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IHK-Vollversammlung beschließt Positionspapier zur Mobilität


[Offenbach am Main, 28. Mai 2026] Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2026 das Positionspapier „Wirtschaftsfaktor Mobilität in der Region Offenbach“ beschlossen. Damit schafft die IHK Offenbach am Main die Grundlage für ihre verkehrs- und mobilitätspolitische Interessenvertretung gegenüber Kommunen, Land und Bund.

Mobilität ist aus Sicht der regionalen Wirtschaft ein zentraler Standortfaktor. Sie entscheidet über Erreichbarkeit, funktionierende Lieferketten und Fachkräftesicherung. Gleichzeitig führen zunehmende Verkehrsbelastung, Engpässe auf Hauptachsen und Defizite im öffentlichen Verkehrssystem zu spürbaren Einschränkungen für Unternehmen und Beschäftigte.

Zügiger Ausbau der Infrastruktur

Das verabschiedete IHK-Positionspapier beschreibt die Anforderungen der Wirtschaft an ein leistungsfähiges, verlässliches und planbares Verkehrssystem. Ein zentrales Anliegen ist der zügige Ausbau der Infrastruktur, denn die wachsende Region erfordert leistungsfähige Verkehrswege über alle Verkehrsträger hinweg. Dabei sollen Zielkonflikte, zum Beispiel zwischen Lieferverkehr und Aufenthaltsqualität, zwischen Kapazitätsbedarf und Flächenknappheit sowie zwischen kurzfristiger Entlastung und langfristiger Transformation anhand transparenter Kriterien aktiv gemanagt werden.

Gleichzeitig betont die IHK Offenbach am Main die Notwendigkeit klarer Prioritäten. Projekte müssten konsequent geplant und schneller umgesetzt werden. Mobilität könne zudem nur im Zusammenspiel der Region Frankfurt-Rhein‑Main, des Landes Hessen und des Bundes weiterentwickelt werden.

Als konkrete Forderungen werden im IHK-Positionspapier unter anderem genannt:

  • Engpässe auf den Hauptachsen, zum Beispiel auf der A3 und auf der B486, priorisiert beseitigen und Baustellen besser koordinieren.
  • ÖPNV als Arbeitsweg-System stärken: stabile S Bahn, arbeitsweltgerechte Busanbindung sowie Förderung des Einkaufverkehrs per ÖPNV, verlässliche Anschlüsse.
  • Park+Ride und Bike+Ride gezielt an Pendlerkorridoren ausbauen, um Hauptachsen zu entlasten.
  • Mobilität technologieoffen gestalten und in Pilotprojekten innovative Modelle testen.
  • Infrastrukturinvestitionen nach klaren Kriterien ausrichten: Erreichbarkeit, Resilienz, wirtschaftliche Wirkung.

IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller machte deutlich, dass die Erwartungen der Wirtschaft an die Politik klar formuliert sind. Es gehe darum, bestehende Probleme endlich zu lösen: „Es muss etwas passieren – und zwar jetzt“, so Schoder-Steinmüller. Mobilität müsse als Standortfaktor gezielt gesichert und weiterentwickelt werden. „Als IHK Offenbach am Main werden wir dieses Zielbild in den kommenden Jahren konstruktiv und lösungsorientiert vertreten", betonte sie. „Dabei setzen wir auf Kooperation statt Lagerdenken, auf Technologieoffenheit statt Festlegung, auf messbare Wirkung statt Symbolpolitik. Mobilitätspolitik muss verlässlich, planbar und umsetzungsstark sein – und sie muss die Bedürfnisse der Unternehmen ebenso im Blick haben wie Klima- und Lebensqualitätsziele."

Zwei neue Mitglieder berufen

Im Rahmen der Sitzung wurden zudem zwei neue Mitglieder in die IHK-Vollversammlung berufen. Thomas Ehrhardt, Geschäftsführer der REMCI Finance GmbH, Rödermark, rückte in der Wahlgruppe Finanzdienstleistungen für Frank Bermbach nach. In der Wahlgruppe Industrie, Forschung und Entwicklung, Umwelt übernahm Daniel Placzek von der Bodo Ehmann GmbH, Mainhausen, den Platz von Frau Prof. Nagel.

Das Positionspapier „Wirtschaftsfaktor Mobilität in der Region Offenbach“ steht hier zum Download zur Verfügung.