51 56 In Hessen können Sie in allen Phasen der Unternehmensentwick- lung offene oder stille Beteiligungen bekommen. Der Techno- logiefonds Hessen III (TFH III) bietet Ihnen offene Kapitalbeteili- gungen für innovative Vorhaben, egal in welcher Phase sich Ihr Unternehmen befindet, also als Startup wie als Scale-up oder bereits mittelständisches Unternehmen. Wenn Sie eine hohe Innovationskraft und ausgesprochen gute Wachstumsperspek- tiven aufweisen, können Sie von diesem Fonds offenes Beteili- gungskapital einwerben. Der Fonds beteiligt sich mit 100.000 bis 1 Million Euro an Ihrem Unternehmen, normalerweise für fünf bis sieben Jahre. In Ausnahmefällen können Sie mit dem TFH III auch eine stille Beteiligung vereinbaren, für acht bis zehn Jahre. Dann müssen Sie die Beteiligungssumme erst in den letzten drei Jahren tilgen. Die BM H arbeitet bereits an einem weiteren Tech- nologiefonds (TF H IV). Technologiefonds Hessen, Hessen Kapital Zielgruppe hessische KMU, auch Startups und Scale-ups Phase alle Unternehmensalter keine Vorgabe Umsatz je nach Fonds i. d. R. bis 75 Millionen Euro und i. d. R. bis zu 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mittelart stille und offene Beteiligungen Mittelhöhe 100.000 bis 1,5 Millionen Euro Laufzeit offene Beteiligung fünf bis sieben Jahre, stille Beteiligung acht bis zehn Jahre Mittelgeber TF H, Hessen Kapital über die BM H Beteiligungs- Managementgesellschaft Hessen mbH Verfahren Antrag für die Fonds an die BM H Verfahrensdauer ca. drei Monate BETEILIGUNGSKAPITAL 52 57 Siehe auch Futury speziell für Startups; weitere Informationen unter: bmh-hessen.de Dieses Produkt wird teils kombiniert mit Beteiligungen durch Business Angels: ba-frm.de i Auch mit den Fonds Hessen Kapital I, II und III können Sie Ihr Eigenkapital stärken. Sie bieten Ihnen Mittel für eine offene Beteiligung mit Anteilserwerb bis zu 800.000 Euro oder für eine eigenkapitalähnliche stille Beteiligung bis zu 1,5 Millionen Euro. Der Fonds finanziert Investitionen ins Anlagevermögen und Betriebsmittel, besonders Anlaufkosten im Zusammenhang mit einer Gründung oder für die Expansion. Später können Sie von TFH III und Hessen Kapital dann Invest- ments in mehreren Finanzierungsrunden erhalten. Außerdem gibt es einige regionale Programme. Im Regierungs- bezirk Darmstadt verwaltet die IHK mit der BMH Beteiligungs- Managementgesellschaft mbH (einer Tochter der WIBank) einen Innovationsfonds. Mit der Bürgschaftsbank Hessen bietet der Frankfurter Gründerfonds maximal drei Jahre alten Unterneh- men Betriebs mittel-Kredit von 2.500 bis 50.000 Euro an. Bis auf das Frankfurter Angebot werden alle diese Förderfonds durch die BMH gemanagt, bei der Sie Beteiligungen beantragen können. Durch die BMH wurden seit ihrer Gründung über 250 Millionen Euro in insgesamt mehr als 500 Unternehmen inves- tiert. Sie führt das Beteiligungsgeschäft des Landes Hessen und verwaltet die Fonds der MBG H Mittelständische Beteiligungs- gesellschaft Hessen mbH, Hessen Kapital I, II, III, TF H III und kooperiert mit Futury Venture und Growth Beteiligungen. Die Fonds als rechtlich selbständige Gesellschaften haben unter- schiedliche Gesellschafter- und Refinanzierungsstrukturen. Sie decken alle Finanzierungsstadien von Unternehmen ab – von der Gründung über das Wachstum und die Spätphase bis zur Nach- folgeregelung. BETEILIGUNGSKAPITAL 53 58 Der HTGF ist Deutschlands aktivster und größter Frühphasen- investor und richtet sich an junge, innovative Hightech-Startups mit Sitz und Standort oder selbständiger Zweigniederlassung in Deutschland. Ist Ihr KMU nicht älter als drei Jahre alt und Sie haben bisher weniger als 500.000 Euro Kapital eingesammelt (Eigenkapital, stille Beteiligung, Wandeldarlehen)? Dann könnte der HTGF mit seinem Risikokapital vielleicht eine Finanzierungs- lücke schließen. Er steht grundsätzlich Gründerinnen und Grün- dern aus allen Wirtschaftszweigen offen und investiert in den Bereichen Digital Tech, Industrial Tech, Life Sciences, Chemie und angrenzenden Geschäftsfeldern. Seine starre Regel 600.000 Euro für 15 Prozent der Unterneh- mensanteile hat der HTGF mittlerweile flexibilisiert. Er passt seine Finanzierungskonditionen mittlerweile individuell an. Auch steigt er oft schon früh bei Startups ein oder gründet sogar mit. In einer ersten Runde können Sie vom HTGF bis zu eine Million Euro erhalten und geben dafür maximal 25 Prozent Ihrer Unter- Hightech-Gründerfonds (HTGF) Zielgruppe innovative Hightech-Startups Phase