Nachrichten: Eindrücke vom IHK-Jahresempfang | Bildung: Ausbildung digital gedacht | Netzwerke: LMV und LEO Academy bringen junge Wirtschaft zusammen | Veranstaltungen: Deutsch-japanischer Wirtschaftsempfang Kaikô Wirtschaftsstandort Obertshausen 07– 08 | 2026 Manuel Friedrich Bürgermeister der Stadt Obertshausen Obertshausen gehört zu den Kommunen, die oft im Schatten der großen Wirt- schaftsstandorte der Metropolregion FrankfurtRheinMain stehen. Dennoch ver- fügt die Stadt mit der kleinsten Gemarkung im Kreis Offenbach über wirtschaft- liche Stärke. Geprägt wird sie vor allem vom Mittelstand: Kleine und mittlere Unternehmen aus Handwerk, Produktion, Logistik, Handel und Dienstleistung bilden das Rückgrat der lokalen Wirtschaft. Die Unternehmen profitieren von der hervorragenden Lage mit direkter Anbin- dung an A3, B448 und den Frankfurter Flughafen – ein entscheidender Stand- ortfaktor für wirtschaftlichen Erfolg. Perspektiven eröffnet zudem das geplante Gewerbegebiet südlich der A3, das sowohl Erweiterungen für ansässige Betriebe als auch Neuansiedlungen ermöglicht. Auch bundesweit wird die Leistungsfähigkeit Obertshausens bestätigt: Im „Bun- desweiten Gemeindecheck Daseinsvorsorge“ des Instituts der Deutschen Wirt- schaft erreicht die Stadt unter 10.817 Kommunen mit Platz 270 ein „Sehr gut“. Vielfalt prägt Obertshausen nicht nur wirtschaftlich. Mit der „Erklärung über ein gemeinsames Oberts- hausen“ wurde ein Leitfaden geschaffen, der Impulse für ein respektvolles und gelingendes Zusammen- leben gibt. Von dieser Offenheit profitieren auch die Unternehmen, denn unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen bereichern den Arbeitsalltag. Obertshausen verbindet wirtschaftliche Stärke mit hoher Lebensqualität. Leistungsfähige Infrastruktur, engagierte Unternehmen, Bildungs- und Betreuungsangebote sowie Freizeit- und Kulturmöglichkeiten machen die Stadt attraktiv für Menschen aller Generationen. Diese Attraktivität bleibt nur durch kontinuierliche Weiterentwicklung erhalten. Deshalb investieren wir in Bildung, Infrastruktur, Klimaschutz und öffentliche Räume. Wichtig ist der Dialog: Gute Stadt- entwicklung gelingt, wenn Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Bürgerschaft gemeinsam Verantwor- tung übernehmen. Obertshausen bleibt in Bewegung – mit dem Ziel, Bewährtes zu erhalten und neue Chancen zu nutzen. Ihr Starke Basis, klare Perspektiven Fo to : P at ric k Pa et z EDITORIAL 3Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN 5 Erwartungen an die Geschäftsentwicklung auf Talfahrt 6 Welches Wissen ist im KI-Zeitalter relevant? 8 Mobilitätspolitik muss das Gesamtsystem in den Blick nehmen 9 Der schnelle Weg zur Mitgliedsbescheinigung 10 Girls’ Day: Später mal Chefin werden? 11 IHK-Tag: Weiter Wirksamkeit entfalten 12 Arbeitsjubiläen 12 Kurz notiert 13 Nah an der Innenstadt und fern vom Trubel TITELTHEMA 15 Wichtige Projekte, wenig Geld und viel Geduld 17 Menschen für ihre Stadt begeistern 19 Innovativer und besser bleiben als die Konkurrenz 20 Flexibilität als Erfolgsmodell 22 Reingeschaut beim Aromakünstler 24 Zwischen Werkstatt und Weltmarkt 26 Frische, Freundlichkeit und eine zufriedene Kundschaft 27 Der menschliche Kontakt zählt mehr als ein Online-Schnäppchen 28 Ein Leben für die Mode 29 Familienschätze in guten Händen 30 Urlaub für einen Tag 31 Şehmus Kepçeli übernimmt die Geschäftsführung 32 Tradition trifft auf saisonale Genussküche 33 Fusionsküche in Obertshausen 34 Wo das Wasser glitzert und der Alltag leiser wird 35 Zusammen Veränderungen gestalten 36 Kreativ sein im Kapellenhof 37 Kommunal verankert, bundesweit aktiv 38 Warum Print für EGRO ein Erfolgsmodell ist 39 Alle Wege führen nach Obertshausen RATGEBER 41 Reform der Geldwäscheprävention 42 IHK. Die Weiterbildung 43 Ausbildung digital gedacht NETZWERKE 44 LMV und LEO Academy bringen junge Wirtschaft zusammen 46 Internationale Geschäftspartnerschaften entdecken 47 IHK-Sachverständiger für „Licht- und Beleuchtungstechnik“ vereidigt VERANSTALTUNGEN 48 Online sicher und erfolgreich 49 Unterstützer und Gäste willkommen 50 Das sollten Sie unbedingt über Ihre IHK-Mitgliedschaft wissen! TITELTHEMA WIRTSCHAFTS STANDORT OBERTSHAUSEN 14 Am Wirtschaftsstandort Obertshausen nehmen Verwaltung, Unternehmen und Bürgerschaft die Herausforderungen unserer schwierigen Zeiten an und finden zusammen gute Wege für ihre Stadt – das zeigen die Beispiele im Titelthema. Die IHK-Konjunkturumfrage wird dreimal im Jahr durchgeführt. Erläuterung zur Grafik: JB = Jahresbeginn, FS = Frühsommer, HE = Herbst 0/11 Auf einen Blick ▪ Konjunkturklima: Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Offenbach fällt von 91,6 Punkten zu Jahresbeginn auf jetzt 80,1 Punkte. ▪ Geschäftslage: Die aktuelle Lage bleibt im Frühsommer nahezu unverändert schwach. ▪ Erwartung: Die Beurteilung der künftigen Geschäftslage wird noch einmal stark nach unten gestuft. ▪ Beschäftigung: Der Saldo zur Beurteilung der Beschäftigungspläne erreicht den Tiefststand der letzten Jahre. ▪ Investitionen: Der Indikator für die Investitionsabsichten fällt erneut schwächer aus. ▪ Export: In den kommenden Monaten erwarten die Unternehmen einen weiteren Rückgang ihrer Exporte. ▪ Risiken: Die größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung sind die Inlandsnachfrage (68 Prozent), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent) und die Energie- bzw. Rohstoffkosten (59 Prozent). Befragungszeitraum: 22.04.2026 bis 11.05.2026 Der IHK-Konjunkturklimaindex berechnet sich als geometrisches Mittel aus den Antworten von Geschäftslage und Erwartung und stellt den konjunkturellen Gesamtzustand der regionalen Wirtschaft dar. Der Klimaindex kann sich zwischen 0 und 200 Punkten bewegen. Die Wachstumsschwelle liegt beim Wert 100. IHK Offenbach am Main Konjunkturbericht Frühsommer 2026 IHKOF- Konjunkturumfrage braucht endlich Kurswechsel Das Konjunkturklima in der Region Offenbach, Frühsommer 2026 68% sehen in einer nachlassenden Inlandsnachfrage das größte Geschäftsrisiko - 13,1 - 26,2 80,1 102,1 40 60 80 100 120 140 160 -60 -40 -20 0 20 40 60 FS 2 01 6 FS 2 01 7 FS 2 01 8 FS 2 01 9 FS 2 02 0 FS 2 02 1 FS 2 02 2 FS 2 02 3 FS 2 02 4 FS 2 02 5 FS 2 02 6 In de xp un kt e Ko nj un kt ur kl im a Sa ld op un kt e La ge u nd E rw ar tu ng Geschäftslage Erwartung Klimaindex langjähriger Durchschnitt 4 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 INHALT IHK-Konjunkturumfrage: Unternehmen leiden unter einem Bündel an Belastungen Erwartungen an die Geschäftsentwicklung auf Talfahrt Die Geschäftslage im Bezirk der IHK Offenbach am Main ist im Frühsommer 2026 weiter angespannt. Der IHK-Konjunkturklimaindex fällt von 91,6 Punkten im Januar 2026 auf nun 80,1 Punkte und bleibt deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 102,1 Punkten. Ihre aktuelle Situation schätzen die Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach zwar noch ähnlich wie zu Beginn des Jahres ein, aber mehr als ein Drittel von ihnen geht von einer Verschlechterung in der nähe- ren Zukunft aus. Investitionen und zusätzliche Personaleinstellungen sind aktuell kaum geplant. Die Erwartungen an das Exportgeschäft sind ebenfalls gesunken. 41 Prozent der Betriebe rechnen mit rück- läufigen Auslandsumsätzen. Quer durch alle Branchen zeigt sich ein eingetrübtes Bild. Der Konjunk- turklimaindex für die Industrie hat mit 63,2 Punkten einen neuen Tiefst- stand in den letzten zehn Jahren erreicht. Ebenfalls gedämpft ist die Stimmung im Großhandel. 