Nachrichten: Standortbarometer: Weitgehende Zufriedenheit – Handlungsfelder klar identifiziert | Ratgeber: Commercial Courts in Deutschland | Netzwerke: Der neue Vorstand der Wirtschaftsjunioren Offenbach e. V. Europa 01– 02 | 2026 Business Women IHK Aktiv. Vernetzt. Erfolgreich. Gemeinsam stark – Business Women IHK Sie sind Unternehmerin oder weibliche Führungskraft aus Stadt oder Kreis Offenbach? Dann werden Sie Teil unseres Netzwerks! Bei den Business Women IHK Offenbach am Main treffen sich Frauen, die Verantwortung tragen, die Wirtschaft gestalten und die Region bewegen. Hier nden Sie Inspiration, Austausch und Unterstützung – von Frauen, die Ihre Sprache sprechen. Gestalten Sie mit uns die Zukunft, gemeinsam erreichen wir mehr! Jetzt informieren und mitmachen: ihkof.de/business-women 210x280mm_IHK-businesswomen_AZ_RZ.indd 1210x280mm_IHK-businesswomen_AZ_RZ.indd 1 11.12.2025 16:44:4211.12.2025 16:44:42 Holger Drewing Geschäftsführender Gesellschafter der Herth+Buss Mobility Solutions GmbH & Co. KG in Heusenstamm Fo to : I H K Europa ist für uns Mittelständler kein abstraktes Konstrukt, son- dern tägliche Realität. Wir bei Herth+Buss leben Internationalität: Wir haben Niederlassungen in Belgien, Frankreich, Spanien und Großbritannien und erreichen eine Exportquote von 45 %. Unsere wichtigsten Absatzmärkte liegen in Frankreich, England, Öster- reich, der Schweiz und Mittel- und Osteuropa. Diese Präsenz ist entscheidend, um unsere Kfz-Ersatzteile schnell und zuverlässig zu liefern. Gleichzeitig macht sie uns abhängig von stabilen Rahmen- bedingungen. Europa eröffnet uns enorme Möglichkeiten: einen gemeinsamen Markt, verlässliche Standards, kurze Wege. Unsere Auszeichnung „Recognised for Excellence in Europe“ zeigt: Qualität aus der Region Offenbach kann europaweit überzeugen. Aber Europa ist auch anspruchsvoll. Unterschiedliche Vorschriften in den verschie- denen Ländern, zunehmende Berichtspflichten und Gesetze wie CSRD oder Liefer- kettensorgfaltspflichten belasten gerade den Mittelstand. Wir investieren in unsere SAP-Systeme und unsere Logistikprozesse, in CO2-Optimierungen und Lösungen für ADAS-Systeme und die Elektromobilität. Das ist richtig und wichtig, aber wir brauchen dabei faire Bedingungen. Ein Lichtblick: Die aktuellen Omnibus-Vereinfachungen der EU sollen Berichtspflich- ten reduzieren und Unternehmen entlasten. Nach Jahren wachsender Bürokratie ist in Brüssel eine deutliche Kurskorrektur notwendig. Europa muss sich auf das Wesentliche konzentrieren: mehr Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie und einen funktionie- renden Binnenmarkt. Europa muss schneller, offener und praxisnäher werden – sonst verlieren wir global weiter an Boden. Wir wollen Europas Chancen nutzen – nicht an den Hürden scheitern. Die Region Offenbach ist Teil dieses grandiosen Netzwerks. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sor- gen, dass Europa keine Bremse ist, sondern Unternehmen voranbringt. Ihr Mehr Markt, weniger Hürden: Was Europa jetzt liefern muss Business Women IHK Aktiv. Vernetzt. Erfolgreich. Gemeinsam stark – Business Women IHK Sie sind Unternehmerin oder weibliche Führungskraft aus Stadt oder Kreis Offenbach? Dann werden Sie Teil unseres Netzwerks! Bei den Business Women IHK Offenbach am Main treffen sich Frauen, die Verantwortung tragen, die Wirtschaft gestalten und die Region bewegen. Hier nden Sie Inspiration, Austausch und Unterstützung – von Frauen, die Ihre Sprache sprechen. Gestalten Sie mit uns die Zukunft, gemeinsam erreichen wir mehr! Jetzt informieren und mitmachen: ihkof.de/business-women 210x280mm_IHK-businesswomen_AZ_RZ.indd 1210x280mm_IHK-businesswomen_AZ_RZ.indd 1 11.12.2025 16:44:4211.12.2025 16:44:42 EDITORIAL 3Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA EUROPA 20 Die EU stand lange für friedliche und unkomplizierte Beziehungen mit unse- ren Nachbarländern – gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich. Doch wohin entwickelt sie sich? Wie erleben die Unternehmen in der Region die Gemein- schaft? NACHRICHTEN 5 IHK-Standortbarometer 2025 7 Arbeitsjubiläen 8 Verkehrsinfrastruktur ist Zukunftssicherung 10 Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen und digitale Verwaltung 11 Gründerpreis für Unternehmen aus der Region 12 Netzwerker, Impulsgeber und kritischer Begleiter 13 Wo aus Business Verbundenheit wird 14 Kurz notiert 16 Reingeschaut bei Filtec Luftfilter GmbH 18 Das Comeback der „Steinmetz’schen“ in Offenbach 19 Familienfreundliche Unternehmen TITELTHEMA 20 Wirtschaft fordert Trendwende in Brüssel 22 Die Unternehmen und die EU 22 Europa bietet enormes Potenzial 22 Die EU gefährdet den Mittelstand 23 Die EU ist einzigartig, kompliziert und gefährdet 26 AHKs: Starke Partner in der EU und weltweit 27 Zukunftsmärkte im Norden der EU 29 Einkaufsinitiative Estland, Lettland, Litauen, Finnland 30 Neue Märkte in Europa erschließen 32 Wie die EU mit Handelsabkommen Märkte erschließt 34 Neue Sicherheitsimpulse aus Brüssel 36 Gut vorbereitet entsenden 37 VERLAGS-SPECIAL RATGEBER 43 Wichtige Nachhaltigkeitsvorgaben für Unternehmen 44 Commercial Courts in Deutschland BEKANNTMACHUNG 45 Wirtschaftssatzung der IHK Offenbach am Main – Geschäftsjahr 2026 BILDUNG 47 Rotarische Berufsinformation zeigt Wege und Chancen 47 „Nacht der Ausbildung“ – neun Unternehmen, 30 Berufe 48 Mit Spitzenleistungen in die Zukunft 50 IHK. Die Weiterbildung NETZWERKE 51 Wirtschaftsjunior begeistert vom Know-how-Transfer 52 Neuer Vorstand der WJ Offenbach e. V. 52 „90 Seconds to Go“ 53 Internationale Geschäftspartnerschaften entdecken 54 Mitglieder der Wettbewerbseinigungsstelle 54 IHK im Austausch mit Gewerbeämtern 55 KI: Vom Schlagwort zur Wertschätzungg 56 IHK-Partner feiern in Japann VERANSTALTUNGEN 57 Online sicher und erfolgreich 58 Die IHK Offenbach am Main lädt zum Kennenlernen ein 4 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 INHALT Weitgehende Zufriedenheit – Handlungsfelder klar identifiziert IHK-Standortbarometer 2025 Im Vorfeld der Kommunalwahlen 2026 hat die IHK Offenbach am Main ihre Mitgliedsunternehmen für das IHK-Stand- ortbarometer befragt. Die Mehrheit der Unternehmen bewertet die Standortbedingungen in Stadt und Kreis Offenbach trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage positiv (76 %). Insgesamt haben 326 IHK-Mitgliedsunternehmen an der Befragung teilgenommen, im Durchschnitt entspricht die Zufriedenheit mit dem Standort der Schulnote 2,7. Überwiegend zufrieden sind die Firmen mit der Erreichbarkeit und dem Service der Wirtschaftsförderung (Note 2,6), mit dem Angebot an Freizeit- und Kulturmöglichkeiten (Note 2,8) sowie mit den Vernet- zungsmöglichkeiten für Unternehmen (Note 2,9). Die Unterstützung durch die kommunale Verwaltung insgesamt wird etwas zurückhalten- der beurteilt (Note 3,2). Über die Hälfte (54 %) der Unternehmen fühlt sich von ihrer Stadt oder Gemeinde gut betreut, mehr als ein Drittel (35 %) ist jedoch unzufrieden. Kritik an kommunalen Steuern und Verwaltungsbürokratie Als die kommunalen Bereiche mit dem dringendsten Handlungsbe- darf nannten die befragten Unternehmen: 1. Höhe der kommunalen Steuern (59 %), 2. schnellere und digitale Prozesse/Genehmigungen (47 %), 3. Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote (46 %), 4. Sicher- heit und Sauberkeit (43 %) sowie 5. leistungsfähige Glasfaserversor- gung (41 %). Kritik äußern die Firmen insbesondere an den kommunalen Steuern (Note 4,0): Hohe Gewerbe- und Grundsteuern werden als Wettbe- werbsnachteil empfunden. Auch die Verwaltungsprozesse bewerten die Unternehmen nur mit der Note 3,9. Zwar gibt es Lob für engagierte Ansprechpartner, dem stehen jedoch Klagen über Bürokratie, lange Wartezeiten und mangelnde Kommunikation gegenüber. Ausbaufähig sind auch die Bereiche Schaffung von Wohnraum (Note 3,8) und strategisches Gewerbeflächenmanagement (Note 3,6). Hier kritisieren viele Betriebe vor allem das Fehlen von Erweiterungs- flächen und bezahlbarem Wohnen, loben aber die Aktivitäten einzel- ner Kommunen zur Schaffung von Wohnraum und zur Ansiedlung neuer Unternehmen. Während im Hinblick auf Verkehr und Mobilitäts- angebote (Note 3,5) die zentrale Lage und Anbindung positiv bewertet werden, sind viele Befragte mit Baustellenmanagement, Straßen- qualität, Parkplatzsituation und Störungen im ÖPNV unzufrieden. Die Fortschritte beim Ausbau der Glasfaserversorgung (Note 3,3) werden Gr af ik : H K O ffe nb ac h am M ai n IHK-STANDORTBAROMETER für die Region Offenbach 2025 Positive & negative Erfahrungen Im März 2026 findet in Hessen die nächste Kommunalwahl statt. Viele Entscheidungen, die für Unternehmen relevant sind, werden auf der Ebene der Kommunen und Kreise getroffen. Mit dem IHK-Standortbarometer geben wir den Unternehmen in der Region Offenbach eine starke Stimme und machen ihre Anliegen im politischen Dialog sichtbar. Die Ergebnisse fließen direkt in unsere kommunalpolitischen Positionen ein. 05 0402 01 03 Höhe der kommunalen Steuern Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigun- gen Leistungsfähige Glasfaserversorgung Sicherheit und Sauberkeit Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote 59 % 47 % 46 % 43 % 41 % Top 5 Themen aus Sicht der Unternehmen Methodik Kontakt Die Befragung zum IHK-Standortbarometer fand online im August 2025 statt. Alle Gewerbetreibenden in Stadt und Kreis Offenbach waren aufgerufen teilzunehmen. 326 haben geantwortet. Judith Müller 069 - 8207-250 mueller@offenbach.ihk.de ihkof.de/standortbarometer Digitale Infrastruktur Wirtschaftsförderung & Verwaltung Mobilität Kommunale Steuern Vernetzung & Zusammenarbeit Flächen & Stadtentwicklung Kinderbetreuung & soziale Infrastruktur Sonstige Punkte Zufriedenheit mit kommunalen Themen Schaffung von Wohnraum Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote Höhe der kommunalen Steuern Strategisches Gewerbeflächenmanagement Sicherheit und Sauberkeit Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigungen Nachmittagsbetreuung für Kinder Leistungsfähige Glasfaserversorgung Unterstützungsangebote zur Arbeitskräftegewinnung Engagement für attraktive Innenstädte Etablierung einer Willkommenskultur Vernetzungsmöglichkeiten von Unternehmen Attraktive Freizeit- & Kulturangebote Erreichbarkeit & Service der Wirtschaftsförderung Kein aktiver Gewerbeverein! Bebauung von ausgewiesenem Gewerbegebiet mit Wohnungen! Fehlende Kindergartenplätze! Keine Berührungs- punkte mit der eigenen Kommune! Zu hohe Gewerbe- & Grundsteuer! Straßenbauar- beiten werden nicht angekündigt! Zu bürokratisch, lange Prozesse! Kein flächen- deckender Ausbau & Verzögerungen! Glasfaser im Gewerbegebiet vorhanden! Ausbau der Lade- möglichkeiten für E-Fahrzeuge! Hoffnung auf Hebesatzsenkungen! Gute Netzwerke unter Unternehmen - auch interkommunal! Sicherheit und Gestaltung der Innenstädte! Gute Entwicklung bei der Verfügbarkeit von Kinderbetreuung! Starke Neuansied- lungen von Firmen! Aktive Wirtschaftsförderung & pragmatische Lösungen! Mutiger Ausbau und frühzeitige Verlegung /// Digitalisierung schreitet voran Schlechte Koordination /// Falsche Anbieterwahl /// Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude fehlen Schnelle Gewerbeanmeldung /// Bürgermeis- ter kümmert sich /// Unterstützung bei Expansion /// Positive Willkommenskultur für neue Unternehmen /// Nette Mitarbeiter und Unterstützung bei Neuansiedlung Lange Bearbeitungszeiten & Terminprobleme (z. B. Kfz-Anmel- dung) /// Unklare oder fehlende Kommunikation /// Kaum Informationen und fehlende Ansprechpartner /// Politiker ignorieren Erfahrung der Unternehmen Ausbau Hopper-Angebot /// Ausbau der Radwegeinfrastruktur Schlechte Baustellenkommunikation /// Fehlender Verkehrsfluss /// Parkplatzmangel für Mitarbeitende /// Schlechter ÖPNV, S- Bahn-Sperrungen /// Desolater Zustand der Straßen Wahrnehmung von massiven Erhöhungen ohne erkennbare Gegenleistungen Wirtschaftsklubs als Plattform Vernetzungsangebote fehlen teilweise komplett Neugestal- tung von Aufenthaltsflächen /// Erschließung neuer Gewerbegebiete /// Genehmigung zahlreicher Mehrfamilienhäuser Fehlende Flächen für Wohnen & Gewerbe /// Fehlen sichtbarer Stadtbildpflege /// Zunehmend Vandalismus & Ver- müllung Unterstützung gemeinnütziger Organisationen Verkürzte Betreuungszeiten Engagement für Nach- haltigkeit Praxisferne Maßnahmen und Abbruch von Projekten (z. B. Grüner Wasserstoff) /// Mangelnde allgemeine Sicherheit Unterstützung für Unternehmen durch die Kommune 3,2 sehr unzufrieden weiß nichtunzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 13 % 20 % 21 % 19 % 8 % 12 % 8 % Zufriedenheit mit den Bedingungen der Kommune sehr unzufrieden weiß nicht unzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 2,7 15 % 31 % 30 % 13 % 5 % 4 % 1 % 3,42,9 3,23,1 3,3 3,5 3,63,5 3,5 3,8 2,6 3,9 2,8 4,0 Mehrfachauswahl möglich, Prozentzahlen zeigen die Häufigkeit der Nennung an. IHK-STANDORTBAROMETER für die Region Offenbach 2025 Positive & negative Erfahrungen Im März 2026 findet in Hessen die nächste Kommunalwahl statt. Viele Entscheidungen, die für Unternehmen relevant sind, werden auf der Ebene der Kommunen und Kreise getroffen. Mit dem IHK-Standortbarometer geben wir den Unternehmen in der Region Offenbach eine starke Stimme und machen ihre Anliegen im politischen Dialog sichtbar. Die Ergebnisse fließen direkt in unsere kommunalpolitischen Positionen ein. 05 0402 01 03 Höhe der kommunalen Steuern Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigun- gen Leistungsfähige Glasfaserversorgung Sicherheit und Sauberkeit Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote 59 % 47 % 46 % 43 % 41 % Top 5 Themen aus Sicht der Unternehmen Methodik Kontakt Die Befragung zum IHK-Standortbarometer fand online im August 2025 statt. Alle Gewerbetreibenden in Stadt und Kreis Offenbach waren aufgerufen teilzunehmen. 326 haben geantwortet. Judith Müller 069 - 8207-250 mueller@offenbach.ihk.de ihkof.de/standortbarometer Digitale Infrastruktur Wirtschaftsförderung & Verwaltung Mobilität Kommunale Steuern Vernetzung & Zusammenarbeit Flächen & Stadtentwicklung Kinderbetreuung & soziale Infrastruktur Sonstige Punkte Zufriedenheit mit kommunalen Themen Schaffung von Wohnraum Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote Höhe der kommunalen Steuern Strategisches Gewerbeflächenmanagement Sicherheit und Sauberkeit Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigungen Nachmittagsbetreuung für Kinder Leistungsfähige Glasfaserversorgung Unterstützungsangebote zur Arbeitskräftegewinnung Engagement für attraktive Innenstädte Etablierung einer Willkommenskultur Vernetzungsmöglichkeiten von Unternehmen Attraktive Freizeit- & Kulturangebote Erreichbarkeit & Service der Wirtschaftsförderung Kein aktiver Gewerbeverein! Bebauung von ausgewiesenem Gewerbegebiet mit Wohnungen! Fehlende Kindergartenplätze! Keine Berührungs- punkte mit der eigenen Kommune! Zu hohe Gewerbe- & Grundsteuer! Straßenbauar- beiten werden nicht angekündigt! Zu bürokratisch, lange Prozesse! Kein flächen- deckender Ausbau & Verzögerungen! Glasfaser im Gewerbegebiet vorhanden! Ausbau der Lade- möglichkeiten für E-Fahrzeuge! Hoffnung auf Hebesatzsenkungen! Gute Netzwerke unter Unternehmen - auch interkommunal! Sicherheit und Gestaltung der Innenstädte! Gute Entwicklung bei der Verfügbarkeit von Kinderbetreuung! Starke Neuansied- lungen von Firmen! Aktive Wirtschaftsförderung & pragmatische Lösungen! Mutiger Ausbau und frühzeitige Verlegung /// Digitalisierung schreitet voran Schlechte Koordination /// Falsche Anbieterwahl /// Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude fehlen Schnelle Gewerbeanmeldung /// Bürgermeis- ter kümmert sich /// Unterstützung bei Expansion /// Positive Willkommenskultur für neue Unternehmen /// Nette Mitarbeiter und Unterstützung bei Neuansiedlung Lange Bearbeitungszeiten & Terminprobleme (z. B. Kfz-Anmel- dung) /// Unklare oder fehlende Kommunikation /// Kaum Informationen und fehlende Ansprechpartner /// Politiker ignorieren Erfahrung der Unternehmen Ausbau Hopper-Angebot /// Ausbau der Radwegeinfrastruktur Schlechte Baustellenkommunikation /// Fehlender Verkehrsfluss /// Parkplatzmangel für Mitarbeitende /// Schlechter ÖPNV, S- Bahn-Sperrungen /// Desolater Zustand der Straßen Wahrnehmung von massiven Erhöhungen ohne erkennbare Gegenleistungen Wirtschaftsklubs als Plattform Vernetzungsangebote fehlen teilweise komplett Neugestal- tung von Aufenthaltsflächen /// Erschließung neuer Gewerbegebiete /// Genehmigung zahlreicher Mehrfamilienhäuser Fehlende Flächen für Wohnen & Gewerbe /// Fehlen sichtbarer Stadtbildpflege /// Zunehmend Vandalismus & Ver- müllung Unterstützung gemeinnütziger Organisationen Verkürzte Betreuungszeiten Engagement für Nach- haltigkeit Praxisferne Maßnahmen und Abbruch von Projekten (z. B. Grüner Wasserstoff) /// Mangelnde allgemeine Sicherheit Unterstützung für Unternehmen durch die Kommune 3,2 sehr unzufrieden weiß nichtunzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 13 % 20 % 21 % 19 % 8 % 12 % 8 % Zufriedenheit mit den Bedingungen der Kommune sehr unzufrieden weiß nicht unzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 2,7 15 % 31 % 30 % 13 % 5 % 4 % 1 % 3,42,9 3,23,1 3,3 3,5 3,63,5 3,5 3,8 2,6 3,9 2,8 4,0 Mehrfachauswahl möglich, Prozentzahlen zeigen die Häufigkeit der Nennung an. IHK-STANDORTBAROMETER für die Region Offenbach 2025 Positive & negative Erfahrungen Im März 2026 findet in Hessen die nächste Kommunalwahl statt. Viele Entscheidungen, die für Unternehmen relevant sind, werden auf der Ebene der Kommunen und Kreise getroffen. Mit dem IHK-Standortbarometer geben wir den Unternehmen in der Region Offenbach eine starke Stimme und machen ihre Anliegen im politischen Dialog sichtbar. Die Ergebnisse fließen direkt in unsere kommunalpolitischen Positionen ein. 05 0402 01 03 Höhe der kommunalen Steuern Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigun- gen Leistungsfähige Glasfaserversorgung Sicherheit und Sauberkeit Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote 59 % 47 % 46 % 43 % 41 % Top 5 Themen aus Sicht der Unternehmen Methodik Kontakt Die Befragung zum IHK-Standortbarometer fand online im August 2025 statt. Alle Gewerbetreibenden in Stadt und Kreis Offenbach waren aufgerufen teilzunehmen. 326 haben geantwortet. Judith Müller 069 - 8207-250 mueller@offenbach.ihk.de ihkof.de/standortbarometer Digitale Infrastruktur Wirtschaftsförderung & Verwaltung Mobilität Kommunale Steuern Vernetzung & Zusammenarbeit Flächen & Stadtentwicklung Kinderbetreuung & soziale Infrastruktur Sonstige Punkte Zufriedenheit mit kommunalen Themen Schaffung von Wohnraum Verkehrsplanung und Mobilitätsangebote Höhe der kommunalen Steuern Strategisches Gewerbeflächenmanagement Sicherheit und Sauberkeit Schnelle und digitale Prozesse/Genehmigungen Nachmittagsbetreuung für Kinder Leistungsfähige Glasfaserversorgung Unterstützungsangebote zur Arbeitskräftegewinnung Engagement für attraktive Innenstädte Etablierung einer Willkommenskultur Vernetzungsmöglichkeiten von Unternehmen Attraktive Freizeit- & Kulturangebote Erreichbarkeit & Service der Wirtschaftsförderung Kein aktiver Gewerbeverein! Bebauung von ausgewiesenem Gewerbegebiet mit Wohnungen! Fehlende Kindergartenplätze! Keine Berührungs- punkte mit der eigenen Kommune! Zu hohe Gewerbe- & Grundsteuer! Straßenbauar- beiten werden nicht angekündigt! Zu bürokratisch, lange Prozesse! Kein flächen- deckender Ausbau & Verzögerungen! Glasfaser im Gewerbegebiet vorhanden! Ausbau der Lade- möglichkeiten für E-Fahrzeuge! Hoffnung auf Hebesatzsenkungen! Gute Netzwerke unter Unternehmen - auch interkommunal! Sicherheit und Gestaltung der Innenstädte! Gute Entwicklung bei der Verfügbarkeit von Kinderbetreuung! Starke Neuansied- lungen von Firmen! Aktive Wirtschaftsförderung & pragmatische Lösungen! Mutiger Ausbau und frühzeitige Verlegung /// Digitalisierung schreitet voran Schlechte Koordination /// Falsche Anbieterwahl /// Glasfaseranschlüsse bis ins Gebäude fehlen Schnelle Gewerbeanmeldung /// Bürgermeis- ter kümmert sich /// Unterstützung bei Expansion /// Positive Willkommenskultur für neue Unternehmen /// Nette Mitarbeiter und Unterstützung bei Neuansiedlung Lange Bearbeitungszeiten & Terminprobleme (z. B. Kfz-Anmel- dung) /// Unklare oder fehlende Kommunikation /// Kaum Informationen und fehlende Ansprechpartner /// Politiker ignorieren Erfahrung der Unternehmen Ausbau Hopper-Angebot /// Ausbau der Radwegeinfrastruktur Schlechte Baustellenkommunikation /// Fehlender Verkehrsfluss /// Parkplatzmangel für Mitarbeitende /// Schlechter ÖPNV, S- Bahn-Sperrungen /// Desolater Zustand der Straßen Wahrnehmung von massiven Erhöhungen ohne erkennbare Gegenleistungen Wirtschaftsklubs als Plattform Vernetzungsangebote fehlen teilweise komplett Neugestal- tung von Aufenthaltsflächen /// Erschließung neuer Gewerbegebiete /// Genehmigung zahlreicher Mehrfamilienhäuser Fehlende Flächen für Wohnen & Gewerbe /// Fehlen sichtbarer Stadtbildpflege /// Zunehmend Vandalismus & Ver- müllung Unterstützung gemeinnütziger Organisationen Verkürzte Betreuungszeiten Engagement für Nach- haltigkeit Praxisferne Maßnahmen und Abbruch von Projekten (z. B. Grüner Wasserstoff) /// Mangelnde allgemeine Sicherheit Unterstützung für Unternehmen durch die Kommune 3,2 sehr unzufrieden weiß nichtunzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 13 % 20 % 21 % 19 % 8 % 12 % 8 % Zufriedenheit mit den Bedingungen der Kommune sehr unzufrieden weiß nicht unzufriedeneher unzufrieden eher zufriedenzufriedensehr zufrieden 2,7 15 % 31 % 30 % 13 % 5 % 4 % 1 % 3,42,9 3,23,1 3,3 3,5 3,63,5 3,5 3,8 2,6 3,9 2,8 4,0 Mehrfachauswahl möglich, Prozentzahlen zeigen die Häufigkeit der Nennung an. 5Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN vielfach gelobt, jedoch kritisieren auch viele Betriebe, dass Anschlüsse bis ins Haus fehlen oder nicht zu bekommen sind. An einigen Stand- orten lässt der Ausbau zudem weiter auf sich warten. Belastung eindämmen Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main, betont: „Die Offenbacher Wirtschaft zeigt sich trotz herausfordernder Rahmenbedingungen überwiegend zufrieden mit ihrem Standort. Aber die Ergebnisse machen auch deutlich: Kommunale Steuern und büro- kratische Hürden sind die größten Bremsfaktoren für Unternehmen. Die Kommunalpolitik muss hier dringend ansetzen. Die Belastung der Unternehmen darf nicht weiter steigen. Ebenso gilt es, Genehmigungs- prozesse zu digitalisieren und spürbar zu beschleunigen.