Seed bis Series A Unternehmensalter maximal drei Jahre bei HTGF-Erstinvestment Umsatz maximal zehn Millionen Euro Mittelart Eigenkapital und/oder Wandeldarlehen Mittelhöhe bis zu eine Million Euro; mit Folgerunden insge- samt bis zu drei Millionen Euro; für Deep-Tech- Unternehmen: ab eine Million Euro; mit Folgerunden insgesamt bis zu 30 Millionen Euro Laufzeit angestrebt meist etwa fünf bis zehn Jahre Beteiligungsdauer Mittelgeber Öffentlich/private Partnerschaft – BMWK, KfW und 32 Unternehmen Verfahren Pitchdeck/Businessplan an HTGF, mehrstufiger Prozess bis zum Investment Committee Verfahrensdauer vom Erstkontakt bis Beteiligungsvertrag mindestens etwa drei Monate BETEILIGUNGSKAPITAL 54 59 Weitere Informationen unter: high-tech-gruenderfonds.de | deeptech-future-fonds.de HTGF-Beteiligungen werden teils mit solchen von Business Angels kombiniert: ba-frm.de i nehmensanteile direkt oder zunächst über ein Wandeldarlehen ab. Zusammen mit Folgerunden bis zur Wachstumsphase kön- nen Sie insgesamt sogar bis zu drei Millionen Euro Eigenkapital vom HTGF einwerben. Hinzu kommen ggf. die Mittel von Mit - investorinnen und -investoren. Das könnten gern Sie selbst sein oder etwa Business Angels und Venture Capital Fonds. Ihre Gründungsidee sollte einen technischen Vorsprung haben und geschützt sein, das geistige Eigentum sollte Ihnen exklusiv zur Verfügung stehen. Statt eines bloßen Konzepts sollten Sie etwas Greifbares vorweisen können: ein Labormuster, validierte wissen- schaftliche Ergebnisse oder eine halbwegs ausgereifte Software. Ihr Team muss auch über wirtschaftliche Kompetenz verfügen. Der HTGF unterstützt Sie mit seinem Team und seinem Netzwerk aus Kapitalgeberinnen und Kapitalgebern, Expertinnen und Experten, Managerinnen und Managern, Mehrfachgründenden und Scouts. Er kennt die relevanten Investorinnen und Investo- ren aus der Wagniskapitalszene und kann so Anschlussfinanzie- rungen für Ihr künftiges Wachstum ermöglichen. Über sein Netz- werk in der Wirtschaft (z. B. die heute 33 Unternehmen, die im HTGF mitinvestieren) vermittelt er auch Kooperationen, Aufträge und Finanzierungen. Der HTGF hat seit 2005 bereits drei Fonds als Public-Private-Part nership von BMWK, KfW und Unternehmen über insgesamt fast 900 Millionen Euro aufgelegt. Bisher wurden 670 Hightech- Unternehmen finanziert und mehr als 150 Exits realisiert. Rund 1.900 Folgefinanzierungsrunden haben den Gründern außer- dem bislang vier Milliarden Euro externes Kapital gebracht. Der HTGF managt mit einem eigenen Team auch den 2021 neu geschaffenen DeepTech & Climate Fonds, der mit bis zu 30 Millionen Euro pro Unternehmen in die Hidden Champions von morgen investiert. BETEILIGUNGSKAPITAL 55 60 Ähnlich wie der High-Tech Gründerfonds HTGF investiert der von der KfW und dem BMWK finanzierte Coparion Fonds Wag- niskapital in junge Technologieunternehmen mit überdurch- schnittlichem Wachstumspotenzial aus allen Branchen. Er setzt allerdings etwas später an, denn er finanziert Ihr Unternehmen erst ab Series A. Sie sollten also erste Erfolge vorweisen können, zum Beispiel eine gelungene Produkteinführung, Schlüsselkun- den oder nachhaltigen Umsatz („Proof of Concept“). In der ersten Runde investiert Coparion dann 0,5 bis 3 Millionen Euro in Ihr Unternehmen. Coparion sieht sich dann als Ihren soli- den und beständigen Partner für mehrere Finanzierungsrunden. Insgesamt kann der Fonds bis zu 15 Millionen Euro in ein Unter- nehmen investieren. Coparion (KfW Capital) Zielgruppe junge Wachstumsunternehmen mit Betriebssitz in Deutschland Phase Einstieg mit Series A, Begleitung bis Series C Unternehmensalter jünger als zehn Jahre Umsatz unter 50 Millionen Euro, weniger als 250 Mitarbeiter beim Erstantrag Mittelart maximal bis 25 Prozent der Unternehmensanteile, nur „pari passu“ mit Privatinvestor(en) Mittelhöhe üblicherweise 0,5 bis 8 Millionen Euro in mehreren Runden; insgesamt max. 15 Millionen Euro Laufzeit klare Exit-Orientierung, daher etwa bis zu zehn Jahre Beteiligungsdauer Mittelgeber ERP-Sondervermögen vertreten durch Bundesministerium für Wirtschaft und Klima- schutz (BMWK), KfW Capital und EIB Verfahren Lead-Investor kontaktiert Coparion mit Business- plan/Pitchdeck, bevor er sich beteiligt Verfahrensdauer rund ein Vierteljahr BETEILIGUNGSKAPITAL 56 61 Weitere Informationen unter: coparion.vci Kapital von Coparion bekommen Sie allerdings nur, wenn neue private Lead-Investorinnen und -investoren mit mindestens der gleichen Summe zu gleichen