60 Prozent der Unternehmen dort überlegen, ihre Investitionen zu reduzieren. Verunsicherung und Druck von außen und innen Ein Ende der Kriege und Konflikte auf der Welt ist derzeit nicht in Sicht. Ihre Auswirkungen auf die Energie-, Rohstoff- und Warenversorgung behindern die Unternehmen in der Region erheblich in ihrem geschäft- lichen Fortkommen und verunsichern sie. Diese Faktoren treiben zudem die Inflation und belasten das Konsumklima. 68 Prozent der Unternehmen, die an der IHK-Konjunkturumfrage teilgenommen haben, betrachten aktuell eine nachlassende Inlandsnachfrage als das größte Geschäftsrisiko. Aber nach wie vor haben sich auch die politischen Rahmenbedingungen in Deutschland nicht zugunsten der Unternehmen verändert. Wo bleibt das Reformpaket? „Die Unternehmen brauchen jetzt strukturelle Reformen. Dazu gehö- ren wettbewerbsfähige Energiepreise, eine spürbare Entlastung von bürokratischen Anforderungen, Entlastung bei Lohnnebenkosten und bei Steuern und Abgaben. Hierzu bedarf es einer konsistenten Wirt- schaftspolitik über alle Ressorts hinweg, um die Anreize für Investitio- nen zu erhöhen und Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland wiederzugewinnen. Einzelmaßnahmen ohne strategischen Zusam- menhang reichen nicht aus. Entscheidend ist vielmehr ein umfassen- des, aufeinander abgestimmtes Reformpaket, welches die Grundlage für neues Wachstum in Deutschland schafft“, steht für Markus Wein- brenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main, fest. Alle Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK Offenbach am Main im Frühsommer 2026: www.ihkof.de/konjunktur Grafik: IHK Offenbach am Main Die IHK-Konjunkturumfrage wird dreimal im Jahr durchgeführt. Erläuterung zur Grafik: JB = Jahresbeginn, FS = Frühsommer, HE = Herbst 0/11 Auf einen Blick ▪ Konjunkturklima: Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Offenbach fällt von 91,6 Punkten zu Jahresbeginn auf jetzt 80,1 Punkte. ▪ Geschäftslage: Die aktuelle Lage bleibt im Frühsommer nahezu unverändert schwach. ▪ Erwartung: Die Beurteilung der künftigen Geschäftslage wird noch einmal stark nach unten gestuft. ▪ Beschäftigung: Der Saldo zur Beurteilung der Beschäftigungspläne erreicht den Tiefststand der letzten Jahre. ▪ Investitionen: Der Indikator für die Investitionsabsichten fällt erneut schwächer aus. ▪ Export: In den kommenden Monaten erwarten die Unternehmen einen weiteren Rückgang ihrer Exporte. ▪ Risiken: Die größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung sind die Inlandsnachfrage (68 Prozent), die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (62 Prozent) und die Energie- bzw. Rohstoffkosten (59 Prozent). Befragungszeitraum: 22.04.2026 bis 11.05.2026 Der IHK-Konjunkturklimaindex berechnet sich als geometrisches Mittel aus den Antworten von Geschäftslage und Erwartung und stellt den konjunkturellen Gesamtzustand der regionalen Wirtschaft dar. Der Klimaindex kann sich zwischen 0 und 200 Punkten bewegen. Die Wachstumsschwelle liegt beim Wert 100. IHK Offenbach am Main Konjunkturbericht Frühsommer 2026 IHKOF- Konjunkturumfrage braucht endlich Kurswechsel Das Konjunkturklima in der Region Offenbach, Frühsommer 2026 68% sehen in einer nachlassenden Inlandsnachfrage das größte Geschäftsrisiko - 13,1 - 26,2 80,1 102,1 40 60 80 100 120 140 160 -60 -40 -20 0 20 40 60 FS 2 01 6 FS 2 01 7 FS 2 01 8 FS 2 01 9 FS 2 02 0 FS 2 02 1 FS 2 02 2 FS 2 02 3 FS 2 02 4 FS 2 02 5 FS 2 02 6 In de xp un kt e Ko nj un kt ur kl im a Sa ld op un kt e La ge u nd E rw ar tu ng Geschäftslage Erwartung Klimaindex langjähriger Durchschnitt 5Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN IHK-Jahresempfang 2026 unter dem Motto „WissensWerte“ Welches Wissen ist im KI-Zeitalter relevant? Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung trafen sich am 19. Mai 2026 zum diesjährigen IHK-Jahresempfang unter dem Motto „WissensWerte“. Gastrednerin Prof. Dr. Isabell Welpe, Inhabe- rin des Lehrstuhls für Strategie und Organisa- tion an der TU München, reflektierte in ihrem Vortrag den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf Produktivität, Beschäftigung, Daten, Menschen und Unternehmensführung. Ver- treter von drei Unternehmen aus dem Kreis Offenbach stellten vor, wie sich die Kolla- boration zwischen Mensch und KI bei ihnen gestaltet. Wissen als entscheidender Wettbewerbsfaktor IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller betonte in ihrer Begrüßungsansprache, dass Wissen schon immer ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen gewe- sen sei. KI eröffne enorme Chancen, aber um effiziente Unterstützung zu bieten, müssten Unternehmen ihr Wissen entsprechend strukturieren und nutzbar machen. „Oft fehlen Zeit, Ressourcen oder das notwendige Know-how, um Datenmengen, Prozesse und Erfahrungswissen systematisch aufzuberei- ten. Genau darin liegt eine der großen strate- gischen Hausaufgaben – für Unternehmen, aber auch für Staat, Verwaltung und Wissen- schaft: Wissen so zu strukturieren und Daten so aufzubereiten, dass Technologie daraus Mehrwert schaffen kann“, so Schoder-Stein- müller. Sie wies darauf hin, dass hierfür nicht zuletzt auch rechtliche Rahmenbedingungen erforderlich seien, die ein pragmatisches und effektives Arbeiten mit Daten möglich machen. Künstliche Intelligenz verändert Führung, Arbeit und Zusammenarbeit grundlegend Prof. Dr. Isabell Welpe hob in ihrem Vor- trag „Daten und Denker – was im KI-Zeit- alter wirklich zählt“ hervor, dass Künstliche V. l. n. r.: IHK-Vizepräsident Stephan M. Schader, IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner, Gastrednerin Prof. Dr. Isabell Welpe, IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller, IHK-Vizepräsident Robert Glaab, IHK-Vizepräsidentin Violetta Reimelt und IHK-Vizepräsident Alexander Heberer. Gastrednerin Prof. Dr. Isabell Welpe, Inhaberin des Lehrstuhls für Strategie und Organisation an der TU München. Fo to : I H K/ Fo to gr af ie L in k Fo to : I H K/ Fo to gr af ie L in k 6 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN agotrans Logistik GmbH Behringstraße 1 · 6 3110 Rodgau Tel. : +49 (0) 6106 - 28 38 - 0 · info@agotrans.de ZUKUNFT BRAUCHT BEWEGUNG. www.agotrans.de Intelligenz Führung, Arbeit und Zusammen- arbeit grundlegend verändert. „Nicht, weil sie Menschen ersetzt, sondern weil sie die Anforderungen an das Urteilsvermögen, an die richtigen Fragen und an die Bewertung neuer Ideen erhöht. Einzelne Tätigkeiten werden verschwinden, viele werden sich wandeln, und es entstehen neue Berufs- felder – wie bei jedem technologischen Umbruch. Die eigentliche Herausforderung liegt weniger in der Technologie selbst als in der Frage, ob Unternehmen ihre Daten, ihr Wissen und ihre Organisation so aufstellen, dass KI produktiv wirken kann.“ Unternehmensperspektiven Drei Unternehmen präsentierten Beispiele dafür, wie bei ihnen Wissen Werte schafft. Lars Hagenlocher, Geschäftsführer der Videor E. Hartig GmbH aus Rödermark, betonte, dass das entscheidende Wissen für gute Arbeit und Zusammenarbeit nicht nur technischen Innovationen oder Künstlicher Intelligenz entstamme. „Das Wissen um die Arbeitsrealität von Kolleginnen und Kollegen sowie um die Aufgaben und Abläufe in anderen Abteilungen ist von immenser Bedeutung dafür, dass an Schnittstellen alles reibungslos abläuft und erfolgreich gearbei- tet werden kann“, sagte Hagenlocher. Von vielleicht noch größerer Bedeutung sei aber das Wissen um sich selbst, die eigenen Ver- haltensmuster, Stärken und Herausforderun- gen. „In Unternehmen braucht es Formate, um genau das zu fördern: abteilungsüber- greifenden Austausch und die Auseinander- setzung mit sich selbst.