D ie M itt e m ac ht ´s ! D as In ne ns ta d t- M ag az in 06 23 REWE Einkaufsbus Neues Konzept für den ländlichen Raum Ab in die Mitte! Preisverleihung 2023 in Hofheim am Taunus Innenstadt-Ideen Aktuelles von den Preisträgern SPECIAL Wettbewerb 2023 Ausschreibung: LEBE DEINEN RAUM! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin EDITORIAL Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3 Ein Jahr ist nun schon vergangen seit dem Jubiläum von „Ab in die Mitte!“. Ein Jahr mit einem neuen Logo und ein Jahr mit Preisgeld. Und vor allem ein Jahr mit vielfältigen und bunten Themen, die gespielt wurden. Da waren es Umnutzungen von Plätzen, Marktplätzen, Kirchen und Leerständen und es ging um Spiele. Vom Experimentierlabor über Spiele in Übergröße und ganzen Spielemeilen bis hin zu den bekannten „Spielen ohne Grenzen“ für ganz verschiedene Menschen. Aber auch kreatives Handeln, Teilhabe und Begegnung fanden in diesem „Ab in die Mitte!“-Jahr ihren Spielraum. Und ebenso bunt und vielfältig ist auch der Inhalt dieses Magazins. Wir zeigen die Preisverleihung von „Ab in die Mitte!“. Diesmal in Hofheim am Taunus mit rund 150 Menschen aus der „Ab in die Mitte!“-Familie. Und wir zeigen auch die Ergebnisse in den Kommunen vor Ort, die Arbeits- phase bei den beiden Netzwerktreffen in Kassel und Gießen und natürlich auch die „Ab in die Mitte!“-Tour im Oktober, bei der die Initiatoren, Sponsoren, Medienpartner und Juroren die Akteure kennenlernen, sich die Orte ansehen konnten und sich die Aktionen und Projekte erläutern ließen. Auf der Route lagen Eltville, Roßdorf, Fried- berg, Bad Hersfeld, Grünberg und Offenbach. Wir berichten auch von den beiden Veranstaltungen des Landes, der Tagung ZUKUNFT INNENSTADT und der Landesinitiative +Baukultur. Dazu gibt es noch viele Ideen, skizziert in den Gastbeiträgen. Einerseits zeigen wir die spannenden Beispiele aus Hof- heim am Taunus, Kassel und Wolfsburg und andererseits auch den REWE-Ein- kaufsbus und die Second-Life-Kauf- häuser mit einem Interview der Macher. Und zum guten Schluss gibt es da noch „Des Pudels Kern“. Diesmal schauen oder besser hören wir uns an, warum The Winner Takes It All” der falsche ABBA-Song ist, wenn es darum geht, den Wettbewerb „Ab in die Mitte!“ zu illustrieren und welcher eigentlich der bessere wäre. In diesem Sinne, liebe Leserinnen und Leser: Viel Spaß beim Lesen. Und im- mer daran denken: Die Mitte macht’s! INHALT 03 Editorial 06 „Ab in die Mitte!" 2023: So geht Hessens gelebte und erlebbare Vielfalt Meine Stadt, mein Spielfeld! 24 „Ab in die Mitte!" 2023: Impressionen Meine Stadt, mein Spielfeld! 40 Landesprogramm ZUKUNFT INNENSTADT Zweite Tagung setzt Impulse für die Zukunft der Innenstädte 45 LEBE DEINEN RAUM! Ausschreibung und Wettbewerb 2024 50 Wolfsburg auf dem Weg zur Innenstadt der Zukunft Beobachten, machen, gemein- sam verbessern 54 Landespreis ZUSAMMEN GEBAUT Freiräume in Stadt- und Ortszentren 58 Second-Life-Kaufhäuser - große Modelle, die auch im Kleinen funktionieren Impuls aus Leipzig 62 Ein Wohnzimmer für die Stadt - Bibliothek als Dritter Ort Impuls aus Hofheim am Taunus 64 Erfolgreicher Start für den REWE-Einkaufs-Bus Impulse der Initiatorinnen und Initiatoren 66 Mehrjährig, Mehrschichtig, Multifunktional: Urbane Wald- gärten Impuls aus Kassel 68 „Take a Chance on Me“ – oder: Der Sieger kriegt nicht alles Des Pudels Kern 70 Impressum Diese Themen erwarten Sie: 58 best practice: second-life- kaufhaus 68 des pudels kern - take a chance on me 08 „Ab in die Mitte!“- jahr und Preis- verleihung 24 impressionen der „ab in die mitte!"- projekte 2023 40 tagung zukunft innenstadt in oberursel MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 76 Perikles hat vor mehr als 2.500 Jahren festgehalten: „Die Menschen, nicht die Häuser machen die Stadt.“ Das klingt zwar etwas „hoch- trabend“, die Chancen sind aber da. Denn wir haben die Menschen, wir haben die Häuser, wir müssen sie eigentlich nur mit guten Ideen zusammenbringen. — Tim Frühling MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 98 Facettenreich waren die Themen, die 2023 bei „Ab in die Mitte!“ gespielt wurden. Es ging um Umnutzungen von Plätzen, Markt- plätzen, Kirchen und Leerständen und es ging ums Spielen: Vom Experimentierlabor über Spiele in Übergröße und ganzen Spiele- meilen hin zu den bekannten „Spielen ohne Grenzen“ für ganz verschiedene Menschen. Aber auch kreatives Handeln, Teilhabe und Begegnung und nicht zuletzt Digitalität, Klima und Nach- haltigkeitsziele fanden in diesem Jahr ihren Spielraum. „Ab in die Mitte!“ 2023: So geht Hessens gelebte und erlebbare Vielfalt in hofheim am taunus HR-Moderator Tim Frühling begrüsst auf der Preisverleihung „Ab in die Mitte!" in der Stadthalle in Hofheim am Taunus MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 1110 Aber beginnen wir mit der Preis- verleihung. Die fand in diesem Jahr an einem besonderen Ort statt: Die Stadthalle in Hofheim bot die große Bühne für die Verkündung der Siegerinnen und Sieger durch Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. Und dabei gab es wieder Einiges zu sehen, zu hören und auch zu genießen. Da war der Kaffeestand – oder besser: der Barista Stand – von Caffè Due Mani GmbH & Co., der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit frisch zubereiteten Kaffee-Spe- zialitäten verzauberte. Ein kleines Rahmenprogramm hatte bereits zuvor eine kurze Stadtführung durch die Altstadt sowie durch die neue Hofheimer Stadtbücherei geboten. Und es gab – wie in jedem Jahr – das Rote Sofa und den Moderator Tim Frühling (HR) und nicht zuletzt die Vertreterinnen und Vertreter von mehr als 40 Bewerbungen und jenen 17 Preisträgern, die in diesem Jahr ein Preisgeld zugesprochen bekamen. Geeint waren alle dabei von der Frage: „Wie schaffe ich es, in meiner Stadt, in meiner Kommune, den Ortskern und die Innenstadt zu beleben?“ Eine mögliche Antwort darauf lie- ferte Tim Frühling bereits eingangs: „Perikles hat vor mehr als 2.500 Jahren festgehalten: ‚Die Menschen, nicht die Häuser machen die Stadt.‘“ Das klänge zwar etwas „hoch- trabend“, so Frühling. Aber: „Die Chancen sind da, wir haben die Menschen, wir haben die Häuser, wir müssen sie eigentlich nur mit guten Ideen zusammenbringen.“ Im anschließenden Begrüßungs- gespräch am Stehtisch nahmen Silvio Zeizinger (Handelsverband Hessen) und Axel Funke (Fokus Development AG) die aktuelle Situation um die Schließung der Warenhäuser und den Rückzug großer Filialbetriebe aus der Fläche wie C&A, P&C, Primark, Zara, H&M, Douglas, Esprit, usw. auf. Welche Chancen haben die Städte und wie könnte ein neuer Nutzungsmix aussehen? Trifft dieser Rückzug vor allem die größeren Städte und welche Auswirkungen hat es auf die Mittelzentren? Darüber hinaus thematisierten Funke und Zeizinger die ökologische Um- gestaltung der Immobilienwirtschaft. Was heißt das? Wen betrifft das? Was ist zu tun? Welche Auswirkungen „Der Transfor- mationsprozess muss organisiert werden, wir brauchen auch eine ökologische Modernisierung.“ — Axel Funke (Fokus Development AG). gespräch auf der bühne Der Hessische Staatsminister Tarek Al-Wazir, Axel Funke (Fokus Development AG), Silvio Zeizinger (Handelsverband Hessen e. V.) und der Bürgermeister der Stadt Hofheim Christian Vogt MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 1312 im gespräch Tim Frühling, Tanja Pflug (Hessischer Städtetag) und Johannes Heger (Hessi- scher Städte- und Gemeindebund) „Wir müssen die Innenstädte für die Menschen machen oder konkret: Auch mit Shabby-Look und Kurzfristigkeit zu neuer Attraktivität kommen“ — Silvio Zeizinger (Handelsverband Hessen) „Ab in die Mitte!“ lebt vom Know- how der Jury und dem ganzheit- lichen Blick auf die Themen.“ — Hannah von Guionneau (HIHK) „ gibt es und wo sind die Handlungs- schwerpunkte in den hessischen Innenstädten, welche ist die aktuelle Situation am Markt und was sind die Auswirkungen? Auf dem traditionellen Roten „Ab in die Mitte!“-Sofa nahmen dann nacheinander drei Gesprächsduos Platz. Es starteten Jürgen Scheider (REWE) und Hannah von Guionneau (HIHK) und lieferten Einblicke, wie die Partnerinnen von „Ab in die Mit- te!“ den Wettbewerb vom Juryent- scheid bis zum Verlauf der Aktionen erleben. Dabei stellten sie überein- stimmend heraus, wie wichtig es sei, alle Akteure an Bord zu holen und einen ganzheitlichen Blick auf die Themen zu werfen. Johannes Heger (Hessischer Städte- und Gemeindebund) und Tanja Pflug (Hessischer Städtetag) waren sich anschließend einig: „Wir brau- chen diese schlanken Programme wie ‚Ab in die Mitte!‘ als Modell- projekte.“ Gerade das Spielerische komme gut an und: „Abgucken ist ausdrücklich erwünscht!“ Nicole Dietzel, die Leiterin der neuen Hofheimer Stadtbücherei, erläuterte die Aktionen des letztjährigen „Ab in die Mitte!“-Durchgangs in Hof- heim, der das Spielen im ganzen Stadtgebiet präsentierte. Bürger- meister Christian Vogt stellte dabei augenzwinkernd die Frage, warum ausgerechnet vor dem Hofheimer Rathaus ein großes „Mensch ärgere Dich nicht!