Konditionen („pari passu“) Ihr Wachstum finanzieren wollen. Aus Sicht von Coparion überneh- men diese privaten in- oder ausländischen Investorinnen und Investoren dann die Führungsrolle. Diese sollen das Unterneh- men wirtschaftlich und finanziell beraten und möglichst auch mit Management und Marketing unterstützen. Coparion achtet bei den Ko-Investments auf gemeinsame Werte und Qualitätsan- sprüche sowie darauf, dass die Mitinvestorinnen und -investoren ebenfalls eine klare Exit-Strategie verfolgen. Scaleups profitieren von Coparions Erfahrung in der Finanzie- rung und aktiven Unterstützung junger Unternehmen. So hilft Ihnen der Fonds, Ihren Erfolg auszubauen, ohne in das operative Geschäft einzugreifen. Er bietet Ihnen nicht nur Kapital und Knowhow, sondern auch Unterstützung mit Rat und Tat. Etwa beim Netzwerken sorgt Coparion für die richtigen Kontakte zum richtigen Zeitpunkt – zu potenziellen Partnern und Kunden, aber auch zu weiteren deutschen und internationalen Investorinnen und Investoren. Der Fonds kann bei der Personalsuche helfen und für technische und kaufmännische Themen auch von außen Expertise hinzuholen. Langfristiges Ziel ist immer, dass Sie sich für den „Exit“ richtig aufstellen. Mit seinen Gesellschaftern Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (ERP- Sondervermögen), KfW Capital und der Euro- päischen Investitionsbank (EIB) legt Coparion großen Wert auf Beständigkeit. Der 2016 gegründete Fonds hat ein Volumen von 275 Millionen Euro erreicht. Das Team verfügt insgesamt über langjährige Erfahrung im Venture Capital und im Aufbau von Unternehmen. Es erkennt Potenziale und eröffnet neue Perspek- tiven. Mit Substanz, Ausdauer und Kreativität will es auch schwie- rige Situationen gemeinsam mit Ihnen meistern. BETEILIGUNGSKAPITAL 57 62 VC-Fonds werden Ihr Gesellschafter, wenn sie Kapital in Ihr Unternehmen einbringen. In aller Regel werden sie nur einen Minderheitsanteil Ihres Startups erwerben und Sie als Gründe- rinnen und Gründer sollen die Mehrheit am Unternehmen behalten. Neben Kapital bringen die Fonds meist auch ihre Bran- chen- und Managementkenntnisse ein. Oft sind sie deshalb auf einzelne Wirtschaftszweige spezialisiert, etwa Fintech, ITK, Mobi- lität, Maschinenbau oder Life Sciences. Am besten informieren Sie sich frühzeitig, welche Fonds für Ihr Geschäftsfeld in Frage kommen. Für ihre finanzielle Beteiligung verlangen die Fonds meist umfangreiche Informations-, Kontroll- und Mitsprache- rechte im Unternehmen. Oft zahlen sie das Kapital nicht sofort voll ein, sondern in mehreren Tranchen immer dann, wenn Ihr Unternehmen bestimmte Meilensteine erreicht hat. Ein VC-Fonds beteiligt sich an Unternehmen, um meist nach fünf bis höchstens zehn Jahren seine Anteile wieder zu veräußern. Bei der Finanzierung von Startups muss der Fonds damit rech- nen, dass einige davon scheitern und er dort sein Geld vollstän- dig verliert. Er setzt daher darauf, dass einige der übrigen Unter- Venture Capital Fonds Zielgruppe Startups Phase meist erst ab Series A, bis Series D Unternehmensalter meist jünger als fünf Jahre bei Erstinvestment Umsatz meist ab etwa 0,5 Millionen Euro im Jahr Mittelart offene Beteiligung, in der Regel nur Minderheit, etwa 15 bis maximal 40 Prozent Mittelhöhe meist ab eine Million Euro pro Investment Laufzeit angestrebt meist etwa fünf bis maximal zehn Jahre Beteiligungsdauer Mittelgeber Privates, teilweise auch öffentliches Kapital in einem Fonds für mehrere Beteiligungen Verfahren Bewerbung direkt beim einzelnen Venture Capital (VC) Fonds Verfahrensdauer frühzeitig kontaktieren, später bewerben; dann etwa ein Vierteljahr BETEILIGUNGSKAPITAL 58 63 Weitere Informationen unter: bvkap.dei nehmen sein investiertes Geld bis zum Verkauf („Exit“) vervielfa- chen. In seinem Portfolio von Startups braucht der Fonds meh- rere erfolgreiche Exits, um am Ende eine dem hohen Risiko und Aufwand angemessene Rendite zu erreichen. Der VC-Markt ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Kapitalbeteili- gungsgesellschaften BVK wurden 2019 zum Beispiel 1,9 Milliar- den Euro VC in gut 650 Unternehmen investiert, doppelt so viel Kapital wie 2015. Und die Zahl steigt weiter, denn schon im Jahr 2021 beliefen sich die Venture-Capital-Investitionen der Beteili- gungsgesellschaften auf rund 4 Milliarden Euro. In Deutschland sind rund 200 Venture Capital- oder Wagniskapital-Gesellschaf- ten aktiv. Einige der besonders aktiven Gesellschaften finanzie- ren sich ganz oder teilweise aus