“ Dr. Amran Khalid, Investor und Partner der datamotion AI GmbH aus Obertshausen, stellte vor, wie KI das Wissensmanagement in Unternehmen unterstützen kann, die vor einem Generationenwechsel stehen. „Der Generationenwechsel ist kein Personalthema, sondern ein Verlust von Erfahrungswissen. Unternehmen, die dieses Wissen nicht systematisch sichern und nutzbar machen, verlieren ihre Fähigkeit, fundierte Entschei- dungen zu treffen – unabhängig davon, wie viel KI sie einsetzen.“ Gawthem Mahendran aus dem Bereich Forschung und Product Development Digital der Boeing Deutschland GmbH in Neu-Isen- burg stellte vor, wie Flugzeugkabinen heute intelligent gestaltet werden – Design von Menschen für Menschen im Hightech-Umfeld. Boeing nutzt KI und modernste Techno- logie, um sowohl den Passagieren als auch der Bordbesatzung ein angenehmes und sicheres Flugerlebnis zu bieten. Als Beispiel dafür präsentierte Mahendran den Gästen eine 3-D-Kabinenkarte, die sehbehinderten Menschen die Orientierung erleichtern soll. Rund 300 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung begrüßte die IHK Offenbach am Main zu ihrem IHK-Jahresempfang am 19. Mai 2026. Fo to : I H K/ Fo to gr af ie L in k 7Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN IHK-Vollversammlung beschließt Positionspapier zur Mobilität Mobilitätspolitik muss das Gesamtsystem in den Blick nehmen Die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main hat in ihrer Sitzung am 27. Mai 2026 das Positionspapier „Wirtschaftsfaktor Mobilität in der Region Offenbach“ beschlossen. Damit schafft die IHK Offenbach am Main die Grundlage für ihre verkehrs- und mobilitätspolitische Interessenvertretung gegenüber Kommunen, Land und Bund. Mobilität ist aus Sicht der regionalen Wirt- schaft ein zentraler Standortfaktor. Sie entscheidet über Erreichbarkeit, funktionie- rende Lieferketten und Fachkräftesicherung. Gleichzeitig führen zunehmende Verkehrs- belastung, Engpässe auf Hauptachsen und Defizite im öffentlichen Verkehrssystem zu spürbaren Einschränkungen für Unterneh- men und Beschäftigte. Zügiger Ausbau der Infrastruktur Das verabschiedete IHK-Positionspapier beschreibt die Anforderungen der Wirtschaft an ein leistungsfähiges, verlässliches und planbares Verkehrssystem. Ein zentrales Anliegen ist der zügige Ausbau der Infrastruk- tur, denn die wachsende Region erfordert leistungsfähige Verkehrswege über alle Ver- kehrsträger hinweg. Dabei sollen Zielkonflikte, zum Beispiel zwischen Lieferverkehr und Auf- enthaltsqualität, zwischen Kapazitätsbedarf und Flächenknappheit sowie zwischen kurz- fristiger Entlastung und langfristiger Transfor- mation anhand transparenter Kriterien aktiv gemanagt werden. Gleichzeitig betont die IHK Offenbach am Main die Notwendigkeit klarer Prioritäten. Projekte müssten konsequent geplant und schneller umgesetzt werden. Mobilität könne zudem nur im Zusammenspiel der Region Frankfurt/Rhein-Main, des Landes Hessen und des Bundes weiterentwickelt werden. Als konkrete Forderungen werden im IHK- Positionspapier unter anderem genannt: ❙ Engpässe auf den Hauptachsen, zum Beispiel auf der A3 und auf der B486, prio- risiert beseitigen und Baustellen besser koordinieren. ❙ ÖPNV als Arbeitsweg-System stärken: sta- bile S-Bahn, arbeitsweltgerechte Busan- bindung sowie Förderung des Einkaufsver- kehrs per ÖPNV, verlässliche Anschlüsse. ❙ Park+Ride und Bike+Ride gezielt an Pend- lerkorridoren ausbauen, um Hauptachsen zu entlasten. ❙ Mobilität technologieoffen gestalten und in Pilotprojekten innovative Modelle testen. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller leitete die Abstimmung der IHK-Vollversammlung zum Positionspapier „Wirtschaftsfaktor Mobilität in der Region Offenbach“. Fo to : M ah r/ IH K O ffe nb ac h am M ai n 8 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN ❙ Infrastrukturinvestitionen nach klaren Kri- terien ausrichten: Erreichbarkeit, Resilienz, wirtschaftliche Wirkung. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller machte deutlich, dass die Erwartungen der Wirtschaft an die Politik klar formuliert sind. Es gehe darum, bestehende Probleme endlich zu lösen: „Es muss etwas passieren – und zwar jetzt“, sagte sie. Mobilität müsse als Standort- faktor gezielt gesichert und weiterentwickelt werden. „Als IHK Offenbach am Main werden wir dieses Zielbild in den kommenden Jahren konstruktiv und lösungsorientiert vertreten“, betonte sie. „Dabei setzen wir auf Kooperation statt Lagerdenken, auf Technologieoffenheit statt Festlegung, auf messbare Wirkung statt Symbolpolitik. Mobilitätspolitik muss verläss- lich, planbar und umsetzungsstark sein – und sie muss die Bedürfnisse der Unternehmen ebenso im Blick haben wie Klima- und Lebens- qualitätsziele.“ Zwei neue Mitglieder berufen Im Rahmen der Sitzung wurden zudem zwei neue Mitglieder in die IHK-Vollversammlung berufen. Thomas Ehrhardt, Geschäftsführer der REMCI Finance GmbH, Rödermark, rückte in der Wahlgruppe Finanzdienstleistungen für Frank Bermbach nach. In der Wahlgruppe Industrie, Forschung und Entwicklung, Umwelt übernahm Daniel Placzek von der Bodo Ehmann GmbH, Mainhausen, den Platz von Prof. Dr. Claudia Nagel. www.offenbach.ihk.de/ihk-positionen/ verkehrspolitik Fo to : M ah r/ IH K IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller begrüßte Thomas Ehrhardt (l.), Geschäftsführer der REMCI Finance GmbH, Rödermark, Wahlgruppe Finanzdienstleistungen, und Daniel Placzek (M.), Bodo Ehmann GmbH, Mainhausen, Wahlgruppe Industrie, Forschung und Entwicklung, Umwelt, als neue Mitgliedlieder der IHK-Vollversammlung. Neuer Online-Service Der schnelle Weg zur Mitgliedsbescheinigung Ab sofort ist die Mitgliedsbescheinigung der IHK Offenbach am Main online erhältlich. Ob öffentliche Ausschreibung, Vertragsab- schluss oder andere geschäftliche Anlässe – der offizielle Nachweis der IHK-Mitglied- schaft ist für Unternehmen ein Plus. Die Mitgliedsbescheinigung informiert zu Fir- mierung oder Unternehmensbezeichnung, Geschäftsadresse, Datum der Unterneh- mensanmeldung bei der zuständigen Stelle (Gewerbeamt oder Amtsgericht) und gibt die HR-Nummer (falls vorhanden) sowie die IHK-Mitgliedsnummer an. Auf der Internetseite der IHK Offenbach am Main kann die Mitgliedsbescheinigung jetzt online über ein Formular beantragt werden. Sofort im Anschluss steht das Dokument als PDF zum Download bereit und kann aus- gedruckt werden. www.offenbach.ihk.de/P5920 9Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN SPIEL MICH! OF-Klaviere - Platz nehmen und loslegen. 15. Juni bis 15. August Besonders gestaltete Klaviere laden in Offenbachs Innenstadt wieder zum Musizieren ein. Jeder darf mitmachen und in die Tasten greifen! Die Musik soll Menschen verbinden, zur Interaktion anregen, aber vor allen Dingen neue Akteure und Energie in die Stadtmitte bringen. Alle Informationen zur Aktion unter www.ihkof.de/spielmich Girls’ Day: Später mal Chefin werden? Sieben Unternehmerinnen und Managerinnen regten die Teilnehmerinnen am Girls’ Day in der IHK Offenbach am Main an, über diese Frage nachzudenken. In Workshops und persönlichen Gesprächen entdeckten die 60 Schülerinnen ihre individuellen Stär- ken und entwickelten eigene Zukunftsideen. Der Girls’ Day in der IHK Offenbach am Main war Teil der bundesweiten Initiative „Ich werde Chefin!