“ Die Befragung für das IHK-Standortbarometer hat im August 2025 stattgefunden. Die Ergebnisse sind in die kommunalpolitischen Posi- tionen der Kammer eingeflossen. Diese umfassen zentrale Themen und Forderungen aus Sicht der Wirtschaft für die Region Offenbach und wurden von der IHK Offenbach am Main Anfang Dezember 2025 veröffentlicht. (s. dazu auch den Beitrag auf Seite 10) Weitere Informationen unter: ihkof.de/standortbarometer Kommunale Steuern und büro- kratische Hürden sind die größten Bremsfaktoren für Unternehmen 100 Jahre Stahl-Becker GmbH Beständigkeit und Flexibilität Die Stahl-Becker GmbH aus Heusenstamm feierte ihr 100-jähriges Jubiläum mit einem Empfang am Firmensitz. Das Unternehmen, einst als „Agentur für technische Bedarfsartikel“ im Frank furter Bahnhofsviertel gestartet, überstand herausfordernde Zeiten wie Hyperinflation und die vollständige Zerstörung im Zweiten Weltkrieg. Dann gelang der erfolgreiche Wiederaufbau. 1988 zog die expandierende Firma nach Heusenstamm um. Heute ist Stahl-Becker ein moderner Betrieb mit zwei Standorten und rund 10.000 Produkten für Kunden aus Automobilindustrie und Industrie weltweit. IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner gratulierte dem Stahl-Becker-Team rund um Geschäftsführer Florian Sietzy und dessen Vater Hans Erich Sietzy persönlich und überreichte eine Jubiläums- urkunde. In seiner Ansprache würdigte er die besondere Mischung aus Beständigkeit und Flexibilität – Eigenschaften, die Stahl-Becker seit der Gründung im Jahr 1925 prägen. „Zugfest, ermüdungsfest und elastisch – wie Federstahl“, beschrieb Weinbrenner die Eigenschaften, die Stahl-Becker stark machen. „Kundenbindung durch Flexibilität und Verlässlichkeit“ sowie „Wachstum durch Leistung“ sind die Werte, denen das Unternehmen sich verpflichtet sieht. Seit 2001 engagiert sich Stahl-Becker in der betrieblichen Ausbildung vor Ort und bildet junge Menschen zu Kauf- leuten für Groß- und Außenhandelsmanagement aus. Darüber hinaus übernimmt das Unternehmen soziale Verantwortung weltweit: unter anderem durch die Unterstützung humanitärer Projekte in Indonesien und der Mongolei. https://stahlbecker.de/ IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner (l.) gratulierte dem Stahl-Becker-Team und überreichte eine Jubiläumsurkunde an Geschäftsführer Florian Sietzy (r.) und dessen Vater Hans Erich Sietzy (M.). Fo to : S ta hl -B ec ke r 6 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Arbeitsjubiläen 45 Jahre Klaus Schött EAB Elektroanlagenbau GmbH Rhein/Main (Nachtrag 2025) 40 Jahre Thomas Mix Offenbacher Verkehrs-Betriebe GmbH 35 Jahre Maria Andreou Dental-Union GmbH Jens Marker GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH 30 Jahre Evangelos Kosteas EAB Elektroanlagenbau GmbH Rhein/Main (Nachtrag 2025) Thomas Pumm TEMPLET Deutschland GmbH 25 Jahre Undine Herrmann EAB Elektroanlagenbau GmbH Rhein/Main (Nachtrag 2025) Veronika Kiwaczinski M. Schneider Offenbach GmbH & Co. KG (Nachtrag 2025) Holger Lahr EAB Elektroanlagenbau GmbH Rhein/Main (Nachtrag 2025) Sven Pleß M. Schneider Offenbach GmbH & Co. KG (Nachtrag 2025) Lamprini Tsobanidou M. Schneider Offenbach GmbH & Co. KG (Nachtrag 2025) 20 Jahre Stephan Litzinger Deutscher Verband für Post, Informations- technologie und Telekommunikation e. V. (Nachtrag 2025) 15 Jahre Eva Hinojosa Walke Dental-Union GmbH Asiye Saral Dental-Union GmbH Jens Schmidt GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH Joachim Ebhart GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH Markus Göckel GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH Heinrich Schlesinger GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH Daniele Martinelli GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH Marijan Ribarovic GEFINAL Blech- & Stahlbau GmbH 10 Jahre Nizar Bendek Dental-Union GmbH 5 Jahre Jolanta Wieczorek Köba-Sewifa GmbH Rafal Basiaga Köba-Sewifa GmbH Schöne Anerkennung für Jubilare Ihre langjährigen Mitarbeiterinnen oder Mit- arbeiter verdienen zu ihren Arbeitsjubiläen besondere Auszeichnungen. Deshalb stellt Ihnen die IHK Offenbach am Main personali- sierte Urkunden zur Verfügung, auf Wunsch kombiniert mit einer Veröffentlichung hier im IHK-Magazin „Offenbacher Wirtschaft“. Wenn Sie auf diese Weise zeigen möchten, wie sehr Sie die Zusammenarbeit mit den Jubilaren schätzen, teilen Sie uns bitte fol- gende Informationen mit: ❙ Name des Jubilars oder der Jubilarin ❙ Jubiläumsdatum ❙ genaue Firmierung des Unternehmens (entsprechend Eintragung in Handelsregis- ter bzw. Gewerbeanmeldung). Die Kosten für eine gerahmte Urkunde betragen 40,00 Euro zuzüglich Mehrwert- steuer. www.ihkof.de / jubilare Kontakt IHK-Kundenservice 069 8207-0 | Fax -149 service@offenbach.ihk.de IHK-Magazin bestellen oder abbestellen Wer Mitglied in der IHK Offenbach am Main wird, erhält drei Printausgaben des IHK-Magazins Offenbacher Wirtschaft per Post. Eine kurze Nachricht per E-Mail mit Angabe des Unternehmensnamens und der Mitgliedsnummer (ID) genügt und das kostenlose Print-Abonnement wird fortgesetzt. Genauso einfach wird das Abonnement der gedruckten Ausgabe per E-Mail abbestellt. E-Mail: redaktion@offenbach.ihk.de Die Online-Ausgabe der Offenbacher Wirtschaft finden Sie unter www.offenbacher-wirtschaft.de Nachrichten: Gründen bleibt in Stadt und Kreis Offenbach beliebt | Ratgeber: Mittelstand schlägt Alarm, weil Nachfolger fehlen | Netzwerke: Level 4 bietet neuen Raum für Zukunftsthemen Schöne neue Arbeitswelt 09 – 10 | 2025 Nachrichten: Gesamtverteidigung geht uns alle an | Ratgeber: Ursprungszeugnisse für Waren ab sofort vollständig digitalisiert | Veranstaltungen: E-Rechnung - Herausforderungen und Lösungen Wirtschaft unter Strom 11– 12 | 2025 7Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Tarek Al-Wazir und Björn Simon diskutieren beim Offenbacher Dialog Verkehrsinfrastruktur ist Zukunftssicherung Verkehrspolitik und -infrastruktur standen beim Offenbacher Dialog der IHK Offenbach am Main im Herbst im Mittelpunkt. Die Fragestellung der IHK an diesem Abend lautete: „Bauen, planen, bremsen? Verkehrspolitik zwischen Anspruch und Realität: Können Milliarden für die Infrastruktur die lokale Wirtschaft in Fahrt bringen?“ Mit den Bundestagsabgeordneten Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen) und Björn Simon (CDU) hatte die IHK Offenbach am Main zwei Experten für das Themenfeld eingeladen: Al-Wazir ist Vorsitzender des Ver- kehrsausschusses des Bundestags. Simon ist verkehrspolitischer Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion und ebenfalls Mitglied im Verkehrsausschuss. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmül- ler begrüßte die rund 100 Gäste und hob in ihrer Ansprache die Bedeutung einer funk- tionierenden Verkehrsinfrastruktur sowie einer vorausschauenden und verlässlichen Verkehrspolitik hervor. „Verkehrsinfrastruk- tur ist kein Selbstzweck, sondern Stand- ortpolitik. Sie bedeutet Zukunftssicherung und Wettbewerbsfähigkeit“, betonte sie und forderte von der Politik eine Haltung, die Umsetzung möglich macht und das Gestalten in den Vordergrund stellt, nicht das Verhindern. Beide Politiker bekannten sich zu der Wich- tigkeit einer intakten Verkehrsinfrastruktur. „Bröselnde Brücken und kilometerweite Umleitungen kosten die Wirtschaft vor Ort jeden Tag Geld, das sie nicht in ihre Mitarbei- tenden oder neue Maschinen investieren kann“, sagte Al-Wazir. Björn Simon betonte: „Eine funktionierende Verkehrsinfrastruktur ist unerlässlich. Nicht nur für die Wettbe- werbsfähigkeit unseres Landes, sondern auch für die Menschen, die täglich auf zuverlässige Straßen, Brücken und Schienen angewiesen sind.“ Sondervermögen, beschleunigte Umsetzung, Zukunft der Mobilität Unter der Moderation von Markus Weinbren- ner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main, diskutierten die beiden Bundestags- abgeordneten ein breites Themenspektrum rund um Verkehrsinfrastruktur und -politik. Zunächst ging es um das Sondervermögen für Infrastruktur und wie die Region Offenbach davon profitieren kann. Als wichtige Projekte nannten beide Politiker den Ausbau des Offenbacher Hauptbahnhofs, Al-Wazir zudem das Offenbacher Kreuz und den Frankfurter Fernbahntunnel, Simon den Ausbau der A 3 und der B 486. Laut Tarek Al-Wazir ist es fatal, dass Schwarz- Rot längst eingeplante Maßnahmen aus dem Sondervermögen für Infrastruktur statt aus dem Kernhaushalt bezahlt und somit trotz des Sondervermögens zu wenig zusätzli- IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner moderierte die Diskussion der Bundestagsabgeordneten Tarek Al-Wazir und Björn Simon. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion befragten einige der Anwesenden die Politiker und wiesen auf weitere Aspekte des Themenfelds hin. 8 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN ches Geld da sei, um Straßen, Schienen und Wasserstraßen endlich wieder fit zu machen. Björn Simon hielt dagegen, dass mit einem Gesamtvolumen von 169 Milliarden Euro in den kommenden Jahren so viele Mittel wie noch nie in die Infrastruktur unseres Landes investiert würden. Anschließend stand die Frage im Mittel- punkt, wie es in Deutschland zu schaffen ist, Verkehrsprojekte schneller zu planen und umzusetzen. Al-Wazir betonte, dass ein echtes Beschleunigungspotenzial für die Umsetzung von Infrastrukturmaßnahmen maßgeblich auch in einer planbaren und ausreichenden Finanzierung liege. „Alles, was baureif ist, wird gebaut“, entgegnete Simon und versprach, dass die Bundesregierung sich für beschleu- nigte Planungs- und Genehmigungsverfahren einsetze, damit dringend benötigte Projekte schneller realisiert werden können. Einen dritten Themenschwerpunkt bildete die Frage, wie die Mobilität der Zukunft aus- sieht und welche Weichen dafür heute schon gestellt werden müssen. Simon betonte, dass mit Blick auf die zukünftige Mobilität und das Erreichen der Klimaziele im Verkehrssektor ein technologisch und wirtschaftlich sinnvol- ler Weg entscheidend sei. „Dazu gehört neben der Elektromobilität auch eine ideologiefreie Technologieoffenheit.“ Al-Wazir sagte: „Mobili- tät ist vielfältig. In 2050 sind wir intermodal und CO2-frei unterwegs. Autonomes Fahren wird auf jeden Fall ein Gamechanger sein.“ Das Publikum hatte während der Diskussion die Möglichkeit, live über Fragen abzustim- men, etwa zur Verwendung des Sonder- vermögens und zum Verbrenner-Aus. Im Anschluss an die Podiumsdiskussion nutzten die Gäste zudem die Möglichkeit, ihre Fragen direkt an die beiden Politiker zu stellen. Die Bundestagsabgeordneten Tarek Al-Wazir und Björn Simon blieben zum Get-together und sprachen mit den Gästen. Fo to s: IH K Eintrag ins Gästebuch der IHK Offenbach am Main. V. l. n. r.: IHK-Hauptgeschäfts- führer Markus Weinbrenner, MdB Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen), MdB Björn Simon (CDU) und IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller eröffnete den Offenbacher Dialog und ließ später in ihrem Schlusswort anklingen, dass sie sich konkretere Aussagen von den Politikern erhofft hatte. IHR LOGISTIK- UND TRANSPORTDIENSTLEISTER WELTWEIT www.agotrans.de agotrans Logistik GmbH Behringstraße 1 6 3110 Rodgau Tel. : +49 (0) 6106 - 28 38 - 0 · info@agotrans.de 9Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Kommunalpolitische Positionen Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen und digitale Verwaltung Die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main hat in der Sitzung am 4. Dezember 2025 ihre Kommunalpolitischen Positionen für die Region einstimmig verabschiedet. Im Hinblick auf die Kommunalwahlen am 15. März 2026 geben die Positionen einen Überblick über zentrale Themen und Forderungen der Wirtschaft. Grundlage dafür sind unter ande- rem das IHK-Standortbarometer sowie die Rückmeldungen zahlreicher Unternehmen aus Stadt und Kreis Offenbach. Viele für Unternehmen relevante Entschei- dungen werden auf kommunaler Ebene getroffen – etwa zur Höhe der Grund- und Gewerbesteuer, zur Verkehrsführung, zur Qualität der Kinderbetreuung oder zur Ver- fügbarkeit schneller Glasfaseranschlüsse. „Mit unseren Kommunalpolitischen Positionen leisten wir einen klaren inhaltlichen Bei- trag und zeigen auf, was Unternehmen am Standort benötigen“, betonte IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller. Positionen zu zentralen Handlungs feldern im Überblick Die Kommunalpolitischen Positionen decken sechs zentrale Handlungsfelder ab. Sie zeigen, wo Kommunen ansetzen müssen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region zu sichern und die Standortbedingungen nachhaltig zu verbessern. „Als Interessenvertretung der Wirtschaft ist es unsere Aufgabe, diese Themen und den kommunalpolitischen Handlungs- bedarf klar zu adressieren“, sagte IHK-Hauptge- schäftsführer Markus Weinbrenner. „Eine starke Wirtschaft ist schließlich die Basis für attraktive und lebenswerte Städte und Gemeinden.“ Energie und digitale Infrastruktur: Die digitale Infrastruktur muss konsequent aus- gebaut werden. Dazu gehören vereinfachte und digitalisierte Genehmigungsverfahren für Glasfaser- und Mobilfunknetze sowie eine flächendeckende Versorgung – insbesondere entlang zentraler Verkehrsachsen und in Gewerbegebieten. Für die Ansiedlung von Rechenzentren sollen regionale Strategien entwickelt werden, die Flächenbedarf, Strom- versorgung und Abwärmenutzung berück- sichtigen. Die Energiewende ist technologie- offen und praxistauglich zu gestalten. Fachkräfte: Die digitale Ausstattung der Schu- len – insbesondere der beruflichen Schulen – ist deutlich auszubauen. Berufsorientierung soll durch Kooperationen mit Unternehmen und Kampagnen gestärkt werden. Für internationale Fachkräfte braucht es zentrale Anlaufstellen, Sprachförderangebote und digitalisierte Ver- fahren. Das Modell „Fast Lane Fachkräfte“ sollte ausgeweitet werden. Eine verlässliche Ganz- tagsbetreuung in Kitas und zukünftig schritt- weise in der Grundschule ist sicherzustellen. Kommunale Finanzen: Kommunen benö- tigen eine stabile Einnahmebasis, ohne zusätzliche steuerliche Belastungen für Unter- nehmen. Das Konnexitätsprinzip ist strikt einzuhalten. Die IHK Offenbach am Main lehnt neue kommunale Steuern oder Abgaben sowie weitere Erhöhungen der Gewerbe- steuer-Hebesätze ab. Kommunale Ausgaben sollten regelmäßig auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Erfolgreiche interkommunale Zusammenarbeit soll ausgebaut werden. Fläche & Stadtentwicklung: Es braucht eine vorausschauende, flexible und interkommu- nal abgestimmte Flächenpolitik. Geeignete Areale müssen frühzeitig gesichert und Brach- flächen aktiviert werden. Innenstädte sollen als identitätsstiftende Räume gestärkt und innovative Konzepte erprobt werden. Mobilität: Alle Verkehrsträger müssen gestärkt werden und Hauptverkehrsachsen sowie Zufahrten zu Gewerbestandorten leistungsfähig bleiben. Der ÖPNV ist durch verlässliche Taktung und flexible Angebote zu verbessern. Benötigt werden zudem sichere Radwegenetze, multimodale Mobilitätssta- tionen und eine leistungsfähige Ladeinfra- struktur. Verwaltung: Verwaltungsprozesse müssen medienbruchfrei digitalisiert und Verfahren vereinfacht und beschleunigt werden. Das Once-Only-Prinzip ist umzusetzen. Erfolg- reiche Praxisbeispiele anderer Kommunen sollten übernommen und der Erfahrungsaus- tausch gestärkt werden. Weitere Informationen: ihkof.de/kommunalepositionen Fo to : M ah r/ IH K O ffe nb ac h am M ai n Die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main hat in ihrer Sitzung am 4. Dezember 2025 die Kommunalpolitischen Positionen einstimmig verabschiedet. 10 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN 2026 wird der Hessische Gründerpreis in Offenbach verliehen Gründerpreis für Unternehmen aus der Region Zwölf hessische Unternehmen wurden im November 2025 in Hofheim mit dem Hessischen Gründer- preis ausgezeichnet. Unter den Finalisten waren die Unternehmen Prof. Valmed aus Langen und Main Glückskind aus Dreieich. Main Glückskind siegte in der Kategorie „Gesellschaftliche Wirkung“. Prof. Valmed punktete mit einer Sprach-App mit medizinischen Informationen für Ärztin- nen, Ärzte und medizinisches Fachpersonal. Main Glückskind unterstützt Familien mit Kursen, Beratung und einem Café in einer prägenden Lebensphase. 2026 wird die Verleihung des Hessischen Gründerpreises in Offenbach stattfinden. Wilhelm Schultze, Bürgermeister von Hofheim am Taunus, reichte als diesjähriger Gastgeber den Staffelstab an den Offenbacher Stadtrat Paul-Gerhard Weiß weiter. „Offenbach ist die Wiege des Hessischen Gründerpreises. Wir sind stolz, dass Offenbach nach 2003 und 2012 nun 2026 zum dritten Mal Austragungs- ort des Hessischen Gründerpreises sein wird. Dies ist nicht nur eine Hommage an die Geschichte des Wettbewerbs, sondern auch ein starkes Zeichen für unsere dynamische Gründer- und Kreativszene“, sagte Weiß. https://hessischer-gruenderpreis.de Finalisten, Sieger und Laudatoren des Hessischen Gründerpreises 2025. Fo to : M ar ia Ta ra – H es si sc he r G rü nd er pr ei s Ihr Unternehmen im IHK-Magazin Die Offenbacher Wirtschaft berichtet in jeder Ausgabe über Aktuelles aus den Unternehmen in der Region: Wir stellen Betriebe vor, die sich neu am Wirtschaftsstandort angesiedelt haben, berichten von wichtigen personellen Veränderungen, großen Jubiläen und zündenden Geschäftsideen. Schicken Sie uns Ihre Pressemitteilung oder rufen Sie einfach an, damit die Leser des IHK-Magazins erfahren, was sich in Ihrem Unternehmen tut! Kontakt Birgit Arens 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de Fo to : I H K 11Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN MMenschen und Wirtschaft Zum Gedenken an Dr. Wolfgang Kappus Netzwerker, Impulsgeber und kritischer Begleiter Die IHK Offenbach am Main trauert um ihren ehemaligen Präsidenten, den vielfältig engagierten Offenbacher Unternehmer Dr. Wolfgang Kappus, der am 25. Oktober 2025 im Alter von 92 Jahren verstorben ist. Der Spross einer hiesigen Unternehmerfamilie studierte nach dem Abitur Betriebswirtschaftslehre und ver- brachte mehrere Jahre in Kanada, bevor er in die Kappus Seifenmanufaktur einstieg. Deren Leitung übernahm er 1970. Unter seiner Führung entwickelte sich das Traditionsunternehmen zu einem der größten Seifenherstel- ler Europas. Er etablierte moderne Produktionstechniken und baute den Export in über 80 Länder aus. Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte sich Dr. Wolfgang Kappus über Jahrzehnte ehrenamt- lich für die regionale Wirtschaft. Als Gründungsmitglied der Wirtschaftsjunioren Offenbach machte er sich schon 1965 für die Belange der jungen Unternehmergeneration stark und förderte in späteren Jahren als Vizepräsident der Junior Chamber International den Austausch über Ländergrenzen hinweg. Ab 1966 war er 34 Jahre lang Mitglied der IHK-Vollversammlung. 