öffentlichen Geldern, die von den Förderinstituten der Bundesrepublik und der Länder ver- waltet werden, zum Beispiel TFH II, Hessen Kapital II, Coparion und HTGF. Die Mehrzahl agiert jedoch unabhängig von der öffentlichen Hand. VC-Fonds gehören zu den Beteiligungsge- sellschaften oder Private Equity-Fonds („private“, denn sie inves- tieren vor einem Börsengang oder öffentlichen Angebot von Unternehmensanteilen, dem „Initial public offering“ – IPO). In Hessen sind unter anderem folgende VC-Geber ansässig (Standort Frankfurt, wenn nicht anders angegeben): ACXIT Capi- tal Partners; Anyon, Eschborn; Creathor Ventures, Bad Homburg; Co-Investor Partners; Cygnet Ventures; Esor Investments; Eura- zeo; EVP Capital Management; FinLab AG; GreenTec Capital Part- ners; Heliad; Iconic Lab; Innofincenta; IVC Venture Capital, Bad Homburg; Schumpeter Ventures; Sirius Venture Partners, Wiesba- den; TA Ventures; venturecapital.de VC; VCDE Venture Partners. Alle VC-Gesellschaften haben eigene Websites, die meisten sind im Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK vertreten. Daneben gibt es auch in Hessen größere Einzel- investoren, etwa blueworld.group und Meute Ventures. BETEILIGUNGSKAPITAL 59 66 VentureEU soll das schnelle Wachstum von Unternehmen in Europa för- dern. Der europaweite Risikokapitaldachfonds setzt öffentliche Gelder so ein, dass sie weiteres privates Risikokapital mobilisieren. Die EU verteilt 410 Millionen Euro als Ankerinvestition auf sechs VentureEU-Fonds, so dass diese weitere öffentliche und private Investitionen mobilisieren. Die sechs ausgewählten Fondsverwalter sind Aberdeen Standard Investments, Axon Partners Group, Isomer Capital, LGT, Lombard Odier Asset Management, and Schroder Adveq. Unter Aufsicht der EU-Kommission und des Europäi- schen Investment Fonds (EIF) stärken sie VC-Fonds, die ihrerseits in wachs- tumsstarke Unternehmen investieren. So aktivieren sie weitere Mittel, damit etwa 1.500 Startups insgesamt 6,5 Milliarden Euro zufließen. Je Unterneh- men wäre das im Durchschnitt eine Investitionssumme von gut vier Millio- nen Euro. Zu den geförderten Wirtschaftszweigen gehören z. B. Informati- ons- und Kommunikationstechnologien (IKT), Digitales, Biowissenschaften, Medizintechnik, Ressourcen- und Energieeffizienz. Der derzeit größte öffentliche EU-Geldgeber für VC-Fonds ist der Europäi- sche Investitionsfonds (EIF), zu dessen Gesellschaftern neben der Europäi- schen Investitionsbank (EIB) auch die Europäische Union und finanzielle Institutionen aus den EU-Mitgliedstaaten gehören. Auch der EIF tritt nicht direkt in Verträge mit Unternehmen, sondern unterstützt sie indirekt über Partnerbanken und -organisationen. In Hessen sind dies neben WIBank und KfW auch Commerzbank, Creditshelf und Deutsche Bank. VentureEU, Zukunftsfonds, weitere vom EIF unterstützte Venture Fonds BETEILIGUNGSKAPITAL Zielgruppe Venture Capital Geber Phase Series A-D Unternehmensalter nicht festgelegt Umsatz nicht festgelegt Mittelart Venture Capital Mittelhöhe meist mehr als eine Million Euro Laufzeit zu verhandeln Mittelgeber EU-Kommission, Europäische Investitionsbank (EIB), weitere Verfahren Kontaktaufname über die unterstützten Fonds Verfahrensdauer nicht fixiert 60 67 Weitere Informationen unter: ec.europa.eu/programmes/horizon2020/en/ventureeu eif.org/EIF_for/sme_finance/index.htmi Ähnlich stellt der Bund bei der KfW 10 Milliarden Euro für den Zukunfts- fonds zur Förderung des Wagniskapitalmarkts bis Ende 2030 bereit. Der Fonds soll bestehende Finanzierungsangebote ausbauen und neue Instru- mente schaffen, wie etwa den 2021 geschaffenen DeepTech Future Fonds. Eine Auswahl der durch den EIF in Deutschland unterstützten Fonds finden Sie hier: Frühphase (z. B. Seed, Startup) a Atlantic Labs III G a Cherry Ventures Fund II a e.Ventures Europe VI a HV Holtzbrinck Ventures Fund a Munich Ventures Partners Fund II a Project A Ventures II a Target Partners Fund III a UnternehmerTUM VC Fonds III Wachstumsphase a Atlantic Labs Growth I a Acton Fund V a Digital Growth Fund I Mittelgroße Beteiligungen a Finatem IV a Odewald KMU Fonds a Pinova Fund II a Steadfast Capital Fund III Alle Phasen (Seed bis Late Stage) a SHS IV MedTech Hybrid (Eigenkapital und/oder Mezzanine) a BE Beteiligungen BETEILIGUNGSKAPITAL 61 BETEILIGUNGSKAPITAL 70 Seit der Jahrhundertwende sind in Deutschland verstärkt Family Offices aufgekommen. Mehr als tausend soll es bereits geben, aller- dings ist die Branche sehr diskret und die