“, koordiniert von der DIHK und dem Netzwerk Business Women IHK – mit Beteiligung von 36 IHKs deutschlandweit. Fo to : M ah r/ IH K Sie wollen sich etwas schönes Neues gönnen? Sie wollen alte Schätze wieder neu aufleben lassen? WIR BERATEN SIE GERNE. Obertshausen Beethovenstr. 21a www.Uhrenthurner.de Tel. 06104-4120810 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN IHK-Tag: Weiter Wirksamkeit entfalten Unter dem Motto „Einfach für alle!“ trafen sich IHK-Haupt- und Ehrenamtliche aus ganz Deutsch- land im Mai zum IHK-Tag 2026 im Haus der Deutschen Wirtschaft in Berlin. Sie diskutierten, wie die IHK-Organisation in einer zunehmend komplexen Welt weiter Wirksamkeit entfalten kann. Unter anderem befassten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer damit, wie sie Menschen für das Ehrenamt begeistern können, wie KI die IHK-Arbeit erleichtern kann oder wie Wirtschaft(en) in Deutschland einfacher wird. Während des Events fiel der Startschuss der Kampagne „Wir unter- nehmen das“. Ihr Ziel ist es, das Unternehmertum als gestaltende gesellschaftliche Kraft sichtbar zu machen und damit auch das Vertrauen in die soziale Marktwirtschaft zu stärken. Fo to : I H K Sie wollen sich etwas schönes Neues gönnen? Sie wollen alte Schätze wieder neu aufleben lassen? WIR BERATEN SIE GERNE. Obertshausen Beethovenstr. 21a www.Uhrenthurner.de Tel. 06104-41208 11 NACHRICHTEN Arbeitsjubiläen 50 Jahre Michael Guth Köba-Sewifa GmbH 25 Jahre Frank Bahmer Dental-Union GmbH Nicole Nitsche Herth+Buss Mobility Solutions GmbH & Co. KG Vesna Raab MKU-Chemie GmbH Daniel Saathoff MKU-Chemie GmbH 10 Jahre Etienne Fayard Herth+Buss Mobility Solu- tions GmbH & Co. KG Radana Konstantinidis Dental-Union GmbH Vivian Ristl Dental-Union GmbH Linda Wolfrum Herth+Buss Mobility Solu- tions GmbH & Co. KG 5 Jahre Giovanni Aiello Köba-Sewifa GmbH Schöne Anerkennung für Jubilare Ihre langjährigen Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter verdienen zu ihren Arbeitsjubiläen besondere Aus- zeichnungen. Deshalb stellt Ihnen die IHK Offenbach am Main personalisierte Urkunden zur Verfügung, auf Wunsch kombiniert mit einer Veröffentlichung hier im IHK-Magazin „Offenbacher Wirtschaft“. Wenn Sie auf diese Weise zeigen möchten, wie sehr Sie die Zusammenarbeit mit den Jubilaren schät- zen, teilen Sie uns bitte folgende Informationen mit: ❙ Name des Jubilars oder der Jubilarin ❙ Jubiläumsdatum ❙ genaue Firmierung des Unternehmens (entsprechend Eintragung in Handelsregister bzw. Gewerbeanmeldung). Die Kosten für eine gerahmte Urkunde betragen 40,00 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer. www.ihkof.de/jubilare Kontakt IHK-Kundenservice 069 8207-0 | Fax -149 service@offenbach.ihk.de Kurz notiert ❙ Neue Deutschland zentrale MAINHAUSEN. Die Schuhmarke Skechers verlegt ihre deutsche Niederlassung auf den Campus der ANWR-Group in Mainhausen. Der Einzug ist für Mitte 2028 geplant, Show- room und Geschäftssitz sollen in einem Neubau mit rund 4.500 Quadratmetern Fläche untergebracht werden. Der ANWR-Campus zählt zu den bedeutenden Orderplattformen Europas und vereint aktuell mehr als 100 Marken mit perma- nenten Showrooms. Mit dem Schritt bündelt Skechers nach eigenen Angaben seine europäischen Aktivitäten stärker am Standort. Die ANWR-Group erkennt darin die steigende Relevanz des Campus als Plattform für Marken und Handel. www.skechers.de ❙ 50-jähriges Betriebsjubiläum OFFENBACH. Die Konditorei und Bäckerei Kress feiert ihr 50‑jähriges Bestehen und baut ihr Angebot weiter aus. 1976 eröffnete Wolfgang Kress den Betrieb an der Eber- hard‑von‑Rochow‑Straße. Später zog die Backstube in den Buchrainweg um, weitere Filialen entstanden in Bürgel, in der Heinrich‑Heine‑Straße, im Brunnenweg, an der Bürgeler Straße sowie in Mühlheim. Eine Filiale im Frankfurter Main Yard ist geplant. In Bürgel hat der Familienbetrieb, den heute die Brüder Gilbert und Alexander Kress leiten, das Eiscafé Triangolo übernommen. Seit Oktober 2025 produziert Kress in einer neuen, deutlich größeren Backstube im Offenbacher Stadtteil Waldhof und bevorzugt weiterhin regionale Zutaten: Die Eier stammen aus Bieber, das Mehl aus der Wetterau. www.baeckerei-kress.de ❙ Konsequent lokal SELIGENSTADT. Glaabsbräu erweitert sein Sortiment um eine neue Bierspezialität und setzt dabei auf regionale Zutaten. Für das helle Exportbier wird laut Unternehmen ausschließlich Braugerste aus Seligenstadt verwendet. Vom Anbau über das Mälzen bis zum fertigen Bier bleibe die gesamte Wertschöp- fung eng mit dem Standort verbunden. Die Brauerei erreicht damit kurze Wege, eine transparente Herkunft und eine nach- haltige Produktion. Das neue Bier „Seligenstädter Urstoff“ ist ab sofort in Gastronomie und Handel erhältlich. www.glaabsbraeu.de Ihr Unternehmen im IHK-Magazin Die Offenbacher Wirtschaft berichtet in jeder Ausgabe über Aktuelles aus den Unternehmen in der Region: Wir stellen Betriebe vor, die sich neu am Wirtschafts- standort angesiedelt haben, berichten von wichtigen personellen Veränderungen, großen Jubiläen und zündenden Geschäftsideen. Schicken Sie uns Ihre Presse- mitteilung oder rufen Sie einfach an, damit die Leser des IHK-Magazins erfahren, was sich in Ihrem Unternehmen tut! Kontakt Birgit Arens 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de Fo to : I H K 12 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NACHRICHTEN Spezialitäten aus der Region genießen Nah an der Innenstadt und fern vom Trubel In einer ruhigen Ecke des Büsingparks in Offenbach lädt das Café „Frieda – einfach lecker“ zur Auszeit im Grünen ein. Der gelernte Koch Norbert Geithner leitet den inklusiven Betrieb, der zu den Offenbacher Werkstätten Hainbachtal gehört. Von Snacks wie Würstchen oder Kartoffelpuffern über Salate bis zu Schnitzel und Backfisch reicht das Angebot an Speisen. Für Abwechslung sorgen zudem die Gerichte von der Wochenkarte. „Wir bereiten zu, was gerade Saison hat, und verwenden vorwiegend Zutaten aus der Region, zum Beispiel vom Wochenmarkt auf dem Wil- helmsplatz“, erklärt Geithner. Beliebt sind die hausgemachten Kuchen und Torten. Die Bohnen für die Kaffeespezialitäten kommen von der Offenbacher Rösterei A. Laier. Auch die Erfrischungsgetränke bezieht Geithner von Herstellern aus der Umgebung. Zu den großzügigen Räumlichkeiten des Cafés gehört ein abtrennbarer Gastraum mit bis zu 250 Sitzplätzen, der für Veranstaltungen buchbar ist. Besonders schön sitzt es sich im von Bäumen umgebenen Außen- bereich mit Terrasse und Rasen, wo zum Beispiel für Firmenevents eine hauseigene Bühne aufgebaut werden kann. Birgit Arens www.whg.social Ob Eier mit grüner Soße oder Quarkstreuselkuchen mit Aprikosen – im lauschigen Frieda – ein- fach lecker, lässt es sich genießen. Fo to : A re ns /IH K NACHRICHTEN Fo to : I go r – A do be S to ck Trennt und verbindet – die Bundesstraße 448 durchschneidet die Stadt in die beiden Ortsteile Obertshausen (l.) und Hausen (r.) und verbindet sie mit der Umgebung. 