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Berufliche Bildung und Weiterbildung sind keine Nebensache


[Offenbach am Main, 4. September 2026] In ihrer Sitzung am 3. September 2026 beschäftigten sich die Mitglieder der Vollversammlung der IHK Offenbach am Main schwerpunktmäßig mit dem Thema „Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Umbruch“. Zu Gast waren daher Carmen Giss, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach, sowie Gamze Alimoradian und Duygu Pfaffmann von der Initiative „Joblinge“. Diese begleitet junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen auf dem Weg in die Ausbildung.

IHK-Vollversammlung

Carmen Giss (l.), Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach, und Frank Hofmann (M.), Mitglied der Geschäftsführung der IHK Offenbach am Main, diskutierten mit IHK-Vizepräsident Robert Glaab (r.) und der IHK-Vollversammlung die Situation des Ausbildungsmarkts im Bezirk Offenbach. Zudem stellten sie ihre Analysen und Maßnahmen vor.

IHK-Vizepräsident Robert Glaab, der die Sitzung in Vertretung für die verhinderte IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller leitete, skizzierte die Situation im Arbeits- und Ausbildungsmarkt: „Viele Unternehmen stehen unter erheblichem Kosten- und Veränderungsdruck und agieren bei Neueinstellungen und Ausbildungsangeboten zurückhaltender. Gleichzeitig fehlen in vielen Bereichen weiterhin qualifizierte Fachkräfte.“ Er betonte: „Berufliche Bildung und Weiterbildung sind gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten keine Nebensache. Sie sind eine zentrale Investition in die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und in die Zukunft unseres Standorts.“

Zu wenige Ausbildungsstellen, zu wenige passende Bewerbungen

Carmen Giss gab zunächst einen Überblick über die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für den Bezirk der Agentur für Arbeit Offenbach. Ihre Auswertung zeigte: Seit 2022 ist die Anzahl Arbeitsloser kontinuierlich gestiegen. Wie in ganz Deutschland ging die industrielle Beschäftigung auch in Stadt und Kreis Offenbach zurück, zudem nimmt die Anzahl gemeldeter Arbeitsstellen seit 2022 kontinuierlich ab.

Anschließend stellte sie zusammen mit Frank Hofmann, Mitglied der Geschäftsführung der IHK Offenbach am Main, die Situation des Ausbildungsmarkts im Bezirk Offenbach vor. Statistisch gibt es deutlich mehr Ausbildungsinteressierte als -stellen. Gleichzeitig geben jedoch etliche Betriebe an, dass sie vorhandene Ausbildungsplätze mangels passender Bewerbungen nicht besetzen können. Gründe hierfür sind aus Sicht der Unternehmen mangelnde schulische Basiskenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie mangelnde soziale Kompetenzen, beispielsweise Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Konfliktfähigkeit.

Um eine bessere Datenbasis zu vorhandenen Ausbildungsstellen zu gewinnen und offene Stellen im Ausbildungsatlas der Industrie- und Handelskammern sichtbar zu machen, sei es dringend erforderlich, dass Betriebe ihre Ausbildungsstellen an die Agentur für Arbeit melden, appellierte Giss.

Die IHK Offenbach am Main wird im Rahmen einer „Qualitätsoffensive Bildung“ den Austausch mit Betrieben, Berufsschulen und Auszubildenden verstärken und in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit Maßnahmen zur Stärkung der beruflichen Ausbildung entwickeln.

Stipendium über 5.000 Euro für zusätzlichen Platz im Joblinge-Programm

Wie die Vermittlung junger Menschen ins Berufsleben gelingen kann, stellten schließlich Gamze Alimoradian, Team Lead Offenbach, und Duygu Pfaffmann, Project Lead Gamechanger, von der Joblinge gAG FrankfurtRheinMain vor. Die Initiative bringt Unternehmen, Einrichtungen der öffentlichen Hand und engagierte Privatpersonen zusammen, um Jugendliche mit unterschiedlichen Schwierigkeiten auf dem Weg zur Ausbildungs- oder Arbeitsstelle zu unterstützen.

Glaab informierte die Mitglieder der IHK-Vollversammlung, dass über die von der IHK verwaltete Offenbacher Stiftung für Berufsbildung ein Stipendium in Höhe von 5.000 Euro bereitgestellt wurde, um einen zusätzlichen Teilnehmerplatz im Joblinge-Programm zu finanzieren.

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