Zuordnung nicht ganz leicht. Denn auch viele Banken, Kanzleien oder Privatpersonen nutzen die Bezeichnung, um für sich zu werben. Echte Family Offices haben dage- gen oft nicht einmal eine Website. Erst 2014 hat sich mit Vufo über- haupt ein (kleiner) Verband unabhängiger Family Offices gegründet. Mit professionellen Mitarbeitenden sowie externen Expertinnen und Experten betreuen diese Büros unabhängig von Banken oder Versi- cherungen das Vermögen einer wohlhabenden Unternehmerfamilie und sichern langfristig dessen Wert. Sie übernehmen nicht nur die reine Anlageberatung, sondern organisieren etwa auch Nachfolgepla- nung, Abstimmungen unter Familienmitgliedern, Immobilienverwal- tung oder rechtlichen und steuerlichen Rat. Sie bereiten Entscheidun- gen der Familiengremien vor und überwachen den Anlageerfolg. Sie sind als Teil des Familienunternehmens oder als getrennte Gesellschaft organisiert. Wegen des hohen Personalaufwands lohnen sich professionelle Family Offices erst ab etwa hundert Millionen Euro Vermögen. Teils agieren Sie deshalb nicht nur für eine, sondern für mehrere Familien („Single/Multi Family Office“). Die Büros verfügen somit zwar über sehr tiefe Taschen, werden sich aber wegen der Kosten für die sorgfältige Prüfung einer Beteiligung eher nur um spätphasige Startups bemühen. Family Offices Zielgruppe zunehmend auch Startups Phase meist erst ab Series A Unternehmensalter keine Vorgabe Umsatz meist ab eine Million Euro Mittelart Eigen- und Fremdkapital Mittelhöhe ab etwa eine Million Euro Laufzeit fünf Jahre oder mehr Mittelgeber vermögende Familien Verfahren persönliche Bewerbung Verfahrensdauer flexibler als bei anderen Geldgebern 62 71 Weitere Informationen unter vufo.org Kontakt zum Enterprise Europe Netwok Hessen und weitere Informationen zum Beratungsangebot über een@htai.de und een-hessen.de i Laut Global Family Office Report 2020 investieren Family Offices ohne- hin nicht einmal ein Sechstel des Kapitals in Private Equity. Der kleinere Teil dieses privaten Beteiligungskapitals dürfte Risikokapital sein. Fami- lien, die ihr Vermögen erst in dieser Generation aufgebaut haben, etwa im Zuge der Digitalisierung, mögen offener für Startups sein. Ansons- ten helfen Ihnen meist nur persönliche Verbindungen, um mit diesen interessanten Geldgeberinnen und Geldgebern ins Gespräch zu kom- men. Die Kontaktaufnahme gestaltet sich also eher schwierig. Wenn Sie längerfristigen Rückhalt für Ihr Wachstums suchen, Sparrings- partner für strategische Themen und ein relevantes Netzwerk, sind sie hier allerdings gut aufgehoben. Oft stammt das liquide Vermögen von Familiy Offices aus der (Teil-)Veräußerung eines Unternehmens. Da sie eher den langfristigen Kapitalerhalt suchen, engagieren sich Familiy Offices durchaus länger als ein typischer Fonds und sie können bei Bedarf auch leichter aus eigenem Vermögen nachfinanzieren. Eine aktive Unternehmerfamilie kann Sie dank eigener Erfahrungen womöglich auch besser unterstützen und ist vielleicht motivierter, besonders wenn sie Ihre Innovationen auch für das oder die eigenen Unternehmen nutzen kann. Hier ähneln Family Offices den Corporate Venture Capital-Gebern. Beispiele für öffentlich bekannte Family Offices, die wohl auch in Start- ups investieren, sind Alstin, Apeiron, Astutia, Athos, Dornier, DVH, Gas- tauer, Hopp, HV Capital, Jacobs, Merkle, Otto, Reimann, Silver Invest- ment, SKion, TVM, Tresono, UVC, Woodman. Family Offices sind meist aufgrund der knappen personellen Ressour- cen wenig in der Öffentlichkeit bekannt. Sollte Ihr Startup geeignet für eine Finanzierung durch Family Offices sein, wenden Sie sich gern an das Enterprise Europe Network Hessen. BETEILIGUNGSKAPITAL 63 72 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Kontaktadressen BM H Beteiligungs-Managementgesellschaft Hessen mbH Telefon +49 (0)611 949176-0 info@bmh-hessen.de bmh-hessen.de Stille und offene Beteiligungen an hessischen Unternehmen Bürgschaftsbank Hessen GmbH Telefon +49 (0)611 1507-0 info@bb-h.de www.bb-h.de Besicherung von Finanzierungen für Gründende und Unternehmen Business Angels FrankfurtRheinMain e.V. Telefon +49 (0)69 2197-1591 info@ba-frm.de ba-frm.de Business Angels als Investoren mit Kapital, Know-how und Kontakten Deutsche Börse Cash Market Telefon +49 (0)69 211 11880 cashmarket@deutsche-boerse.com deutsche-boerse-cash-market.com/scale/ Eigen- und Fremdkapital via Börsengang, IPO Workshops Deutsche Börse Venture Network Telefon +49 (0)69 211 11880 