14 TITELTHEMA Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG IN KONJUNKTURELL SCHWIERIGEN ZEITEN Wichtige Projekte, wenig Geld und viel Geduld Stefan Becker ist seit Februar 2025 Wirtschaftsförderer in Obertshausen, wo er immer gelebt hat. Er hat in 40 Jahren reichlich Expertise im Einzel handel erworben, vor allem als Geschäftsführer des Offenbacher Mode- hauses M. Schneider. In der Region ist er gut vernetzt. Hier beschreibt er, wie sich seine Arbeit bisher gestaltet und was er sich vorgenommen hat. Herr Becker, was reizt Sie besonders an der Position des Wirtschaftsförderers von Obertshausen? Als gebürtiger Obertshausener ist meine Verbindung zur Stadt tief verwurzelt. Die Stärken und Schwächen der Stadt sind mir bewusst. Es gibt Potenzial für eine positive Weiterentwicklung. Ich habe inzwischen 90 Treffen mit Unternehmensvertretern gehabt, mit ihnen über ihre Anliegen gesprochen und setze mich für sie ein. Ich ver- stehe mich als Bindeglied zwischen den Unternehmen und der Stadtverwaltung und versuche, Prozesse zu beschleunigen. Es reizt mich, dazu beizutragen, dass die Stadt für Unternehmen genauso attraktiv bleibt wie für ihre Bürgerinnen und Bürger. Wer sind Ihre wichtigsten Partnerinnen und Partner – intern und extern? Erfolgreiche Wirtschaftsförderung ist immer auch Chefsache. Daher ist die enge Abstimmung mit Bürgermeister Manuel Friedrich essenziell, genau wie die Zusam- menarbeit mit dem Ersten Stadtrat Michael Möser und Christina Schäfer, die die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortet und mich auch als meine Stellvertre- terin punktuell unterstützt. Ich arbeite mit dem Magistrat, sämtlichen Fachbereichen und Ämtern zusammen. In Obertshausen ist alles eng verzahnt und das funktioniert gut. Extern zähle ich auf die Ansprechpartner in den Unternehmen sowie in Institutio- nen wie der IHK und der Handwerkskammer. Auf Kreisebene sind wir in der Initiative Standort Plus stark eingebunden. Besonders wichtig sind die Kontakte zu unseren sehr aktiven Vereinen, von denen manche bis zu 1.000 Mitglieder haben. Ich engagiere mich ehrenamtlich im Stadtmarketing Obertshausen e. V., dessen Projekte und Ver- anstaltungen bedeutend für die Gemeinschaft sind. Die Menschen besuchen die Feste und identifizieren sich mit der Stadt. Wo sehen Sie die Stärken von Obertshausen? Obertshausen punktet durch seine exzellente Infrastruktur mit direktem Anschluss an die A3 und das S-Bahn-Netz sowie die unmittelbare Nähe zum Internetknoten DE-CIX. Obertshausen verfügt über einen gesunden Branchenmix aus Global Playern, einem starken Mittelstand, Handwerk und Dienstleistern. Der Einzelhandel leidet zwar unter der mächtigen Online-Konkurrenz, aber viele Händlerinnen und Händler sind in Obertshausen verwurzelt und haben ihre Stammkundschaft. Die O-Card, unsere eigene Einkaufskarte, die an 21 Verkaufspunkten genutzt werden kann, werden wir weiterentwickeln. Was bereitet „Ihren“ Unternehmen derzeit die größten Sorgen? Sorgen bereiten aktuell vor allem die Energiekosten. Für energieintensiv arbeitende Betriebe ist das eine anspruchsvolle Zeit. Auch die hohen Produktions- und Personal- kosten sowie der bürokratische Aufwand werden in Gesprächen oft kritisiert. Beim 15Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Thema Fachkräftemangel nehme ich eine leichte Ent- spannung wahr. Einige Berufsbilder haben sich verän- dert. Vor allem einige Handwerksberufe sind dadurch wieder interessanter. Außerdem zahlt sich das Engage- ment für die duale Ausbildung in den Schulen aus und ebenso, dass die Firmen mehr Praktika anbieten. Welche konkrete Unterstützung bieten die Stadt und insbesondere die Wirtschaftsförderung den Betrieben? Wir haben ein umfangreiches Serviceangebot. Der Bürgermeister, die Wirtschaftsförderung und alle Fach- bereiche sind für die Unternehmen aktiv – und zwar in einem guten zeitlichen Rahmen. Die Stadtverwaltung unterstützt Unternehmen zum Beispiel bei der Standort- wahl und bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflä- chen. Der Bürgermeister und ich besuchen die Betriebe und wir bieten an: „Melden Sie sich, wenn Sie Probleme haben.“ Nicht alles, was wir erreichen, wird sofort nach außen sichtbar, und manche Schwierigkeiten, die von außen kommen, können wir leider nicht beeinflussen. Wie werden Ihre Angebote angenommen? Sehr positiv. Die Unternehmen schätzen die kurzen Kommunikationswege. Dass der Bürgermeister zudem sehr präsent in den sozialen Medien ist, schafft zusätz- liche Nahbarkeit. Das Angebot zum direkten Austausch wird intensiv genutzt und als echte Unterstützung wahrgenommen. Welche Projekte haben für Sie gerade höchste Priorität? Unser größtes Projekt ist das neue Gewerbegebiet an der A3. Es erstreckt sich über ungefähr 16 Hektar, ist bisher unbebaut und wird jetzt erschlossen. Unterneh- men aus Obertshausen und neue Interessenten sind uns willkommen. Einige Anfragen sind schon eingegan- gen. Gleichzeitig achten wir darauf, dass bestehende Gewerbeflächen zügig wieder vermittelt werden, sobald sie frei werden. Leerstand ist selten, auch in der Innenstadt. Erhebliche Fortschritte verspreche ich mir von der Zusammenlegung der zwei bisherigen Rathäuser (in Obertshausen und Hausen) im Neubau in Hausen: Dort kann die Verwaltung gebündelt und durch weitere Digitalisierung sowie den Einsatz von KI modernisiert werden. Die Fachbereiche werden auch räumlich noch enger zusammenarbeiten. All das wird die Wirtschafts- förderung noch effektiver machen. Ein Projekt, das großen Anklang in der Bevölkerung fin- det, ist das 50-Meter-Außenbecken für das Freizeitbad und Wellnessresort monte mare. Natürlich behalten wir auch die Innenstadt im Blick. Obertshausen hat kein Zentrum, aber gute Insellösungen, wie den Kapel- lenhof oder die Beethovenstraße. Die fördern wir. Ich habe mit der Arbeit an einem Wirtschaftsförde- rungskonzept begonnen. Es soll alle Bereiche beleuch- ten und sehr individuell auf Obertshausen abgestimmt sein. Meine Vision ist die Überbauung der Bundes- straße 448, die die beiden Ortsteile trennt. Der Verkehr wird in den nächsten Jahren sicher zunehmen und unter dem Deckel könnte er verschwinden. Bei all dem darf man nicht vergessen, dass Obertshau- sen – wie die meisten Städte – unterfinanziert ist. Die Rahmenbedingungen sind schwierig. Trotzdem sollten wir nicht negativ sein, sondern offen bleiben – und geduldig: Wirtschaftsförderung ist ein Marathon und kein 100-Meter-Lauf. Die Fragen stellte Birgit Arens, IHK Offenbach am Main. Kontakt Stefan Becker 06104 7031130 wirtschaftsfoerderung@obertshausen.de www.obertshausen.de Stefan Becker ist im Frühjahr 2025 als Wirtschaftsförderer in Obertshausen angetreten. Seit langem engagiert er sich für lebendige Innenstädte im IHK-Expertenrat Zukunftsfähige Innenstadt und im Verein Offenbach offensiv – seit März 2026 auch als Vorsitzender des Stadtmarketing Obertshausen e. V.. Fo to : S ta dt O be rt sh au se n 16 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA tillmann-verpackungen.de Kathrin Hildebrand Geschäftsführerin 0800-TILLMANN MIT SICHERHEIT GUT VERPACKT – DANK ÜBER 70 JAHREN ERFAHRUNG. Stadtmarketing Obertshausen e. V. stärkt den Zusammenhalt Menschen für ihre Stadt begeistern Der Stadtmarketing Obertshausen e. V. setzt sich für eine lebenswerte Stadt mit vielseitigen Freizeitange- boten und interessanten Einkaufsmöglichkeiten ein. Gut frequentierte Events, viel ehrenamtliche Unter- stützung und positive Rückmeldungen zeigen, dass der Verein den richtigen Weg eingeschlagen hat. 2020 hat die Coronapandemie Deutschland im Griff und bedroht Unternehmen in ihrer Existenz. In Obertshausen ergreifen engagierte Menschen die Initiative: Zusammen mit Bürgermeister Manuel Fried- rich, dem Stadtverordnetenvorsteher Anthony Giordano und Steffen Bogdahn, Vorsitzender der Turngesellschaft 1897 Hausen e. V., rufen sie die Gutscheinplattform