“ platziert worden sei. im gespräch Nicole Dietzel, die Leiterin der Hofheimer Stadtbücherei und Christian Vogt. Links: Ausschnitte aus den Bewerbungs-Clips. MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 1514 Kernstück der Preisverleihung war jedoch – wie immer – die Bekannt- gabe der Preisträger. Das gewohnt eingespielte Team aus Staats- minister Tarek Al-Wazir und HR- Mann Tim Frühling schaffte es wieder einmal, die Preisträgerinnen und Preisträger unterhaltsam und spannend vorzustellen. Awards Awards gesponsert von der Binding Brauerei AG gratulation Staatsminister Tarek Al-Wazir gratuliert Berthold Rinner, Stadt Alsfeld zur Preisträgerschaft Urkundenübergabe Die Preisträgerinnen und Preisträger aus Grünberg, Offenbach und Eltville Gewinner Das sind sie alle, die Gewinner des "Ab in die Mitte!"-Jahres 2023 DER WETTBEWERB 2023 DER WETTBEWERB 2023 Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 1716 Alsfeld Stadt Alsfeld: Take Me to Church - Umnutzung der Dreifaltigkeits- kirche und damit Erschließung des hinteren Klostergartens und der Klosterruine, um eine neue Nutzung gemeinsam zu testen. Alsfeld-Spiel quer durch die Innen- stadt. Bad Hersfeld Stadt Bad Hersfeld: Tanz und Be- wegung durch den Sommer - Tanz- und Bewegungsangebote in der Stadt mit Synergien der Fach- bereiche Generationen und Stadt- marketing. Spaß an Bewegung för- dern, Begegnungsmöglichkeiten schaffen, die Vielfalt stärken und dabei die Innenstadt beleben. Bad Wildungen Verein zur Förderung der Altstadt Bad Wildungen: Stadträume neu erleben - In einer Aktionswoche werden monofunktional genutzte Stadträume in der Altstadt umfunk- tioniert und mit Neuem probewei- se und modellhaft als Spiel- und Aufenthaltsraum, Spielwiese oder Flanier- und Erlebnismeile bespielt. Bebra Stadt Bebra: Heizer fit – Bebra fit: Lasst die Heizer-Spiele beginnen! - Bebra setzt auf ein Spiel- und Eventkonzept, eine lange Tafel durch die gesamte Innenstadt und eine Neuauflage von „Spiel ohne Grenzen“. Biedenkopf Stadt Biedenkopf: Marktplatz im Wandel - Tests zur Umnutzung des Marktplatzes zu einem Aufenthalts- raum mit eingebundener Außen- gastronomie. (Wasser-)Spielange- bote für Kinder, Außengastronomie und offene Künstler*innen-Bühne, Aktionen für Kinder und Beteili- gung. Eltville am Rhein Stadt Eltville am Rhein: Kleine Stadt – viele Spielfelder für UNS - Elt- viller Sinn für Nachhaltigkeit: Das Betonsteinfeld wird zum Pop-Up- Spielfeld. Natur- und Rosengarten, der Jugendpark der Kulturen zum internationalen Spielfeld für Genuss, Integration und Austausch. Friedberg Stadt Friedberg: Auf die Plätze – fertig – los! - „Friedberg spielt“ entwickelt sich weiter. Es gibt eine Spielemeile mit großen Spielmo- dulen, Spielepaten, Gedanken- und Geschichtsspiele mit Escape-Tour und ein neuer SPIEL-Raum. Fulda Stadt Fulda und IG Löherstraße: Fuldaer Sommerspiele – Die wol- len doch nur spielen - Die Löher- straße experimentiert und probiert spielerisch neue Ansätze aus. Ziele: Die Löherstraße als „Experimen- tierlabor“ umnutzen und ohne Autoverkehr erlebbar machen. Ex- perimentieren im freigewordenen Straßenraum. Grünberg Stadt Grünberg: Grünberger Stadtstrand – Urlaub in deiner Stadt - 4 Tonnen Sand machen die Innenstadt Grünbergs zu einem Erlebnis. Verschiedene Spiel- und Sportangebote mit Yoga, Sand- burgenbau-Wettbewerb, Goldfie- ber-Schatzsuche, Tanzkurzen und Abenden an der Strandbar. Alle „Ab in die Mitte!“- Preisträgerinnen und Preisträger 2023 Hofheim am Taunus Stadt Hofheim am Taunus: Spielplatz Historische Altstadt: Hofheim – Spiel und Platz – mal anders - Im Fokus steht ein begehbarer Oversize-Spiel- platz in der Altstadt (Pop-Up) mit Gesellschaftsspielen in Übergröße, Spielwiesen, Spielmobilen, Lichtspie- len und Kunstinstallationen. Lorsch Stadt Lorsch: Lorscher Innenstadt- zauber - Facettenreiche Veran- staltungsformate mit gestreuter Zielgruppenansprache treffen auf einen hohen Qualitätsanspruch – gepaart mit dem Mut, neue Wege zu gehen. Offenbach am Main Projektteam DIAMANT, Offenbach am Main: DIAMANT Offenbach / Museum Of Urban Culture - Das DIAMANT Offenbach wird ein Museum für Urbane Kultur und eine Schule für kreatives Handeln als sozialer Ort mit Teilhabe und Begegnung, kultureller Produktion in Kunst, Design, Mode, Architektur, Text, Musik, Film, Bewegung und Digitalität. Offenbach am Main Stadt Offenbach am Main: HÖHEN- FLUG – Wetter- und Klima-Festival - HÖHENFLUG nutzt den Innen- und Außenbereich für gemeinschaft- liche Aktionen, Performances, Vorträge, Konzerte, Theater, Kino, Workshops oder Gesprächsrun- den. Unterschiedliche Menschen erleben und gestalten die Stadt gemeinsam. Roßdorf Kathrin Lariviére und Ute Storch mit dem Verein Nachhaltig-zusam- men-leben.jetzt e. V. in Roßdorf: Auf die 17 Fertig, Los! - Die 17 Nachhal- tigkeitsziele sollen lebendig und für alle vermittelbar umgesetzt werden. Dazu werden zwei Wochen genutzt, in denen es Veranstaltungen, Work- shops, Ausstellungen etc. zu den Nachhaltigkeitszielen geben wird. Schlüchtern Stadt Schlüchtern: Auf die Plätze – Fertig – Schlüchtern - Schlüchtern ist ein vielseitiges Spielfeld. Die Stadt hat sich Partner an die Seite geholt, für sieben Veranstaltungen oder Aktionen jeweils an einem anderen Ort mit ganz neuen Pers- pektiven. Schwalmstadt Stadt Schwalmstadt: Geh raus zum Spielen! - Schwalmstadt wird zum Spielfeld. Mit spannender Aktiv-An- geboten und kultigen Retro- und Nostalgie-Spielen wird dafür gesorgt, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene aus dem Haus und rein ins Zentrum kommen. Wiesbaden Quartiersakteur*innen Superblock im Rheingauviertel, Wiesbaden: DER Superblock im Rheingau- viertel – raus aus dem Auto, rein ins Quartier - Das Profil des Stadt- teils als 15-Minuten-Stadtteil wird geschärft und die Qualität des Rheingauviertels erlebbar. Der Su- perblock-Sonntag wird im Sommer fortgeführt und erweitert. MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 1918 Und die Preisträgerinnen und Preis- träger waren anschließend direkt gefordert. Fing doch für alle die eigentliche Arbeit unmittelbar nach der Preisverleihung an. Neben der individuellen Arbeit vor Ort ging es dabei auch um den Austausch unter- einander – und der fand in diesem Jahr in gleich zwei Netzwerktreffen statt. Denn: Netzwerkarbeit, Kennenler- nen und persönliche Kontakte sind das, was „Ab in die Mitte!“ erfolg- reich gemacht hat. Freunde, Helfer, „Komplizen“ und „Mittäter“ treffen und unterstützen sich, tauschen sich aus und arbeiten zusammen an der „Ab in die Mitte!“-Vision. Unterstützt vom Handelsverband Hessen Nord trafen sich die dies- jährigen Projektleiterinnen und Projektleiter, aber auch Initiatoren, Sponsoren und Medienpartner zuerst im Kasseler Stadtteilzentrum Vorderer Westen. Inhaltlich ging es dabei um die verschiedenen Hinweise zum Ablauf im „Ab in die Mitte!“-Jahr, zum Mittelabruf bzw. zur finanziellen Projektabwicklung. Ein zweites Treffen gab es dann nach bzw. zum Ende des Aktions- zeitraums Anfang Oktober bei der IHK Gießen-Friedberg in Gießen. Einen Teil des Treffens bildete ein Rundgang zu einem „alten“ „Ab in die Mitte!“-Projekt. Dazu führte Dr. Kai Krieger (3Steps) die Teil- nehmerinnen und Teilnehmer zu einigen der entstandenen „Mural Art“-Projekte. Dabei wurde auch Theorie und Pra- xis thematisiert. Denn vieles, was im Juni geplant worden war, sah dann im Oktober ganz anders aus. Und während einiges nicht wie ge- plant funktionierte, gelang anderes sehr viel besser als gedacht. netzwerktreffen kassel Der „Pflicht“-Termin für die jeweiligen Projektleiterinnen und -leiter in Kassel. Dort erfuhren sie, wie Sie an das Preisgeld kommen und skiz- zierten die jeweiligen Projekte und tauschten sich aus über die Methoden und Besonderheiten. Ein Netzwerktreffen eben. netzwerktreffen giessen Das zweite Netzwerktreffen dann in Giessen. Auch hier stand Austausch im Vordergrund, diesmal über den Verlauf und die Erfahrungen aus den Aktionen und Veranstaltungen netzwerktreffen giessen Dr. Kai Krieger (3Steps) führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu einigen der durch „Ab in die Mitte!“ entstandenen „Mural Art“-Projekte MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 2120 Wie die Aktionen tatsächlich aus- sahen, wo sie stattgefunden haben und wer sie umgesetzt hat, davon konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Ab in die Mit- te!“-Tour am 10. und 11. Oktober live vor Ort überzeugen. Den Start der Tour bildete Wiesba- den, von da ging es nach Eltville am Rhein, Roßdorf und Friedberg. Nach der Übernachtung in Bad Hersfeld und einem anschließen- den morgendlichen Rundgang ging es weiter nach Grünberg und zum Abschluss zu den beiden Projekten in Offenbach am Main. Ein straffes Programm mit vielen spannenden und herausragenden Eindrücken und Erkenntnissen. friedberg Die „Ab in die Mitte!"