venture-network@deutsche-boerse.com venture-network.com u. a. Zugang zu VC, Private Equity, Venture Debt, Bankkredit 64 73 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN EBAN – The European Trade Association for Business Angels, Seed Funds and Early Stage Market Players Telefon +32 (0)24864115 info@eban.org eban.org Finanzierung, Pitching-Events, Kongresse und Workshops für Business Angels, Startups und Scaleups Enterprise Europe Network Hessen Hessen Trade & Invest GmbH Telefon +49 (0)611 95017-8998 een@htai.de een-hessen.de EU-Förderprogramme, Innovationsaudits, Scale-up- und KMU-Begleitung, internationale Partnervermittlung und Vernetzung, Nachhaltigkeits-Checks HA Hessen Agentur GmbH Innovationsförderung Telefon +49 (0)611 95017-8964 info@hessen-agentur.de innovationsfoerderung-hessen.de Förderprogramme des Landes Hessen zu Technologie & Innovation IHK Hessen innovativ c/o IHK Frankfurt am Main Telefon +49 (0)69 2197-1219 itb@frankfurt-main.ihk.de ihk-hessen-innovativ.de Beratung zu Förderprogrammen, Patenten, Schutzrechten, Gründungen 65 74 FÖRDERMÖGLICHKEITENWEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN RKW Hessen Büro Kassel Telefon +49(0)561 930999-0 Büro Kelsterbach Telefon +49(0) 61 07 / 9 65 93-00 rkw-hessen.de Beratung und Weiterbildung in praktischer Unternehmensführung StartHub Hessen Hessen Trade & Invest GmbH Telefon +49 (0)611 95017-8376 team@starthub-hessen.de starthub-hessen.de Individuelle Beratung, Vernetzung, Sichtbarmachung von Startups Technologieland Hessen Hessen Trade & Invest GmbH Telefon +49 (0)611 95017-8672 info@technologieland-hessen.de technologieland-hessen.de Beratung und Unterstützung bei Entwicklung, Anwendung und Vermarktung von Schlüsseltechnologien Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen (WIBank) Förderberatung Gründer & Unternehmen Telefon +49 (0)611 774-7333 foerderberatunghessen@wibank.de wibank.de Fördermöglichkeiten des Landes, des Bundes und der EU (Kredite, Bürgschaften, Beteiligungen, Zuschüsse) 66 75 FÖRDERMÖGLICHKEITENWEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Die Zusammenstellung der Technologie- und Gründerzentren, Inkubatoren und Acceleratoren in Hessen entstammt im Wesent- lichen einer Arbeitsgruppe der Wissensregion FrankfurtRhein- Main und wurde ergänzt um Informationen aus Nord- und Mit- telhessen. Berichtigungen und Ergänzungen senden Sie bitte an een@htai.de. Weitere Ansprechpartner für Startups Innovations-, Technologie- und Gründerzentren Dienstleistungs- und Gründerzentrum Bad Hersfeld GmbH Bad Hersfeld dgz-bad-hersfeld.de groundr e.V. Bad Homburg v. d. H. groundr.de IGZ – Interkommunales Gründerzentrum Schwalm-Eder-West Wirtschaftsförderung der Stadt Borken Borken schwalm-eder-west.de Centrum für Satellitennavigation Hessen (cesah) Darmstadt cesah.de HUB31 – Technologie- und Gründerzentrum Darmstadt Darmstadt hub31.de Technologie- und Innovationszentrum Darmstadt (TIZ) Darmstadt tiz-darmstadt.de 67 76 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN FIZ Frankfurter Innovationszentrum Biotechnologie GmbH Frankfurt am Main fiz-biotech.de Frankfurter Gründerzentrum Frankfurt am Main frankfurt-business.net/existenzgruender/frankfurter- gruenderzentrum House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH Frankfurt am Main frankfurt-holm.de/de/Start-ups Kompass – Zentrum für Existenzgründungen Frankfurt am Main gGmbH Frankfurt am Main kompassfrankfurt.de MAINRAUM Gründerhaus Kreativwirtschaft Frankfurt am Main mainraum-gruenderhaus.de TechQuartier Frankfurt am Main techquartier.com THE LEGAL INNOVATION HUB Frankfurt am Main reinvent.law Entrepreneurship Cluster Mittelhessen Gießen uni-giessen.de/fbz/fb02/fb foundershub mittelhessen – Regionalmanagement Mittelhessen Gießen foundershub-mittelhessen.de Technologie- und Innovationszentrum Gießen (TIG) GmbH Gießen tig-gmbh.de 68 77 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN TIGZ Technologie-, Innovations- und Gründungszentrum GmbH Ginsheim-Gustavsburg tigz.de Hofheimer Innovationszentrum Hofheim hofheim.de/wirtschaft/Innovationszentrum_Hofheim/index.php FiDT Technologie- und Gründerzentrum Kassel Kassel fidt.de Science Park Kassel GmbH Kassel sciencepark-kassel.de Regionales Gründerzentrum Lorsch Lorsch gruenderzentrum-lorsch.de Gründerzentren im Main-Kinzig-Kreis Main-Kinzig-Kreis karriere-mkk.de/gruenderzentren-im-main-kinzig-kreis Gründerzentrum Marburg Marburg gruenderzentrum-marburg.de Technologie- und Tagungszentrum Marburg Marburg