rettedeinenort.de ins Leben. Ihr Ziel: den lokalen Handel stützen und Kaufkraft in Obertshausen halten. „Sehr schnell wurde uns klar, dass daraus mehr entstehen kann. Also gründeten wir den Stadtmarketing Obertshausen e. V. – mit 23 Vor- standsmitgliedern. Das zeigt, wie groß der Wille war, wirklich etwas zu bewegen“, sagt Holger Bischoff. Er ist heute der Geschäftsführer des Vereins. Aus rettedeinenort.de entsteht die O-Card, eine lokale Kundenkarte. Sie belohnt jeden Einkauf oder Besuch bei den teil- nehmenden Gewerbetreibenden mit Bonuspunkten für Heimattreue. „Heute hat der Stadtmarketing Obertshausen e. V. 130 Mitglieder. Darunter sind Einzelhändler, Gastronomiebetriebe, Dienstleister, Ver- eine, Institutionen und engagierte Privatpersonen. Diese Mischung macht den Verein stark. Wir wollen Obertshausen aktiv mitgestalten. Viele bringen nicht nur Ideen ein, sondern engagieren sich aktiv bei Veranstaltungen oder in Projekten“, berichtet Bischoff. Quartiere lebendig gestalten Bischoff hat viel Lob für Obertshausen – die Lage mitten in der Metropolregion Rhein-Main, die hervorragende Verkehrsanbindung. Die Stadt sei noch persönlich und überschaubar. „Aber ehrlich gesagt haben wir keine klassische Innenstadt“, räumt er ein. „Das ist eine reale Herausforderung, aber auch ein Antrieb. Wir setzen gezielt auf Quartiersangebote und schaffen Orte der Begegnung, wo sie nicht selbstverständlich sind: Zu den monatlichen ‚AfterWorkEvents‘ kom- men jeweils rund 500 Menschen auf den Meininger Platz. Das Format ist unkompliziert, bewusst offengehalten und spricht alle Genera- tionen an. ‚Frühling uff de Gass‘ ist das große Straßenfest, das rund 3.000 Besucher gemeinschaftlich erleben. Beim ‚Heimat shoppen‘, Holger Bischoff ist Geschäftsführer des Stadtmarketing Obertshausen e. V. Der neue Vorstand des Stadtmarketing Obertshausen e. V. (v. l.): Onur Bayram, Beisitzer, Holger Bischoff, Geschäftsführer, Guido Mai, Beisitzer, Stefan Becker, Vorsitzender, Markus Lorenz, Schriftführer, Sabine Hisgen, Beisitzerin, Frank Deckenbach, 2. Vorsitzender, und Anthony Giordano, Kassenwart. 17Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA einer bundesweiten IHK-Initiative, die wir mit der Wirtschaftsförderung umsetzen, stehen lokale Händler, Dienstleister und Gastronomen im Fokus. Mich freut besonders, wenn Menschen zu unseren Angeboten sagen: ‚Da gehen wir wieder hin.‘ Daraus entsteht echte Verbundenheit mit der eigenen Stadt“, ist er überzeugt. Es gehe nicht nur um Unterhaltung, sondern ebenso um gesellschaft- liche Themen, wie bei den Obertshausener Gesundheitstagen, der Seniorenweihnachtsfeier oder der Aktionswoche zur seelischen Gesundheit. Neue Formate wie „Mediterraneo“, gemeinsam mit dem spanischen Elternverein APF, zeigten, wie gut kulturelle Vielfalt dem Stadtleben tut. Auch den Obertshausener Adventskalender nennt Bischoff: Ortsansässige Unternehmen stellen dafür Preise im Wert von rund 10.000 Euro bereit. Der Erlös aus dem Kalenderverkauf wird vollständig an lokale Vereine und Projekte ausgeschüttet. „Dieses Jahr rufen wir erstmals die gesamte Bürgerschaft dazu auf, das Titelbild des Adventskalenders zu gestalten“, berichtet Bischoff davon, wie der Ver- ein auch hier zum Mitmachen motiviert. Gut vernetzt und neu aufgestellt Der Stadtmarketing Obertshausen e. V. ist Mitglied im bundesweiten Netzwerk #StadtRetter, das sich mit der Zukunft von Innenstädten und Stadtentwicklung befasst. Dort diskutieren Kommunen, Stadt- marketingorganisationen und Unternehmen neue Ideen, Initiativen und Erfahrungen. „Für uns sind Blicke über den Tellerrand wichtig. Wir erhalten Impulse von außen und können eigene Erfahrungen ein- bringen. Wir sind auch Mitglied im Bundesverband City- und Stadtmar- keting Deutschland. Viele Städte stehen vor ähnlichen Herausforde- rungen beim Wandel des Einzelhandels, der Belebung von Stadtteilen oder der Frage, wie man Menschen für die eigene Stadt begeistert. Der Deutsche Stadtmarketingtag ist immer ein Highlight. Dort entstehen neue Perspektiven und konkrete Ideen, die man für die eigene Stadt mitnehmen kann. Auch zu Förderprogrammen wie ‚Zukunft Innen- stadt‘ oder ‚Ab in die Mitte!‘ des Landes Hessen tauschen wir uns aus“, sagt Holger Bischoff. Seit Anfang des Jahres hat der Verein eine neue Organisationsstruk- tur. „Wir haben Verantwortlichkeiten klarer definiert und operative Themen gebündelt. Ein wichtiger Schritt war die Wahl von Wirt- schaftsförderer Stefan Becker zum neuen Vorsitzenden. So haben wir Aufgaben sinnvoll verteilt und die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing weiter gestärkt. Jetzt kön- nen wir schneller reagieren, Projekte strukturierter umsetzen und das Ehrenamt entlasten“, erklärt der Geschäftsführer. Für die Zukunft hat der Verein etliche Projekte auf der Agenda: Die O-Card soll besser etabliert werden. Eine Mitarbeiterkarte für Unter- nehmen oder der Ausbau des „Punkte für Vereine“-Konzepts wird ebenso überlegt wie eine zentrale Stadt-App, ein digitaler Veranstal- tungskalender oder ein lokaler Online-Marktplatz, der mit der O-CARD vernetzt ist. Holger Bischoff stellt klar, was all das bewirken soll: „Grundsätzlich geht es uns immer darum, Obertshausen als lebendige und offene Stadt weiterzubringen, gemeinsam mit Vereinen, Unternehmen, Insti- tutionen und den Menschen vor Ort.“ Birgit Arens www.stadtmarketing-obertshausen.de Veranstaltungen wie die „AfterWorkEvents“ oder „Frühling uff de Gass“ sprechen die gesamte Bevölkerung an und werden gut angenommen. Ortszentren lebendig halten und ihre Akteure unterstützen, das sind die Anliegen der IHK-In- itiative heimat shoppen und des Stadtmarketing Obertshausen e. V. Am 11. und 12. September 2026 laden 41 Unternehmen und Institutionen überall in der Stadt zum Mitmachen und Gewinnen ein. Fo to s: St ad tm ar ke tin g O be rts ha us en e . V . 18 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Qualität aus ObertshausenKarl Mayer Textile Innovation Center Innovativer und besser bleiben als die Konkurrenz Eine in Stein gemeißelte Inschrift weist den Weg zum Textile Innovation Center der Karl Mayer Textilmaschinen GmbH. Das Unternehmen hat die neuen Ausstellungsräume auf 5.000 Quadratmetern Fläche im April 2026 eröffnet und demonstriert mit der Investition, wie wichtig ihm der Wirtschaftsstandort Obertshausen ist. Englisch, Französisch, Chinesisch – Gäste aus aller Herren Länder sind zur Eröffnung gekommen und sehen sich zunächst im Show- room um, durch den der Weg zu den Maschinen führt. Alle dort präsentierten Ausstellungsstücke bestehen aus Materialien, die mit Karl-Mayer-Maschinen hergestellt werden. Es gibt Sportartikel und -schuhe, Wäsche und Oberbekleidung, Heimtextilien, Arbeits- und Schutzbekleidung, aber auch Netze, die im Straßenbau oder in der Landwirtschaft eingesetzt werden. „Unser Prinzip lautet hier: ‚Vom Kunden her denken‘“, erklärt Christine Wolters, Vice President Corporate Communications, und präzisiert: „Im Showroom geben wir Inspirationen und zeigen Themengebiete für den Einsatz unserer Produkte. Es wird sichtbar, dass es um Qualität geht und nicht um Fast Fashion.“ Immer einen Schritt voraus Der Markt für Textilmaschinen sei ebenso schwierig und umkämpft wie der für Textilien. „Wir werden den Wettbewerb um die billigste Maschine nicht gewinnen. Wir glauben aber an den Wert von Texti- lien. Unser Ziel ist es daher, für unsere Kunden Lösungen mit Wert und entsprechendem Preis-Leistungs-Verhältnis zu schaffen“, sagt Wolters. „Innovative Entwicklungen sorgen dafür, Kunden einen Marktvorsprung zu verschaffen.