1976 wurde er IHK-Vizepräsident und 1994 übertrug ihm die IHK Offenbach am Main ihr höchstes Amt, die Präsidentschaft, die er bis 2000 ausübte. In dieser Funktion lagen ihm besonders die Stärkung des Wirtschaftsstandorts Stadt und Kreis Offenbach und die Ausbildung junger Menschen am Herzen. Er war ein Netzwerker, ein Impulsgeber und ein kritischer Begleiter wirtschaftspoliti- scher Entscheidungen. Für sein Lebenswerk erhielt Dr. Wolfgang Kappus zahlreiche Auszeichnungen. Zuletzt verlieh ihm die Stadt Offenbach ihre Ehrenplakette und würdigte damit seinen außergewöhnlichen Einsatz für das Gemeinwohl. Die IHK Offenbach am Main verliert mit Dr. Wolfgang Kappus einen Menschen, der Verantwortung lebte und mit Leidenschaft für seine Stadt und die Wirtschaft in der Region eintrat. Wir sind ihm dankbar und werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Kirsten Schoder-Steinmüller Markus Weinbrenner IHK-Präsidentin IHK-Hauptgeschäftsführer Fo to : S ta dt O ffe nb ac h/ ge or g- fo to , o ffe nb ac h 12 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Die Messe Offenbach ist bereit für die nächsten 25 Jahre Wo aus Business Verbundenheit wird Ende 2025 feierte die Messe Offenbach ihr 75-jähriges Bestehen. Geschäftsführer Arnd Hinrich Kappe spricht über Entwicklungen in den für sein Unternehmen relevanten Branchen und über die Zukunft. Herr Kappe, lassen Sie uns in die Zukunft schauen: Was für Produkte werden Aus- stellerinnen und Aussteller der Internatio- nalen Lederwarenmesse (ILM) zum 100. Geburtstag der Messe Offenbach präsen- tieren? Selbstpackende Koffer, Taschen mit integrierter KI, die den Inhalt verwaltet, oder Schirme mit Drohnenfunktion? Arnd Hinrich Kappe: Nichts davon schließe ich aus. Es gibt schon Gepäck, das dank inte- grierter KI geortet werden kann, und Koffer mit Motor, auf denen Sie fahren können. Unsere Branche ist extrem innovativ und wahrt gleichzeitig ihre Tradition. Leder ist ein sehr nachhaltiges, historisches Produkt. Die Klassik im Taschenbereich wird nie verloren gehen. Neuheiten und Highlights zeigt immer die ILM. Zurück in die Gegenwart und in die Rea- lität: Wie geht es den Ausstellern, die zweimal im Jahr zu der weltweit beach- teten ILM kommen, in diesen Zeiten? Wie unterstützen Sie diese Kunden? Arnd Hinrich Kappe: Eine Messe ist immer der Spiegel einer Branche und auf der ILM merken wir, wie schlecht es unserer Bran- che geht. Wir haben das Innenstadtsterben, die Bürokratie, den Mitarbeitermangel und teilweise politisches Missmanagement. Das Fo to : M es se O ffe nb ac h 13Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Kurz notiert ❙ RheinMain.Media jetzt beim Bintz-Verlag OFFENBACH. Zum 1. Januar 2026 hat das Pressehaus Bintz-Verlag die regionale Vermarktungsmarke Rhein- Main.Media übernommen. Damit werden künftig die Titel Frankfurter Neue Presse und ihre Regionalaus- gaben, die Frankfurter Rundschau sowie die Frankfurter Allgemeine Zeitung Rhein-Main und Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung Rhein- Main gemeinsam mit der Offenbach- Post, dem Hanauer Anzeiger und den kostenlosen Wochenzeitungen des Verlags unter einem Dach vermarktet. Ziel ist es, die regionale Werbekraft zu bündeln und den Vermarktungsstand- ort Rhein-Main zu stärken. Die neue Verkaufsorganisation betreut rund 4.500 Geschäftskunden in einem Ver- breitungsgebiet, das sich von Lorch im Westen bis Schlüchtern im Osten und von Butzbach bis Gernsheim erstreckt. https://www.rmm.de/ ❙ Bewerben und gewinnen LEIPZIG. Die Oskar-Patzelt-Stiftung hat den 32. Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes“ gestartet. Unter dem Motto „Ver- trauen schafft Chancen“ würdigt der Preis herausragende Leistungen des deutschen Mittelstands, wirtschafts- freundlicher Banken und Kommunen. Der Wettbewerb fördert Innovation, Netzwerke und öffentliche Anerken- nung für den Mittelstand als Motor der Wirtschaft. Nominierungen sind bis zum 31. Januar 2026 möglich. Über 22.000 Unternehmen mit mehr als drei Millionen Beschäftigten wurden bisher nominiert. Selbstnominierungen sind ausgeschlossen. Eine Jury bewertet in den fünf Kategorien Gesamtent- wicklung, Arbeits- und Ausbildungs- plätze, Innovation, Engagement für Umwelt und Region sowie Service und Marketing. Höhepunkte des Wett- bewerbs sind die regionalen Galas am 12. September 2026 in Düsseldorf und am 26. September 2026 in Würzburg sowie die Bundesgala am 24. Oktober 2026 in Düsseldorf. Träger sind neben der Stiftung IHKs, HWKs, Verbände, Ministerien und Medien. www.mittelstandspreis.com Stadtmarketing ist vielerorts verschlafen wor- den. Und natürlich schaden die wirtschaftli- chen Rahmenbedingungen. Jemand überlegt es sich gerade ein paarmal, bevor er Geld für ein Luxusprodukt wie eine Handtasche aus- gibt. Die Branche hat ganz schön zu kämpfen. Früher gab es in Deutschland 5.000 Leder- warenfachgeschäfte, heute sind es 1.000. Die Besucher und Aussteller kommen weiter zur ILM – aber es sind 25 Prozent weniger. Wir unterstützen unsere Aussteller etwa, indem sie ihre Stände stehen lassen können. Das spart einige Kosten. Wir sind auf der gan- zen Welt die einzige Messe in diesem Sektor, die noch Bedeutung hat, in Deutschland definitiv die letzte. Wir akquirieren für unsere Aussteller weltweit neue Käuferschichten. Wir sind agil, innovativ und kundenorientiert, des- halb bleiben unsere Kunden auch in schwe- ren Zeiten treu an unserer Seite. 50 Prozent sind Stammaussteller, manche seit 75 Jahren. Zwischen die Lederwarenbranche und die ILM passt kein Blatt Papier. Welche Trends beobachten Sie bei Aus- stellern und Besuchern der unterschied- lichen Events, zu denen Sie im Lauf eines Jahres einladen? Geht es mehr um Produkte oder um Erlebnisse? Arnd Hinrich Kappe: Vielen Ausstellern geht es noch um Produkte. Ich halte das für einen Fehler. Eine Messe darf keine Produktshow, sondern muss eine Convention sein. Deshalb bauen wir die ILM so um. Der Austausch, das Erlebnis, die Strategieentwicklung sind ent- scheidend. Dafür ist diese Branchenplattform, auf der die ganze Welt zusammenkommt, ideal. Leider ist die Hälfte der Branche zu konservativ, um das anzunehmen. Aber es wird immer besser verstanden, dass der Con- vention-Charakter in den Vordergrund treten muss. Wir sollten nicht über die schwierigen Zeiten lamentieren, sondern Best-Practice- Beispiele zeigen und nach vorne schauen. Wie wichtig ist die persönliche Begeg- nung auf einer Messe heute noch? Arnd Hinrich Kappe: Der Mensch ist analog und nicht digital. Corona war für viele das Ende der Messen. Das Gegenteil war der Fall. Die Menschen waren nach der Pandemie gierig darauf, sich wieder zu sehen. Nur das persönliche Gespräch baut Vertrauen auf. Dabei wird aus Business Verbundenheit. Das kann man digital ergänzen, aber der eigent- liche Termin zur Unterschrift sollte immer analog sein. Wie bleibt Ihr Unternehmen erfolg- reich und attraktiv für unterschied- liche Aussteller und Zielgruppen? Arnd Hinrich Kappe: Das ist vor allem, wie schon gesagt, der Wandel zur ILM Con- vention. Wir investieren unglaublich in das Rahmenprogramm. Zum Glück haben wir so gut gewirtschaftet, dass wir Zeichen setzen können und jetzt die Chance nutzen, uns als Top-Messe in Deutschland zu etablieren. Wir machen jetzt auch Schuhmessen. Die Barefoot 2025 war ein großer Erfolg. Für Juni planen wir die 069 Connect für Schuhe und Lederwaren. Zeitgleich veranstaltet ein niederländischer Messebetreiber bei Freden- hagen eine Messe für Bekleidung. Das macht uns attraktiv für unterschiedliche Aussteller und Zielgruppen. Was würden Sie sofort für die Messe Offenbach verwirklichen, wenn Sie einen Wunsch frei hätten? Arnd Hinrich Kappe: Ganz ehrlich, ich habe gar keinen Wunsch. Unsere Räume sind hübsch-hässlich, aber sie bewähren sich. Wir sind in einer Größenordnung, die vor Corona vielleicht zu klein war, aber jetzt genau passt. Es wäre schön, einen Kongressraum für 300 bis 500 Menschen über unserem Hauptein- gang zu haben. In Offenbach machen viele innovative Firmen auf, aber die müssen für ihre Kongresse nach Frankfurt gehen. Denn in dieser Stadt gibt es keine schönen Konferenz- möglichkeiten in dieser Größe. Das würden wir gerne anbieten, weil wir das bestimmt ziemlich gut können. Die Fragen stellte Birgit Arens, IHK www.messe-offenbach.de Vom 7. bis 9. Februar 2026 findet die Inter nationale Lederwarenmesse ILM Edition #163 in Offenbach statt. 14 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN ❙ Automatisierung im Verlag RÖDERMARK. Der Koblenzer Mittelrhein-Verlag nutzt die Print- automatisierung von Aptoma und die KI „Alice“ der alfa Media Partner GmbH aus Rödermark, um Layout und Produktionspro- zesse effizienter zu gestalten. Die Redaktion behält die Kontrolle und kann sich stärker auf kreative Aufgaben konzentrieren. Michael Marcks, CEO von alfa Media, erklärt: „Dank der bisherigen konzeptionellen Vorarbeit mit dem EditorialOrganiser wird der Mittelrhein-Verlag in der Lage sein, seine Produktionseffizienz erheblich zu steigern. Aptoma wird maßgeblich dazu beitragen, die Verlagsprozesse weiter zu digitalisieren und zu optimieren. Unser Ziel ist es, durch innovative Automatisierungslösungen den Verlag nicht nur leistungsfähiger, sondern auch zukunftssicherer zu machen.“ https://alfamedia.com/ ❙ Tag der Logistik 2026 OFFENBACH. Bis zum 15. April können sich Unternehmen, Organisationen und Institute aus der Logistik mit eigenen Veran- staltungen zum Tag der Logistik 2026 anmelden, der am 16. April 2026 stattfinden wird. Logistikinstitute stellen ihre Forschungs- projekte vor. Bildungseinrichtungen präsentieren ihre Angebote, und Unternehmen aus Industrie, Handel und Logistikdienstleis- tung öffnen ihre Tore, um Einblicke in ihre Abläufe und die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten in ihrer Branche zu gewähren. Wer teilnimmt, zeigt anhand praxisnaher Veranstaltungen, wie viel- seitig und leistungsfähig der Wirtschaftsbereich Logistik ist. www.tag-der-logistik.de ❙ Innovationskraft überzeugt LANGEN. Die InfraSolution AG ist an der Erneuerung und dem Betrieb hochmoderner Kälte- und Automatisierungssysteme am CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung in Genf, beteiligt. Wie das Unternehmen berichtet, hatten sich im euro- päischen Ausschreibungsverfahren nur drei Unternehmen quali- fiziert, die InfraSolution AG habe dazugehört und sich darüber hinaus mit der technisch innovativsten Lösung durchgesetzt. www.infrasolution.ag ❙ App für Offenbach OFFENBACH. Termine buchen, Dokumente und standortbasierte Informationen oder Hilfe bei Verwaltungsangelegenheiten finden – all das funktioniert mit der App der Stadt Offenbach. Sie ist für IOS und Android verfügbar. Selbstverständlich sind auch aktuelle Nachrichten aus der Stadt und der städtische Kalender mit kommenden Events, kulturellen Veranstaltungen, Märkten und Gemeinschaftsaktivitäten genauso wie der städtische Mängelmel- der und Informationen zu den rund 300 Vereinen und Gruppen integriert. Im Notfall informiert die App mittels der offiziellen Warnmeldungen des Bevölkerungsschutzes und des Wetterdiens- tes. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke betont aber auch: „Die App ist ein zusätzliches Angebot. Wer mit Online-Diensten nicht gut zurechtkommt, behält alle bisherigen Kontaktwege zur Stadt.“ www.offenbach.de/app NACHRICHTEN Birgit Arens hat bei Filtec Luftfilter GmbH reingeschaut Die Filter von Filtec reinigen die Luft von Staub, Fett oder anderen feinen Partikeln. Sie kommen bei produzierenden Betrieben, in der Gastronomie, in Krankenhäusern und Rechenzentren oder auch in Autolackie- rereien zum Einsatz. Besondere Anforde- rungen gibt es für Labore und Reinräume, in denen zum Beispiel Computer-Chips her- gestellt werden. „Dort muss die Umgebung absolut staubfrei sein“, erklärt Inge Heppen- heimer. Das Grundmaterial, das Filtec vor allem ver- kauft und verarbeitet, ist ein Fleece aus Poly- ester-Faser in diversen Güteklassen: Es ist dick oder dünn, fein oder grob, ein- oder mehrla- gig, glatt oder in Lamellen gefaltet – jeweils so, wie es für die Lüftungs- und Kühlanlagen der Kundschaft sein muss. Manche Filter bietet Filtec komplett mit Rahmen aus Metall, Kunststoff oder Pappe an. „Wir arbeiten mit Wartungsfirmen zusammen, die die Filter in den Betrieben einsetzen, wenn diese das nicht selbst erledigen wollen oder können“, sagt Nina Anschütz. Im Lager türmen sich die Fleece-Rollen in den Regalen hinter den Schneidetischen. „Für einige Anlagen gibt es Standardgrößen. Aber wir produzieren auch Sonderwünsche, zum Beispiel spezielle Filterhüte. Unsere Näherin fertigt nach den Vorgaben der Auftraggeber auf Maß“, erklärt die Junior-Chefin. Die Juris- tin ist 2013 ins Unternehmen eingestiegen und teilt sich die Geschäftsleitung seit 2023 mit ihrer Mutter. Insgesamt besteht das Filtec- Team mit den Chefinnen aus acht Frauen und zwei Männern. „Alle sind schon lange bei uns, die meisten seit über 20 Jahren“, rechnet die Mutter vor. Frauen mit viel Fachwissen Senior-Chefin Heppenheimer kennt sich mit dem Filtergeschäft genauestens aus. Von ihrem Beruf als Arzthelferin wechselte sie als Akquisiteurin in die Branche und gründete 1995 ihr eigenes Unternehmen. „In den letzten 30 Jahren haben wir uns am Markt einen Namen gemacht. Trotzdem akquirieren wir und halten einen guten Kundenstamm an Betrieben, die in der Region, ganz Deutschland und teilweise in Frankreich und Österreich angesiedelt sind. Wir setzen auf Qualität. Manche versuchen, ihre Filter bei anderen Anbietern billiger zu bekommen, und kehren schließlich doch zu uns zurück“, berichtet sie. Ihre Tochter ergänzt: „Wir bieten nicht nur die Produkte, sondern auch Problemlösungen an. Wir erklären, welche Filter sinnvoll sind oder was helfen kann, wenn Filter zu schnell verstop- fen oder ihre Funktion nicht erfüllen.“ Dass diese qualifizierten Auskünfte zu technischen Fragen am Telefon oder vor Ort im Betrieb von Frauen kommen, überra- sche manche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner immer noch. Standort Jügesheim ist ideal Vor einigen Wochen hat der Rodgauer Bürger- meister Max Breitenbach die Filtec Luftfilter GmbH besucht. Er will das Unternehmen dabei unterstützen, sich am Standort noch besser zu vernetzen. Das begrüßen die beiden Geschäftsführerinnen und loben Jügesheim. „Das Gewerbegebiet ist über den Autobahn- anschluss gut erreichbar und einige Betriebe 16 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Fo to : A re ns /IH K Ein treues Team, gute Qualität und Freundlichkeit im Umgang mit den Kunden – das sind laut Inge Heppen- heimer und ihrer Tochter Nina Anschütz wichtige Zutaten für das Erfolgsrezept ihres Unternehmens Filtec Luftfilter GmbH. In Rodgau-Jügesheim verkaufen und fertigen sie Filter für unterschiedlichste Kunden und Anwendungen. Nina Anschütz (r.) und Inge Heppenheimer am Schneidetisch im Lager ihrer Filtec Luftfilter GmbH in Rodgau-Jügesheim. hier zählen schon zu unseren Kunden. Wir wohnen auch beide in Rodgau und schät- zen den kurzen Weg zur Arbeit“, erklärt Nina Anschütz. Besondere Pläne für ihr Unternehmen haben sie aktuell nicht. „Es läuft alles gut. Natürlich versuchen wir weiter, Kunden zu gewinnen, aber wir haben keine Veranlassung, etwas Wesentliches zu verändern“, sagt die Tochter. Auch ein Ausscheiden der Mutter, die sich den Ruhestand längst verdient hat, steht nicht zur Debatte: „Noch geht’s mir gut und ich komme zweimal die Woche in die Firma. Das hält mich geistig fit“, stellt Inge Heppenheimer fest. www.luftfilter-filtec.de 17Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Mehr Licht, mehr Luft, viel Literatur Das Comeback der „Steinmetz’schen“ in Offenbach Ende Oktober 2025 feierte die Steinmetz’sche Buchhandlung in der Offenbacher Fußgängerzone ihre Wiedereröffnung. Inhaberin Lisa Schumacher und ihr Team präsentierten das umgestaltete Ladenge- schäft und freuen sich darauf, die lange Erfolgsgeschichte des Unternehmens weiterzuschreiben. Ein altbekanntes Ladenschild ragt weiter von der Fassade in die Frankfurter Straße, aber ansonsten ist die Traditionsbuchhand- lung völlig verjüngt: Der Verkaufsraum ist offen, modern und hell, mit starken Akzen- ten in leuchtendem Blau und Orange. Fast anderthalb Jahre war das Geschäft nach einem Brand im benachbarten Restaurant geschlossen und wurde renoviert. Das mit der Chefin acht Köpfe zählende Team der Stein- metz’schen Buchhandlung fand währenddes- sen Ausweichquartiere, arbeitete weiter, hielt Kontakt zur Kundschaft. Schumacher ist Literaturwissenschaftlerin. Bevor sie beschloss, eine Buchhandlung zu eröffnen, arbeitete sie am Literaturhaus in Frankfurt. „Eigentlich wollte ich gründen. Dann erfuhr ich, dass Frau Fischer eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für die Steinmetz’sche Buchhandlung suchte.“ Nach der Übernahme 2020 ließ sie das Geschäft weitgehend unverändert. „Der Laden hatte Retro-Charme. Die Kundschaft war daran gewöhnt und ich wollte nichts anfassen. Dann geschah die Katastrophe und plötzlich hatten wir einen Rohbau“, erinnert sie sich. Die neuen Räume auf alt zu trimmen, schien ihr falsch. Stattdessen ließ sie die Deckenabhängung entfernen. Das verlieh dem Raum Industrieloft-Charakter und Luftigkeit. An manchen Stellen sind die weiß gestrichenen Wände unverputzt und die Mauersteine schauen hervor. „Wir zeigen das Haus und der Laden ist in die Höhe gegangen. Bei der Einrichtung haben wir auf Wertig- keit geachtet. Die Regale hat ein Schreiner auf Maß gefertigt. Als Bodenbelag haben wir Linoleum gewählt. Die Beleuchtung ist nach- haltig“, beschreibt sie, worauf sie besonders geachtet hat. Was bleibt, ist die Ausrichtung des Geschäfts: „Wir sind weiter eine allgemeine Sortiments- buchhandlung mit einer Auswahl an Non- Book-Artikeln und Papeterie, so wie früher“, erklärt die Chefin. Offenbachs Innenstadt lebt Schumacher beobachtet genau, was in der Fußgängerzone los ist: „Frequenz ist da. Die Innenstadt ist nicht ausgestorben. Aber die Ur-Offenbacher finden die vorhandenen Geschäfte nicht so schön. Ich will mit meinem Laden einen Kontrapunkt setzen. Unser Lisa Schumacher in ihrer neu gestalteten Steinmetz’schen Buchhandlung. Fo to : A re ns /IH K 18 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN Vorbildliche Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege Familienfreundliche Unternehmen Das Uff! – der Stoßseufzer vieler Menschen, die Beruf, Familie und Pflege miteinander vereinbaren, hat in Offenbach eine ganz eigene Bedeutung. Im Herbst zeichnete die Stadt Offenbach zum fünften Mal Unter- nehmen mit dem Uff-Preis aus, weil sie die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege vorbildlich fördern. Die Auszeichnung geht auf einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung von 2016 zurück und ist Teil der lokalen Umsetzung der EU-Charta zur Gleichstellung von Frauen und Männern auf kommunaler Ebene. Die Jury mit Fachleuten aus Verwaltung, Arbeitsmarkt und Zivilgesellschaft prämierte erneut Unter- nehmen, die mit innovativen Maßnahmen, von flexiblen Arbeitszeiten über Elternzeitre- gelungen für Väter bis hin zu konkreter Unter- stützung für pflegende Angehörige, echte Maßstäbe setzen. Der Uff-Preis steht für Unternehmen, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie nicht nur ermöglichen, sondern aktiv gestalten. Das kommt nicht allein den Beschäftigten zugute: Studien zeigen, dass gelungene Ver- einbarkeitsmodelle Fehlzeiten verringern, die Mitarbeiterzufriedenheit erhöhen und so bis zu 35 Prozent der Personalkosten senken können. Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke ehrte zwölf herausragende Offenbacher Unter- nehmen, die vorab von einer Jury ausgewählt worden waren. „Sechs dieser Unternehmen erhalten den Uff-Preis zum ersten Mal, wäh- rend sechs weitere bereits einmal oder sogar mehrfach ausgezeichnet wurden. Ein Zeichen, dass Familienfreundlichkeit in Offenbach nicht nur ein kurzfristiges Projekt ist, sondern dauer- haft gelebt und weiterentwickelt wird“, betonte Schwenke. „Die ausgezeichneten Unterneh- men zeigen deutlich, wie familienbewusste Arbeitsbedingungen wirken: Flexible Arbeits- zeiten, Homeoffice, zusätzliche Kinder-Krank- tage und Eltern-Kind-Büros sind keine Zuge- ständnisse, sondern elementare Bausteine einer Arbeitswelt, die für alle funktioniert“, begründete die Vorsitzende der Jury, Stadträtin Gertrud Marx, die Entscheidung der Jury. Die Preisträger 2025 Den Uff-Preis bekamen dieses Jahr die Kaffee- rösterei Laier, die Adacor Hosting GmbH, die Sensory-Minds GmbH, Involas, das Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozial- politik GmbH, die Anni-Emmerling-Haus gGmbH, die Werkstätten Hainbachtal gGmbH, das Caritashaus St. Josef, die Gesellschaft für soziale Dienstleistungen (GsD) gGmbH, eine Tochtergesellschaft der Frei-religiösen Gemeinde Offenbach, die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Offenbach am Main – Stadt e. V., die Kanzlei Jäger Lubrich & Partner, das Medienbildungszentrum Süd der Medienan- stalt Hessen sowie die Arztpraxis Kinet und Mielitz. www.offenbach.de/uff Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke (erste Reihe, 2. v. l.) mit Preisträgerinnen und Preisträgern sowie Mitgliedern der Jury. Fo to : S ta dt O ffe nb ac h/ M on a Fö rd er Glück ist, dass wir unsere Stammkundschaft behalten haben. Wir sind zuversichtlich, dass nachwachsende Generationen folgen.“ Kurz vor der Wiedereröffnung stieß der Bun- deskanzler mit seinen „Stadtbild-Aussagen“ eine kontroverse Diskussion an. Er könne dabei eine Stadt wie Offenbach gemeint haben, vermutet die Geschäftsfrau und sagt: „Merz denkt nicht nach, bevor er spricht. Unsere Kunden kommen von überall her. Viele Migrantinnen und Migranten besorgen sich bei uns das Material für ihre Sprachkurse. Ich ziehe zwei Töchter in Offenbach groß und habe kein Problem damit. Solche Äußerun- gen können wir nicht gebrauchen.