- Delegation spielt in Friedberg offenbach am main Die Reisegruppe in Offenbach. HÖHENFLUG – Wetter und Klimafes- tival. Ein Projekt der Stadt Offen- bach am Main in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst DWD und 15 weitere Institutionen und Bürgerinitiativen. Rossdorf Sportlich engagiert wird mit der erzeugten Energie ein leckerer Smoothie gemixt auf geht´s Der Bus für die „Ab in die Mitte!"- Tour und die Reisegruppe in Eltville und Rossdorf ... im Rathaus und beim Rundgang in Bad Hersfeld MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 2322 diamant offenbach DIAMANT Offenbach zeigt die Bildkulturen der internationalen Bevölkerung der Stadt an Durchgän- gen und im Zugang zum Fahrradpark- haus und Fotos in der DIAMANT – Museum of Urban Culture ... Das Fahrradparkhaus in Offenbach mit den Werken von professionellen und Laien-Künstlerinnen und Künstlern bad Hersfeld Die Kirche als Veranstaltungsraum und die Stiftsruine für die Bad Hersfelder Festspiele höhenflug In den Himmel schauen, den Himmel malen MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 2524 IMPRESSIONEN „AB IN DIE MITTE!“- PROJEKTE 2023 MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 2726 take me to church Belebung und Bespielung des Alsfelder Klosterquartiers. Des hinteren Klostergartens inkl. der Dreifaltigkeitskirche wurde für die Öffentlichkeit zugäng- lich gemacht und in die Herzen der Menschen der Region mit verschiedensten Aktionen und Veranstaltungen bespielt. ALSFELD TAKE ME TO CHURCH stadträume neu erleben Das Projekt„Stadträume neu erleben” wirft einen Blick auf die vielen Stadträume in unserer Altstadt, die monofunktional genutzt werden. BAD WILDUNGEN STADTRÄUME NEU ERLEBEN MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 2928 marktplatz im wandel Acht Aktionstage zum Auspro- bieren auf dem Marktplatz. (Wasser-)Spielangeboten für Kinder, Flächen für Aussen- bereiche der Gastronomie und Flächen für die Offene Künst- ler*innen-Bühne kleine stadt - viele spielfelder für uns Nur zwei der Spielfelder in Eltville am Rhein: das Eltviller Rosenbad und die Innenstadt am inklusiv gestalteten Tag des Familienlaufs. ELTVILLE AM RHEIN KLEINE STADT - VIELE SPIELFELDER FÜR UNS BIEDENKOPF MARKTPLATZ IM WANDEL MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3130 auf die plätze - fertig - los! Die Spielemeile brachte verschiedene Menschen zusammen, förderte Austausch und zufällige Begegnungen. An den Plätzen standen Auf- steller, die auf die Paten hinweisen und mit einem QR-Code versehen, mit dem die Spielregeln abzurufen sind. FRIEDBERG AUF DIE PLÄTZE - FERTIG - LOS! fuldaer sommerspiele Die Löherstrasse experimentiert und probiert spielerisch neue Ansätze aus. Dabei ist sie Teil der Skulpturenausstellung „Alltagsmenschen“. FULDA FULDAER SOMMERSPIELE ‑ DIE WOLLEN DOCH NUR SPIELEN MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3332 grünberger stadtstrand Der Parkplatz am Grünberger Wahrzeichen, dem Diebsturm war für sieben Tage im August mit Sand und Palmen der „Stadtstrand“. Hier wurde in Urlaubsatmosphäre für jede Altersgruppe ein unterhaltsames und abwechslungs- reiches Programm mit sportlichen Aktivitäten und Workshops geboten. GRÜNBERG GRÜNBERGER STADTSTRAND - URLAUB IN DEINER STADT spielplatz historische altstadt Hofheim am Taunus stellt die Spielewelt auf den Kopf und verwandelt die Hofheimer in einen Pop-Up-Spielplatz. HOFHEIM AM TAUNUS SPIELPLATZ HISTORISCHE ALTSTADT: HOFHEIM - SPIEL UND PLATZ MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3534 lorsch Begrünung, Lampions und Blumenhimmel machen die Innenstadt attraktiv und farbenfroh für Sport-, Spiel-, Tanz,- Musik- und Kunstveran- staltungsformate. LORSCH LORSCHER INNENSTADTZAUBER OFFENBACH AM MAIN DIAMANT OFFENBACH / MUSEUM OF URBAN CULTURE diamant offenbach Als Museum interessiert sich der Diamant auch für die Bildkulturen der internationalen Bevölkerung der Stadt. Wechselnde Screenings, Vorträge, Gespräche und Lesungen ergänzen das Programm. Im Angebot: genera- tionsübergreifend Urban Skills & Life Hack Workshops, und an den Wochentagen wird der Ort zur Diamanten-Schule mit interdisziplinären Workshops für Kinder, Jugendliche und Schulklassen. MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3736 ROSSDORF AUF DIE 17 FERTIG, LOS! höhenflug Das Höhenflug Klima-Kultur- und Mitmach-Festival hat es geschafft, Kultur, Klima und das Innenstadtleben auf beeindruckende Weise mitein- ander zu verbinden. OFFENBACH AM MAIN HÖHENFLUG ‑ WETTER- UND KLIMAFESTIVAL auf die 17 fertig - los! Ziel war Kennenlernen & Vernetzung, die 17 Nachhaltig- keitsziele und das eigene Engagement. In einer Zukunfts- werkstatt wurden Visionen entwickelt, neue Ideen und Visionen für die Ortskerne und die Aktionswochen „Auf die 17 Fertig - Los!“ erarbeitet. MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! MEINE STADT, MEIN SPIELFELD! Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 3938 auf die plätze - fertig - schlüchtern Von After-Work Yoga am Acis über Workshops und Comedy bis hin zu Open-Air-Kinos im Schwimmbad wurde alles geboten. SCHLÜCHTERN AUF DIE PLÄTZE - FERTIG - SCHLÜCHTERN der superblock im rheingauviertel Ein autofreies Wochenende in vier Strassen rund um einen Block. Auch in diesem Sommer wurde wie- der gezeigt, was für ein Potenzial in diesem Viertel steckt – auch als „15 Minuten Quartier“. WIESBADEN DER SUPERBLOCK IM RHEINGAUVIERTEL - RAUS AUS DEM AUTO, REIN INS QUARTIER TAGUNG ZUKUNFT INNENSTADT TAGUNG ZUKUNFT INNENSTADT Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 4140 tagung zukunft innenstadt Die zweite Tagung Zukunft Innenstadt mit gut 200 Teilnehmenden in Oberursel Landesprogramm ZUKUNFT INNENSTADT Zweite Tagung setzt Impulse für die Zukunft der Innenstädte Dem Erfahrungsaustausch zwischen den Förderstand- orten wurde im Landesprogramm „ZUKUNFT INNEN- STADT“ von Beginn an große Bedeutung beigemessen. Das zeigte sich auch bei der zweiten Tagung im Rah- men des Programms, welche am 2. November 2023 mit gut 200 Teilnehmenden in Oberursel stattfand. Lebhaft wurde in verschiedenen Gesprächsformaten auf und abseits der Bühne diskutiert und die Erkennt- nisse aus gut zwei Jahren Innenstadtarbeit ausge- tauscht. Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Ener- gie, Verkehr und Wohnen veranstaltete die Tagung gemeinsam mit dem Bündnis für die Innenstadt. Das Bündnis ist ein Zusammenschluss verschiedener für die Innenstadtentwicklung relevanter Verbände und Institutionen und Beratungsgremium sowie Multipli- kator für die innovativen Ansätze, die im Landes- programm „ZUKUNFT INNENSTADT“ in hessischen Kommunen umgesetzt werden. Die Gastgeberin, Bürgermeisterin Antje Runge und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir begrüßten die Teilneh- menden in der voll besetzten Stadthalle in Oberursel. Beide betonten die Erfolge des Programm „ZUKUNFT INNENSTADT“, das Hessens Kommunen mit insgesamt 40 Millionen Euro bei der Belebung ihrer Innenstädte unterstützt. Das Interesse der Städte und Gemeinden am Förderprogramm war von Anfang an groß: über 150 starke Ideen werden gefördert, frei nach dem Motto „ein- fach mal loslegen und gemeinsam experimentieren“. „Das Experimentieren hat sich gelohnt. Das Thema In- nenstadt bringt Menschen mit Ideen zusammen, sodass ein echter Wandel einsetzen kann“, sagte der Minister bei der Eröffnung der Tagung. Die Stadt Oberursel konnte auf der Tagung ihre geför- derten Innenstadt-Maßnahmen vorstellen, bei denen es um zwei wichtige Themen der Zukunft Innenstadt geht: um die zukunftsfähige Gestaltung öffentlicher Räume und eine breit angelegte Beteiligung der Stadtgesell- schaft. Diese sind wichtige Elemente in der nachhaltigen Innenstadtentwicklung. Das war auch ein zentrales Fazit aus der anschließenden Podiumsdiskussion, bei der neben Tarek Al-Wazir und Antje Runge auch Barbara Schader, Bürgermeisterin aus Bürstadt, Daniel Herz, Bür- germeister aus Witzenhausen sowie die Bündnispartner Annelie Bopp-Simon, Vizepräsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und Dr. Axel Tausend- pfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft e. V. teilnahmen. Das Format der Marktplatzgespräche gab kommunalen Projekten und Partnerinnen und Partnern aus dem Bünd- nis für die Innenstadt die Möglichkeit, aus dem Näh- kästchen zu plaudern: Von „Wege zur Erhaltung sozialer Vielfalt“ bis hin zu „Innenstadtwandel finanzieren“ war die inhaltliche Bandbreite groß. Und auch der Nachmittag stand im Zeichen des Austausches: Zwölf Zukunftsbilder Visionen, wie die einzelnen Bereiche der Innenstädte nachhaltig ineinander und miteinander wirken können wurden ausgestellt TAGUNG ZUKUNFT INNENSTADT TAGUNG ZUKUNFT INNENSTADT Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 4342 Das Experimentieren hat sich gelohnt. Das Thema Innenstadt bringt Menschen mit Ideen zusammen, sodass ein echter Wandel einsetzen kann. — Tarek Al-Wazir, Staatsminister im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen vier parallele Sessions befassten sich mit verschiedenen Aspekten der Innenstadtentwicklung und deren aktuel- len wie zukünftigen Herausforderungen. Diskutiert wurde über digitale Lösungen beim Umgang mit Leerstand, über Zukunftsprozesse im Kontext von großen Kauf- und Warenhausimmobilien, über die diversen Möglichkeiten zur Gestaltung öffentlicher Räume sowie über die Innen- stadtakteurinnen und -akteure von Morgen und wie die- se sich organisieren. Dabei gab es neben spannenden Erfahrungsberichten aus unterschiedlichen Kommunen Hessens auch die Erkenntnis, dass der Wandel in Hes- sens Innenstädten auch nach erfolgreichen Projektum- setzungen nicht abgeschlossen sein wird. Wichtiger roter Faden bei der Tagung war der „Zukunfts- plan für Hessens Innenstädte“, welcher Mutmacher und Ideengeber sein soll, um die hessischen Innenstädte fit für die Zukunft zu machen. Aktuell wird der Zukunftsplan fertiggestellt: die in den letzten Jahren gesammelten Er- fahrungen und Erkenntnisse werden in Form von Hand- lungsempfehlungen und Tipps aufgearbeitet. Auf der Tagung in Oberursel gab es ein besonderes Highlight aus dem Zukunftsplan vorab zu sehen: Zwölf Zukunftsbil- der – Visionen, wie die einzelnen Bereiche der Innenstäd- te nachhaltig ineinander und miteinander wirken können – wurden ausgestellt. Die Teilnehmenden haben so einen ersten Eindruck dieser Zukunftsbilder bekommen und konnten eigene Anregungen und Ideen ergänzen und in den Bildern verorten. „Nutzen Sie den Tag,“ ermutigte Tarek Al-Wazir die Teilnehmenden am Morgen der Veranstaltung „um sich auszutauschen, von den Ideen der anderen zu lernen und zentrale Erkenntnisse gemeinsam festzuhalten.“ Diesen Rat haben die Teilnehmenden beherzigt. Die Tagung in Oberursel hat eindrucksvoll gezeigt: viele Menschen engagieren sich überall in Hessen, damit ihre Innenstädte in ihrer Vielfalt, Lebendigkeit und Einzigartig- keit erhalten bleiben und angesichts der immer wieder herausfordernden Situation gestärkt werden. Podiumsdiskussion mit Moderator Sven Lohmeyer, Tarek Al-Wazir, Antje Runge, Barbara Schader, Bürgermeisterin aus Bürstadt, Daniel Herz, Bürgermeister aus Witzenhausen sowie die Bündnispartner Annelie Bopp-Simon, Vizepräsidentin der architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwest- deutschen Wohnungswirtschaft e. V. TAGUNG ZUKUNFT INNENSTADT Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin44 Die Gastgeberin Bürgermeisterin der Stadt Oberursel, Antje Runge mit aufenthaltsqualität Platz für Plaudereien bei den Marktplatzgesprächen Im Zeichen des Austausches die Moderatorinnen und Moderatoren der vier paralle- len Sessions fassen zusammen Oft sind es die kleinen Erlebnisse, die das Leben lebenswert machen und anhaltende Erinnerungen schaffen: ein neu entdecktes Eiscafé, ein schöner Spielplatz, eine faszinierende Pfl anzenauswahl im Park oder ein spontanes Tanzevent auf offener Straße. Unter dem Motto „LEBE DEINEN RAUM!“ widmet sich „Ab in die Mitte!“ im Jahr 2024 den vielfältigen Potenzialen für einzigartige Momente, die in den hessischen Innenstädten stecken, und den jeweils einzigartigen Räumen um uns herum. Reiche rechtzeitig die Bewerbungsunterlagen per E-Mail ein. Einsendeschluss ist der 14. Februar 2024. Die Teilnahmeunterlagen erhältst du von der Geschäftsstelle „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“, IMORDE Projekt- & Kulturberatung GmbH, 02 51 / 5 20 93-0, info@imorde.de oder lade dir alles im Download- bereich unter www.abindiemitte-hessen.de herunter. 1. UNTERLAGEN ABRUFEN Deine digitalen Ausschreibungsunterlagen umfassen unter anderem eine Word-Vorlage mit Fragen zu dir und deinem Projektteam und eine Excel-Tabelle für die Kostenkalkulation. Worum geht es in deinem Projekt? Wer steht hinter der Idee? Wie funktio- niert das Projekt oder die Aktion und wie wird die Innenstadt unterstützt? Wer ist die Zielgruppe? Wer profi tiert von der Idee? Was passiert mit dem Projekt im nächsten Jahr oder in den nächsten Jahren? Welche Kosten entstehen im Projektzeitraum? Bitte beantworte die Fragen in den Ausschreibungsunterlagen und füge einige Fotos bei. Zeige der Jury, wer hinter der Projektidee steht und wie das Projekt die Innenstadt stärkt. Zeige mit einem Kurzvideo (max. 90 Se- kunden und gerne per Smartphone), warum gerade euer Team mit dem Projekt Landessieger 2024 werden soll. 2. FRAGEN BEANTWORTEN 3. BEWERBUNG EINREICHEN Es kann ein Leerstand, eine unge- nutzte Fläche oder ein in die Jahre gekommener Park, vielleicht auch eine Fassade oder ein Dach, sein. Wer möchte diese Räume, Plätze und Orte nutzen – vielleicht ganz anders als gedacht, möglichweise von oder durch jemanden ganz Neuen? Oder gemeinsam – mit et- was ganz Überraschendem? Deine Ideen und Kreativität wollen wir – die Initiatorinnen und Initiato- ren von „Ab in die Mitte!“ – kennen- lernen, auszeichnen und die Umset- zung mit bis zu 25.000 Euro Preis- geld unterstützen. Inszeniere das bisher Unentdeckte und Unbekannte. Mache etwas wie- der sichtbar und lass es im neuen Licht erstrahlen. Entwirf neue Kon- zepte, die Lebensqualität, Freude, Lebendigkeit und Begegnung in die Innenstädte bringen. Erfülle deine Stadt dort mit Leben, wo niemand sonst ein Potenzial sieht. Sei mutig und überzeugend – gemeinsam im Team – und zeig uns, was geht: ein Konzert auf ei- nem Parkplatz, Kino auf dem Dach, Gärten mitten in der Innenstadt oder eine Vernissage in einem ver- meintlichen Leerstand? Sei dabei und LEBE DEINEN RAUM! LEBE DEINEN RAUM! machen und anhaltende Erinnerungen schaffen: ein neu entdecktes Direkt zu den Unterlagen SO KANNST DU GANZ EINFACH TEILNEHMEN IMPULSE BEST PRACTISE-PROJEKTE AUS ANDEREN REGIONEN 2023 WOLFSBURG WOLFSBURG Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 5150 Beobachten, machen, gemeinsam verbessern: Wolfsburg auf dem Weg zur Innenstadt der Zukunft „Mehr Menschen verbringen mehr Zeit in der Innenstadt“ – das Ziel hat sich die Stadt Wolfsburg bei der Bewerbung zur Aufnahme in das niedersächsische Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt!“ gesetzt. Um „vom Reden ins Machen“ zu kommen, wurden bereits erste kurz- fristige Maßnahmen zur Attraktivitäts- steigerung umgesetzt. Als eine der jüngsten und dynamischsten Städte Europas steht die niedersächsische Stadt Wolfsburg mit wirtschaftlicher Stärke für Innovation und Zukunft. Verkehrsgünstig gelegen, bietet die Stadt zudem eine große Bandbreite an Freizeiterlebnissen für jeden Geschmack: hochwertige Kulturangebote, erstklassige Sportevents und naturnahe Erholung. Das Herzstück der Wolfsburger Innenstadt ist die Porschestraße. Auch ohne eine über Jahrhunderte gewachsene Innenstadt oder eine historische Kulisse bildet diese den zentralen Ort des stadtgesellschaft- lichen Zusammenlebens. Der Straßenname weckt auf- grund der Verbindung zur Automarke erste Assozia- tionen. Doch wird die Innenstadt diesem Bild gerecht? Ehemals war die Porschestraße eine vierspurige Ver- kehrsachse, die den Norden der Innenstadt inklusive Hauptbahnhof, Volkswagen Werk und touristische Highlights mit der klassischen Fußgängerzone in der mittleren Porschestraße verbindet. Im südlichen Bereich dominieren öffentliche und kulturelle Einrich- tungen mit viel Grün und moderner Architektur. Heute sind sich alle innerstädtischen Akteure einig: Aktuell gibt es viel Aufwertungs- und Entwicklungspotenzial. Dies nahmen die Stadtverwaltung und die Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH (WMG), die die Bereiche Wirtschaftsförderung, Citymanagement, Marketing und Tourismus vereint, zum Anlass, um Hand in Hand an der nachhaltigen Aufwertung der Innen- stadt zu arbeiten – ganz nach dem Motto „beobachten, machen, gemeinsam verbessern“. Unterstützt durch die Fördermittel wurde die Entwick- lung der Innenstadt auf Grundlage eines Gesamt- konzeptes forciert. „Als erstes zentrales Ergebnis aus diesem Prozess bietet der Kompass Innenstadt eine rahmensetzende Vision und definiert das künftige Selbstverständnis sowie Ziele und Aufgaben“, erklärt Jens Hofschröer, Wirtschaftsdezernent der Stadt Wolfs- burg und WMG-Geschäftsführer. „In einem weiteren Schritt erfolgt derzeit die Übersetzung des Kompasses in konkrete Projekte und Handlungsempfehlungen zur Verstetigung der Innenstadtentwicklung. In dessen Rahmen befinden sich eine Roadmap mit zentralen Projekten für die kommenden zwei Jahre und ein Regiebuch als langfristige Perspektive in Ausarbeitung.“ Die Idee Mit mobilen, auch von den Menschen verschiebbaren Sitzmöbeln und mobilem Grün neue Orte zum Verweilen schaffen WOLFSBURG WOLFSBURG Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 5352 Zu Beginn des Prozesses wurde im Herbst 2021 eine Studie zum öffentlichen Leben und öffentlichen Raum des Kopenhagener Büros von Jan Gehl durchgeführt, welche die Wolfsburger Innenstadt aus der mensch- lichen Perspektive betrachtete. Die Frage „Wie wirkt der Raum auf den Menschen?