“ 14 Beispiele laden nun im Textile Innovation Center zum Experimen- tieren ein. Wirkmaschinen, Kettvorbereitungsanlagen und Maschi- nen für technische Textilien der neuesten Generation stehen bereit, damit Kunden oder Partner an ihnen gemeinsam mit den Experten von Karl Mayer neue Lösungen finden, Ideen testen und marktorien- tierte Prototypen realisieren. Karl Mayer hat auch Standorte in Chemnitz und Selbitz sowie acht weitere in Europa, Asien und den USA. Das Textile Innovation Center in Obertshausen ist in ein globales Netzwerk eingebunden, zu dem weitere Zentren in China und Japan gehören. Jeder Standort hat seinen eigenen Schwerpunkt, ist weltweit eng vernetzt und gleichzei- tig auf regionale Stärken und Bedürfnisse abgestimmt. Gemeinsam bündeln sie die Expertise von rund 15 hochqualifizierten Spezialisten aus den Bereichen Materialien, Prozesse, Maschinentechnologie und textile Anwendungen. Birgit Arens www.karlmayer.com Im Showroom zeigt Christine Wolters Sportschuhe, deren Obermaterial auf einer Karl-Mayer- Maschine hergestellt wurde. Fo to s: Ar en s/ IH K An den Maschinen im Textile Innovation Center können Kundinnen und Kunden gemeinsam mit Karl-Mayer-Experten an Lösungen und Weiterentwicklungen arbeiten. 19Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Wie Arno Arnold seit über 160 Jahren Zukunft gestaltet Flexibilität als Erfolgsmodell Einst war das 1864 gegründete Unternehmen Arno Arnold für seine Bandoneons bekannt, deren Klang den Tango prägte. Heute steht der Name weltweit für innovative Schutzsysteme im Maschinenbau. Der charakteristische Faltenbalg des Musikinstruments ist geblieben, aber seine Funktion wurde neu gedacht. Anstatt Töne zu transportieren, schützt er heute hochpräzise Maschinen und sensible Technik genauso wie auch die an ihnen arbeitenden Menschen. Die Arno Arnold GmbH entwickelt und produziert flexible Schutzabdeckungen für Werkzeugmaschinen, Bearbeitungs- zentren sowie Anwendungen in der Automotive- und Medizin- technik. Die Systeme schützen Maschinen vor Spänen, Hitze, Schmutz oder Flüssigkeiten und Menschen zum Beispiel vor Verletzungen. Viele Lösungen entstehen individuell für den jeweiligen Kunden und kommen überall dort zum Einsatz, wo Erfindergeist, Dynamik und Zuverlässigkeit gefragt sind. „Unsere Produkte müssen unter extremen Bedingungen funk- tionieren, bei hohen Geschwindigkeiten, großer Hitze oder in engsten Bauräumen“, erklärt Simone Weinmann-Mang, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Wolf Matthias Mang die fünfte Generation des Familienunternehmens repräsentiert. Rund die Hälfte der in Obertshausen hergestellten Produkte geht heute ins europäische Ausland. Zwei Generationen gestalten einen fließenden Übergang im Traditionsunternehmen Arno Arnold GmbH in Obertshausen. V. l. n. r.: Simone Weinmann-Mang, Wolf Matthias Mang, Dr. Benedikt Himbert und Isabelle Mang. Fo to : A rn o Ar no ld 20 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Mit Innovationskraft in die Zukunft Die Geschichte von Arno Arnold ist geprägt von Veränderungsbereit- schaft. Als die Nachfrage nach Bandoneons zurückging, entwickelte sich das Unternehmen konsequent vom Musikinstrumentenbauer zum heutigen Spezialisten für flexiblen Maschinenschutz. Transfor- mation sozusagen zu leben, ist grundlegend für das Erfolgsmodell Arno Arnold. 2020 trat mit Isabelle Mang die nächste Generation in die Geschäfts- leitung ein. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Dr. Benedikt Himbert, Mitglied der IHK-Vollversammlung, gestaltet sie die Zukunft des Unternehmens. Auch international wächst Arno Arnold weiter. Mitten in der Corona- pandemie entstand 2022 ein neuer Standort in China. „Die Ent- wicklung dort ist sehr positiv. Wir genießen Vertrauen dank unserer hohen, europäischen Qualitätsstandards. Für Asien in China zu fertigen, bedeutet, durch kurze Transportwege nah am Kunden zu sein. Das trägt zur Nachhaltigkeit bei“, erklärt Dr. Benedikt Himbert. Mittelstand als Schnellboot „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit heraus- fordernd“, sagt Isabelle Mang. „Umso wichtiger ist unsere Fähigkeit, schnell und flexibel zu reagieren. Arno Arnold ist kein schwerfälliger Tanker, sondern wie ein Schnellboot agil, leistungsstark, zuverlässig.“ „Dabei verstehen wir uns bewusst als Familienunternehmen. Das gilt insbesondere für den Umgang mit den Mitarbeitenden. Viele junge Menschen lernen das Unternehmen bereits über Praktika, Ferien- jobs oder Ausbildungsplätze kennen“, berichtet sie. „Wir wollen weiterhin in Deutschland fertigen und langfristig Arbeits- plätze sichern“, sagt Weinmann-Mang und versichert: „Diese Ziele hat auch die junge Generation übernommen, und das ist gut so.“ www.arno-arnold.de Ihr Profil Sie verfügen über eine abgeschlossene Ausbil dung zum Medientechnologen Druckverarbei tung oder haben bereits Erfahrungen im Bereich industrieller buchbinderischer Verarbeitung ge sammelt und sind sicher im Schneiden, Falzen und Heften. Dabei wären Erfahrungen mit der Polar Schneide maschine, MBOFalzmaschinen und Heidelberg ST 450 Sammelhefter von Vor teil. Darüber hinaus arbeiten Sie gern im Team, sind schnell und genau. Zur Verstärkung unseres Teams suchen wir ab sofort einen Industriebuchbinder (d/m/w) Medientechnologe Druckweiterverarbeitung Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG Sontraer Straße 6 60386 Frankfurt am Main Telefon 0 69 /42 09 030 EMail bewerbung@zarbock.de www.zarbock.de Sie besitzen • einen hohen Qualitätsanspruch an sich und die Arbeit • Flexibilität und Belastbarkeit • Eigeninitiative und eine selbstständige Arbeitsweise • Ordnungssinn und ein Gefühl für Sauberkeit Interessiert? Dann freuen wir uns auf Ihre aussage kräftigen Bewerbungs unterlagen mit Angabe Ihrer Gehaltsvorstellung und Ihres frühestmöglichen Eintritttermins. Wir bieten • ein gutes Betriebsklima • eigenverantwortliche Mitarbeit in einem teamorientierten Arbeitsumfeld • einen sicheren Arbeitsplatz • Fort und Weiterbildungsmöglichkeiten • JobTicket und JobRad • attraktive Vergütung und gute Sozial leistungen (betriebliche Altersvorsorge etc.) • eine abwechslungsreiche Tätigkeit Wir sind ein erfolgreiches Druck unternehmen in Frankfurt. Mit rund 60 Mitarbeitern gehören wir zu den leistungs fähigsten Print dienstleistern im RheinMainGebiet. IHK-Magazin bestellen oder abbestellen Wer Mitglied in der IHK Offenbach am Main wird, erhält drei Printausgaben des IHK-Magazins Offenbacher Wirtschaft per Post. Eine kurze Nachricht per E-Mail mit Angabe des Unternehmensnamens und der Mitgliedsnummer (ID) genügt und das kostenlose Print-Abonnement wird fortgesetzt. Genauso einfach wird das Abonne- ment der gedruckten Ausgabe per E-Mail abbestellt. E-Mail: redaktion@offenbach.ihk.de Die Online-Ausgabe der Offenbacher Wirtschaft finden Sie unter www.offenbacher-wirtschaft.deNachrichten: Unternehmen werden digitaler, haben aber noch viel zu tun | Ratgeber: In Zeiten von KI im Internet sichtbar bleiben | Veranstaltungen: Jetzt vormerken! Offenbacher Dialog und IHK-Jahresempfang Klima. Krise. Chancen. 