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Verkehrspolitik
Mobilität als Wirtschaftsfaktor am Standort Offenbach
Leistungsfähige Mobilität ist für den Standort Offenbach weit mehr als ein Verkehrsthema: Sie ist eine zentrale Voraussetzung für Erreichbarkeit, Produktivität, Lieferfähigkeit und Fachkräftesicherung. Der IHK-Bezirk Offenbach liegt in einer verkehrsstrategisch bedeutenden Lage in der Region FrankfurtRheinMain, mit kurzen Wegen zu Märkten, Zulieferern und Kunden, aber zugleich mit hoher Belastung durch Pendler-, Güter- und Durchgangsverkehre. Genau deshalb stellt die IHK Offenbach die Frage in den Mittelpunkt, wie Mobilität so gestaltet werden kann, dass sie wirtschaftliche Entwicklung ermöglicht und im Alltag verlässlich funktioniert.
So entstand das Positionspapier
Das strategische Positionspapier „Wirtschaftsfaktor Mobilität in der Region Offenbach“ wurde in einem mehrstufigen Prozess entwickelt. Den Auftakt bildete ein breit eingeladener Ehrenamts-Workshop am 10.12.2025, in dem grundlegende Fragen zur künftigen Mobilität im Kammerbezirk diskutiert wurden. Auf dieser Basis erarbeitete das Hauptamt einen ersten Entwurf, holte Rückmeldungen aus Ehrenamt und Gremien ein und arbeitete diese in eine überarbeitete Fassung ein. Beschlossen wurde das Papier schließlich in der Sitzung der Vollversammlung der IHK Offenbach am Main am 27.05.2026
Die Inhalte des Positionspapiers im Überblick
Stellenwert der Mobilität
Das Positionspapier macht deutlich: Mobilität ist eine produktive Infrastrukturleistung und für Unternehmen im IHK-Bezirk Offenbach unverzichtbar. Sie beeinflusst Lieferketten, Serviceprozesse, Kundenfrequenz, Personalgewinnung und betriebliche Kosten und damit unmittelbar die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Offenbach. Zugleich zeigt das Papier, dass die zentrale Lage der Region große Chancen bietet, aber auch hohe Anforderungen an eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur mit sich bringt.
Mobilität als Standortfaktor
Für die regionale Wirtschaft sind vor allem Erreichbarkeit, Zuverlässigkeit und Planungssicherheit entscheidend. Das Papier beschreibt, dass Engpässe auf Hauptachsen wie A3, A5, A661 oder wichtigen Bundesstraßen ebenso zum Problem werden wie Qualitätsdefizite im ÖPNV, weil sie den Arbeitsweg erschweren, Zeitkosten erhöhen und die Fachkräftesicherung belasten. Mobilität wird damit als klarer Standortfaktor verstanden: Nicht nur die vorhandene Infrastruktur zählt, sondern ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit im Betrieb.
Güterverkehr
Der Güterverkehr wird im Positionspapier als Rückgrat von Versorgung, Produktion und Wertschöpfung beschrieben. Unternehmen aus Handel, Industrie, Bau, Gesundheitswirtschaft und Dienstleistungen sind auf verlässliche Straßenkorridore, geeignete Logistikflächen, funktionierende Lieferzonen und ausreichend Lkw-Stellplätze angewiesen. Gleichzeitig betont die IHK Offenbach, dass die Transformation im Güterverkehr nur gelingen kann, wenn auch Ladeinfrastruktur, Netzanschlüsse und pragmatische Genehmigungsprozesse mitgedacht werden.
Personenbeförderung
Die Personenbeförderung ist aus Sicht des Papiers ein Schlüssel für Fachkräftesicherung und wirtschaftliche Teilhabe. Besonders der ÖPNV und hier vor allem die S-Bahn sind für Pendlerinnen und Pendler, Auszubildende sowie Beschäftigte im gesamten Kammerbezirk von zentraler Bedeutung. Gefordert werden deshalb mehr Zuverlässigkeit, ausreichende Kapazitäten, professioneller Schienenersatzverkehr, arbeitsweltgerechte Busangebote und attraktive Umsteigepunkte, damit Wegeketten im Alltag funktionieren.
Vernetzung
Ein zentrales Leitmotiv des Positionspapiers ist die Vernetzung der Verkehrsträger. Wirkung entsteht demnach nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch ein abgestimmtes Gesamtsystem aus Straße, Schiene, Bus, Fahrrad, Park+Ride und Bike+Ride sowie digitaler Steuerung und besserer Baustellenkoordination. Gerade in der Region FrankfurtRheinMain braucht es dafür klare Prioritäten, nachvollziehbare Kriterien und eine enge Abstimmung über kommunale Grenzen hinweg.
Was jetzt für Wirtschaft, Politik und Verwaltung zählt
Das Positionspapier der IHK Offenbach setzt klare Akzente: Mobilität muss als Wirtschaftsfaktor gezielt gesichert und weiterentwickelt werden. Für Unternehmen sind verlässliche Erreichbarkeit, belastbare Verkehrswege und funktionierende Mobilitätsangebote zentrale Voraussetzungen, um Fachkräfte zu gewinnen, Kunden zu erreichen und Lieferketten stabil zu halten. Politik und Verwaltung sind aus Sicht des Papiers besonders gefordert, knappe Flächen, Zeit und öffentliche Mittel wirksam zu priorisieren, Entscheidungen transparent zu treffen und Infrastruktur- sowie Mobilitätsprojekte konsequent umzusetzen.
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