“ Natürlich fehle manches in der Innenstadt. Zum Beispiel könne das Angebot an Spiel- waren und Schuhen für Kinder größer sein. „Es wäre schön, alles hier in Offenbach zu haben. Ich wünsche mir, dass die Eigentü- merinnen und Eigentümer der Gewerbeim- mobilien mehr Pflichtgefühl zeigen – gemäß dem Grundsatz ,Eigentum verpflichtet‘. Sie könnten besser auf den Zustand ihrer Häuser achten und Einzelhändlern, die eine Bereiche- rung wären, mit der Miete entgegenkommen.“ Außerdem ist es ihr ein Anliegen, dass die Werbesatzung der Stadt eingehalten wird: „Im Augenblick sind die Schaufenstergestaltun- gen teilweise abstoßend. Und mehr Grün in der Fußgängerzone würde Offenbach guttun!“ 2026 will das Team der Steinmetz’schen Buchhandlung wieder mehr Veranstaltungen anbieten. „Unter dem Laden ist ein toller Raum vorhanden. Eine Kollegin häkelt Lese- zeichen und könnte sich einen Häkeltreff vor- stellen. Wir haben viele Ideen und werden mit den Menschen in Offenbach in Verbindung bleiben“, verspricht Lisa Schumacher. www.steinmetz-buch.de Autorin Birgit Arens 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de 19Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NACHRICHTEN EUROPÄISCHES PARLAMENT DER UNTERNEHMEN Wirtschaft fordert Trendwende in Brüssel Bei dem von Eurochambres (europäische Dachorganisation der IHKs) organisierten Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) in Brüssel übernahmen Unternehmerinnen und Unternehmer am 4. November 2025 in einer simulierten Plenarsitzung die Rolle von Europaabgeordneten und diskutierten mit Vertretern aus Kommission und Parlament über die Zukunft des europäischen Wirtschaftsstandorts. Vertreterinnen und Vertreter von 90 deutschen Unter- nehmen und Betrieben beteiligten sich am Europäischen Parlament der Unternehmen (EPdU) in Brüssel, darunter IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller (2. v. r.). 20 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Fo to s: p ho to re po rta ge s. be 700 Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Europa hatten eine zentrale Forderung: die Wirtschaft wieder wettbewerbsfähig machen! Die deutsche Delegation setzte sich aus 90 Unter- nehmen und Betrieben, großen und kleinen, aus nahezu allen Branchen zusammen. Sie diskutierten über entscheidende Fragen, mit denen sie aktuell in Europa konfrontiert werden. Unternehmen wollen gestalten Trotz der herausfordernden geopolitischen Lage war die Debatte voller Ideen und unterstrich den Gestaltungswillen der europäischen Unternehmer. Klar wurde aber auch: Unternehmerinnen und Unternehmer wünschen sich mehr Unterstützung durch die politischen Entscheidungsträger auf euro- päischer Ebene und deutlich weniger bürokratische Belastungen. Sie forderten daher eine stärkere und effektivere wirtschaftspolitische Agenda. Das heißt im Einzelnen: Mehr Freihandelsabkommen für leichtere Diversi- fizierung! 77 Prozent der Unternehmen gaben an, aufgrund der geopolitischen Spannungen zusätz- liche Engpässe in den Lieferketten zu haben. 70 Pro- zent sagten, die EU tue noch nicht genug, um die Wirtschaft über Abkommen beim Bewältigen dieser Herausforderung zu unterstützen. Hürden im Binnenmarkt endlich abbauen! Obwohl der EU-Binnenmarkt seit über 30 Jahren vollendet sein sollte, gaben heute 82 Prozent der Unter- nehmen an, dass ihr Unternehmen innerhalb der EU nicht frei agieren könne, weil der Binnenmarkt nach wie vor unzureichend integriert sei. 84 Prozent forderten, dass effektiver gegen Verstöße gegen Bin- nenmarktvorschriften vorgegangen werden müsse, um Hürden zu senken. Ernst machen mit dem Bürokratieabbau! Die von der EU angekündigte Vereinfachungsagenda kommt noch nicht bei der Wirtschaft an: 93 Prozent der Unternehmen sagten, dass sich der Verwaltungsauf- wand im letzten Jahr für sie nicht verringert habe. Als nicht verhältnismäßig wurde beispielsweise die Nachhaltigkeitsberichterstattung in der aktuellen Form bewertet: 75 Prozent sagten, die Berichterstat- tung sei kein wirksames Instrument, um gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und Nachhal- tigkeit zu fördern. Die europäischen Kammerdachverbände werden sich weiterhin mit Nachdruck für bessere Rahmen- bedingungen in Europa einsetzen. Denn starke Unternehmen sind die Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und Innovationskraft – in Deutschland und in ganz Europa. Die Diskussionen und Abstimmungen zeigten: Europa braucht eine stärkere und effektivere wirtschaftspolitische Agenda. Autorin Susanne Schraff DIHK Brüssel schraff.susanne@dihk.de www.dihk.de 70 % der Unternehmen sagten, die EU tue noch nicht genug 21Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Die Unternehmen und die EU Überwiegen die Vor- oder die Nachteile für Unternehmen durch die Europäische Union? Die Ansichten dazu gehen auseinander. Henry Walther, Geschäftsführer Decor Walther Einrichtungs GmbH, Offenbach Europa bietet enormes Potenzial Als Unternehmer sehe ich vor allem das Potenzial, das in Europa steckt: den Reichtum an Talenten, an Know-how und an wirtschaftlicher Stärke, gerade in Verbindung mit dem offenen Binnenmarkt. Fast die Hälfte unseres Umsatzes machen wir im EU-Ausland. Der freie Handel über Grenzen hinweg ist ein großer Vorteil und keines- wegs selbstverständlich. Ich komme gerade aus London zurück, von einer Messe. Die Waren dort hin- und wieder zurückzubekommen, ist ein sehr großer bürokratischer Aufwand, verbunden mit hohen Kosten. So etwas zeigt mir immer wieder, wie frei wir im Vergleich innerhalb der EU handeln können, und das weiß ich zu schätzen. Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Hohe Energiekosten und Überregulierung gefährden die Wett- bewerbsfähigkeit. Aber genau deshalb ist es wichtig, Europa als einheitlichen Wirtschaftsraum zu begreifen. Es braucht Mut und den Willen zu Veränderung und – trotz Interessenkonflikten – eine gemeinsame Linie im Hinblick auf Innovation, Wettbewerbsfähigkeit, Stärkung der Wirtschaft und die geopolitische Haltung. Sven Meier, Geschäftsführer Wilhelm Johann Meier GmbH, Meier Lederwaren, Offenbach Die EU gefährdet den Mittelstand Europa bietet viele Vorteile wie Reisefreiheit und einen gemeinsamen Binnenmarkt. Für mittelständische Unter- nehmen überwiegen jedoch zunehmend die Nachteile. Das liegt vor allem an der massiven Überregulierung. EU-Gesetze zu Verpackungen und Lohntransparenz, Lieferkettenschutzgesetz und etliche andere gesetzliche Vorgaben sowie komplexe Dokumentationspflichten belasten kleine und mittlere Firmen stark und greifen zum Teil unverhältnismäßig tief in Belange der Betriebe ein. Während Großkonzerne eigene Abteilungen für die Umsetzung der Vorgaben haben, stoßen viele Mittel- ständler hierzulande an ihre Grenzen. Die Folge: Immer mehr Unternehmen geben auf. Statt Innovation und Unternehmergeist zu fördern, schwächt die EU mit ihrer Überregulierung den Mittelstand. Damit schadet sie genau den Unternehmern, die – zum Teil seit Genera- tionen – ein ureigenes Interesse an nachhaltigem, ver- antwortungsbewusstem Wirtschaften haben. Es braucht dringend weniger Bürokratie und mehr Ver- trauen in die Unternehmer, damit Europa für alle ein Gewinn bleibt. 22 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Die regionale Wirtschaft braucht die EU, aber anders Die EU ist einzigartig, kompliziert und gefährdet Vorwiegend loben die Unternehmen aus Stadt und Kreis Offenbach die EU und wollen sie nicht missen. Gleichzeitig leiden sie unter den Schwächen der Gemeinschaft und machen sich Sorgen um ihre Zukunft. Drei Unternehmer berichten: Seufert – Gesellschaft für transparente Verpackungen, Rodgau Mehr Gewicht für Deutschlands Stimme Thomas Pfaff, Geschäftsführer der Seufert – Gesellschaft für transpa- rente Verpackungen mbH, berichtet, dass sein Unternehmen gerade harte Zeiten durchlebt. Schuld sei nicht nur die schwächelnde deut- sche Wirtschaft. Auch in der EU fehlten derzeit die Voraussetzungen für gute Geschäfte: „Die Nachfrage im Binnenmarkt ist schwach. Das betrifft alle Branchen, denn die Menschen haben die Konsumbremse gezogen und sparen. Und wenn unsere Kunden deshalb nichts ver- kaufen, brauchen sie unsere Verpackungen nicht.“ 50 Prozent der Seufert-Erzeugnisse gehen an deutsche Abnehmer, die andere Hälfte an solche aus EU-Ländern. Zwar hat das Unternehmen auch einzelne Geschäftspartner in den USA, der Schweiz und Groß- britannien. Doch diese Geschäfte auszubauen sei schwierig. „Außer- halb der EU ist alles komplizierter. Es gibt noch mehr Bürokratie und die Zölle sind höher. Das ist ein schöner Binnenmarkt“, findet Thomas Pfaff. Aus der EU, vor allem aus Italien und Osteuropa, kommen auch die meisten Materialien, aus denen die Seufert-Erzeugnisse hergestellt werden. In Rodgau beschäftigt das Unternehmen 70 Menschen. Mit Drucken, Stanzen und Kleben bietet es die gesamte Wertschöpfungs- kette an und hat inzwischen auch Konfektionierungen im Dienstleis- tungsportfolio. Für den Seufert-Geschäftsfüh- rer bedeutet die Europäische Gemeinschaft zwar, dass er mit vielen Ländern bei verhältnismä- ßig geringem Aufwand Geschäfte machen kann. Aber seiner Ansicht nach ist die EU heute global zu schwach aufgestellt. „Die Heterogenität ist ein Problem“, sagt er. „Einige Länder wie die Niederlande, Italien oder Ungarn verfolgen vor allem ihre Einzelinteressen. Gesetze und Richtlinien, die eigentlich für alle gleich gelten sollen, werden von jedem Mitglied anders inter- pretiert. Ein Beispiel dafür ist das EU-Verpackungsgesetz. Deutschland will immer Vorreiter sein und setzt alles besonders streng um. Das benachteiligt uns. Unser Land ist der größte Netto-Einzahler in der EU. Seine Stimme sollte mehr Gewicht haben“, fordert er. Von einem bahnbrechenden Bürokratieabbau und wirklichen Ver- besserungen für klein- und mittelständische Unternehmen bemerkt er bisher nichts: „Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz wurde ein bisschen entschärft. Aber die Energiekosten werden immer höher. Genau wie bei den Lohnnebenkosten ist Deutschland dabei in Europa Spitzenreiter. Wir Mittelständler profitieren nicht von Industriestrom- vergünstigungen. Es ist immer die Rede vom ‚Motor Mittelstand‘. Aber diese Kosten müssen wir alleine tragen. Kein Wunder, dass reihen- weise Firmen in Konkurs gehen.“ Von der IHK-Organisation erwartet er, dass sie der Politik auf allen Ebenen die Bedeutung und die Bedürfnisse des Mittelstands lauter ins Bewusstsein ruft. „Deutschland ist immer noch ein starker Standort im Herzen Europas mit einer zentralen Bedeutung. Wirtschaft und Gesell- schaft sitzen in einem Boot. Sie sollten gemeinsam das Beste heraus- holen und weiterhin einen positiven Eindruck von ‚made in Germany‘ vermitteln“, wünscht sich Thomas Pfaff. www.seufert.com Außerhalb der EU ist alles komplizierter 23Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Picard Lederwaren GmbH & Co. KG, Obertshausen Innovation nicht bremsen, sondern fördern Der europäische Binnenmarkt ist auch für das Familienunternehmen Picard in Obertshausen existenziell. „Rund 90 Prozent unseres B2B- Geschäfts findet innerhalb Europas statt“, berichtet Martin Picard, Director Sales, und erklärt: „Die EU bietet uns einen stabilen rechtli- chen Rahmen, verlässliche Logistikketten und die Möglichkeit, schnell auf Markttrends zu reagieren. Außereuropäische Märkte – vor allem Asien und Nordamerika – sind zwar wachstumsstark, aber deutlich volatiler und mit höheren regulatorischen und logistischen Risiken verbunden.“ Sein Unternehmen pflegt EU-Partnerschaften zu Kaufhäusern, Leder- warenfachgeschäften, Modehäusern, Concept Stores, großen Retailern und Handelsketten. Für europäische Marken entwickelt und produziert Picard Kollektionen. Auch die Beschaffung und die Produktion finden weitgehend in der EU statt, vom Materialeinkauf über Komponenten und Hardware bis zu Veredelungsschritten. Eine enge Zusammen- arbeit mit europäischen Logistikpartnern ermög- licht kurze Lieferzeiten und Flexibilität. Natürlich leidet auch Picard Lederwaren unter der zunehmenden Flut an Regulierungen, vor allem rund um Produktsicherheit, Nachhal- tigkeit, Verpackung und Chemikalien. „Für mittelständische Unter- nehmen sind Vorgaben wie CSRD, ESRS, Lieferkettengesetz und neue Umweltkennzeichnungen kaum zu bewältigen“, klagt der Juniorchef. „Wir professionalisieren interne Prozesse, setzen digitale Systeme zur Datenerfassung ein und arbeiten eng mit Verbänden und der IHK zusammen, um Orientierung und Interpretationshilfen zu erhalten. Aber die regulatorische Komplexität wächst schneller, als wir reagieren können. Das beeinträchtigt unsere Innovationsfähigkeit deutlich und benachteiligt uns gegenüber Wettbewerbern außerhalb der EU, die weniger strengen Regulierungen unterliegen.“ Hier wünscht er sich einen klaren Kurswechsel der EU zugunsten des Mittelstands. Zudem müsse eine planbare Energie- und Standortpolitik Investitionen wie- der attraktiv machen. „Wer Transformation und Nachhaltigkeit fördert, darf nicht mit übermäßigen Berichtspflichten belastet werden“, steht für ihn fest. Darüber hinaus gelte es, den Einzelhandel durch Pro- gramme zur Innenstadtentwicklung, digitale Förderung und moderne Rahmenbedingungen zu stärken. Von der IHK-Organisation erwartet der Unternehmer, dass sie weiter Orientierung und Entlastung bietet, beispielsweise durch klare Leit- fäden zu neuen EU-Vorgaben, praxisnahe Schulungen sowie Vorlagen, Checklisten und Toolkits. Außerdem wünscht er sich eine schlag- kräftigere Interessenvertretung, die mittelstandsfreundliche Regelun- gen von der Politik einfordert und unverhältnismäßige Belastungen anprangert. Darüber hinaus könnten die IHKs die Vernetzung von mit- telständischen Herstellern, Tech-Startups und Handel fördern, euro- päische Partnerschaften erleichtern und Best-Practice-Formate zur Digitalisierung und Effizienzsteigerung anbieten. „Gut funktionierende IHKs können Unternehmen gerade jetzt spürbar entlasten – in einer Zeit, in der viele Betriebe an ihre Grenzen stoßen“, ist er überzeugt und appelliert: „Wir brauchen wieder mehr Begeisterung für Unternehmer- tum. Die stellt sich nur ein, wenn wir Bedingungen bekommen, die Innovation ermöglichen und nicht verhindern.“ www.picard-fashion.com IHR PARTNER IN SACHEN ETIKETTEN Für jeden Etikettenbedarf die passende Lösung. Individuell in Form, Farbe, Material und Haftung. Herderstraße 8 63073 Offenbach am Main Tel 069 89993-0 Fax 069 89993-45 info@of-etiketten.de www.of-etiketten.de OFFENBACHER ETIKETTENFABRIK Joachim Siebert Für mittelständische Unter- nehmen sind Vorgaben wie CSRD, ESRS, Lieferkettengesetz und neue Umweltkennzeich- nungen kaum zu bewältigen 24 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Köhl GmbH, Rödermark Neue Schlagkraft und Entscheidungsfähigkeit Vor fünf Jahren hat Ingolf Matthée zusammen mit Peter Wilhelmus die Geschäftsführung des Büromöbelherstellers Köhl GmbH übernom- men. Dann kamen Corona, das Homeoffice und New Work. „Der Markt für Büromöbel hat sich stark verändert. Außerdem leidet unsere Bran- che unter der schwachen Konjunktur und den externen Schocks durch die Krisen auf der Welt. Kunden zögern mit Investitionen. Gleichzeitig drängen große Hersteller, die viel in die USA geliefert haben, wegen der gestiegenen Zölle in den europäischen Markt. Und der Handel ver- ändert sich strukturell: Kleine und mittelständische Büromöbelhändler schließen, weil sie keine Nachfolger finden. Damit gehen persönliche Kontakte verloren. Nur große Händler überleben“, erklärt Matthée. In dieser komplexen Situation muss die Geschäftsleitung die traditions- reiche Köhl GmbH zukunftsorientiert ausrichten. Sie setzt auf eine zeit- gemäße Kommunikation, zusätzliche Produkte, innovative Materialien, starke Partner und neue Zielgruppen. Mehr als 95 Prozent seiner Waren versendet das Unternehmen inner- halb der EU und der EWG, vor allem in Nachbarländer wie die Benelux- Staaten, Skandinavien, Frankreich, Österreich und die Schweiz. Auch viele Zulieferer sind in der EU angesiedelt. „Einige Komponenten kommen aus Italien, Litauen, Rumänien, Spanien oder der Slowakei. Auch aus Tschechien, denn das Land ist die verlängerte Werkbank für Unternehmen, die in Deutschland kein Personal für bestimmte Arbeiten finden“, berichtet der Geschäftsführer. Eigentlich betreffe das Lieferkettengesetz sein Unternehmen nicht, doch die Wirklichkeit sieht anders aus: „Unsere großen Kunden erwarten, dass wir und unsere Zulieferer uns an die Richtlinien halten.“ Die Kontrolle übersteigt die eigenen personellen Ressourcen bei Köhl, sodass ein externer Berater helfen muss. Wenn Handelsvertreter, Monteure oder Matthée selbst beruflich ins Ausland reisen, müssen auch in der EU für die jeweiligen Länder A1-Bescheinigungen beantragt werden, die belegen, dass im Heimat- land eine Sozialversicherung besteht. „Das ist viel zu kompliziert und manche Nachbarländer kontrollieren internationale Besucher streng“, berichtet er. Auch der Köhl GmbH bereitet es Schwierigkeiten, dass die nationalen Gesetzgebungen EU-Recht unterschiedlich umsetzen: „Die Franzosen waren besonders schnell und haben eine Recyclingsteuer eingeführt, die es in Deutschland noch nicht gibt. Österreich hat eine andere Papier-Rücknahmeverordnung als wir. Teilweise sind die Brandschutz- normen anders als in Deutschland. Für kleine Unternehmen wie uns sind das alles ziemliche Klimmzüge“, bedauert Ingolf Matthée. Trotz der Hindernisse lobt er die Einzigartigkeit der EU und ihre Vor- teile: Die Währungsunion, die Zollfreiheit und die Reisefreiheit seien fantastisch. Um so mehr bereitet ihm der wachsende Nationalismus Sorgen. „Nach dem Krieg wollte man jeden in die EU aufnehmen und das war gut und sinnvoll, auch für die Friedenssicherung. Aber jetzt fehlt einigen Mitgliedsländern die politische Bindung. Sie tanzen den anderen auf der Nase herum. Das Einstimmigkeitsprinzip macht die EU handlungsunfähig. Ich wünsche mir eine – auch militärisch – schlagkräftige EU, die entscheidungsfähig ist und die europäischen Werte verteidigt“, stellt er klar. Die IHK-Organisation könne den Mittelstand gegenüber dem Gesetz- geber unterstützen: „Zu viele Regularien schaden uns. Wenn die Politik den Mittelstand als Erfüllungsgehilfen betrachtet, riskiert sie unsere Wettbewerbsfähigkeit und damit den Wohlstand des Landes.“ www.koehl.com Autorin Birgit Arens 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de Wenn die Politik den Mittelstand als Erfüllungsgehilfen betrachtet, riskiert sie unsere Wettbewerbsfähigkeit 25Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Die Auslandshandelskammern Starke Partner in der EU und weltweit Neue Märkte eröffnen Perspektiven: für Wachstum, für Innovation, für internationale Kooperationen. Doch wer den Schritt ins Ausland plant, braucht Orientierung und verläss- liche Unterstützung. Genau dafür gibt es die Auslandshandelskammern (AHKs). Kontakt Brigitte Appiah 069 8207-255 appiah@offenbach.ihk.de AHKs: Zahlen & Fakten ❙ 150 Standorte in 93 Ländern, davon 36 in Europa ❙ 44.000 Mitgliedsunternehmen weltweit ❙ Leistungen: Marktanalysen, Rechts- und Steuer beratung, Geschäftspartnervermittlung, Messe auftritte u. v. m. Informationen: www.ahk.de VIDEO – Safety – Guard – Tower Baustellenüberwachung Sichern Sie Ihr Eigentum Unkomplizierte Sofortmontage einer mobilen Einbruchmeldeanlage jederzeit möglich. Dem Ernstfall einen Schritt voraus • Schnelle und professionelle Sicherung Ihres Objektes innerhalb von 48 Stunden • Kostengünstig mieten Wir beraten Sie gerne individuell in allen Fragen rund um Ihre Sicherheit. Besuchen Sie unser Sicherheitscenter. Heinrich-Krumm-Straße 9 63073 Offenbach www.bws-offenbach.de Telefon: 069/888 145 Die AHKs sind das weltweite Netzwerk der deutschen Wirt- schaft – mit rund 150 Standorten in über 90 Ländern – und begleiten Unternehmen bei jedem Schritt ins internationale Geschäft. Sie unterstützen deutsche Unternehmen dabei, Chancen im Ausland zu erkennen und erfolgreich umzusetzen. Sie liefern Marktanalysen, beraten zu rechtlichen und steuerlichen Fragen, vermitteln Geschäftspartner und helfen dabei, geeignetes Perso- nal zu rekrutieren. Ob Export, Investition oder Kooperation: Die AHKs öffnen Türen zu neuen Märkten und geben zuverlässige Orientierung im internationalen Umfeld. Ebenso organisieren die AHKs Netzwerktreffen, Unternehmens- reisen sowie Gemeinschaftsauftritte auf internationalen Messen. Sie helfen bei Zollformalitäten, klären steuerliche Details und begleiten Investitionsprojekte. Auch bei Fragen zu Arbeitsrecht, lokalen Vorschriften oder Förderprogrammen sind die AHKs kompetente Ansprechpartner. Mit ihrem umfassenden Wissen über Branchen und Märkte beraten sie deutsche Unternehmen rund um alle Fragen zur Geschäftstätigkeit im Ausland. Für Unternehmen aus der Region Offenbach bedeutet das: Mit den AHKs steht ihnen weltweit ein starkes internationales Netz- werk mit hoher Expertise zur Verfügung, das Schritte in Auslands- märkte professionell begleitet. 