ttz-marburg.de Gründerzentrum Westerwald Mengerskirchen zukunftsforum-mengerskirchen.de/gründerzentrum Ostpol-Gründercampus Offenbach am Main ostpol-gruendercampus.de 69 78 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Zollamt Studios Offenbach am Main zollamtstudios.de InnovationsCentrum Rödermark Rödermark ic-roedermark.de Virtuelles Gründerzentrum Schwalm Schwalmstadt vgz-schwalm.de Gründerzentrum Überwald Wald-Michelbach ueberwald.eu/gruenderzentrum Heimathafen Wiesbaden Wiesbaden heimathafen-wiesbaden.de StartBlock – Zentrum für Existenzgründung Wiesbaden wiesbaden.de/wirtschaft/existenzgruendung/ gruendungsthemen/startblock.php StartWerk Wiesbaden startwerk.de Service-Center Wölfersheim Wölfersheim https://www.woelfersheim.de/wirtschaft-bauen/ wirtschaft/gewerbepark-woelfersheim/service-center 70 79 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Inkubatoren CRISP – Gründungsinkubator StartupSecure Darmstadt crisp-da.de/startupsecure ESA business Incubation Center Darmstadt esa.int/Our_Activities/Space_Engineering_Technology/Busi- ness_Incubation HUB31 – Technologie- und Gründerzentrum Darmstadt Darmstadt hub31.de Lab³ Darmstadt Lab3.org StartUpSecure I ATHENE Darmstadt athene-center.de/startupsecure Technische Universität Darmstadt – HIGHEST Darmstadt highest.tu-darmstadt.de Gründungs-Inkubator der h_da Dieburg h-da.de/studium/beratung/karrierestart/gruendung-berufli- che-selbststaendigkeit/gruendungs-inkubator d.lab (Deutsche Bahn) Frankfurt am Main dbregio.de/db_regio/view/zukunft/d-lab.shtml Digital Factory (Deutsche Bank) Frankfurt am Main db.com/newsroom_news/2016/medien/deutsche-bank-eroeffnet- digitalfabrik-in-frankfurt-de-11701.htm 71 80 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Goethe Unibator Frankfurt am Main goetheunibator.de Gruendermaschine Frankfurt am Main gruendermaschine.com House of Logistics and Mobility (HOLM) GmbH Frankfurt am Main frankfurt-holm.de/de/Start-ups Mainstage Hub Frankfurt am Main mainstagehub.com neosfer Frankfurt am Main neosfer.de Social Impact Lab Frankfurt am Main frankfurt.socialimpactlab.eu TechQuartier Frankfurt am Main techquartier.com Ab Idee OK Johannes Hübner Fabrik elektrischer Maschinen GmbH Gießen abideeok.de SAIL Solutions e.V. Gießen sailsolutions.de SleevesUp! RISE Frankfurt am Main sleevesup.de/sleevesup-startup-inkubator Gründungsfabrik Rheingau Geisenheim gruendungsfabrik-rheingau.de 72 81 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Technologie- und Innovationszentrum Gießen GmbH Gießen tig-gmbh.de Inkubator / UNIKAT Kassel uni-kassel.de/einrichtung/ukt StartMiUp – Startupnetzwerk Mittelhessen Marburg startmiup.de Heimathafen Wiesbaden Wiesbaden heimathafen-wiesbaden.de Hochschule RheinMain – INKUBATOR CONNECT Wiesbaden impact.hs-rm.de Acceleratoren ENTEGA Startup Darmstadt entega.ag/ueber-entega/entega-startup HUB31 Rhein-Main Akzelerator Darmstadt HUB31.de Merck Accelerator Darmstadt accelerator.merckgroup.com EY Startup Academy Eschborn startup.ey.com/de/academy Accelerator Frankfurt GmbH Frankfurt am Main acceleratorfrankfurt.com 73 82 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Boozt Your Business Frankfurt am Main zuehlke.com/de/boozt-your-business CONTENTshift (Börsenverein Gruppe) Frankfurt am Main contentshift.de Fintech Europe (Plug and Play, Deutsche Bank + TechQuartier) Frankfurt am Main plugandplaytechcenter.com/frankfurt Founders Institute, Inc. Frankfurt am Main fi.co/program HAUS61 Frankfurt am Main haus61.com HOLM Start-up Förderung Frankfurt am Main frankfurt-holm.de HUBITATION Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH Frankfurt am Main hubitation.de Scale Programm (PwC) Frankfurt am Main pwc.de/de/branchen-und-markte/startups/das-scale-pro- gramm.html Sozialinnovator-Programm Frankfurt am Main social-startups.de/sozialinnovator-hessen TechQuartier-Acceleratoren Frankfurt am Main https://techquartier.com/whats-happening/programs ICONIQ LAB ACCELERATOR GMBH Frankfurt am Main iconiqlab.com 74 83 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN ten. Frankfurt am Main tentreats.com Ab Idee OK Johannes Hübner Fabrik elektrischer Maschinen GmbH Gießen abideeok.de Heraeus Accelerator Hanau heraeus.com/en/group/innovation/accelerator_program/hera- eus_accelerator.html Pioneer Lab (Fresenius) Idstein pioneerlab.de/company-builder B. Braun Accelerator Melsungen bbraun.de/de/ueber-uns/unternehmen/innovation-hub Pando Ventures GmbH Taunusstein pando-ventures.com Heimathafen