“ stand dabei im Fokus. Schnell war klar, dass die Menschen die Innenstadt weiterhin besuchen, sich dort aufhalten, essen und trinken. Doch an der längeren Verweildauer vor Ort mangelt es. Auf Grundlage der Erkenntnisse aus der Studie wurden kurzfristig temporäre Maßnahmen zur Steigerung der Attraktivität und Verweildauer in der Innenstadt probe- weise umgesetzt. Diese reichten von mobilem Mobiliar und Grün, Spielcontainern und künstlerischen Inter- ventionen bis hin zu Entsiegelungsmaßnahmen. Darüber hinaus braucht es Anlässe, insbesondere auch für jüngere Generationen, sowie Spiel-, Ruhe- und Erholungszonen. Der Prozess ist gemeinsam mit Handel, der Bürgerschaft und Politik stetig zu evaluieren. Mit mobilen, auch von den Menschen verschiebbaren Sitzmöbeln und mobilem Grün entstanden so neue Orte zum Verweilen. Die Wahl der Elemente und Orte basierte auf den in der PSPL-Studie identifizierten Potenzialen. Diese wurden somit im „Machen“ auf ihre konkrete Wirkung und Eignung getestet und auch im Rahmen einer Online-Umfrage bewertet. Gemeinsam mit Bürgern und Händlern konnte so herausgefunden werden, welche Elemente an welchen Orten besonders geeignet und wo kurzfristige Anpassungen notwendig waren. „Besonders der Nordkopf hat sich vom Transitraum zu einem Aufenthaltsort für Jung und Alt entwickelt“, resümiert Kai-Uwe Hirschheide, erster Stadtrat und Stadtbaurat der Stadt Wolfsburg. „Hier, aber auch an weiteren Orten in der Wolfsburger Innenstadt wollen wir die geschaffenen Angebote im Folgenden ‚vom Machen ins Bleiben’ bringen. Mit anknüpfenden Förder- programmen verfolgen wir die Aufwertungsmaß- nahmen weiter und schaffen so für die Innenstadt eine mittel- bis langfristige Perspektive.“ mehr aufenthalsqualität Spiel-, Ruhe- und Erholungs- zonen sorgen kurzfristig für mehr Aufenthaltsqualität in der Wolfsburger Innenstadt. Vom Reden ins Machen und ins Bleiben bringen IMPULSE AUS DEM MINISTERIUM IMPULSE AUS DEM MINISTERIUM Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 5554 Landespreis ZUSAMMEN GEBAUT Freiräume in Stadt- und Ortszentren Die Auswirkungen des Klimawandels sind mittlerweile konkret spürbar: Starkregenereignisse, Hitze und Dürre waren einprägsame Erfahrungen der vergangenen Monate. Auch der Verlust der Artenvielfalt bewegt viele Menschen. Mit dem Auszeichnungsverfahren wur- den gute Beispiele gesucht, die helfen, diese Risiken abzumildern. Pflanzen in allen Facetten spielen dabei eine we- sentliche Rolle, aber auch Wasser, bau- liche Schattenspender oder temporäre Bauten sowie experimentelle Interven- tionen zu Aufenthaltsqualität und Klima- folgenanpassung.preisverleihung Hessischer Landespreis Baukultur 2022/2023 - Preisverleihung am 6. Juli 2023 im „Torhaus“ im Sonnen- garten auf der Landesgarten- schau Fulda IMPULSE AUS DEM MINISTERIUM IMPULSE AUS DEM MINISTERIUM Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 5756 Den mit 10.000 Euro dotierten Hessischen Landespreis +Baukultur teilen sich in diesem Jahr fünf Pro- jekte aus Darmstadt, Frankfurt, Gei- senheim und Bürstadt. Sie zeigen, wie vielschichtige und gut gestaltete Freiräume zu Aufenthaltsqualität und Wohlbefinden in den Zentren der Städte und Gemeinden bei- tragen und gleichzeitig die Folgen des Klimawandels abgemildert oder die Artenvielfalt gefördert werden kann. Diese fünf Projekte konnten über- zeugen Gleich zweimal erfolgreich war die Stadt Frankfurt mit dem neuen Rennbahnpark und dem Mainufer an der ehemaligen Ruhrorter Werft; beides hielt die Jury für wegwei- send. In Darmstadt würdigten die Preisrichter und -richterinnen die geplante Landschaftstreppe im Ludwigshöhviertel als gut gestalte- ten und gut nutzbaren Erholungs- und Bewegungsraum, der auch Regenwasserrückhaltung, Energie- gewinnung (Erdsondenfeld), Sport- angebote, barrierefreie Wege und Plätze sowie ökologische Nischen integriert. Ebenso überzeugt war die Jury von der Neugestaltung des Parks am Blaubach in Geisen- Die Landesinitiative +Baukultur in Hessen ist mitverantwortlich gute Strategien, Konzepte und Projekte in die Breite zu tragen. heim sowie vom Sport- und Bewe- gungspark in Bürstadt, der aus der Umgestaltung einer 70er-Jahre- Vereinssportanlage entsteht. Der Landespreis +Baukultur wird von der Landesinitiative +Baukultur in Hessen vergeben. In diesem Jahr widmete er sich dem Thema „Frei- räume“ als Potenziale für Klimaschutz und Klimaanpassung. „Parks und Freiräume formen den Charakter unserer Städte und Gemeinden entscheidend mit und sind essen- ziell für unser Wohlbefinden. Darauf weisen wir mit dem Preis hin“, erläuterten die Staatssekretäre Jens Deutschendorf (Hessisches Wirt- schaftsministerium) und Dr. Martin Worms (Hessisches Finanzministerium). Innovative Projekte tragen zu Wohlbefinden bei „Baukultur hat etwas mit Lebens- qualität zu tun“, sagte Staatssekretär Deutschendorf bei der Preisver- leihung. „Wir würdigen heute fünf innovative Projekte, die zu Gesund- heit und Wohlbefinden beitragen und ihren Kommunen helfen, den Folgen der Klimaerwärmung zu begegnen. Der Wettbewerb hat es bestätigt: In Hessen gibt es dazu viele mutige und übertragbare Ideen – in großen wie in kleinen Städten.“ „Wir brauchen mehr Grün in der Stadt. Bäume, Gehölze, Stauden und Wiesen helfen uns dabei, dass sich die Lebensumgebung weniger aufheizt und schneller wieder ab- kühlt“, ergänzte Finanzstaats- sekretär Worms. „Als Land sind wir mitverantwortlich, gute Strategien in die Breite zu tragen. Die Landes- initiative +Baukultur in Hessen ist dafür nur ein Beispiel. Häufig können Städte und Gemeinden einen be- sonderen Anlass - wie eine Landes- gartenschau - nutzen, um Ziele der Stadtentwicklung umzusetzen. Das Land unterstützt diese Formate vielfältig, und die Bürgerinnen und Bürger profitieren langfristig von den geschaffenen Freiräumen. Aber auch etwa der Neu- oder Um- bau öffentlicher Gebäude kann im Kleinen für die Schaffung von mehr Grün und qualitätvollen Freiräumen genutzt werden.“ freiräume Stadtbaurat Daniel Schreiner erläuterte den Gästen der Preisver- leihung, welche langfristigen Ziele die Stadt Fulda mit der Landesgartenschau 2023 verknüpft – u.a. klimawandelangepasste Freiräume. SECOND-LIFE-KAUFHAUS SECOND-LIFE-KAUFHAUS Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 5958 Die Ziele der Second-Life-Kaufhäuser scheinen über- all dieselben: Ressourcenschonung, Vermeidung von CO2 durch die Wiederverwendung von Produkten, Schaffung von Arbeitsplätzen, Angebot eines breit gefächerten Warenangebotes und – überraschend vielleicht – die Schaffung eines erlebbaren Ortes mit Repair-Café, Upcycling-Workshops und Umweltbildungs- programm. Sehen wir uns ein wenig um in der Republik. Da gibt es zum Beispiel die „NochMall“, das Kaufhaus für Gebrauchtwaren in Berlin – das viel mehr ist als ein Secondhand-Kaufhaus. In der „NochMall“ werden nicht nur Möbel, Kleidung, Elektrogeräte, Haushalts- waren, Spielzeug, Bücher und vieles mehr auf über 2.000 Quadratmetern verkauft – die „NochMall“ ist auch ein Erlebnisort für Kreislaufwirtschaft und Abfall- vermeidung. Sie bietet Trendsettern, Initiativen und Unternehmen Flächen, um ihre nachhaltigen Produkte in Pop-Up-Stores zu präsentieren. Die NochMall orga- nisiert Repair-Cafés und Upcycling-Workshops und es gibt Veranstaltungen mit Vorreiterinnen aus der Re-Use- und Umweltszene. Das Konzept dahinter: Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat in ihrer Unternehmensstrategie die Förderung von Wiederverwendung als wichtige Maßnahme zur Abfall- vermeidung — so ist es auch im Kreislaufwirtschafts- gesetz fest verankert. Als eine der ersten Maßnahmen hat die BSR deshalb im Sommer 2020 ein Gebraucht- warenkaufhaus eröffnet. Im Münchener „Lovecraft“ geht es um 20.000 Quadrat- meter Fläche auf acht Stockwerken – Zwischennutzung im XXL-Format gewissermaßen, handelt es sich doch um den vormaligen Kaufhof am Stachus im Herzen der Stadt. Geplant sind Messen, Märkte und Begegnung – konkreter: Läden und eine Kaffeebar mit Sitzlandschaft, aber auch modulare und somit veränderbare Einrich- tungsgegenstände, damit man die Räume individuell gestalten kann. „Weitere Schlagworte sind Bewegung und Erlebnis“, verrät der Münchner Gastronom und Veranstalter Michi Kern. Es soll Möglichkeiten geben, Fußball zu spielen, darüber hinaus einen Skatepark, Tischtennis und ein Stockwerk, wo sich Kinder und Jugendliche austoben können – „nennen wir es urbane Bewegungsflächen“. Auch in Leipzig soll ein Second-Life-Kaufhaus entstehen – als ein Ort der Nachhaltigkeit, verantwortet vom städ- tischen Eigenbetrieb Stadtreinigung Leipzig. Denn Leipzig ist auf dem Weg zur „Zero-Waste Stadt“, also einer Stadt ohne Verschwendung. Ziel der Zero-Waste- Strategie ist es unter anderem, integrative, multifunk- tionale Orte zu schaffen, an denen Menschen zusam- men Ideen entwickeln, einen Teil ihrer Zeit verbringen, gemeinsam arbeiten und auch leben. Diese Nutzungs- mischungen sollen Zentren zu einem „Wohlfühlort“ für alle Generationen und vielfältige Branchen machen. Das Second-Life-Projekt soll ein „innovatives Konzept für nachhaltigen Konsum" werden. Unter einem Dach sollen Besucherinnen und Besucher zukünftig nachhal- tige Produkte, praktische Dienstleistungen und infor- mative Beratungsangebote finden. Hinzu kommen regelmäßige Kultur- und Bildungsangebote. Ziel ist es, das Second-Life-Kaufhaus zu einem Treffpunkt für alle zu machen, die sich mit den Themen Abfallvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit beschäftigen oder zukünftig beschäftigen wollen. Das Second-Life-Kaufhaus, gegenwärtiger Arbeitstitel „Zweite Liebe“, soll wiederverwendbare oder aufberei- tete Produkte anbieten und die Leipzigerinnen und Leipziger für die Themenfelder Umweltschutz, Res- sourcenschonung und Kreislaufwirtschaft begeistern. Ergänzend kann auch fair produzierte Neuware angeboten werden, soweit sie dem Hauptkriterium der Nachhaltigkeit entspricht. Zur Attraktivierung des Kaufhauses sollen Kooperationen, z. B. mit Handwerk, Kunst und Kultur, Vereinen, Verbänden oder Unterneh- men gebildet und genutzt werden. Diese können in Form von Vermietungen, temporären umsatzfördernden Aktionen oder Events wie Workshops oder Ausstellun- gen organisiert werden. Das Kaufhaus soll zu einem gesellschaftsübergreifenden Treffpunkt werden. Anders als in konventionellen Einzelhandelsgeschäften, die ausschließlich mit Neuware arbeiten, gibt es keine Artikel, die ständig bevorratet werden. Neben den Kern-Warengruppen, also denjenigen, die der Kunde immer im Haus findet und denen festen Areale und Flächen im Haus zugeordnet werden, sind saisonale Warengruppen wie Weihnachts- und Osterartikel oder z. B. Grillsortimente eingeplant. Die Eröffnung des Kaufhauses in Leipzig ist im Laufe des Jahres 2024 ge- plant. Die Strategie-, Planungs- und Konzeptionsphase ist inzwischen abgeschlossen. Second-Life-Kaufhäuser — große Modelle, die auch im Kleinen funktionieren Sie heißen „Lovecraft“, „NochMall“ oder „Zweite Liebe“ und es geht manch- mal um Zwischennutzung, aber immer um Kreislauf- wirtschaft und Zero-Waste- Cities. Was steckt hinter dem Trend der Second-Life- Kaufhäuser? Wie funktio- nieren die? Und was ist das eigentlich? berlin Die „NochMall“, das Kaufhaus für Gebrauchtwaren SECOND-LIFE-KAUFHAUS SECOND-LIFE-KAUFHAUS Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 6160 IMORDE: Ziel des in Entstehung befindlichen Second- Life-Kaufhauses in Leipzig ist es, in einer ungenutzten Einzelhandelsfläche wiederverwendbare und recycel- bare Produkte aus den Wertstoffhöfen ebenso wie nachhaltige Neuware anzubieten und für die Themen- felder Umweltschutz, Klimaschutz, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft zu sensibilisieren, Stichworte: Re-Use and Recycle. Ziel des Projektes ist auch ein nachhaltiges Umsetzungskonzept für das Second-Life- Kaufhaus, welches durch eine Standortanalyse, ein Nutzungskonzept und eine Berechnung der Wirtschaft- lichkeit die Grundlage für eine spätere Eröffnung des Kaufhauses und eine Fortführung nach Ende der Förderung mit wirtschaftlicher Tragfähigkeit bzw. Kosten- deckung legt. Was waren für Sie die wesentlichen Erfolgsfaktoren des Projektes? LUBJUHN: Wesentlich für das Gelingen eines solchen Projektes ist die enge Zusammenarbeit und der intensive Austausch aller relevanten Stakeholder aus Politik, Wirtschaft, Kultur und weiteren lokalen Initiativen. Die Entwicklung eines gemeinsamen Ziels und einer Strategie für ein solches Second-Life-Kaufhaus bildet die Basis für die weitere operative Umsetzung. Zum Start des Projektes sollte auch geklärt sein, wer die Federführung des Projektes übernimmt und wer nach Start den operativen Betrieb des Kaufhauses steuert. IMORDE: Nun sind gerade in Hessen die Städte und Gemeinden selten in einer vergleichbaren Größen- ordnung wie Berlin, München oder Leipzig. Hier gibt es rund 400 Kommunen und nur fünf Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Kann ein solches Pro- jekt auch auf deutlich kleinere zur Verfügung stehen- den Flächen übertragen werden? SCHWERDTFEGER: Die Grundidee eines innerstädti- schen Second-Life-Kaufhauses kann natürlich auch auf kleinere Städte und Kommunen übertragen werden. Dabei lässt sich das Konzept sicherlich nicht eins zu eins im Sinne einer Blaupause kopieren, sondern muss an die jeweiligen standortspezifischen Voraussetzungen und Bedingungen angepasst werden. Es ist sowohl in der Größe an die Bedingungen des Standortes anpass- bar als auch in der Mikrolage. IMORDE: Was sind die grundlegenden Voraussetzun- gen, die Standorte bzw. Städte mitbringen sollten? LUBJUHN: Das Wichtigste sind Menschen, die sich nachhaltig verhalten und ökologisch sinnvoll einkau- fen wollen – und die gibt es inzwischen überall. Eine Voraussetzung, die gegeben sein muss, damit ein solches Projekt tragfähig ist, ist dabei aber tatsächlich auch die Einwohnerzahl des Standortes – wobei das Einzugsgebiet mitzählt. Wir gehen davon aus, dass Standorte ab etwa 50.000 Einwohnern ein genügend großes Aufkommen an wiederverwendbaren Produkten haben, um den Betrieb eines Second-Life-Stores zu gewährleisten. Eine weitere Voraussetzung, die wir nennen würden, ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zwischen Kommunalbetrieben, Wirtschaftsförderung, Politik etc. IMORDE: Was wäre dann zu tun? Oder genauer, wie würden Sie im Falle weiterer Projekte in anderen Städ- ten vorgehen? Second Life auch in klein? Einfach mal machen Jens Imorde von Imorde Projekt- & Kulturberatung GmbH (Geschäftsstelle „Ab in die Mitte!“) im Gespräch mit Roland Schwerdtfeger und Dr. Uwe Lubjuhn von der conlab GmbH. SCHWERDTFEGER: Zunächst würden wir mit interes- sierten Städten einen Workshop durchführen, bei dem alle relevanten Stakeholder und Akteure zusammen- kommen, um gemeinsam die Ziele des Projekts zu definieren, Bedenken auszuräumen, Fragen zu beant- worten und auszuloten, wer die Betreiber eines solchen Projekts sein können. Dabei kann auch schon über Zuständigkeiten, Meilensteine, die Projektorganisation und einen ersten Fahrplan gesprochen werden. Mehr sollte im ersten Schritt gar nicht geschehen. Erst wenn dies alles klar ist, sollten Entscheidungen vorbereitet werden. IMORDE: In Leipzig gelingt das durch die Bündelung verschiedenster kommunaler Akteure und Unternehmen in einer gemeinsamen Kooperation. Da sind es Ent- sorgungsunternehmen, Handwerk, Kunst und Design, Einzelhandel, soziokulturelle Vereine, Verbände, die sich an den Themenschwerpunkten Reduce, Repair und Rethink abarbeiten. Muss in einer Stadt, die ein ähnliches Projekt umsetzen möchte, bei den Kommunal- betrieben, der Verwaltung usw. bereits Know-how vorhanden sein? SCHWERDFEGER: Ganz klar nein. Weder die städ- tischen Abfallbetriebe, noch Verwaltung oder Wirt- schaftsförderung müssen Handelsprofis sein. Zwar war in Leipzig durch die Beteiligung des Amtes für Wirt- schaftsförderung auch Handelskenntnis vorhanden, dies ist aber keine Voraussetzung in anderen Städten. conlab betreibt das Second Life-Kaufhaus nicht, kann aber alle notwendigen Prozessschritte von der Planung über Standortsuche, Organisation, Wirtschaftlichkeits- rechnung etc. bis hin zur Personalsuche und Eröffnung des Kaufhauses übernehmen. Dabei sind – insbeson- dere in kleineren Städten – auch kleinere Handelsim- mobilen möglich. Es muss nicht unbedingt ein Kauf- haus sein, das Konzept ist durchaus skalierbar. IMORDE: Sie stünden also bereit, einfach mal zu ma- chen – auch in Hessen? SCHWERDTFEGER: Auf jeden Fall, auch in Hessen gerne. IMORDE: Vielen Dank für den Austausch. Die conlab Management Consultants sind eine unabhängige Strategie-, Organisations-und Prozessberatung in den Branchen Handel und Industrie. Für die Zero-Waste-Strategie der Stadt Leipzig konzipiert conlab im Rahmen des Bundes- programms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) ein innerstädtisches Second-Life-Kaufhaus. miteinander im gespräch Jens imorde, Geschäftsführer der Imorde Projekt- & Kulturberatung Gmbh im gespräch mit Roland Schwerdtfeger Geschäftsführender Gesellschafter und Dr. Uwe Lubjuhn Senior consultant der conlag gmbh. (von l. nach r.) BIBLIOTHEK ALS DRITTER ORT BIBLIOTHEK ALS DRITTER ORT Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 6362 Seit der Neueröffnung haben sich die Besucher*innenzahlen mehr als verdoppelt. Schülerinnen und Schüler kommen zum Lernen, kleine Kinder besuchen die „Bilderbuch- zeit“, ältere Damen suchen nach einem Schmöker und viele kehren noch auf einen Espresso im Café im Erdgeschoss ein. Dank der attrak- tiven Räume ist die Stadtbücherei das neue Wohnzimmer der Stadt geworden. Aufgrund veralteter, unattraktiver Räume und Gebäude wird vieler- orts das häufig gute Angebot der Stadtbüchereien nicht wahrgenom- men und nur von wenigen Men- schen genutzt. Wie sehr sich attrak- tive Räume auf die Wahrnehmung in der Bürgerschaft auswirken, wurde in Hofheim erst nach dem Umzug richtig klar. Das nichtkommerzielle, nahezu kostenfreie Angebot der Stadtbü- cherei lockt Menschen regelmäßig in die Innenstadt. Ein Bibliotheks- besuch initiiert immer einen zweiten Besuch – schließlich müssen aus- geliehene Medien wieder zurück- gebracht werden. Die Innenstadt füllt sich regelmäßig, wird belebt und auch der Einzelhandel vor Ort profitiert. Studiolos und Sitzecken Fünf Architekten haben Entwürfe für den Gebäudekomplex abgegeben. Die Bürger*innen wurden mit drei Bürgerforen am Planungsprozess beteiligt; ein Auswahlgremium ent- schied über den Gewinnerentwurf. Dank der Bürgerbeteiligung – auch in wichtigen Entscheidungs- prozessen – konnte ganz Hofheim die neuen Räume zu einem nicht kommerziellen Treffpunkt und Ort der Teilhabe in der Innenstadt mit- gestalten. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt wurde dabei ge- stärkt. Im regen Austausch mit dem Archi- tekten sind auf drei Etagen und auf rund 1.000 Quadratmetern gemüt- liche Sitzecken, zwei Studiolos (Ruhe- arbeitsräume), viele Lern- und Lese- plätze sowie ein großer Kreativ- raum entstanden. Mit dem Neubau wurde auch die technische Aus- stattung der Stadtbücherei auf den aktuellen Stand gebracht und eine neue Bibliothekssoftware und RFID eingeführt. Mit der neuen Software WinBiap hat die Stadtbücherei un- ter anderem einen zeitgemäßen Web-Katalog bekommen. Die RFID- Technologie ermöglicht Selbstver- buchungsterminals, eine Außen- rückgabe und ein intelligentes Rückgaberegal. Vor allem Schüler*innen, die zuvor in den alten Räumen keine adäqua- ten Lernbedingungen vorfanden, schätzen die Barrierefreiheit, die Sitzplätze und die offene und freundliche Atmosphäre für Einzel- und Gruppenarbeiten. Selbstver- ständlich stehen WLAN und auch mehrere PC-Arbeitsplätze zur Verfügung. Die Bücherei ist ein gemütlicher Ort der Begegnung und des Miteinanders in Hofheim geworden. Bilderbuchzeit und Bücheralarm Darüber hinaus bietet die Stadtbü- cherei Hofheim ein breites Ver- anstaltungsprogramm für Kinder und Erwachsene. Dabei steht die Förderung der Lesefreude und das Ein Wohnzimmer für die Stadt Ein engagiertes Team, ein sehr gutes Medienangebot, interessante Veran- staltungen: Das hatte die Stadtbü- cherei Hofheim schon immer. Was die Stadtbücherei aber erst seit Juni 2022 hat, ist ein neues, modernes und lichtdurchflutetes Haus in der Innenstadt. Vermitteln von Medienkompetenz im Vordergrund. Viele der Veran- staltungen finden in Kooperation mit unterschiedlichen Partnern statt. Das ist ein wichtiger konzeptioneller Baustein. Die Stadtbücherei möchte sich damit noch mehr im kulturellen Leben Hofheims verankern und auf das Angebot des Hauses aufmerk- sam machen. Wöchentlich gibt es Veranstaltungen wie die Bilderbuchzeit – mit Bilder- buchkino, Kamishibai und Basteln – für die Kleinsten. Der Kreativraum wird für Leseförderaktionen und zur Medienkompetenzbildung ge- nutzt. So hat die Hofheimer Stadt- bücherei als Pilotbibliothek am Projekt „Bücheralarm“ teilgenom- men und einen Podcast mit einer Grundschulklasse aufgenommen. Auch die Ferienspiele standen im Zeichen der Medienkompetenz. Es wurden mit Hilfe einer App ein Co- mic geschrieben, „Bee Bots“ und „Ozobots“ programmiert und ein weiterer Podcast aufgenommen. Als nächstes Highlight vervollstän- digte in diesem Jahr ein 3D-Drucker das Angebot. Lesegarten und Saatgutbibliothek Auch Themen wie Nachhaltigkeit und Integration finden in der Stadt- bücherei ihren Platz. Im bücherei- eigenen Lesegarten gibt es Hoch- beete mit Färberpflanzen. Hofheim war einst ein bedeutender Standort für die Lederindustrie. An diese Tradition wird angeknüpft: Mit Kin- dern soll demnächst Pflanzenfarbe hergestellt und kreativ verarbeitet werden. Obendrein wird der Lesegarten im Sommer für Veranstaltungen ge- nutzt. Passend zum Thema Garten wurde in diesem Jahr eine Saatgut- bibliothek ins Leben gerufen. Außer Büchern und anderen Medien gibt es in der Stadtbücherei seitdem auch Färberkamille, Wilde Möhre und Zuckertrauben-Tomaten. Damit sollen alte Kulturpflanzen erhalten und die Teilhabe der Bürgerschaft an der Stadtbücherei gestärkt werden. Ein Bücher-Bring-Dienst erreicht auch ältere und nicht mobile Men- schen. Die Stadtbücherei Hofheim plant auch in Zukunft weitere neue For- mate und ist offen für Ideen aus der Stadtgesellschaft. Gemeinsam mit den Besucher*innen ist sie ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Herzen Hofheims geworden. gemütlich Das neue Wohnzimmer der Stadt Hofheim am Taunus, Attraktive Räume ín der Stadtbücherei IMPULSE DER INITIATORINNEN UND INITIATOREN IMPULSE DER INITIATORINNEN UND INITIATOREN Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 6564 Erfolgreicher Start für den REWE-Einkaufs-Bus Seit dem 21.03.2023 ist der REWE-Einkaufs-Bus in Nordhessen unterwegs und versorgt den ländlichen Raum mit frischen Waren für den täglichen Bedarf. Und so funktioniert´s: Versorgungsinitiative für den ländlichen Raum Der Einkaufs-Bus kommt jeweils zu festen Zeiten in verschiedene Ortschaften der Landkreise Kassel, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg. Mit 700 verschiedenen Produkten entspricht das Angebot dem Sortiment eines regulären Supermarktes und reicht von frischem Obst und Gemüse über gekühlte Frischwaren und Tiefkühlprodukte bis hin zu Geträn- ken und Kosmetik. Acht Wochen nach dem Start des ersten rollenden Supermarkts in Hessen haben REWE und Deutsche Bahn (DB) im Mai 2023 eine erste positive Bilanz gezogen. Die Men- schen in Nordhessen nehmen den Einkaufsbus gut an. Viele weitere Gemeinden wollen das Angebot auch in ihre Ortschaften holen. Daher beschlossen REWE und DB, den Fahrplan um acht zusätzliche Dörfer zu erweitern. Die Erfahrungen der ersten Wochen hätten gezeigt, dass die Kundinnen und Kunden ihre Einkäufe gerne zeitnah nach der Ankunft des Busses erledigen. Vor diesem Hintergrund reduzierten REWE und DB die Stand- zeiten an den einzelnen Stationen, um weitere Standorte in die Route aufnehmen zu können. Schöner Nebenaspekt: In vielen Ortschaften dient der Einkaufs-Bus inzwischen nicht nur als gern genutzte Ein- kaufsmöglichkeit, sondern auch als sozialer Treffpunkt. Jürgen Scheider, Vorsitzender der Geschäftsleitung REWE Mitte: „Unser Ziel ist es zum einen, die örtliche Nahversorgung wieder zu gewährleisten. Aber wir möchten auch neue ‚Lebensmittel-Punkte‘ für die Menschen vor Ort schaffen und damit zur Aufwertung des ländli- chen Raums beitragen. Und dies scheint uns zu gelingen.“ Frank Klingenhöfer, Vorstand DB Regio AG, ergänzt: „Der Einkaufs-Bus ist ein echter Erfolg. Mit dem neuen Fahrplan bringen wir die Dinge des täglichen Bedarfs noch mehr Men- schen direkt vor die Haustür. Damit ersetzt der Einkaufs-Bus weitere Autofahrten für die alltäglichen Erle- digungen und ermöglicht Menschen ohne eigenes Auto mehr Teilhabe. Davon profitieren die Menschen, die Region und das Klima.“ Jörn Berszinski, selbstständiger REWE-Kaufmann: „Wir freuen uns, über die gute Resonanz auf unseren Einkaufs-Bus und den Zuspruch der Bevölkerung. Unsere erste Erkennt- nis ist, dass dort, wo die Gemeinden sich mit eigenen Aktionen engagie- ren, die Kundenfrequenz besonders hoch ist.“ Berszinski berücksichtigt die Wün- sche der Kundschaft und passt das Angebot stetig an. Mit an Bord sind nun noch mehr frische und regionale Lebensmittel, darunter viele mit den Qualitäts- und Herkunftszeichen „Bio aus Hessen“ und „Geprüfte Qualität Hessen“. Auch die Backwaren stam- men mittlerweile von einer Bäckerei aus der Region. Inzwischen nutzen zudem auch einige lokale Anbieter die Ankunft des Einkaufs-Busses, um parallel ihre Waren, wie zum Beispiel eigenen Honig, Eier oder Fleisch- und Wurstwaren anzubieten. Die DB-Tochter DB Regio Bus Mitte ist für den Fahrbetrieb und die War- tung des Einkaufs-Busses zuständig. Für den Einsatz als Supermarkt wur- de der 18 Meter lange Bus umge- baut. Gegenüber einem regulären Linienbus sorgen unter anderem zusätzliche Klimaanlagen für einen angenehmen Einkauf. Mit Hochleis- tungsakkus kann der Markt bis zu acht Stunden ohne externe Strom- versorgung betrieben werden. Für den Regionalverkehr der Zukunft setzt DB Regio auf die Anbindung ländlicher Regionen mit vernetzten Mobilitätsangeboten auf Schiene und Straße. Der Einkaufs-Bus setzt genau dort an und soll helfen, pri- vate Autofahrten zu reduzieren. DB Regio Bus setzt damit ihre erfolgrei- che Serie guter Flächenversorgung fort. So betreibt DB Regio Bus bereits sieben sogenannte „Medi- busse“ mit medizinischer Ausstat- tung an Bord. Sie sind als rollende Arztpraxen oder für mobile Erst- versorgung und Impfaktionen in ländlichen Regionen unterwegs. Weitere Informationen unter: www.rewe-einkaufsbus.de im einkaufsbus Ein auf die Wünsche der Kundschaft angepasstes Angebot. Mit an Bord sind frische und regionale Lebensmittel URBANE WALDGÄRTEN URBANE WALDGÄRTEN Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 6766 Mehrjährig, Mehrschichtig, Multifunktional: Urbane Waldgärten In dem Verbundprojekt „Urbane Waldgärten“ werden insgesamt drei modellhafte Waldgärten in Berlin und Kassel realisiert. Das Projekt ist ein Forschungsansatz von Dr. Jennifer Schulz (Universität Potsdam), die mit ihrem Team alle drei Standorte während der gesamten Projektlaufzeit erforscht und begleitet. Seit 2021 arbeitet Antonia Hille für das Umwelt- und Gartenamt der Stadt Kassel als Projektmanagerin des Projektes Urbane Waldgärten. Die städtische Natur zu erhalten und zu fördern, gehören zu ihrer Profession, die sie in den Urbanen Waldgärten in Kassel einbringt. „Unter Federführung des Kasseler Umwelt- und Gartenamtes plant die Stadt in zwei groß angelegten Beteiligungsprozessen zwei Wald- gärten und setzt diese in zwei Stadt- teilen auf städtischen Flächen um“, verrät Hille. Während der Förde- rungslaufzeit werde das Projekt von der Universität Potsdam wissen- schaftlich begleitet. Gefördert wird das Projekt mit Mitteln des Bundes- ministeriums für Umwelt, Natur- schutz, Nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz. Orientiert an einem regionalty- pischen Laubwald, besteht ein Waldgarten aus vorwiegend ess- baren und nutzbaren Pflanzen, die in mehreren Schichten übereinan- der wachsen, angelehnt an die klassischen Schichten. „In der untersten Schicht werden Gemüse und Kräuter, wie Ewiger Kohl und Winterheckenzwiebeln, aber auch z. B. Pfefferminze und Oregano angepflanzt und darüber verschie- dene Nuss- und Beerensträucher gesetzt.“ Über den Sträuchern wachsen zum Beispiel Obst, wie Apfel, Kirsche und Birne, aber auch Nussbäume. „Die Pflanzen sollen über viele Jahre an Ort und Stelle wachsen und geerntet werden.“ Dadurch, so Hille, lieferten Waldgärten nicht nur ein vielseitiges Nahrungsangebot, „sondern sie erfüllen auch ökolo- gische, wichtige klimatische sowie soziale Funktionen – als Ort der Umweltbildung und der nachbar- schaftlichen Zusammenkunft“. Waldgärten seien Lebensräume mit einer hohen Artenvielfalt und einem stabilen Ökosystem. „Sie sind mehrjährig und zeichnen sich durch einen geschlossenen Kreislauf aus.“ Der mehrschichtige Nahrungsmittelanbau schaffe so auf geringem Raum die Chance auf einen sehr hohen Ertrag. Durch die hohe Artenvielfalt sei immer etwas reif und könne geerntet werden. Ein Waldgarten nehme das Beste aus dem Wald, „das stabile Öko- system, die Schichten und die klimatischen Faktoren“ sowie das Beste aus dem Garten: „Nutz- und Essbares und die sozialen Funkti- onen wie gemeinsames Gärtnern, Zusammenkommen und Beleben“. Gesucht werden möglichst innen- stadtnahe Flächen mit mindestens 5.000 m², die soziale, ökologische sowie klimatische Aufwertungen in Aussicht stellten. In Kassel seien ehemalige Wiesenflächen in einem Landschaftsschutzgebiet gefunden und ausgewählt worden. Waldgärten unterstützen die öko- logischen Funktionen in Bezug auf Stadtnatur und biologische Vielfalt, „sie fördern die Klimaanpassung durch Retentionsfläche und Küh- lung durch Verdunstung und sie schützen die Bodenfunktion durch natürlichen Humusaufbau“. Dieser Humus fehle üblicherweise im Stadtboden. Zum anderen werden aber auch soziale Funktionen in den Fokus gerückt. Das sei das gemeinschaft- liche Gärtnern, das idealerweise in einem Verein als neuem Träger münden könne. „Es gibt aber auch die Sozialfunktion durch Umweltbil- dung für Kinder und Erwachsene – einen Austausch, auch mit der VHS, gibt es da schon.“ Nicht zuletzt bildeten auch der mehrschichtige Nahrungsmittelanbau und das gemeinsame Ernten soziale Funk- tionen. „Die Flächen in Kassel liegen optimal“, so Hille. „Sie werden ein Lebensraum in der Stadt mit hoher Artenvielfalt“. Die Standorte liegen in Frischluftschneisen und wirken sogar einer Unterbrechung durch ein Industriegebiet entgegen. Und: „Die Flächen liegen in den kinder- reichsten Stadtteilen Kassels, was eine hohe Resonanz und Akzep- tanz, auch aufgrund der frühen Beteiligung, schafft.“ So stehe der Urbane Waldgarten für einen multifunktionalen (Frei-) Raum. Er schaffe langlebige und langfristige Systeme. Und er mache deutlich: „Mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen kann man un- glaublich viel schaffen.“ DES PUDELS KERN DES PUDELS KERN Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin 6968 „Take a Chance on Me“ – oder: Der Sieger kriegt nicht alles Mit bekannten Popsongs ist das im- mer so eine Sache. Fast jeder kennt sie und fast jeder weiß, was sie (vermeintlich) zu bedeuten haben. So wird „Every Breath You Take“ von The Police gern als Liebeslied interpretiert – dabei outet sich der Sänger im Text doch als schlimmer Stalker. „I Will Always Love You“, von Dolly Parton geschrieben und von Whitney Houston zum Welthit gemacht, handelt nicht von der ewigen, sondern vielmehr der unerwiderten Liebe, von Trennung, Schmerz und Herzeleid also. Und Bruce Springsteens „Born in the USA“, einst von US-Präsident Ronald Reagan zur offiziellen Hymne seines Präsidentschaftswahlkampfes erkoren, ist textlich alles andere als patriotisch oder vaterlandsliebend, sondern thematisiert die Perspek- tivlosigkeit US-amerikanischer Vietnamkriegsveteranen. Bei ABBAs „The Winner Takes It All” liegt die Sache anders. Die meinen das wirklich so. Und es ist ja im wirklichen Leben zumeist auch so. Der Sieger kriegt alles – den Ruhm, die Ehre, die Ovationen, das Preisgeld. Der Verlierer hingegen geht leer aus – oder zahlt sogar drauf, jedenfalls wenn er die Niederlage vor einem ordentlichen Gericht einfährt. Dass das alles nicht notgedrungen so sein muss, stellt „Ab in die Mitte!“ in Hessen seit 2003 unter Beweis. Natürlich – das Ganze ist ein Wett- bewerb. Und da geht es nun mal um den Sieg. Allerdings – und das macht die Sache besonders: Um die Niederlage geht es hier nicht. Denn jede Kommune, jede Privat- initiative, die sich bei „Ab in die Mitte!“ bewirbt, gewinnt – ganz egal, ob die Jury sie letztlich zur Landes- siegerin kürt oder nicht. Allein die Beteiligung am Wettbewerb mit allem was dazugehört – die Beschäf- tigung mit Missständen vor Ort, das Nachdenken über Verbesserungs- möglichkeiten, das Netzwerken, die Ausarbeitung und Formulierung des Wettbewerbsantrages, nicht zu ver- gessen: das Aufbruchsignal, das mit all dem einhergeht – sind ein Gewinn für jede Stadt und Gemeinde. Obendrein kriegt der Sieger bei „Ab in die Mitte!“ eben auch nicht alles. Einerseits, weil sich die sieg- reichen Kommunen die seitens des Landes Hessen ausgeschüttete Förderung teilen. Andererseits – und das ist vielleicht sogar noch wichtiger: Die siegreichen Städte und Gemeinden streichen ihren Gewinn nicht einfach ein, sondern investieren ihn in die Attraktivität ihrer Innenstädte – und teilen ihn mithin mit der Bevölkerung vor Ort. „The Winner Takes It All” ist insofern der falsche ABBA-Song, wenn es darum geht, „Ab in die Mitte!“ zu illustrieren. Viel passender wäre ein anderer Welthit des schwedischen Quartetts: „Take a Chance on Me.“ „The Winner Takes It All” heißt eines der bekanntesten Lieder der schwedischen Popgruppe ABBA. Und kaum jemand wüsste nicht, wie es im Text anschlie- ßend sprichwörtlich weiter geht: „The loser has to fall.“ Bei „Ab in die Mitte!“ in Hessen stellt sich die Sachlage etwas anders dar. Wer hat mitgemacht? Impressum Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin Ausgabe 06/23, Winter 2023 HERAUSGEBER Die Initiatoren des Projektes „Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen“ Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Kaiser-Friedrich-Ring 75 65185 Wiesbaden BEGLEITUNG IM MINISTERIUM Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Referat Städtebau und Städte- bauförderung REDAKTION Rolf Gußmann IMORDE Projekt- & Kulturberatung GmbH REDAKTIONELLE MITARBEIT Christoph Hochbahn, Elisabeth Stricker, IMORDE Projekt- & Kultur- beratung GmbH info@imorde.de 0251 520930 REDAKTIONSANSCHRIFT IMORDE Projekt- & Kulturberatung GmbH, Schorlemerstraße 4, 48143 Münster LAYOUT Ranarex Kommunikationsdesign, Münster BILDNACHWEISE Heiner Blum, Boris Borm, Xenia Diehl, Rolf Gußmann, Antonia Hille, Robert Hilligus, Christoph Hochbahn, Michaela Höllriegel, Frank Jäger, Kreisstadt Hofheim am Taunus, Lea Kulens, Kathrin Larivière, Matthias Lotz, Ulrike Lukasczyk, Ramin Mohabat, Inga Olze; Cornelius Pfannkuch; REWE GROUP, Shutter- stock (bsd studio, Master1305, RoseRodionova, Skylines), Stilroyal, Stadt Alsfeld, Stadt Biedenkopf, Stadt Eltville am Rhein, Stadt Fried- berg, Stadt Grünberg, Stadt Lorsch, Stadt Schlüchtern, Stadt Wiesbaden, C. Tech, wolfgangson.com, WMG Wolfsburg, Martin Zyzik TEXTNACHWEISE Rolf Gußmann und Christoph Hochbahn, IMORDE Projekt- & Kulturberatung GmbH; Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen; Xenia Diehl, HA Hessen Agentur; Nicole Dietzel; Anja Loewe, REWE-Group; Antonia Hille; Josephine Stein; Stefanie Weiner, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Hessischer Industrie- und Handelskammertag www.abindiemitte-hessen.de Die Mitte macht´s! Das Innenstadt-Magazin
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