26 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Warum Finnland und das Baltikum gerade jetzt Chancen bieten Zukunftsmärkte im Norden der EU Sisko Kilvensalmi, Director Market Entry & Business Development, AHK Finnland, und Dominic Otto, stellvertretender Geschäftsführer, AHK Baltische Staaten, bringen auf den Punkt, was ihre Länder für deutsche Geschäftspartner besonders attraktiv macht. Finnland Finnland gilt als „digitalstes Land Europas“. Wie spürt ein deutsches Unternehmen diesen Vorsprung ganz konkret im Geschäftsalltag? Sisko Kilvensalmia: Finnland führt im EU-Digitalisierungsindex in vielen Bereichen, zum Beispiel haben wir den digitalsten Mittelstand und die EU-weit größte Erfahrung in der Anwendung künstlicher Intelligenz (KI). Wenn deutsche Unternehmen Kooperationen mit finnischen Firmen eingehen, profitieren sie enorm: Sulzer, Maersk oder Schaeffler verwenden finnische IoT-Technologie oder lassen sie hier entwickeln. Innovation ist ein großes Wort. Was unterscheidet die finni- sche Innovationskultur von der anderer Länder? Wie können die Unternehmen in unserer Region davon profitieren? Sisko Kilvensalmi: In Finnland ist man pragmatisch und zugleich sehr offen für Neues. Wenn eine neue Technologie auf den Markt kommt, probieren die Finnen sie sofort aus (wir sind sogenannte „Early Adop- ters“), während in Deutschland erst mal eine Risikoanalyse erstellt wird. Deutsche Unternehmen können Finnland sehr gut als Testmarkt für eigene innovative Produkte nutzen. Finnland ist auch stark in der Holz- und Bioökonomie. Was steckt hinter Begriffen wie „Batterien aus Bäumen“ und „wasserdichtes Holz“? Sisko Kilvensalmi: Finnland ist das meistbewaldete Land Europas und Forstwirtschaft ein bedeutender Sektor mit vielen innovativen Unternehmen. Bäume bestehen zu 20 bis 30 % aus Lignin, das als nachwachsender Rohstoff genutzt werden kann und sehr viel CO2 einspart. Stora Enso aus Helsinki stellt zum Beispiel Lignin-basiertes Sisko Kilvensalmi. Fo to : F re ep ik / w ire st oc k 27Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Anodenmaterial für E-Auto-Batterien her. Ein anderes Beispiel ist „Woodio“, ein einzigartiges Massivholz-Verbundmaterial – zu 100 Pro- zent wasserdicht. Warum ist Finnland gerade jetzt ein spannen- der Standort für deutsche Einkäufer? Sisko Kilvensalmi: Finnland ist in vielen Bereichen aktuell sehr interessant: Der Strom ist einer der günstigsten in Europa – gut für energieintensive Industrien. Neben Digitalisierung und KI-Anwendun- gen führt Finnland die europäische Entwicklung von Quantencompu- tern an. Zudem ist Finnland seit 2023 NATO-Mitglied, und deutsche und finnische Hersteller kooperieren im Bereich Verteidigung und Dual-Use-Güter. Dominic Otto. Baltikum Warum ist das Baltikum für deutsche Unternehmen ein idea- ler Beschaffungsmarkt – was können die drei Länder Estland, Lettland und Litauen besser oder schneller als andere? Dominic Otto: In den drei baltischen Staaten sind die Arbeitskosten vergleichsweise niedrig und dennoch ist die Einhaltung von EU-Nor- men gewährleistet, was deutsche Einkäufer anspricht. Ihre geogra- phische Nähe zu Deutschland und die Möglichkeit, Lieferketten in Europa statt zum Beispiel in Asien zu unterhalten, sorgt für geringere Transportkosten und kürzere Durchlaufzeiten. Zudem punkten die baltischen Unternehmen mit hoher Flexibilität und guter Anpassungs- fähigkeit an kundenspezifische Anforderungen – insbesondere kleine und mittlere Zulieferer bieten schnelle Reaktionszeiten. Welche Branchen sind für deutsche Unternehmen besonders interessant? Dominic Otto: Die Holz- und Holzverarbeitungsindustrie ist stark in der Region vertreten und bietet deutschen Unternehmen Zugang zu Materialien und Komponenten. Der Maschinen- und Anlagenbau sowie die Metallverarbeitung sind ebenfalls wachstumsstark, so dass deutsche Firmen hier günstige Zuliefer- und Kooperationsmöglichkei- ten finden. In Estland vor allem ist außerdem die Digital-/ IT-Branche hervorzuheben, was Dienstleistungs- und Technologiebeziehungen interessant macht. Die Rüstungs- und Metallindustrie wächst im Baltikum rasant. Wie profitieren Einkäufer aus Deutschland von dieser Entwicklung? Dominic Otto: Durch das Wachstum der Metall- und Rüstungsindus- trie in der Region entstehen neue Zulieferer und Produktionskapazi- täten, wodurch deutsche Einkäufer mehr Auswahl bei Komponenten, Auftragsfertigung und Spezialteilen haben. Da viele Projekte auf kurze Lieferwege und europäische Partner setzen, können deutsche Ein- käufer ihre Lieferketten diversifizieren und näher an Europa-Standorte verlagern, was Risiken reduziert. Außerdem kann von hoher Agilität und Innovationsdruck in der Region profitiert werden – die baltischen Staaten investieren stark in Rüstungs- und Verteidigungsindustrie, was neue Technologien und Dienstleistungen verfügbar macht. Estland gilt als digitaler Vorreiter, Lettland als Holzland, Litauen als Maschinenbauer: Was zeich- net die Kombination dieser drei Märkte aus? Dominic Otto: In Estland sind die digitale Infrastruktur und die IT- Affinität sehr stark ausgeprägt, so dass deutsche Unternehmen hier auf moderne Dienstleistungs- und Technologielieferanten treffen. Lettland (und generell die Region) bietet eine ausgeprägte Holz- und Holzverarbeitungsindustrie, wodurch deutsche Einkäufer Zugang zu Holzrohstoffen, Halbzeugen und Verarbeitungskompetenz haben. Litauen punktet mit Maschinen- und Anlagenbau sowie Metallverarbei- tung mit gutem Ingenieur- und Produktionspotenzial, was deutsche Zuliefer- oder Produktionspartner unterstützt. Die Mischung dieser drei Märkte gibt deutschen Unternehmen somit ein breit diversifizier- tes Beschaffungs-Ökosystem in unmittelbarer Nähe – von IT über Holz bis Maschinenbau. Die Fragen stellte Milena Tröß, Team International der IHK Offenbach am Main. Fo to : F re ep ik 28 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Neue Geschäftskontakte knüpfen Einkaufsinitiative Estland, Lettland, Litauen, Finnland Am 18. und 19. März 2026 bringt die 2. Einkaufsinitiative Finnland, Estland, Lettland und Litauen in der IHK Offenbach am Main deutsche Einkäufer mit potenziellen Lieferanten aus diesen vier Ländern zusammen. Das Format bietet eine hervorragende Gelegenheit, neue Geschäftsbeziehungen zu knüpfen. Gemeinsam mit den Auslands- handelskammern sucht der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) nach geeigneten Lieferanten, die den Bedürfnissen und Anforderungen deutscher Einkäufer entsprechen. Im Fokus stehen Bran- chen wie Metallverarbeitung, Elektronik, Holz, Papier, IT und Maschinenbau. „Die teilnehmenden Länder bieten ein erheb- liches Potenzial in verschiedenen Qualitäts- standards und Produktionssektoren“, betont Olaf Holzgrefe, International Director BME. „Diese Initiative fördert nicht nur die Zusam- menarbeit zwischen deutschen Einkäufern und lokalen Lieferanten, sondern ist auch ein strategisches Signal an Europa, das die enormen, unerschlossenen Möglichkeiten in diesen Märkten hervorhebt.“ Der BME organisiert diese Initiative im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des Marktent- wicklungsprogramms für kleine und mittel- ständische Unternehmen (KMU). ❙ Wann? 18. und 19. März 2026 ❙ Wo? IHK Offenbach am Main ❙ Für wen? Einkäufer und Lieferanten für die Länder Estland, Lettland, Litauen und Finnland ❙ Branchen: Metallverarbeitung, Elektronik, Holz, Papier, IT oder Maschinenbau Eine Anmeldung ist erforderlich. Die Teil- nahme ist kostenlos. Informationen und Anmeldung: Kontakt Milena Tröß 069 8207-254 troess@offenbach.ihk.de Intensive Gespräche, neue Partner, Geschäftsabschlüsse – die Einkaufstage bieten viele Chancen. Fo to : B M E 29Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Datenbank und Events für top Geschäftsverbindungen Neue Märkte in Europa erschließen Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus Stadt und Kreis Offenbach, die ihre Produkte oder Dienst- leistungen in Europa platzieren möchten, ist das Enterprise Europe Network (EEN) ein starker Partner. Seit 2008 unterstützt das Netzwerk Unterneh- men praxisnah dabei, geeignete Geschäfts- partner im Ausland zu finden und typische Markteintrittsbarrieren zu überwinden. Das EEN ist das weltweit größte Unterstützungs- netzwerk seiner Art. Mehr als 600 Partnerorganisationen in über 60 Ländern stehen zur Verfügung, regional begleitet durch die IHK Offenbach am Main. Mittelständische Firmen erhalten dort kosten- lose Beratungen und Vermittlungsangebote, die den Einstieg in neue Märkte spürbar erleichtern. Ein erstes Gespräch über die IHK Offenbach am Main hilft, die passenden Angebote für die individuellen Ziele eines Unternehmens zu bestimmen. Viele Unternehmen in der Kooperations datenbank Kernstück der Leistungen ist die internatio- nale Kooperationsdatenbank des EEN. Sie umfasst geprüfte Unternehmensprofile aus zahlreichen Branchen und Ländern. Darüber lassen sich gezielt Vertriebspartner, Liefe- ranten oder Technologieanbieter finden. Auf Wunsch unterstützt die IHK Offenbach am Main beim Erstellen eines eigenen Profils, so dass potenzielle Partner aus dem europäi- schen Ausland auf Angebote aus der Region aufmerksam werden. Auch bei Hindernissen im europäischen Binnenmarkt bietet das EEN konkrete Unter- stützung. Über den „Single Market Barrier Tracker“ können Unternehmen bürokratische Hürden oder Benachteiligungen im EU-Aus- land unkompliziert melden. Die Rückmeldun- gen werden anonymisiert direkt an die EU- Kommission weitergeleitet, damit Probleme abgebaut werden. Aktuelle Angebote zeigt jede Ausgabe der Offenbacher Wirtschaft, diesmal auf Seite 53. Per B2B-Event schnell zum Auslands kontakt Das EEN organisiert regelmäßig branchen- spezifische B2B-Matchmaking-Events – digital oder im Rahmen internationaler Fachmessen. In kurzen, vorab vereinbarten Gesprächen lernen Unternehmen potenzielle Geschäfts- partner aus dem Ausland kennen und können innerhalb weniger Stunden zahlreiche relevante Kontakte knüpfen. Die Teilnahme an den EEN-B2B-Events ist für Firmen meist kostenlos. Wie funktionieren B2B-Events? Die Teilnahme an B2B-Events ist denkbar unkompliziert: Unternehmen registrieren sich auf der jeweiligen B2B-Veranstaltungs- plattform, hinterlegen ein kompaktes Profil mit Angeboten und konkreten Bedarfen und können anschließend gezielt (Online-) Gespräche mit passenden Firmen buchen. Parallel dazu erhalten sie selbst Anfragen anderer Unternehmen. So können sie über die B2B-Matchmaking-Events in kurzer Zeit mehrere relevante Unternehmen kennen- lernen – effizient, strukturiert und auf Wunsch vollständig virtuell. Milena Tröß, IHK-Team International/Enter- prise Europe Network, unterstützt Unterneh- men bei der Auswahl geeigneter Veranstaltun- gen, begleitet die Anmeldung und schaltet das Unternehmensprofil für die Teilnahme frei. Weitere B2B-Events und Informationen zum Netzwerk unter: www.ihkof.de/een 30 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Kommende B2B-Event-Highlights für unterschiedliche Branchen: B2B-Event Datum Ort Branche Link CIMIx – Creative Industries meet Industry 27.–29.01.2026 Wien, Österreich + online Creative Industries www.cimix.at ISE Open Inno vation Challenge 03.–06.02.2026 ISE-Kongress, Barcelona, Spanien + online Augmented Virtuality (AV), Systemintegration www.b2match.com/e/ise-2026-open- innovation-challenge Green Hydrogen 04.–13.02.2026 Huelva, Spanien + online Grüner Wasserstoff www.b2match.com/e/h2v2026 Sustainable Solutions Match 16.–27.03.2026 online Nachhaltigkeit www.b2match.com/e/sustainable solutionsmatch2026 Erfolgreich Kooperationen in New York angestoßen Wie praxisnah die Matchmaking-Events wirken, zeigt ein Beispiel aus der Region: Berat Senyerli, Geschäftsführer der Nachhaltigkeitsberatung Bankable Zero aus Offenbach, fand über die Teilnahme am B2B-Event Sustainable Solutions Match Anfang 2025 einen passenden Koopera- tionspartner in New York. „Als Nachhaltigkeits- und ESG-Beratungsunternehmen unterstützt Bankable Zero Organisationen dabei, resiliente Strategien und Governance-Rahmenwerke zu entwickeln, die den EU- und nationalen Anforderungen entsprechen, einschließlich des deutschen Lieferkettensorgfaltspflichtengeset- zes. Die Teilnahme am Sustainable Solutions Match auf Einladung der IHK Offenbach am Main war eine äußerst wertvolle Gelegenheit, sich mit Gleich- gesinnten und Innovatoren auszutauschen, die die nachhaltige Wirtschaft vorantreiben. Dank des hervorragenden Matchmaking des Events und der kontinuierlichen Unterstützung des Teams konnten wir unser internationa- les Netzwerk erweitern – einschließlich vielversprechender Kooperationen in New York City mit Partnern wie Governors Island und Green Map System. Sustainable Solutions Match ist ein starker Katalysator für eine wirkungs- volle Zusammenarbeit, und wir sind stolz darauf, Teil dieses Ökosystems zu sein“, sagt Senyerli über seine durchweg positive Erfahrung mit den B2B-Events. Berat Senyerli Kontakt Milena Tröß 069 8207-254 troess@offenbach.ihk.de 31Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Globale Neuordnung Wie die EU mit Handelsabkommen Märkte erschließt Die EU treibt ihre Handelspolitik voran: Mit Indonesien wurde jüngst ein umfassendes Abkommen geschlossen, weitere Gespräche mit zahlreichen Staaten laufen. In einer Welt wachsender Unsicher- heit und geopolitischer Spannungen sollen bilaterale Verträge neue Märkte erschließen, Liefer- ketten stabilisieren und der exportorientierten deutschen Wirtschaft Planungssicherheit bieten. „Mit zahlreichen Staaten laufen aktuell Gespräche“, sagt DIHK- Handelspolitik-Experte Klemens Kober. „Handelsabkommen sind wichtiger denn je. Infolge der derzeitigen US-Handelspolitik müssen sich alle Länder neu orientieren.“ Gleichzeitig sei unklar, wie verlässlich die Regeln in bestehenden Handelsabkommen künftig noch sind – etwa ob Zölle von Drittstaaten willkürlich geändert werden, ob geistiges Eigentum geschützt bleibt oder neue Marktzugangshürden eingeführt werden. „Gerade deshalb bietet jedes bilaterale Abkommen der Wirtschaft wichtige Pla- nungssicherheit und ist ein Ausgangspunkt für kontinuierlichen Austausch, um künftige Hemmnisse frühzeitig zu vermeiden“, erklärt Kober. Besonders der Mittelstand, eine tragende Säule des wirtschaft- lichen Erfolgs in Deutschland mit vielen Verbindungen in alle Welt, leidet unter Zöllen sowie unter bürokratischen und technischen Handelsbarrieren wie Importquoten, Zulassungs- vorgaben oder Exportverboten. Immer häufiger errichten Länder Die EU strebt ein baldiges Handelsabkommen mit Indien – dem bevölkerungsreichsten Land der Erde – an. Die Bevölkerung ist jung und zunehmend gut ausgebildet. Einige deutsche Unternehmen sind bereits vor Ort, darunter das Nahrungsmittelunternehmen Oetker oder die Firma Stulz, Spezialist für Klimatechnik. Fo to : E U -K om m is si on /D at i B en do 32 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA zusätzliche Hürden durch komplexe Zertifizierungs- oder Zulassungsverfahren, die schwer zu durchschauen sind. Ein Beispiel: Oftmals verlangen Behörden in einem importie- renden Drittland für bereits in der EU zugelassene Produkte zusätzliche Prüfungen vor Ort, bevor der Verkauf genehmigt wird. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen verfügen oft nicht über die personellen Kapazitäten, um sich mit solchen Anforderungen auseinanderzusetzen. Europa handelt selbstständig „Am herausforderndsten für Unternehmen sind Export- und Importverbote, weil sie absolut sind. Das WTO-Recht schiebt diesen größtenteils einen Riegel vor“, sagt Kober. Die Welt- handelsorganisation (WTO) setzt den weltweiten Rahmen für freien und fairen Handel. In der Praxis sind jedoch ihre Verhandlungen seit Jahren blockiert, weil die Interessen der 166 Mitglieder oftmals sehr unterschiedlich sind – insbeson- dere die von Industrie- und Entwicklungsländern – und bei Entscheidungen das Einstimmigkeitsprinzip gilt. Länder oder Ländergruppen wie die EU schließen deshalb zunehmend bilaterale oder regionale Handelsabkommen. Immerhin hängt jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Exportorientierte Unternehmen richten ihr Augenmerk besonders auf große, bevölkerungsreiche und wachstumsstarke Volkswirtschaften. Mit mehr als 70 Ländern hat die EU bereits Handelsabkom- men geschlossen. Damit ist sie laut Kober international führend. Für über 70 Staaten sei die EU auch der wichtigste Handelspartner – sowohl beim Export als auch beim Import. Indien als Schlüsselpartner Ganz oben auf der Wunschliste der EU steht Indien, das bevölkerungsreichste Land der Erde mit zuletzt wirtschaftli- chen Wachstumsraten zwischen sechs und sieben Prozent im Jahr. Die Bevölkerung ist jung und zunehmend gut ausgebil- det, insbesondere in der Tech- und IT-Branche. Angesichts des Fachkräftemangels hofft Deutschland auch, indische Talente anziehen zu können. Da sich zudem China und die USA wirtschaftlich entkoppeln, sind viele – auch deutsche – Lieferketten betroffen. Indien gilt als attraktive Alternative im Rahmen der Diversifizierungsstrategie. „Noch in diesem Jahr soll ein Abschluss erreicht werden. Aber Qualität, also umfassender Marktzugang, muss aus Sicht der Wirtschaft vor Geschwindigkeit gehen“, betont Kober. „Es wäre wichtig, dass sich Indien für den Erhalt der Regeln einsetzt, die auch die Grundlage für unseren Wohlstand in Deutschland sind und Planungssicherheit für Handel und Investitionen geben.“ So verbietet das E-Commerce-Mora- torium der WTO seit den 90er-Jahren Zölle auf elektronische Übertragungen wie Musik- oder Videostreams. Indien setzt sich nun für das Ende dieses Zollverbots ein – mit dem Ziel, Steuereinnahmen zu generieren. Was die EU liefern muss Wie schwierig es ist, zu einem Konsens zu kommen, zeigen die teils langen Laufzeiten der Gespräche. Aus Sicht von Kober muss die EU den Handelspartnern stärker entgegen- kommen. Dass die Gemeinschaft der 27 Staaten neben Kernthemen rund um den Handel auch zum Beispiel Nachhaltigkeitsfragen in sehr umfassender Art und Weise in den Verträgen regeln möchte, führt in vielen Drittstaaten zu Diskussionen bis hin zu Blockaden. „Die EU müsste eine interessenorientierte Handelspolitik anstreben und Angebote machen, die abschlussfähig sind“, sagt Kober. Nach Indien folgen auf der europäischen Wunschliste die Boom-Regionen in Südostasien: Malaysia, Philippinen und Thailand. Begonnen wurden zudem Gespräche mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). „Man hofft, diese auf den Golf-Kooperationsrat GCC ausweiten zu können“, sagt Kober. Zu ihm gehören neben den VAE Bahrain, Katar, Kuwait, Oman sowie Saudi-Arabien. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass es manchmal zielführender ist, zunächst mit Staaten einzeln zu verhandeln als mit größe- ren Wirtschaftsblöcken wie dem Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN) oder dem GCC. Mit Australien stand ein Abkommen im Jahr 2023 kurz vor dem Abschluss. Die EU hofft jetzt auf eine zügige Wiederaufnahme. Schließlich laufen Gespräche mit dem Vereinigten Königreich für eine Annäherung im Zoll- und Energiebereich. In Afrika wurden viele Abkommen, etwa mit Nigeria, Senegal und Uganda verhandelt, aber bisher noch nicht ratifiziert. Was Handelsabkommen leisten sollen Soll ein Handelsabkommen den Unternehmen die Geschäfte erleichtern, muss es praktikabel sein. „Vor allem die Ursprungsregeln zur Festlegung des Herkunftslandes einer Ware müssen sehr unbürokratisch festgelegt werden“, sagt Kober. Zu umfangreiche Dokumentationspflichten könnten dazu führen, dass kleinere Unternehmen ausgeschlossen werden und nicht profitieren. „Und die einzelnen Abkommen sollten ähnliche Regeln beinhalten, damit sich die Wirtschaft nicht jedes Mal aufs Neue einarbeiten muss.