Wiesbaden Wiesbaden heimathafen-wiesbaden.de Startup Booster Wiesbaden startup-booster.info 75 84 WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN Unternehmensgrößen werden von unterschiedlichen Einrichtun- gen definiert. Am verbreitetsten ist die EU-Definition (Internet- Suchstichwort: „Benutzerleitfaden zur Definition von KMU – EU Law and Publications“). Weitere Definitionen, insbesondere für größere Unternehmen, lehnen sich an die Marktkapitalisierung an, also den Gesamtwert des Unternehmens, der am Markt erzielt werden kann (small, mid, large caps). Für öffentliche För- derprogramme sind teilweise leichter fassbare Definitionen (etwa von der Europäischen Investitionsbank, EIB) geschaffen worden. Große Unternehmen nach EU-Definition (2005) sind die Unter- nehmen, die mehr Mitarbeitende (MA), Umsatz/Bilanzsumme als in der folgenden Tabelle haben oder die als verbundenes oder Partnerunternehmen den großen Unternehmen zugerechnet werden: Kategorie des Unternehmens Mittelgroß Mitarbeiterzahl: Jahresarbeits- einheit (JAE) < 250 ≤ 50 Mio. EUR ≤ 43 Mio. EUR Klein < 50 ≤ 10 Mio. EUR ≤ 10 Mio. EUR Kleinst < 10 ≤ 2 Mio. EUR ≤ 2 Mio. EUR Jahresumsatz Jahresbilanz- summe X oder 3 X oder 3 X oder 3 X oder 3 Definition Unternehmensgrößen 76 85 Unternehmensgrößen nach Marktkapitalisierung (diverse Quellen) a Smallcaps: KMU nach EU-Definition; Marktkapitalisierung von 0,3–2 Milliarden US-Dollar. a Midcaps: Unternehmen mit 250 bis 3.000 Mitarbeitenden; Marktkapitalisierung von 2–10 Milliarden US-Dollar. a Small Midcaps: Unternehmen mit unter 500 Mitarbeiten- den. a Largecaps: Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeiten- den; Marktkapitalisierung von > 10 Milliarden US-Dollar. WEITERFÜHRENDE INFORMATIONEN 77 Impressum 86 IMPRESSUM Herausgeber Hessen Trade & Invest GmbH Enterprise Europe Network Hessen Konradinerallee 9 65189 Wiesbaden htai.de, een-hessen.de Redaktionsstand September 2022 Gestaltung Theißen-Design, theissen-design.de Bildnachweis stock.adobe.com: # 241414366, Westend61 (Cover) fotolia.com: Robert Kneschke (U2) Kurhan (S.4) Druck dieumweltdruckerei.de Der Druck erfolgte auf Recycling-Papier „Recycling-Premiumweiß“ Impressum 78 87 Disclaimer Von der Europäischen Union finanziert. Die geäußerten Ansich- ten und Meinungen entsprechen jedoch ausschließlich denen des Autors bzw. der Autoren und spiegeln nicht zwingend die der Europäischen Union oder der Europäischen Exekutivagentur für Bildung und Kultur (EACEA) wider. Weder die Europäische Union noch die EACEA können dafür verantwortlich gemacht werden. Der Text dieser Broschüre steht unter der freien Lizenz „CC 4.0 by-sa Hessen Trade & Invest GmbH“ mit Ausnahme der Vor- worte, die gemäß Presserecht zitiert werden können. Details: creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de Trotz Fokus auf sachliche Richtigkeit können Inhalte nicht voll- ständig richtig wiedergegeben sein oder sich durch Aktualisie- rungen verändern. Eine Haftung für die Richtigkeit der Angaben kann daher nicht übernommen werden. Hinweise auf Fehler oder mögliche Ergänzungen senden Sie gern an een@htai.de. 79 88 Ausschluss Wahlwerbung Diese Druckschrift wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Hessischen Landesregierung herausgegeben. Sie darf weder von Parteien noch von Wahlwerberinnen und Wahlwerbern oder Wahl helferinnen und Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Landtags-, Bundestags- und Kommunalwahlen. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlver - anstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken oder Aufkleben parteipolitischer Informa- tionen und Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevor- stehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Weise ver- wendet werden, die als Parteinahme der Landesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Die genannten Beschränkungen gelten unabhängig davon, wann, auf welchem Weg und in welcher Anzahl diese Druckschrift dem Empfänger zu gegangen ist. Den Parteien ist es jedoch gestattet, die Druckschrift zur Unter- richtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden. Verzicht auf Geschlechterdifferenzierung Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung von funk tions- bzw. per- sonenbezogenen Bezeichnungen, wie zum Beispiel Teilnehmer/ Innen, weitgehend verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter. 80 Die Broschüre entstand mit finanzieller Unterstützung durch:
Dateityp: application/pdf
Verlinkt bei: