Austausch von Wirtschaftspraktikanten zwischen Deutschland und Japan Praktikumsbericht von Stefan Sittler Nishimazuruga 13.09. bis 24.11.2017 Ich interessiere mich schon seit Langem für Japan, besonders für die Sprache und Geschäftswelt. Deshalb ist der Austausch von Wirtschaftspraktikanten durch die IHK Offenbach eine gute Möglichkeit einen Einblick in die japanische Geschäftswelt zu bekommen und gleichzeitig die Sprachkenntnisse zu verbessern. Obwohl ich bereits dreimal in Japan war, kam es mir dennoch so vor, als hätte ich dieses Land von einer ganz neuen Seite kennengelernt. Ich habe täglich neue, tolle Erfahrungen machen können. Praktikumsbetrieb Mein Praktikum durfte ich bei MAHLE Filter Systems Japan absolvieren. MAHLE ist ein Hersteller von Filtersystemen für Fahrzeuge und ist auf Öl- und Luftfilter spezialisiert. Mein Praktikum war in zwei Teile aufgeteilt. In der ersten Hälfte war ich in der Personalabteilung. In der Personalabteilung hatte ich viel über die Abläufe der Einstellung neuer Mitarbeiter gelernt. Des Weiteren hatte ich geholfen Informationsmaterial an Universitäten zu versenden. Während des Praktikums besuchte ich auch mehrere Messen, auf denen MAHLE vertreten war z. B. die Tokyo Motor Show, Job Messen. Um neue Mitarbeiter zu finden, stand auch der Besuch mehrerer Unis auf dem Programm. Tokyo Motor Show Außerdem hatte ich Übersetzungen von Richtlinien und Ankündigungen angefertigt. Ich konnte auch Fragebögen und Schulungsunterlagen bzw. Bewertungen auswerten und in eine Excel Tabelle eintragen. Hierfür musste ich Kanji kennen und im Zweifelsfall, wenn diese handschriftlich eingetragen wurden, nachfragen oder im Internet suchen. Hierbei hatte mir das Kanji-Suchsystem sehr weitergeholfen, das ich im Japanischen Sprach- und Kulturzentrum gelernt hatte. Eine weitere Aufgabe war das Scannen, Archivieren und Vernichten von Dokumenten und auch die Willkommensfeier mit der Personalabteilung Organisation der Weihnachtsfeier. © privat © privat In der zweiten Hälfte meines Praktikums war ich im Logistikzentrum des Produktionszentrums. Dort hatte ich täglich von 08:00 – 12:00 Uhr eine Schulung. Mir wurden die Abläufe gezeigt, die wichtig sind, um die Produktion am Laufen zu halten und möglichst effizient zu arbeiten. Zu Beginn jeder Schulung hatte ich eine Liste mit Kanji und Wörtern bekommen, die mir das Verständnis erleichtern sollten, da die Schulungen fast ausschließlich auf Japanisch stattfanden. Fragen konnte ich dennoch auf Englisch stellen. Im Logistikzentrum war ich immer viel unterwegs. Mir wurden die Niederlassungen in Ibaraki und Higashimatsuyama vorgestellt. Zum Abschluss durfte ich mir die Produktionslinie in Mooka ansehen. Dort hatte ich gesehen, wie aus einfachen Rollen Stahl und Plastik komplexe Filtersysteme hergestellt wurden. Ich hatte auch die Möglichkeit, für einige Tage, die Abteilung für Kundenbestellungen, die zum Produktionszentrum gehört, kennenzulernen. Dort wurden mir die Abläufe gezeigt, wie Autohersteller bei MAHLE Waren bestellen. Hierfür wurde mir auch gezeigt, wie man die Bestellung in SAP eingibt. Nach einer kurzen Erklärung durfte ich es im Anschluss selbst probieren. Danach wurden mir Zoll und Exportabläufe wie zum Beispiel Export- bescheinigungen der IHK gezeigt. Wir sind im Anschluss zum HINO Auto Plaza gefahren. Das HINO Auto Plaza ist ein Technikmuseum des Autoherstellers Hino. Danach fand auch in dieser Abteilung eine Willkommensfeier in einer japanischen Tagesausflug mit der Personalabteilung nach Gunma Sake-Bar statt. v.l.n.r. Stefan Sittler, Frau Tomiyama, Herr Goto, Frau Kofune, Herr Kaneko und Familie Maruta Ich bin sehr froh, dass ich das Praktikum bei MAHLE absolvieren konnte. Die Kollegen waren immer sehr freundlich und haben sich sehr viel Mühe gegeben, unter anderem durch Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten, mein Praktikum so schön und abwechslungsreich wie möglich zu gestalten. Gastfamilie Ich hatte die Möglichkeit sowohl bei einer Gastfamilie als auch in einem Apartment zu wohnen. Die ersten zwei Monate war ich bei Familie Maeno. Später bin ich dann in ein Einzelapartment umgezogen. Ich bin sehr froh, dass ich sowohl den Alltag einer japanischen Familie als auch das Leben alleine erleben konnte. So habe ich beide Perspektiven kennenlernen können. © privat © privat IHK Kawagoe Ich möchte an dieser Stelle den Mitarbeitern der IHK Kawagoe ganz herzlich danken. Die Betreuer Frau Kanazawa und Herr Shikakura waren immer für mich da und hatten mir immer weitergeholfen, wenn ich Fragen oder Probleme hatte. Ich habe mich jederzeit willkommen und aufgehoben gefühlt. Der Tagesausflug nach Nikko und das Kawagoe Festival waren sehr schöne Erfahrungen und werden mir sicherlich Tagesausflug nach Nikko lange in Erinnerung bleiben. Es wurde unter anderem auch eine Willkommens- und Abschiedsfeier organisiert. Frau Kanazawa hatte mich an meinem ersten Arbeitstag meiner Chefin vorgestellt und hat sich auch sonst immer erkundigt, dass alles in Ordnung ist. Sie hat mich immer rechtzeitig informiert, mir Tipps gegeben und viel erklärt, zum Beispiel wie man in Japan Visitenkarten überreicht, da man bestimmte Abläufe beachten muss, die anders sind als in Deutschland. Kawagoe Festival mit Frau Kanazawa (rechtes Foto, links) Kawagoe Als ich das erste Mal in Kawagoe angekommen bin, war ich sehr überrascht. Ich hätte mir nie vorstellen können, dass Kawagoe eine so schöne Stadt ist. Es gibt viele traditionelle und moderne Orte. Die Altstadt ist sehr gut erhalten und tagsüber sieht man sehr viele Touristen. Ich finde, dass diese Stadt wunderschön ist, es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten und die allgemeine Atmosphäre ist sehr entspannt. Kawagoe ist auf jeden Fall meine neue Lieblingsstadt in Japan! Treffen mit dem Bürgermeister der Stadt Kawagoe und dem Präsidenten der IHK Kawagoe v.l.n.r. Herr Tachihara, Präsident der IHK Kawagoe, Herr Kawai, Bürgermeister, Stefan Sittler, Herr Mitsuhiro, Vizepräsident und Herr Takezawa, Hauptgeschäftsführer der IHK Kawagoe Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Beteiligten in Deutschland und Japan recht herzlich bedanken, es war eine wundervolle Erfahrung. © privat © privat © privat Austausch von Wirtschaftspraktikanten zwischen Deutschland und Japan
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