“ Erfolgreiche Handelsabkommen bieten der Wirtschaft einen erheblichen Mehrwert. So ist etwa seit Abschluss des CETA- Freihandelsabkommens zwischen der EU und Kanada, das 2022 ratifiziert wurde, der europäisch-kanadische Handel um mehr als 50 Prozent gestiegen. Autorin Eli Hamacher Wirtschaftsjournalistin 33Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Was bedeuten ReArm Europe & Co für deutsche Unternehmen Neue Sicherheitsimpulse aus Brüssel In einer Welt, in der geopolitische Spannungen zunehmen und gestörte Lieferketten sowie Cyber- angriffe zum unternehmerischen Alltag gehören, hat Brüssel Sicherheit zur Priorität gemacht. Ein besonderer Schwerpunkt dieser neuen Priorität liegt auf der Stärkung der „technologischen und industriellen Basis der europäischen Verteidigung“. Was bedeutet das für Unternehmen? Fo to : F re ep ik / D C St ud io Ihre Strategien und Absichten hat die Europäische Kommission im März 2025 in ihrem „ReArm Europe“-Plan und im Weißbuch zur europäischen Verteidigung vor- gestellt: Während „ReArm Europe“ insbesondere Gelder mobilisieren und Investitionen ermöglichen soll, gibt das Weißbuch die strategische Richtung vor. Zusammen zielen die Papiere darauf ab, die Verteidigungsindustrie der EU zu stärken – von der Forschung bis zu den Produktions- kapazitäten. Außerdem bilden sie eine wichtige Grundlage für die europäische Kooperation in zentralen Fragen der Sicherheit. Förderung, Beschaffung und Finanzierung Der derzeitige Maßnahmenkatalog erfasst sowohl bereits existierende als auch neue Instrumente, mit denen unter anderem Innovationen gefördert werden sollen. Dazu zäh- len etwa der europäische Verteidigungsfonds (European Defence Fund – EDF) oder das Programm für die europäi- sche Verteidigungsindustrie (European Defence Industry Programme – EDIP). EDIP soll sowohl die Industrie direkt unterstützen als auch die gemeinsame Beschaffung von Verteidigungsgütern fördern. Ziel ist, dass die Mitglied- staaten 40 Prozent ihrer Beschaffung gemeinsam tätigen. Das könnte den Produzenten mehr Planungssicherheit verschaffen und einen Rüstungsbinnenmarkt mit Effizienz- gewinnen ermöglichen. Langfristig soll das die Kosten für die Verteidigung senken. Gleichzeitig eröffnet „ReArm Europe“ den Mitgliedstaaten neue Spielräume bei der Haushaltsgestaltung und Schul- denaufnahme, die rege genutzt werden dürften. Daher ist 34 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA es aus Sicht der deutschen Wirtschaft wichtig, sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene die richtigen Prioritäten zu setzen, um eine nachhaltige Finanzierung von Verteidigungsausgaben und solide Staatsfinanzen zu gewährleisten. Nur so lassen sich langfristig die generelle Handlungsfähigkeit der EU und auch die erforderlichen Dauerinvestitionen in die Verteidigungsfähigkeit sichern. Beim nächsten EU-Haushalt, der laut Vorschlag eine umfangreiche Unterstützung für Investitionen in Vertei- digung und Sicherheit vorsieht, darf dies nicht aus dem Blick geraten. Dual Use als Innovationstreiber Die in vielen Kommissionsvorschlägen angedeutete Öff- nung von Forschungs- und Innovationsförderung auch für sogenannte Dual-Use-Projekte könnte zu mehr Synergien zwischen ziviler und militärischer Forschung führen. So soll etwa das Forschungsrahmenprogramm „Horizon Europe“ künftig erstmals die Förderung von Innovationen mit doppeltem Anwendungszweck ermöglichen. Auch die Vereinfachungsvorschläge der Kommission für beste- hende Regelungen und die Zusammenführung verschie- dener Förderprogramme im Rahmen des neu geplanten „Wettbewerbsfähigkeitsfonds“ lassen darauf schließen, dass auch risikoreichere und kapitalintensive Innovatio- nen mit „Dual Use“-Charakter zusätzlich finanziell unter- stützt werden könnten. Beschleunigung und Klarheit wichtige Voraus setzungen Brüssel möchte aber nicht nur Förderprogramme ver- einfachen, sondern auch Beschaffungsprozesse und Genehmigungsverfahren beschleunigen. Außerdem plant die Kommission, Herausforderungen zu entschärfen, die sich aufgrund sperriger Prozesse beim grenzübergreifen- den Transfer von Verteidigungsgütern oder wegen der „Sustainable Finance“-Nachhaltigkeitsvorschriften bei der Kreditvergabe ergeben. Zudem öffnet sich die Europäi- sche Investitionsbank immer weiter für die Kreditvergabe bei Verteidigungs- und Sicherheitsprojekten. Ausblick Obwohl für viele der genannten Initiativen gilt, dass sich die Gesetzgeber noch in Gesprächen befinden, können Unternehmen erwarten, dass Investitionen und auch damit verbundene Fördermöglichkeiten im Bereich Sicherheit weiter an Bedeutung gewinnen. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer bringt sich bei diesen Konsultationen über verschiedene Formate aktiv ein und berät die Entscheidungsträger im Sinne der Breite der deutschen Wirtschaft. tillmann-verpackungen.de Kathrin Hildebrand Geschäftsführerin 0800-TILLMANN MIT SICHERHEIT GUT VERPACKT – DANK ÜBER 70 JAHREN ERFAHRUNG. Fo to : D IH K/ M ar ko P ris ke Thorben Petri arbeitet als Referatsleiter Europäische Wirtschaftspolitik bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) in Brüssel. Autor Thorben Petri DIHK 35Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Doch noch unterschiedliche Regeln in der EU Gut vorbereitet entsenden Mit dem Dienstleistungskompass und der Webinarreihe der hessischen IHKs erfolgreich ins Ausland. In einer globalisierten Wirtschaft wird der Blick über die Landesgrenzen längst zur Pflicht. Viele Unternehmen können ihre internationalen Projekte nur stemmen, wenn eigene Fachkräfte vor Ort unterstützen. Gleichzeitig bringen Auslandseinsätze stets komplexe arbeits-, steuer- und sozialversiche- rungsrechtliche Fragestellungen mit sich. Ob Messeteilnahmen in Italien, Montageeinsätze in Ungarn oder Servicedienstleistungen in Polen: Unternehmen sind gefordert, ihre Pro- zesse sorgfältig zu planen, um einen reibungs- losen Ablauf vor Ort sicherzustellen. Einen verbindlichen europäischen Rahmen zur Orientierung bildet seit 1996 die EU-Ent- senderichtlinie, die entsandten Arbeitnehme- rinnen und Arbeitnehmern im Wesentlichen die gleichen gesetzlichen und tariflichen Mindestbedingungen sichern soll, wie sie lokale Beschäftigte genießen. Sie werden also vor Benachteiligung geschützt. Mit den umfangreichen Neuregelungen vom 30. Juli 2020 wurde dieser Schutz weiter ausgebaut. Die Richtlinie verfolgt damit das Ziel, gerechte Arbeitsbedingungen sicherzustellen und Lohn- und Sozialdumping wirksam zu ver- hindern. In der Praxis zeigt sich jedoch: Trotz des euro- päischen Rahmens unterscheiden sich die Anforderungen von Land zu Land teilweise erheblich. Für Unternehmen bedeutet das, sich bei jeder Entsendung erneut mit einem Mosaik aus Meldepflichten, arbeits- und sozialrechtlichen Regeln sowie Aufenthalts- vorschriften der Zielstaaten auseinanderzu- setzen. Der Kompass im Entsendungsdschungel Unternehmen, die Klarheit brauchen, finden sie im Dienstleistungskompass des hessi- schen Außenwirtschaftsportals. Das Tool bündelt kompakte Länderinformationen und schafft: ❙ Rechtssicherheit – durch Hinweise zu not- wendigen Meldungen ❙ Effizienz – dank übersichtlicher Länder- profile ❙ Planungssicherheit – durch verständlich aufbereitete Vorschriften Wer noch tiefer in die Thematik einsteigen möchte oder bereits ein bestimmtes Ziel- land im Blick hat, kann auf die Beratung der hessischen IHKs vertrauen, die Unternehmen durch den Entsendungsdschungel begleiten. Fit für 2026: die kostenfreie Webinarreihe Auch 2026 hält die kostenfreie Webinarreihe „Mitarbeiterentsendung – Weltweit.Rechts- sicher.Entsenden.“ Unternehmen auf dem aktuellen Stand. Ausgewählte Expertinnen und Experten geben kompakte Einblicke in Meldevorschriften, arbeitsrechtliche Rahmen- bedingungen und länderspezifische Beson- derheiten. Die Reihe vermittelt praxisnahes Wissen, das entscheidend ist, um interna- tionale Einsätze rechtssicher und organisa- torisch reibungslos zu gestalten. Sie ist für erfahrene Exportprofis genauso geeignet wie für Unternehmen, die erstmals entsenden. Ins erste Quartal 2026 startet die Reihe im Februar mit Vorträgen zu den Grundlagen der Mitarbeiterentsendung und zur Mitarbeiter- entsendung nach Finnland. Im März setzen Webinare den Fokus auf Dänemark und Italien. Alle Termine unter: Trotz der EU-Entsenderichtlinie, die es seit 1996 gibt, gelten nicht in allen Gemeinschaftsländern einheitliche Regeln. Fo to : P ro st oc k- st ud io – A do be S to ck Kontakt Mirjam Pai 069 8207-256 pai@offenbach.ihk.de 36 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 TITELTHEMA Impressum: Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, Sontraer Straße 6, 60386 Frankfurt am Main, Telefon 0 69/42 09 03-75 Die Beiträge in diesem Verlagsspecial sind bezahlte Anzeigen und wurden von den werbenden Unternehmen verfasst.www.zarbock.de 1/2 2026 Eine Verlagsveröffentlichung – präsentiert in der Offenbacher Wirtschaft Foto: Freepik Banken und Finanzen 2 VerlagsSpecial | Banken und Finanzen Anzeige Digitalisierung, KI & Co. Wie Banken sich künftig aufstellen müssen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Co. verändern die Arbeitswelt im Finanzsektor ebenso wie in allen anderen Branchen. Was bedeutet das für die Zukunft der Banken? Ein Überblick. „Wird die Digitalisierung nur die Art und Weise verändern, wie Banken ihr Geschäft betreiben? Oder sehen wir eventuell den Anfang vom Ende traditioneller Banken?“ Diese provokanten Fragen stellte Prof. Dr. Joachim Wuermeling bereits vor drei Jahren in einem Gastbeitrag für die „Zeitschrift für das ge- samte Kreditwesen“ (ZfgK). Und die Punkte, die das damali- ge Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank ansprach, sind haben seitdem nichts an Dringlichkeit verloren. Eher im Gegenteil. Die Trends, die der renommierte Experte Ende 2022 in seinem Artikel skizzierte, haben sich seitdem fortgesetzt. Online-Ban- king und Apps nannte er schon damals aus Kundensicht einen „alten Hut“. Interne Veränderungen durch die Digitalisierung wie der Einsatz von KI sind inzwischen Standard. Auch wenn er darin noch keinen fundamentalen Umbruch sah, wies Wuerme- ling schon früh darauf hin: „Digitalisierung verändert nicht nur das Innenleben der Banken. Der ganze Markt verändert sich. Die Welle der Digitalisierung hat neue Wettbewerber auf den Markt gespült, vor allem junge und technologie-starke Unternehmen.“ Eine Folge: Vor allem im Zahlungsverkehr hätten Banken bereits Geschäft an FinTechs abgeben müssen. Wie nun darauf reagieren? Viele Fachleute erwarten, dass sich Berufsfelder im Finanzbereich immer schneller verändern müssen. Banken sind gefordert, entsprechende Fachkräfte zu finden, um den Herausforderungen begegnen zu können, die aus der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz, Blockchain und Ähnlichem entstehen. Immer wieder genannt werden in diesem Zusammenhang Entwicklungen wie Decentralized Finance oder Distributed-Ledger-Technologien (DLT), also eine Dezentrali- sierung des Finanzsystems über leistungsstarke und effiziente Netzwerke. Wie sich diese Dinge weiterentwickeln werden, ist heute noch gar nicht absehbar. Vor diesem Hintergrund wird auch das Thema Cybersicherheit eine wachsende Bedeutung bekommen. In puncto Arbeitsor- ganisation geht der Trend zu mehr Agilität und Flexibilität, zu eher projektmäßig organisierten Arbeitsprozessen und Arbeits- teilung. Bereits heute „kooperieren Banken mit FinTechs und lagern gezielt Aktivitäten aus“, so Professor Wuermeling in sei- nem ZfgK-Beitrag. Abgesehen von diesen eher technisch getrie- benen Trends sehen Fachleute aber auch für das Bankenwesen eine wachsende Bedeutung von Nachhaltigkeitsaspekten unter ESG-Aspekten, also Umwelt, Sozialem und Unternehmensfüh- rung. Die digitale Revolution im Banksektor Von den ersten Geldautomaten bis zu modernen Trends wie Open Banking: Der technologische Fortschritt im Bankensektor verlief in den vergangenen Jahrzehnten rasant. Hier einige der wichtigsten Meilensteine. Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, als man per- sönlich eine Bankfiliale betreten musste, beispielsweise um Bargeld abzuheben? In Deutschland wurde dies am 27. Mai 1968 überflüssig, allerdings zunächst nur für die Kunden der Kreissparkasse Tübingen. Sie nahm an jenem Tag den ersten Geldautomaten bundesweit in Betrieb – mit Lochkarte und 100-D-Mark-Auszahlungsgrenze. Das Zeitalter der bargeldlosen Zahlung begann eben- falls um diese Zeit mit der Einführung der Eurocheque- (EC)-Karte. Als Vorgängerin der Debit-Karte fungierte sie allerdings erst einmal nur als Garantiekarte für einen Eurocheque und zur Abhebung an Geldautomaten. Bar- geldlose Zahlung war damit erst später möglich. Die Weiterentwicklung des digitalen Bankenwesens etwa ab Beginn der 1990er-Jahre wird manchmal auch als Banking 3.0 bezeichnet. Als nach eigenen Angaben erste Online-Bank Europas machte 1999 die Netbank AG Schlagzeilen. Ab etwa 2007 folgte mit der Verbreitung des Smartphones die Etablierung von Mobile Banking. 2008 erfolgte die Gründung des einheitlichen Euro-Zah- lungsverkehrsraums. Als „einen der bedeutendsten Momente der modernen Bankgeschichte“ bezeichnen Fachleute des Schweizer Software-Unternehmens „Netcetera“ die Einführung des Open Banking in Europa. Möglich wurde es durch die neue PSD2-Directive aus dem Jahr 2016. Als ähnlich bedeutsam wird das Aufkommen von Kryptowährungen wie Bitcoin oder Etherum eingeschätzt. Für die Zukunft wird vor allem die sich weiter entwickelnde KI-Techno- logie eine prägende Rolle spielen. 3 | VerlagsSpecialBanken und Finanzen Anzeige Ihr Finanzpartner für Firmenkunden Die VR Bank Dreieich-Offenbach eG: Ihr regionaler Partner für innovative Finanzlösungen. Die VR Bank Dreieich-Offenbach eG steht Unternehmen in allen Phasen zur Seite – von der Gründung über die Expansion bis zur Nachfolge. Als regional verwurzelter Finanzpartner bieten wir maßgeschneiderte Lösungen, die zu Ihrer geschäftlichen Realität passen und nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Unser Team von Firmenkundenberaterinnen und -beratern un- terstützt Sie mit individueller Beratung maßgeschneidert auf Ihre Wünsche und Bedürfnisse. Wir begleiten Investitionen, Modernisierungen und Finanzierungsstrategien mit passge- nauen Kreditlösungen sowie innovativen digitalen Services. Ob Liquiditätsmanagement, Gewerbeimmobilienfinanzierung oder sichere Zahlungsverkehrssysteme – wir finden die optimale Lö- sung für Ihren Bedarf. Ergänzend bieten wir moderne Anlage- und Vorsorgestrategien, die gezielt auf Unternehmen zugeschnitten sind. Profitieren Sie von schnellen Entscheidungen, persönlicher Nähe und einem starken Netzwerk, das Ihre unternehmerischen Ziele fördert. Gemeinsam gestalten wir die finanzielle Zukunft Ihres Unter- nehmens – zuverlässig, partnerschaftlich und regional veran- kert. Darüber hinaus unterstützen wir Sie bei Fördermittelbera- tung, Risikomanagement und strategischer Finanzplanung. Mit modernen digitalen Tools behalten Sie jederzeit den Überblick über Ihre Finanzen. Ivo Fernandes, Geschäftsführer DVS Eventtechnik GmbH, Egelsbach www.vrbanking.de/mitgliedschaft Wir sind Mitglied. zum Leuchten, in der Bank und auf der Bühne. Wir bringen Ideen Jetzt Mitglied werden! 4 VerlagsSpecial | Banken und Finanzen Anzeige Bereit für alles, was kommt. Die Märkte ändern sich. Ihr Unternehmen bleibt stark. Mit der Sparkasse an Ihrer Seite sind Sie für kommende Herausforderungen bestens aufgestellt: jederzeit und überall. sls-direkt.de Weil’s ummehr als Geld geht. Nachhaltige Finanzanlagen – dreht sich der Wind? Weltweite Krisen und wirtschaftliche Probleme erschweren offenbar Nachhaltigkeitsbestrebungen in deutschen Unter- nehmen. Doch es gibt auch interessante neue Ansätze, ge- rade bei Banken. In mehr als jedem dritten deutschen Unternehmen verzögern sich nachhaltige Transformationen durch weltweite Krisen zumindest teilweise. Das ist eines der Ergebnisse einer Um- frage der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und dem Finance-Magazin, die im Frühjahr dieses Jahres bekannt wurde. „Grundsätzlich sehen alle die Notwendigkeit, das Thema voran- zutreiben“, erklärte LBBW-Unternehmenskundenvorstand Joa- chim Erdle. „Die Unternehmen fokussieren vor dem Hintergrund der gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen aber andere Themen zunehmend höher und rücken bei ihren Bestrebungen in Bezug auf Nachhaltigkeit die Wirtschaftlichkeit noch stärker in den Fokus“, so Erdel laut Finance-Magazin. Dennoch bleibt Nachhaltigkeit in der Wirtschaft ein zentrales Thema. Nur 13 Prozent der Befragten äußerten, ESG-Kriterien (Environment, Social, Governance) spielten in ihrem Unterneh- men keine Rolle, und jeder zweite erklärte es gebe aktuell auch keine Verzögerungen bei der Umsetzung. In der Finanzbranche waren zuletzt Schlagworte wie Green Fi- nance oder Green Banking in aller Munde – also die Finanzierung ökologischer Projekte beziehungsweise die Implementierung nachhaltiger Konzepte ins eigene Geschäft. Der Finanzexperte und Geschäftsführer der österreichischen Mehrwerk GmbH, Sascha Horvath, sieht im Zusammenhang mit der Umsetzung von ESG-Elementen bei Banken aber vor allem in den sozialen (S) und führungsbezogenen (G) Zielen viel ungenutztes Poten- zial, wie er auf „der-bank-blog.de“ ausführt. Als ein Beispiel nennt er unter anderem Cashback-Programme mit nachhaltiger Steuerung. Das könne beispielsweise umge- setzt werden, „indem Banken höhere Cashback-Sätze für lo- kale Händler anbieten“. Der Grund: Dies unterstütze regionale Wirtschaftskreisläufe und kleinere Unternehmen. Eine andere Möglichkeit sei das Bereitstellen von sogenannten Mikroversi- cherungen „als sozialer Schutzschild“. Horvath: „Mikroversiche- rungen für Fahrräder oder Reisen stärken das ,S‘ und sind ein fundamentaler Beitrag zur finanziellen Inklusion und Absiche- rung breiter Bevölkerungsschichten, insbesondere junge oder einkommensschwache Gruppen.“ Sein Fazit: „ESG bei Banken ist mehr als Green Finance!“ Fo to : F re ep ik / jc om p Anzeige Clevere Banking-Lösung für moderne Unternehmen Neues Sparkassen-Firmenkundenportal als digitale Dreh- scheibe für den Finanzalltag. Banking für Unternehmen hat sich rasant verändert. Heute sind smarte Plattformen verfügbar, in denen zentrale Services und Prozesse vereinfacht, gebündelt und rund um die Uhr zugäng- lich sind. Es sind starke Ökosysteme, in denen nicht nur klassi- sche Zahlungsverkehrsservices digitalisiert sind, sondern auch Finanzierungen schnell und einfach berechnet und beantragt werden. Auch Firmenwagen können bequem konfiguriert und geleast werden. Zudem integrieren Unternehmen ihre Buch- haltung und Nachhaltigkeitsberichterstattung unkompliziert. Ein immenser Mehrwert für klein- und mittelständische Un- ternehmen, da alles enthalten ist, was sie für den Finanzalltag brauchen. Auch werden wichtige Unterlagen an einem Ort dokumentiert und über die integrierte Nutzerverwaltung lassen sich auch Rollen, Rechte und Limite von Mitarbeitenden bequem selbst steuern, inklusive der Einbindung von Fremdbankkonten. Gleichzeitig werden höchste Sicherheitsstandards gewahrt und private und geschäftliche Zugänge sauber voneinander getrennt. Ergänzend stehen moderne Payment-Lösungen für den Handel, wie die S-POS-App oder der S-POS-Cube, bereit. Schnell und einfach gelingt der Einstieg in das neue Firmenkun- denportal durch das Servicebüro Online-Banking Business der Sparkasse Langen-Seligenstadt. Bereit für alles, was kommt. Die Märkte ändern sich. Ihr Unternehmen bleibt stark. Mit der Sparkasse an Ihrer Seite sind Sie für kommende Herausforderungen bestens aufgestellt: jederzeit und überall. sls-direkt.de Weil’s ummehr als Geld geht. Kontakt: Sparkasse Langen-Seligenstadt Telefon 0 61 82 / 9 25-150 00 E-Mail firmenkunden-banking@sls-direkt.de Weltweit ist einfach. Wenn man einen starken Partner mit internationalem Netzwerk hat. Regional verankert, weltweit vernetzt. www.s-international-mittelhessen.de Weltweit ist einfach. Wenn man einen starken Partner mit internationalem Netzwerk hat. Regional verankert, weltweit vernetzt. www.s-international-mittelhessen.de Weltweit ist einfach. 2026 bringt Änderungen Wichtige Nachhaltigkeitsvorgaben für Unternehmen ❙ Ab Ende September 2026 gelten in Deutschland strengere Regeln für Umweltaussagen in der Werbung (EmpCo-Richtlinie): Vage Begriffe wie „klimaneutral“ oder „grün“ müssen belegbar sein, und irreführende Claims sind verboten. ❙ Die EU-Taxonomie – ein Klassifizierungssystem, das Kriterien für die Bestimmung ökologisch nachhaltiger wirtschaftlicher Aktivitäten festlegt, um nachhaltige Investitionen zu fördern – bleibt weiterhin relevant. Für die Europäische Entwaldungsverordnung (EUDR) ist eine Verschiebung auf 30. Juni 2026 für Kleinst- und Kleinunter- nehmen politisch beschlossen, rechtlich aber noch nicht endgültig (Stand 1.12.2025). Für große und mittlere Unternehmen bleibt derzeit der ursprüngliche Anwendungszeitpunkt am 30. Dezember 2025 bestehen. ❙ Die CSRD-Berichtspflicht für börsennotierte KMU startet nun erst im Geschäftsjahr 2028 (erster Bericht 2029), mit der Möglichkeit, die Pflicht bis 2028 zu verschieben. Eine vollständige Befreiung ist mög- lich, je nach endgültiger Gesetzgebung. ❙ Die Sorgfaltspflichten (CSDDD) gelten künftig nur für sehr große Konzerne. KMU sind weitgehend entlastet. Unternehmen sollten jetzt ihre wichtigsten Risiken im Bereich Nachhaltigkeit identifizie- ren und aktuell besonders Möglichkeiten der Wertschöpfung durch Nachhaltigkeit für sich nutzen. Autor Daniel Silberhorn Senior Manager Sustainability plenum AG, Frankfurt 1,7 Mio Leserinnen und Leser der IHK-Zeitschrien sind überdurchschnittlich o en für nachhaltiges Wirtschaen und Innovation. Sie investieren z.B. in den Feldern Fahrzeuge mit Elektro- oder anderen umweltschonenden Antriebstechniken, Einsatz von Collaborationstools, Data-Analytics, digitale Transformation und in „grüne“ Geldanlagen. Mehr dazu auf: www.rem-studie.de MORGEN NEU DENKEN Schalten Sie jetzt Ihre Anzeige in der Offenbacher Wirtschaft! Wir beraten Sie gern. Kontakt: Marion Stumpp | Telefon 0 69/42 09 03-51 | marion.stumpp@zarbock.de DAS GOLDENE BLATT FÜR DIE LEISTUNGSELITE 1,7 Mio Von allen 4,1 Millionen Entscheiderinnen und Entscheidern im Mittelstand erreichen Sie 1,7 Millionen über die IHK-Zeitschrien. Das sind 41 Prozent. Der weiteste Leserkreis beträgt sogar 64 Prozent, die jeweilige Bekanntheit liegt bei 91 Prozent. Mehr dazu auf: www.rem-studie.de Weltweit ist einfach. Wenn man einen starken Partner mit internationalem Netzwerk hat. Regional verankert, weltweit vernetzt. www.s-international-mittelhessen.de Weltweit ist einfach. Wenn man einen starken Partner mit internationalem Netzwerk hat. Regional verankert, weltweit vernetzt. www.s-international-mittelhessen.de Weltweit ist einfach. 43Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 RATGEBER Ein modernes Forum für internationale Wirtschaftsstreitigkeiten Commercial Courts in Deutschland Mit dem Justizstandortstärkungsgesetz (JStandG), das am 1. April 2025 in Kraft trat, hat der deutsche Gesetz- geber die Grundlage für die Einführung spezialisierter Commercial Courts (Wirtschaftsgerichte) geschaffen. Diese Reform verleiht Deutschland ein zukunftsweisendes Upgrade und zielt darauf ab, komplexe Handelsstreitigkeiten effizienter, fach- kundiger und in englischer Sprache zu verhandeln. Damit wird die deutsche Zivilgerichtsbarkeit speziell für große Wirtschaftsstreitig keiten und international tätige Unternehmen attraktiver gestaltet. Was sind die Commercial Courts? Am 1. Juli 2025 starteten der Commercial Court am Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt sowie die Commercial Chambers am Landgericht (LG) Frankfurt. Diese neuen Gerichte bieten eine moderne und internatio- nal ausgerichtete Streitbeilegungsplattform für internationale Unter- nehmen und schaffen attraktive Alternativen zur Schiedsgerichtsbar- keit. Zuständigkeit und Verfahrens gegenstände Der Commercial Court am OLG Frankfurt ist erstinstanzlich für Strei- tigkeiten mit einem Streitwert ab 500.000 Euro zuständig. Typische Verfahren betreffen: ❙ Gesellschaftsrechtliche Auseinandersetzungen ❙ Streitigkeiten aus Banken- und Kapitalmarktrecht ❙ Post-M&A-Streitigkeiten ❙ Organhaftung ❙ Internationale Lieferverträge und Joint Ventures Zentrale Merkmale 1. Englisch als Verfahrenssprache: Mündliche Verhandlungen und Schriftverkehr können auf Englisch geführt werden. Urteile und Beschlüsse werden zwar auf Deutsch verfasst, erhalten aber amt- liche englische Übersetzungen. 2. Moderne Technologie: Videokonferenzen und digitale Verhand- lungen sind explizit vorgesehen. Dies ermöglicht eine effiziente und flexible Prozessführung. 3. Beschleunigte Verfahren: Straffe Verfahrensabläufe und spezia- lisierte Richter garantieren effiziente Streitbeilegung. Frühzeitige Case-Management-Konferenzen, konzentrierte Beweisaufnahmen und straffe Verfahrensabläufe sollen langwierige Verfahren reduzie- ren. 4. Hohe Expertise: Die Kammern werden mit erfahrenen Richtern besetzt, die über Englischkenntnisse und langjährige Erfahrung im Wirtschafts- und Handelsrecht verfügen. Vorteile für die internationale Wirtschaft 1. Vertrautheit und Rechtssicherheit: Im Vergleich zu Schieds- verfahren bietet die staatliche Gerichtsbarkeit ein hohes Maß an Verfahrenssicherheit, transparenten Regeln und Rechtsmittelmög- lichkeiten. 2. Kosteneffizienz: Staatliche Gerichtsgebühren liegen deutlich unter den Kosten für ein Schiedsverfahren mit mehreren Schiedsrichtern. 3. EU-weite Vollstreckbarkeit: Urteile der Commercial Courts genie- ßen die Vorteile der EU-Vollstreckungsverordnungen (z. B. Brüssel Ia-VO) und können somit in der gesamten Europäischen Union oft schneller und unkomplizierter vollstreckt werden. 4. Flexibilität: Die Parteien können durch entsprechende Gerichts- standsvereinbarung in ihren Verträgen die Zuständigkeit eines Commercial Courts wählen. Fazit für die Praxis Die Commercial Courts modernisieren die deutsche Justiz, indem sie die Vorteile staatlicher Gerichtsbarkeit – öffentliche Legitimation und EU-weite Vollstreckbarkeit – mit denen der Schiedsgerichtsbar- keit vereinen: Spezialisierung, Englisch als Verfahrenssprache und beschleunigte Prozesse. Für Unternehmen, die ein staatliches Forum mit internationalem Standard suchen, bietet sich hier eine attraktive Alternative. Unternehmen sollten diese Option bei der Gestaltung von Vertragsklauseln oder der strategischen Prozessplanung prüfen. Gleichwohl bestehen auch Herausforderungen: Trotz der vielverspre- chenden Ausrichtung müssen die Commercial Courts international noch bekannter werden, und ihre Effizienz wird sich in der Praxis erst durch eine Reihe von Verfahren beweisen müssen. Dennoch stärken die neuen gerichtlichen Strukturen den Rechtsstandort Deutschland und eröffnen Unternehmen ein maßgeschneidertes Forum für kom- plexe Handelssachen. Autorin Polina Hufen Rechtsanwältin BRP RENAUD 0 69 133 734-56 polina.hufen@brp.de 44 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 RATGEBER BEKANNTMACHUNG Wirtschaftssatzung der IHK Offenbach am Main – Geschäftsjahr 2026 Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main hat am 4. Dezember 2025 gemäß den §§ 3 und 4 des Gesetzes zur vorläufigen Regelung des Rechts der Industrie- und Handelskammern (IHKG) vom 18.12.1956 (BGBI. I S. 920), zuletzt geändert durch Art. 1 des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes zur vorläufigen Rege- lung des Rechts der Industrie- und Handelskammern vom 7. August 2021 (BGBl. I S. 3306), und der Beitragsordnung vom 4. Dezember 2007, zuletzt geändert durch Beschluss der Vollversammlung vom 15. März 2018, folgende Wirt- schaftssatzung für das Geschäftsjahr 2026 (1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2026) beschlossen: I. Wirtschaftsplan Der Wirtschaftsplan wird wie folgt verabschiedet: 1. im Erfolgsplan mit Erträgen in Höhe von 12.178.250 EUR – davon Erträgen aus Beiträgen und Umlagen in Höhe von 10.214.600 EUR – davon Erträgen aus Gebühren in Höhe von 946.400 EUR – davon Erträgen aus Entgelten in Höhe von 572.450 EUR – davon sonstigen betrieblichen Erträgen 444.800 EUR im Erfolgsplan mit Aufwendungen in Höhe von −14.941.244 EUR – davon Materialaufwand in Höhe von −1.032.530 EUR – davon Personalaufwand in Höhe von −7.132.971 EUR – davon Abschreibungen in Höhe von −528.600 EUR – davon sonstiger betrieblicher Aufwand −6.247.143 EUR mit einem Finanzergebnis in Höhe von −40.000 EUR Sonstige Steuern −15.200 EUR mit einem voraussichtlichen Ergebnisvortrag in Höhe von 5.758.125,66 EUR mit einem Saldo der Rücklagenveränderungen in Höhe von −2.939.931,66 EUR 2. im Finanzplan mit Investitionseinzahlungen in Höhe von 0 EUR Investitionsauszahlungen in Höhe von −1.045.000 EUR II. Beitrag 1. Unternehmen, die im Handels- oder Genossenschafts- register eingetragen sind, sind Kaufleute im Sinne dieser Wirtschaftssatzung. Natürliche Personen und Personengesellschaften, die nicht im Handels- oder Genossenschaftsregister eingetragen sind, und ein- getragene Vereine, wenn nach Art oder Umfang ein in kaufmännischer Weise eingerichteter Geschäftsbetrieb nicht erforderlich ist, sind vom Beitrag freigestellt, soweit ihr Gewerbeertrag nach dem Gewerbesteuergesetz oder, soweit für das Bemessungsjahr ein Gewerbesteuermess- betrag nicht festgesetzt wird, ihr nach dem Einkommen- steuergesetz ermittelter Gewinn aus Gewerbebetrieb 5.200 € nicht übersteigt. Nicht in einem der vorgenannten Register eingetragene natürliche Personen, die ihr Gewerbe nach dem 31. Dezember 2003 angezeigt und in den letzten fünf Wirtschaftsjahren vor ihrer Betriebseröffnung weder Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit erzielt haben noch an einer Kapitalgesellschaft mittelbar oder unmittelbar zu mehr als einem Zehntel beteiligt waren, sind für das Geschäfts- jahr der IHK, in dem die Betriebseröffnung erfolgt, und für das darauffolgende Jahr von der Umlage und vom Grundbeitrag sowie für das dritte und vierte Jahr von der Umlage befreit, wenn ihr Gewerbeertrag, hilfsweise der Gewinn aus Gewerbebetrieb, 25.000 € nicht übersteigt. Bemessungsjahr für Grundbeitrag und Umlage ist das Jahr 2026. 45Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 BEKANNTMACHUNG 2. Als Grundbeiträge sind zu erheben von 2.1 Nichtkaufleuten a) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb, bis 25.000 €, soweit nicht die Befreiung nach Ziffer II. 1. eingreift 50,00 € b) mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb, über 25.000 € 70,00 € 2.2 Kaufleuten mit einem Verlust oder mit einem Gewerbe- ertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb, bis 37.000 € 220,00 € 2.3 Kaufleuten mit einem Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb, ab 37.001 € 330,00 € 2.4 allen IHK-Mitgliedern, die nicht nach Ziffer II. 1. vom Beitrag befreit sind und ein Kriterium der zwei nach- folgenden Kriterien erfüllen: – mehr als 500.000.000 € Bilanzsumme – mehr als 50.000.000 € Umsatz – auch wenn sie sonst nach Ziffer II. 2.1 – 2.3 zu veranlagen wären 500,00 € 2.5 Kapitalgesellschaften, die nach Ziffer II. 2.2. – 2.4. zum Grundbeitrag veranlagt werden und deren Tätigkeit sich in der Komplementärfunktion in einer ebenfalls der IHK Offenbach zugehörigen Personenhandelsgesellschaft erschöpft, wird der Grundbeitrag auf Antrag um 25 % ermäßigt. 2.6 Gesellschaften mit Verwaltungssitz im Bezirk der IHK Offenbach, deren sämtliche Anteile von einem im Handelsregister eingetragenen Unternehmen gehalten werden, das seinen Verwaltungssitz im Bezirk der IHK Offenbach hat, wird der Grundbeitrag auf Antrag eben- falls um 25 % ermäßigt. 3. Als Umlagen sind zu erheben 0,26 % des Gewerbe- ertrages bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb. Bei natürlichen Personen und Personengesellschaften ist die Bemessungsgrundlage einmal um einen Freibetrag von 15.340 € für das Unternehmen zu kürzen. 4. Soweit der Grundbeitrag nach II. 2.4. und die Umlage nach Ziffer II. 3. sich zusammen auf weniger als 5.000,00 € belaufen, beträgt der Beitrag 5.000,00 €. 5. Die Beitragserhebung für das Jahr 2026 erfolgt ebenfalls wieder mit einer Vorauszahlung in Höhe von 100 %. 6. Soweit ein Gewerbeertrag bzw. Gewinn aus Gewerbe- betrieb für das Bemessungsjahr nicht bekannt ist, wird eine Vorauszahlung des Grundbeitrages und der Umlage auf der Grundlage des letzten der IHK vorliegenden Gewerbeertrages bzw. Gewinns aus Gewerbebetrieb erhoben. Soweit der IHK bisher keine Daten bekannt sind, erfolgt bei Kaufleuten zunächst eine vorläufige Veranlagung mit dem jeweiligen Grundbeitrag in der untersten Staffel. 7. Zur finanziellen Entlastung der IHK-Zugehörigen werden von den in Ziffer II. 2. und II. 4. aufgeführten Grundbei- tragssätzen und dem in Ziffer II. 3. benannten Umlage- satz einmalig im Geschäftsjahr 2026 85 Prozent der IHK-Beiträge aus dem laufenden Jahr (2026) erhoben. III. Kredite 1. Investitionskredite Für Investitionen können Kredite in Höhe von 0,00 Euro aufgenommen werden. 2. Kassenkredite Zur Aufrechterhaltung der ordnungsgemäßen Kassen- wirtschaft dürfen Kassenkredite bis zur Höhe von 0,00 Euro aufgenommen werden. IV. Gesamtdeckungsprinzip, Deckungsfähigkeit Alle Erträge dienen, soweit nichts anderes bestimmt ist, zur Deckung aller Aufwendungen (Gesamtdeckungsprin- zip). Zweckgebundene Mehrerträge sind nur für damit verbundene Mehraufwendungen zu verwenden. Personalaufwand und alle übrigen Aufwendungen sind insgesamt gegenseitig deckungsfähig. Investitionsausgaben werden ebenfalls für gegenseitig deckungsfähig erklärt. Die vorstehende Wirtschaftssatzung wird hiermit ausgefer- tigt und im Mitteilungsblatt „Offenbacher Wirtschaft“, Heft Januar/Februar 2026, sowie im Internet veröffentlicht. Offenbach am Main, 4. Dezember 2025 Kirsten Schoder-Steinmüller Markus Weinbrenner Präsidentin Hauptgeschäftsführer 46 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 Rotarische Berufsinformation zeigt Wege und Chancen Organisiert von den fünf Rotary Clubs der Region und in Kooperation mit der Energieversorgung Offenbach AG (EVO) fand am 11. November 2025 die Rotarische Berufsinformation in den Räumen der IHK Offenbach am Main statt. Rund 250 Oberstufen- schülerinnen und -schüler nutzten die Gelegenheit, sich mit 70 Berufsexpertinnen und -experten aus 20 Branchen auszutau- schen, von Handwerk über Marketing und Medizin bis hin zu Naturwissenschaften und Medien. Die Fragen waren vielfältig, die Antworten praxisnah – ein Format, das Jugendlichen Orientierung verschafft und Chancen sichtbar macht. Fo to : I H K „Nacht der Ausbildung“ – neun Unternehmen, 30 Berufe Am 7. November 2025 gaben neun Ausbildungsbetriebe in Rödermark Schülerinnen und Schülern während der „Nacht der Ausbildung“ Einblicke in rund 30 Ausbildungsberufe. Ob Zweiradmechatroniker, Drogistin, Erzieher oder Immobilienfachwirtin – die Jugendlichen konnten die Arbeitsplätze besichtigen, Ausbilderinnen und Ausbilder kennenlernen oder sich mit Azubis unterhalten. Einige nutzten die Gelegenheit und bewarben sich gleich um Praktikums- oder Ausbildungsplätze. Vier Unternehmen nahmen zum dritten Mal an der Veranstaltung teil und signalisieren damit, wie wichtig die „Nacht der Ausbildung“ für ihre Nachwuchsakquise ist. Die nächste „Nacht der Ausbil- dung“ findet in Offenbach statt und zwar am 27. Februar 2026. www.deine-nacht-der-Ausbildung.de Fo to : I H K 47Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 BILDUNG IHK-Bestenehrung 2025 – zwei „Landesbeste“ aus der Region Mit Spitzenleistungen in die Zukunft Viel Applaus und Anerkennung gab es bei der IHK-Bestenehrung 2025 am 6. November in der IHK Offen- bach am Main. Absolventinnen und Absolventen der dualen Ausbildung und Weiterbildung, die ihre Prüfungen mit der Note „Sehr gut“ abgeschlossen haben, wurden für ihre herausragenden Leistungen geehrt. Ebenso gab es Auszeichnungen für die Top-Ausbildungsbetriebe der Region – Unternehmen, die mit ihrem Engagement für Qualität und Nachwuchsförderung ein starkes Zeichen setzen. Mit den hessenweit höchsten Punktzahlen haben Lisa Chandler, Assion KG, Rodgau, Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanage- ment, Fachrichtung Großhandel, und Tristan van Bracht, BMW AG, Dreieich, Automobilkaufmann, ihre jeweilige Ausbildung als Lan- desbeste abgeschlossen. Insgesamt erzielten 39 Auszubildende die Abschlussnote 1. Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin der IHK Offenbach am Main, und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Wein- brenner überreichten die Urkunden und ehrten ebenfalls die besten Weiterbildungsabsolventen und -absolventinnen. Die Moderatoren Sarah (r.) und Patrick (M.) vom planet radio wake up club führten durch den Abend. Die besten Absolventinnen und Absolventen von dualen Ausbildungen und IHK-Weiterbildungen wurden am 6. November 2025 in der IHK Offenbach am Main von IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller (4. v. l.) und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner (3. v. r.) für ihre herausragenden Leistungen geehrt. 48 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 BILDUNG Beruf als „Rückgrat des Lebens“ In ihrer Ansprache würdigte Schoder-Steinmüller die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen, der Ausbildenden, der Prüferinnen und Prüfer sowie der Unternehmen und beruflichen Schulen. Sie betonte die Bedeutung der dualen Ausbildung als Grundstein für Unabhängigkeit, Anerkennung und Zugehörigkeit. Ebenso appellierte sie an die Anwesenden, dieses Ausbildungsmodell wertzuschätzen und weiterzuentwickeln, „für die jungen Menschen, für die Betriebe, für unsere gemeinsame Zukunft“. Die Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste, darunter die Bürgermeister Manuel Friedrich, Obertshausen, und Tobias Wilbrand, Egelsbach, Marita Weber, Vorsitzende des Berufsbildungsausschusses, und der Leiter der Wirtschaftsförderung Rödermark Till Andriessen, verdeut- lichte die gesellschaftliche Bedeutung der Aus- und Weiterbildung für die Region. Durch den Abend führten die Moderatoren Sarah und Patrick vom planet radio wake up club. https://ihkof.de/bestenehrung-2025 Fo to s: Ig or L in k – Fo to gr af ie L in k/ IH K Ausgezeichnet wurden nicht nur die besten Absolventen, sondern auch ihre Ausbildungsbetriebe. Sascha Meuer zeichneten die IHK-Präsidentin und der IHK-Hauptgeschäftsführer für seinen herausragenden Weiterbildungsabschluss aus. 49Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 BILDUNG IHK. Die Weiterbildung Seminare und Workshops Ausbildung der Ausbilder – Teilzeit Wer ausbilden will, muss über die persön- liche und fachliche Eignung nach § 28 des Berufsbildungsgesetzes wie auch über pädagogische, rechtliche, organisatori- sche, psychologische und methodische Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen. Die Ausbilderprüfung („Ausbilderschein“) ist bundesweit die einzige anerkannte und einheitliche Qualifikation zum Nachweis berufs- und arbeitspädagogischer Kennt- nisse. * U.-Std. = Unterrichtsstunden Ausbilder 10.03.–25.04.2026 | Ausbildung der Ausbilder (IHK) – Teilzeit https://www.offenbach.ihk.de/E14786/, IHK Offenbach am Main, 80 U-Std. 749,00 € Außenhandel 12.02.2026 | Lieferantenerklärungen – Bedeutung, Regeln, Konsequenzen https://www.offenbach.ihk.de/E15023/, online, 8 U.-Std. . . . . . . . . . . . . . 249,00 € Betriebswirtschaft & Rechnungswesen 20.02.2026–06.11.2027 | Wirtschaftsfachwirt/-in (IHK) https://www.offenbach.ihk.de/E14720/, IHK Offenbach am Main, 650 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.990,00 € 24.02. + 26.02.2026 | Effektives Forderungsmanagement https://www.offenbach.ihk.de/E14867/, online, 8 U.-Std. . . . . . . . . . . . . . 249,00 € Führung & Leadership 04.–05.02.2026 | Der Sprung in die Führung, https://www.offenbach.ihk.de/E14835/, IHK Offenbach am Main, 16 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449,00 € 25.02.2026 | Team- und Führungsentwicklung https://www.offenbach.ihk.de/E14816/, online, 8 U.-Std. . . . . . . . . . . . . . 249,00 € 10.–11.03.2026 | Grundlagen erfolgreicher Führung https://www.offenbach.ihk.de/E14841/, IHK Offenbach am Main, 16 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449,00 € Immobilien 12.–13.02.2026 | WEG-Verwaltung, Teil 1: Grundlagen der WEG-Verwaltung nach § 34c GewO, https://www.offenbach.ihk.de/E15022/, IHK Offenbach am Main, 14 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 449,00 € 17.02.–18.03.2026 | Zertifizierter WEG-Verwalter (IHK) https://www.offenbach.ihk.de/E14797/, online, 68 U.-Std. . . . . . . . . . . 1.850,00 € IT & Digitalisierung 26.02.2026 | ChatGPT in der Unternehmenspraxis: KI erfolgreich für Marketing und Prozessoptimierung einsetzen, https://www.offenbach.ihk.de/E14824/, online, 6 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219,00 € Marketing & Vertrieb 11.02.2026 | Verkaufen mit den eigenen Stärken https://www.offenbach.ihk.de/E14830/, online, 8 U.-Std. . . . . . . . . . . . . . 279,00 € Kontakt Claudia Albert 069 8207-330 albert@offenbach.ihk.de www.offenbach.ihk.de Wirtschaftsfachwirt/-in Der Wirtschaftsfachwirt ist nicht auf einen speziellen Wirtschaftszweig ausgerichtet, sondern kann als „Allrounder“ in Unterneh- men und Wirtschaftsorganisationen unter- schiedlicher Größe und Branchenzugehö- rigkeit sowie in verschiedenen Bereichen eines Betriebs Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrnehmen. Der Sprung in die Führung Häufig werden neue Führungskräfte ohne viel Vorbereitung „ins kalte Wasser“ gewor- fen. Gleichzeitig ändern sich Aufgaben und Erwartungen. Der Übergang von einer Fach- kraft zu einer Führungskraft ist eine span- nende, aber auch herausfordernde Phase in der beruflichen Laufbahn. Das zweitägige Intensivseminar bereitet optimal auf die neue Rolle vor. www.ihkof.de/weiterbildung Alle Weiterbildungsangebote der IHK Offenbach am Main: 50 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 BILDUNG NETZWERKE Interessen der WJ Offenbach auf Bundesebene vertreten Wirtschaftsjunior begeistert vom Know-how-Transfer Der Know-how-Transfer (KHT) in Berlin zählt zu den bedeutendsten Formaten der Wirtschafts- junioren Deutschland. Er bringt jedes Jahr engagierte junge Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags zusammen. 2025 hat Roman Kashtanov von den WJ Offenbach am Main e. V. daran teilgenommen. Während der mehrtägigen Veranstaltung hatte Roman die Gelegenheit, politische Entscheidungsprozesse hautnah zu erleben und sich mit Bundestagsabgeordneten über aktuelle wirtschaftliche und gesellschaft- liche Themen auszutauschen. Die Teilnahme bot ihm nicht nur wertvolle Einblicke in die parlamentarische Arbeit, sondern auch die Möglichkeit, die Interessen der jungen Wirt- schaft aus der Region Offenbach auf Bundes- ebene zu vertreten. „Beim Know-how-Transfer durfte ich eine Woche lang Tarek Al-Wazir begleiten und Politik so nah erleben wie noch nie zuvor. Besonders beeindruckt hat mich, wie groß und komplex unser politisches System ist und wie viel Engagement notwendig ist, damit nachhaltige Entscheidungen entstehen. Durch die Einblicke in den Verkehrsaus- schuss – inklusive spannender Hintergrund- gespräche zur Deutschen Bahn und dem neuen ICE-L – wurde die Woche für mich besonders wertvoll. Das Format lohnt sich in jeder Hinsicht und ich würde jederzeit wieder teilnehmen.“ Mit der Teilnahme am KHT unterstrei- chen die WJ Offenbach e. V. ihr Engage- ment, junge Führungskräfte zu fördern und aktiv an der Gestaltung zukunfts- orientierter politischer Rahmenbedin- gungen mitzuwirken. Zwei Offenbacher in Berlin: Der Bundestagsabgeordne- te und Ausschussvorsitzende Tarek Al-Wazir gewährte Roman Kashtanov von den WJ Offenbach am Main e. V. Einblick in seine Arbeit. F ot os : W J O ffe nb ac h Kontakt Gino Scalinci scalinci@wj-offenbach.de www.wj-offenbach.de Beim Know-how-Transfer in Berlin trafen junge Führungskräfte sowie Unternehmerinnen und Unternehmer aus ganz Deutsch- land Abgeordnete des Deutschen Bundestags. Weitere Infos Den WJ Offenbach am Main e. V. folgen und wissen, was für junge Führungskräfte wichtig ist LinkedIn: www.linkedin.com/company/ wj-offenbach Instagram: www.instagram.com/wjoffenbach Facebook: www.facebook.com/wjoff 51Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NETZWERKE „90 Seconds to Go“ Am 25. November 2025 hatten die Wirtschaftsjunio- ren Offenbach ins Condor Aviation Service Center in Dreieich eingeladen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete beim interaktiven Passen- ger-Safety-Training ein exklusiver, zweistündiger Einblick in die faszinierende Welt der Luftfahrt. Und damit nicht genug! Anschließend berichteten Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaftsförde- rung Offenbach von Projekten und Entwicklungen in der Region sowie Unterstützungsangeboten für Gründerinnen und Gründer. Fo to : W J O ffe nb ac h Neuer Vorstand der WJ Offenbach e. V. Die WJ Offenbach e. V. haben eine neue Führungs- riege. Eric Bublat (r.) tritt an die Spitze der jungen Unternehmerinnen, Unternehmer und Führungs- kräfte im Landkreis Offenbach. Dies ist Teil des „One Year to Lead“-Prinzips, bei dem die Wirt- schaftsjunioren ihre Führungsteams auf Bundes-, Landes- und Kreisebene jährlich neu besetzen, um Nachwuchsführungskräften die Chance zu bieten, in verantwortungsvolle Rollen hineinzuwachsen. An der Seite von Bublat werden 2026 Marco Eck (2. v. l.), Roman Kashtanov (2. v. r.) und Sven L. Franzen (l.) im Vorstand tätig sein. Fo to : W J O ffe nb ac h 52 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 Die Profildatenbank des Enterprise Europe Network (EEN) Internationale Geschäftspartnerschaften entdecken Der EEN-Online-Marktplatz listet mehr als 10.000 Firmenprofile und lässt sich nach Suchbegriffen und Regionen filtern. BULGARIAN SME IS LOOKING FOR PARTNERS FOR HONEY PROCESSING INNOVATION Bulgarian company specializing in the production, processing, and packaging of honey and bee products is looking for technical expertise and cooperation in the further development and opti- mization of automated honey processing and packaging systems. The SME manages the full production chain — from its own certi- fied organic apiaries to advanced processing and packaging faci- lities compliant with GMP and HACCP standards. The company is among the largest honeycomb producers in Europe and interes- ted in reaching new markets by building strategic partnerships. Request more information: BRBG20251107009 COLOMBIAN BIO-REFINERY SEEKS EUROPEAN PARTNERS FOR COLLABORATION IN BIO-BASED, RENEWABLE, AND CIRCULAR TECHNOLOGIES A Colombian bio-refinery specialized in sustainable biodiesel and glycerin production seeks European partners for two-way collabo- ration in bio-based products, renewable energy, and circular technologies. The company aims to act as a regional partner to commercialize European innovations in Latin America and to co- develop scalable solutions that promote decarbonization and cir- cular bioeconomy practices. The partnership model is designed to be bidirectional: European partners contribute technological innovation and expertise, while the Colombian company provides industrial infrastructure, certified raw materials, and access to regional markets. Request more information: BRCO20251028017 LATVIAN SME IS LOOKING FOR A PRODUCTION LINE TO PRODUCE GLUTEN-FREE VEGAN COOKIES A family-owned business from Latvia is looking to buy a specific small production line to produce gluten-free vegan cookies. The small production line must allow for an automated process from the moment the dough is fed into the machine (manual work) to the moment the trays on which the cookies are placed are recei- ved and can be placed in the oven for baking. Production capacity 20-50 kg of cookies/per hour, designed for 220V. Request more information: TRLV20251028009 UKRAINIAN INDUSTRIAL EQUIPMENT MANUFACTURER SEEKS COMMERCIAL OR PRODUCTION PARTNERS The Ukrainian company located in the north-west region of Ukraine proved itself to be a leading representative of industrial equipment in its region. The company designs and manufactures up-to-date equipment of different types and dimensions made of different materials for chemical, oil-refining, gas-processing, food and other industries as well as for agriculture. To establish long- term cooperations under commercial agency or manufacturing agreements, the SME is looking for agents who will present their products and industrial companies as partners for manufacturing agreements. Request more information: BOUA20251106014 Die aktuellen Top-Profile der EEN-Profildatenbank bieten spannende Möglichkeiten, um Kontakte für das internationale Geschäft zu knüp- fen. Schauen Sie sich jetzt um und finden Sie Ihr Perfect Match! https://een.ec.europa.eu/partnering-opportunities Sie möchten eine Nachricht erhalten, sobald ein passendes Profil online ist? Sie möchten Ihr eigenes Suchprofil erstellen? Wir beraten Sie gerne persönlich! Kontakt Milena Tröß 069 8207-254 troess@offenbach.ihk.de 53Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NETZWERKE Mitglieder der Wettbewerbseinigungsstelle Liste der Mitglieder der Wettbewerbseinigungsstelle, die gemäß § 15 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) in Verbindung mit der Hessischen Verordnung über Einigungsstellen, für das Jahr 2026 von der IHK Offenbach am Main aufgestellt ist. Vorsitzende Wulf, Julia, Dr. Rechtsanwältin i. R., Notarin a. D. Friedrichstraße 62 60323 Frankfurt Telefon: 0171 3030342 julia.wulf@jwulf.de Stellv. Vorsitzende Lawrence, Katharina Juristin Verbraucherzentrale Hessen e. V. Geschäftsstelle Große Friedberger Str. 13 – 17 60313 Frankfurt Telefon: 069 972010-47 Telefax: 069 972010-50 lawrence@verbraucherzentrale- hessen.de Beisitzer Diefenbach, Hans Rudolf, Dr. Apotheker Am Wiesengrund 12 63075 Offenbach am Main Telefon: 069 866337 Gotesdiner, Valeria August-Hecht-Str. 45 63067 Offenbach am Main Telefon: 069 836838 valeria@gotesdiner.de Haydar, Sirri HS Dienstleistungen GmbH Industriestraße 12 63533 Mainhausen Telefon: 06182 8249 14 Telefax: 06182 8249-19 info@hs-dienstleistungen.de Noé, Dietmar, Dr. Noé Immobilien Dielmannstr. 25 63069 Offenbach am Main Telefon: 069 82375181 noe.immobilien@arcor.de Ubeda Cruz, Anna Katharina Nina, Dipl.-Ing. ÖLDORADO & OLIVE OIL ACADEMY Hospitalstraße 18 63065 Offenbach am Main Telefon: 0176 45799022 info@oeldorado.de IHK im Austausch mit Gewerbeämtern Im November hatte die IHK Offenbach am Main Vertreterinnen und Vertreter der kommunalen Gewerbeämter aus Stadt und Kreis Offenbach zum fachlichen Austausch zu sich eingeladen. Es ging dabei um neue rechtliche Anforderungen und Erlaub- nispflichten, digitale Prozesse sowie bewährte Verfahren und Herausforderungen aus der Praxis. Ziel des Treffens war es, die Zusammenarbeit weiter zu stärken und den direkten Draht zwischen Verwaltung und IHK zu fördern. Das Feedback fiel durchweg positiv aus: Besonders die ausführliche Beantwortung aller Fragen, den kollegialen Austausch und die Möglichkeit, unterschiedliche Herangehensweisen aus den Kommunen kennenzulernen, schätzten die Teilnehmen- den. Der regelmäßige Dialog wird als großer Gewinn wahrgenommen und soll fortgesetzt werden. Fo to : I H K 54 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NETZWERKE KI Summit Mittelstand 2025 in Offenbach KI: Vom Schlagwort zur Wertschöpfung Am 18. November 2025 zeigte Offenbach, wie künstliche Intelligenz (KI) im Mittelstand umgesetzt wird. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zum KI Summit Mittelstand 2025, ausgerichtet von Adacor Hosting, Offenbach, in Kooperation mit der IHK Offenbach am Main, IHK Hessen innovativ und AI Frankfurt Rhein Main. Der Summit bot Keynotes, Workshops und eine Paneldiskussion, die konkrete Schritte für den Einsatz von KI im Tagesgeschäft aufzeigten. Andreas Bachmann, CEO von Adacor, betonte: „KI ist kein Zukunfts- thema mehr, sondern ein Wettbewerbsfaktor. Wer jetzt handelt, sichert Innovationskraft und digitale Unabhängigkeit.“ Sichtbar wurden beim Summit auch die Aktivitäten der IHK Offenbach am Main: Sie bietet Orientierung zu sinnvollen Einsatzfeldern, Ver- netzung über Branchen und Klarheit zu politischen Rahmenbedingun- gen – inklusive der Brücken in die Kreativwirtschaft durch das von der IHK gemanagte Desig- to-Business(D2B)-Netzwerk. Beiträge der Unternehmen Pixelpec, Offenbach, und Bluprnt, Frank- furt, zeigten, wie Generative KI Medienproduktionen beschleunigt und wie Change-Management und UX-Design (User-Experience-Design) den Alltag entlasten. In der Paneldiskussion formulierte René Wörfel, IHK-Teamleiter Kundenkommunikation: „Unser Anspruch ist, den Mittelstand nicht mit Theorie zu überfrachten, sondern ihm konkrete Lösungen und Partner an die Hand zu geben. Der Summit zeigt, wie KI nicht nur gedacht, sondern umgesetzt wird – vom ersten Use Case bis zur Skalierung in Prozessen und Teams.“ Ein weiterer Schwerpunkt war der Vortrag von Robin Hillesheim, IHK- Kompetenzfeldmanager Innovation und Nachhaltigkeit. Er skizzierte die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen, die den KI- Einsatz beschleunigen oder behindern können: Rechtsklarheit entlang des AI Act, verlässliche Datenräume und gezielte Qualifizierung. „Als IHK schaffen wir Räume für Austausch, Orientierung und praktische Umsetzung – und wir tragen die Anforderungen aus der Praxis in die Politik. Denn nur mit klaren Regeln, verlässlichen Datenräumen und gezielter Qualifizierung wird KI zum Standortvorteil“, sagte Hillesheim. Die Lehre aus Offenbach: Der Mittelstand braucht sichere, beherrsch- bare Lösungen, Interdisziplinarität und politische Klarheit. Der Summit war mehr als ein Event – er schuf Möglichkeiten für Austausch, kon- krete Projektideen und Vernetzung. Offenbach hat gezeigt, wie KI vom Schlagwort zur Wertschöpfung wird: praxisnah, datensouverän und menschenzentriert. www.adacor.com Andreas Bachmann, Geschäftsführer der Adacor Hosting GmbH, begrüßte die Teilnehmer des KI Summit Offenbach in den Räumen seines Unternehmens am Kaiserlei. Fo to : S an dr a Se ib t F ot og ra fie Autor Robin Hillesheim 069 8207-251 hillesheim@offenbach.ihk.de 55Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NETZWERKE 25 Jahre gelebte Partnerschaft IHK-Partner feiern in Japan Von Offenbach am Main nach Kawagoe: eine Delegationsreise mit Zukunftsperspektive. Vom 15. bis 21. Oktober 2025 hielt sich eine Delegation der IHK Offen- bach am Main unter Leitung von Präsidentin Kirsten Schoder-Stein- müller im japanischen Kawagoe auf, um das 25-jährige Jubiläum der Partnerschaft mit der dortigen IHK zu feiern. Die Reise war nicht nur ein feierlicher Anlass, sondern auch ein bedeutender Schritt zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und zur Erneuerung der Grund- lagen für den deutsch-japanischen Wirtschaftspraktikantenaustausch. Die Partnerschaft zwischen Offenbach am Main und Kawagoe hat sich als Brücke für Unternehmen und Nachwuchskräfte bewährt. Mit der Unterzeichnung einer aktualisierten Freundschaftserklärung wurde der Grundstein für neue Projekte gelegt, die jungen Talenten den Weg in internationale Praktika ebnen sollen. Die Delegation setzte sich nicht nur aus Unternehmerinnen und Unter- nehmern aus Stadt und Kreis Offenbach zusammen, sondern auch aus zwei Unternehmern aus dem Bezirk Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Gemeinsam besuchten sie Unternehmen wie Mahle Japan Ltd., Bosch und TÜV Rheinland, um Einblicke in innovative Technologien und nachhaltige Produktionsprozesse zu gewinnen. Die Gespräche eröffne- ten neue Chancen für Kooperationen in Bereichen wie Automobilzu- lieferung, Umwelttechnologie und Digitalisierung. Neben dem wirtschaftlichen Austausch erlebten die Teilnehmer japanische Traditionen – von der Teezeremonie im Tantoku Garden bis zum Besuch des Hikawa-Schreins und dem farbenprächtigen Kawagoe Matsuri Festival. Ein festlicher Empfang mit der IHK Kawagoe und ein gemeinsames Abschlussessen mit der AHK Japan boten Raum für persönliche Begegnungen und den Ausbau langfristiger Beziehungen. „Diese Reise zeigt, wie wichtig gelebte Partnerschaften für den inter- nationalen Austausch sind. Wir feiern nicht nur 25 Jahre Freundschaft, sondern schaffen neue Perspektiven für die nächste Generation“, betonte Kirsten Schoder-Steinmüller. Mit der Delegationsreise setzte die IHK Offenbach am Main ein starkes Zeichen für Internationalität und Zukunftsfähigkeit. Sie freut sich darauf, 2026 eine Delegation aus Kawagoe in Offenbach zu begrüßen. Unter anderem standen Besuche deutscher Unternehmen auf dem Programm der Delegationsreise nach Kawagoe. Fo to : I H K Autorin Brigitte Appiah 069 8207-255 appiah@offenbach.ihk.de 56 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 NETZWERKE BIEG Hessen Online sicher und erfolgreich Das BIEG Hessen ist das Online-Marketing-Beratungszentrum der IHKs Offenbach am Main, Frankfurt und Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Die BIEG-Experten informieren und beraten mittelständische Unter- nehmen während Präsenzveranstaltungen, in Webinaren und Exper- ten-Gesprächen. Antworten auf viele Fragen und Checklisten zum Download gibt es auf der BIEG-Website. Die Teilnahme an den Online-Seminaren ist für Mitglieder der IHK Offenbach am Main kostenlos. 28. Januar 2026, 15:00 bis 16:30 Uhr Datenschutz 2026 – so bleibt dein Marketing rechtssicher Neue gesetzliche Regelungen stellen Unternehmen vor Herausfor- derungen im Online-Marketing. Rechtsanwältin Vivian Trebst erklärt in diesem Live-Webinar, wie sich Marketingmaßnahmen auch 2026 datenschutzkonform umsetzen lassen. Die Teilnehmenden erfahren: ❙ welche neuen Vorgaben für DSGVO, TDDDG und ePrivacy-Verord- nung gelten, ❙ wie Einwilligungen und Cookie-Banner rechtssicher gestaltet werden, ❙ worauf bei E-Mail-Marketing und Newslettern zu achten ist. 18. Februar 2026, 15:00 – 16:30 Uhr Online-Marketing ohne Budget, aber nicht ohne Arbeit Marketing-Erfolg dank Haltung, Strategie und konsequenter Umset- zung. Online-Marketing-Experte Daniel Gremm vermittelt im Live- Webinar, wie man auch ohne großes Budget nachhaltige Ergebnisse erzielt. Die Teilnehmenden erfahren: ❙ warum Mut, Klarheit und Ausdauer entscheidender sind als Tools, ❙ wie sie Ziele definieren und effiziente Kanäle auswählen, ❙ wie sie KI smart nutzen, ohne sich von Tools abhängig zu machen. 11. März 2026, 15:00 – 16:30 Uhr E-Commerce für Einsteiger – so bringst du dein Business online Unternehmen sowie Gründerinnen und Gründer, die einen eigenen Online-Shop aufbauen möchten, erhalten in diesem Live-Webinar eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Die Teilnehmenden lernen: ❙ wie sie geeignete Shop-Systeme wählen und Produkte professio- nell präsentieren, ❙ wie sie Sichtbarkeit und erste Kundinnen und Kunden gewinnen, ❙ welche passenden Zahlungs- und Versandlösungen es gibt. Jetzt auf der BIEG-Website anmelden: www.bieg-hessen.de Wer angemeldet ist, erhält den Link zum Livestream vor Seminar beginn per E-Mail. Ihr Partner für den Ankauf von Wertgegenständen wie zum Beispiel: l Gold l Schmuck l Silber l Münzen l Uhren l Barren l Bestecke & Zinn l Antiquitäten ERTRAUEN IST GOLD WERTV Holger Honig I Bahnhofstraße 58 I 63179 Obertshausen Tel. 0 6104 9 531315 I www.goldhaus-obertshausen.de Mo-Fr: 10.00 - 13.00 Uhr I 15.00 - 18.00 Uhr oder nach Vereinbarung SEIT ÜBER 20 JAHREN IHR EXPERTE VOR ORT Anzeige Goldhaus IHK 90x57mm 12.2025.indd 1Anzeige Goldhaus IHK 90x57mm 12.2025.indd 1 09.12.25 09:2409.12.25 09:24 57Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 VERANSTALTUNGEN Offenbacher WIRTSCHAFT Das Magazin der Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main für die Region 3 – 4 | 2026 Klima. Krise. Chancen. Lesefluss und die Auffindbarkeit durch Such maschinen beeinträchtigen. Derzeit gibt es in Deutschland keine einheitlichen Regeln für eine geschlechtergerechte Sprache. In der IHK Offenbach am Main nehmen wir an der Diskussion zum Thema teil und entwickeln auch im Netzwerk der deutschlandweiten IHK-Organi- sation weitere praxisnahe, akzeptable Lösungen dazu. Sie haben Fragen, Hinweise oder Anregungen zur geschlechterneutralen Sprache? Dann schreiben Sie uns: redaktion@offenbach.ihk.de Ausgabedatum 2. Januar 2026 Titelbild Adobe Stock / kreatik Das Magazin wird auf umwelt- freundlichem FSC®-zertifizierten Papier klimaneutral gedruckt. Designkonzept, Gestaltung, Titelbild, Verlag und Druck Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, 60386 Frankfurt www.zarbock.de Verlagsleitung: Ralf Zarbock Anzeigendisposition Anja Bäumel Tel. 069 420903-75 anja.baeumel@zarbock.de Anzeigenpreisliste Gültig ab 1. November 2025 Mediadaten www.offenbach.ihk.de/P167 IMPRESSUM Herausgeber Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main Postfach 10 08 53 63008 Offenbach am Main Frankfurter Straße 90 63067 Offenbach am Main Tel. 069 8207-0 | Fax -199 redaktion@offenbach.ihk.de www.offenbach.ihk.de Verantwortlich Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main Redaktion redaktion@offenbach.ihk.de Birgit Arens (Chefredakteurin) Tel. 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de Esther Mahr Tel. 069 8207-234 mahr@offenbach.ihk.de Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr ( jeweils am 1. des Monats) Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der IHK-Mitgliedschaft und kann jederzeit per Hinweis an den Herausgeber beendet oder wieder aufgenommen werden. Wir nutzen in der IHK Offenbach am Main eine Sprache, die gerecht ist und niemanden bevorzugt oder benachteiligt, jeden anspricht und nieman- den ausschließt. Unsere Sprache respektiert die aktuellen Recht- schreibregeln und ist gleichzeitig verständlich, eindeutig und gut lesbar. Da wir im Sinne der Gleichbehandlung immer alle Geschlechter mei- nen, verwenden wir zum Beispiel Doppelnennun- gen, geschlechterneutrale Begriffe, Pluralformen, Funktionsbezeichnungen oder abwechselnd die männliche und die weibliche Form. Wenn gele- gentlich nur eine Form genannt wird, um bessere Lesbarkeit zu erreichen oder weil es übergeordne- te Vorgaben erzwingen (z. B. Prüfungsordnungen), gilt diese im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter und Personengruppen. Mit dieser Vorgehensweise beabsichtigen wir keinerlei Wertung. Auf Zusatzzeichen und Binnengroßbuchstaben verzichten wir, weil diese die Barrierefreiheit, den VORSCHAU 03–04 Titelthema | Klima. Krise. Chancen. Anzeigenschluss für die Ausgabe März/April 2026 ist der 5. Februar 2026. Redaktionsschluss für die Ausgabe Mai/Juni 2026 ist der 1. April 2026. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Themen aus aktuellen Anlässen ändern können. Ideal für neue IHK-Mitgieder Die IHK Offenbach am Main lädt zum Kennenlernen ein Beim virtuellen IHK-Boarding am Donnerstag, 19. Februar 2026, um 15:00 Uhr erfahren IHK-Mitglieder, wie die IHK Offenbach am Main sie unterstützt. IHK-Experten informieren unter anderem über Beratungsangebote, Weiterbildun- gen und Services zur Unternehmensförderung. Es geht um Netzwerke, Veranstal- tungen und nicht zuletzt um die Kontakte zu den richtigen Ansprechpartnern. Die Teilnahme an der Online-Veranstaltung ist kostenlos. Anmeldung: www.ihkof.de/boarding Ill us tra tio n: IH K Is to ck ph ot os / E on er en 58 Offenbacher Wirtschaft Januar/Februar 2026 VERANSTALTUNGEN Business to Business Ihr direkter Kontakt zum Marktplatz: 0 69/42 09 03-75 oder per E-Mail verlag@zarbock.de Anzeigen-Hotline: 0 69/42w 09 03-51 Mit einer Anzeige in der Offenbacher Wirtschaft erreichen Sie 20.000 Entscheiderinnen und Entscheider in Stadt und Kreis Offenbach. Nachrichten: Gründen bleibt in Stadt und Kreis Offenbach beliebt | Ratgeber: Mittelstand schlägt Alarm, weil Nachfolger fehlen | Netzwerke: Level 4 bietet neuen Raum für Zukunftsthemen Schöne neue Arbeitswelt 09 – 10 | 2025 Nachrichten: Gesamtverteidigung geht uns alle an | Ratgeber: Ursprungszeugnisse für Waren ab sofort vollständig digitalisiert | Veranstaltungen: E-Rechnung - Herausforderungen und Lösungen Wirtschaft unter Strom 11– 12 | 2025 Wir beraten Sie gerne: Marion Stumpp Telefon 0 69 /42 09 03-51 marion.stumpp@zarbock.de Anzeigenschluss für die März/April-Ausgabe: 5. Februar 2026 Sichern Sie sich Ihre Platzierung unter 0 69 /42 09 03-51 verlag@zarbock.de Immobilien NEUE PERSPEKTIVEN ERÖFFNEN adler-immobilien.de Tel. 069. 955 22 555 Wir bieten kostenfreie, innovative Be- wertungskonzepte für Wohnimmobilien durch unsere Dekra-Sachverständigen. Sie planen eine Immobilie zu verkaufen – nehmen Sie hier in Zeiten variabler und volatiler Entwicklungen die Hilfe von Experten an. 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