03 – 04 | 2026 Wirtschaftsfaktor Gesundheit Nachrichten: IHK-Geschäftsbericht 2025 – Rückblicke auf ein forderndes, ereignisreiches Jahr | Ratgeber: Widerrufs- button auf Websites wird Pflicht | Veranstaltungen: IHK-Jahresempfang mit Prof. Dr. Isabell Welpe 05– 06 | 2026 Autorin Birgit Arens 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de TITELTHEMA Reingeschaut beim Aromakünstler Fudge ist ein Karamell-Konfekt. Mal mit salziger Note, mal mit Gewürzen, Früchten, Nüssen oder Schokolade verfeinert. Von weicher Konsistenz und zart schmelzend. Thomas Niedermayer stellt viele Variationen der süßen Würfel in seiner Manufaktur Aromakünstler in Obertshausen her. Fudge besteht im Wesentlichen aus Zucker, Sahne oder Milch sowie Butter. Das lässt sich überall im Internet nachlesen. Ein Geheimnis ist allerdings, wie die Ingre- dienzien so verarbeitet werden, dass die kleinen Brocken ihre spezielle Cremigkeit erhalten, und wie weitere Zutaten diese in ganz besondere Geschmackserlebnisse verwandeln. Thomas Niedermayer kennt das Fudge- Geheimnis. Er hat lange experimentiert und reichlich Im Frühjahr und im Herbst kreiert Thomas Niedermayer jeweils eine neue Sorte Fudge. 22 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Im Frühjahr und im Herbst kreiert Thomas Niedermayer jeweils eine neue Sorte Fudge. Erfahrungen gesammelt. Deshalb weiß der Aroma- künstler, bei welchen Temperaturen die gewünschten Ergebnisse entstehen, wann die Masse gegossen werden sollte, wie sie sich gut schneiden lässt und nach welcher Ruhezeit das Konfekt am köstlichsten schmeckt. Von der Werkbank an die Marmorplatte „Ich bin ein Genussmensch“, sagt er von sich und erzählt, wie gerne er schon als Acht- oder Neunjähriger ein schö- nes Frühstück für seine Familie zubereitet hat und dass er damals Koch werden wollte. Später lernte er Bäcker und Konditor. „Die Arbeitszeiten sind natürlich schlecht“, erklärt er, warum er dann noch eine Ausbildung zum Maschinenschlosser gemacht hat und schließlich bei der Manroland AG in Offenbach angestellt war. 2011 ging das Unternehmen zum ersten Mal in die Insolvenz und Niedermayer landete in einer Auffanggesellschaft. „Für mich war klar: Jetzt will ich etwas Eigenes mit Süßwa- ren machen. Von Reisen in die USA und nach England kannte ich Fudge, aber nicht in der Qualität, wie ich sie heute anbiete“, versichert er. Er verwende Rohstoffe aus nachhaltigem Anbau, fairem Handel und oft aus der Region. Weder künstliche Aromen oder Zusatzstoffe noch Palmöl oder Gluten kommen in seine Produkte. Es folgte eine Zeit der Vorbereitung. „Ich habe ein Grün- dungsstudium absolviert. Dann habe ich nach Räumlich- keiten gesucht, diese hier gefunden und vom Gesund- heitsamt bestätigen lassen, dass sie geeignet sind“, erinnert er sich. Er besorgte sich eine Marmorplatte und Kupfertöpfe. Nach ausgiebigem Testen entstand „Salty Fudge No. 1“. 2015 gründete er im Nebenerwerb seine Ein-Mann-Manufaktur Aromakünstler. Heute unterstüt- zen ihn Aushilfen und, wenn besonders viel zu tun ist, die Familie. Süße Unternehmensgrüße „Eine Vision, was aus dem Geschäft werden sollte, hatte ich nicht. Ich habe einfach angefangen und geschaut, ob es läuft. Eine gute Vertrieblerin hat meine Produkte in Feinkostläden in ganz Deutschland platziert“, berichtet er. Auch Hessen-Shops im ganzen Bundesland verkaufen das Konfekt aus Obertshausen. Dort punkten Sorten wie Hessen Fudge (mit Walnüssen, Apfelstückchen und Zit- ronenpfeffer), Grie Se7ven Fudge für Freunde der Grünen Soße oder Frankfurter Kranz Fudge. In seinem Online-Shop präsentiert und verkauft Nieder- mayer das gesamte Spektrum seiner Kreationen, das er inzwischen um Karamellcremes erweitert hat. Wichtig ist für ihn darüber hinaus die Kooperation mit Unterneh- men. „Als Firmengeschenk wird das Fudge an Kunden, Partner oder Mitarbeiter überreicht. Die Verpackung kann individuell gestaltet werden. Das sind dann zum Beispiel schöne Weihnachtspräsente mit regionalem Bezug. Für manche Unternehmen habe ich sogar eigene Sorten entwickelt“, sagt er. Beliebt seien auch die Teamworkshops in der Manufak- tur. Mit bis zu zehn Teilnehmerinnen oder Teilnehmern geht es dabei um die Fudge-Herstellung, Gewürz- oder Nusskunde. In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat Thomas Niedermayer bescheidene Erwartungen: „Die Stimmung ist schlecht und Fudge ist kein Grundnahrungsmittel. Im Moment möchte ich das Geschäft so halten, wie es ist. Ich überlege, den Online-Verkauf zu verstärken. Außer- dem kann ich mir vorstellen, Märkte im nahen Ausland zu testen. In Belgien, Holland und Frankreich weiß man hochwertiges Konfekt zu schätzen.“ Wovon er nichts hält, ist eine Zuckersteuer. Stattdessen rät er: „Die Menschen sollen gute Qualität in Maßen genießen.“ Birgit Arens www.aromakuenstler.de Fo to s: Ar om ak ün st le r Viele köstliche Fudge-Sorten hat „Aromakünstler“ Thomas Niedermayer schon kreiert. 23Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Obertshausen ist immer noch eine Lederwarenstadt Zwischen Werkstatt und Weltmarkt Bis ins späte 20. Jahrhundert hinein war die Region Offenbach berühmt für ihre Lederwaren, und in Obertshau- sen gab es besonders viele Unternehmen aus der Branche. Einige von ihnen sind bis heute erfolgreich tätig. Kleine, feine Manufakturen und global agierende Mittelständler setzen die lange Tradition der Verarbeitung des Naturpro- dukts Leder erfolgreich fort. Drei Beispiele stehen stellvertretend für ganz unterschied- liche Unternehmen, die sich mit ihren jewei- ligen Geschäftsmodellen weiter am Markt behaupten. „Keine Kompromisse“ „Unsere Produkte zeichnet aus, dass wir bei der Qualität der verwendeten Leder und unserem Handwerk keine Kompromisse ein- gehen“, versichert Bernd Kreis. Sein Vater hat die Kreis Ledermanufaktur 1963 gegründet. Wenn er über die Erzeugnisse spricht, die allesamt in der eigenen Werkstatt in Hausen gefertigt werden, gerät er ins Schwärmen: „Grubengegerbte Reitsportleder vom Rind als Innenleder für Gürtel. Extrem strapazierbares, hauchdünnes Känguruleder anstelle von Synthetikgewebe als Zwischenwändchen von Kartenfächern im Portemonnaie. Gereckte Lederrundschnüre aus Vollleder als Einlage von gerollten Griffen für Reisetaschen, Akten- taschengriffe aus zwölf Lagen Voll-Leder, von Hand genäht und mit Anilinfarben gebeiz- ten, wachspolierten Kanten. Ungefütterte Portemonnaies aus Pferdeleder, die für einen besonderen Look und eine extreme Lebens- dauer außen an Vorder- und Rückseite nur eine Naht zeigen.“ Zehn Menschen beschäftigt das Unterneh- men, das die zentrale Lage in der Metro- polregion schätzt. Denn viele Kundinnen und Kunden wollen die ungewöhnliche Atmosphäre der Manufaktur erleben, lassen sich dort beraten oder suchen vor Ort die passende Lederhaut für einen individuellen Auftrag aus, berichtet der Inhaber. Andere werden im Online-Shop des Unternehmens fündig. www.kreis-ledermanufaktur.de Tradition und neue Wege 2028 wird die Picard Lederwaren GmbH 100 Jahre alt. Die fünfte Generation leitet heute das Unternehmen und beschäftigt rund 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Was uns ausmacht, ist die Verbindung aus Tradition und Weiterentwicklung. Wir haben das Fein- täschner-Handwerk noch im eigenen Haus und wissen bis heute, wie man eine Tasche von Grund auf entwickelt und fertigt. Dieses Wissen ist in Deutschland inzwischen sehr selten. Teil davon ist unser Reparaturservice. Für uns endet die Verantwortung nicht mit dem Verkauf einer Tasche“, erklärt Geschäfts- führer Martin Picard. Fo to : K re is Le de rm an uf ak tu r Außergewöhnliche Leder und Verarbeitungsweisen sind typisch für die Kreis Ledermanufaktur. 24 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Die Nähe zu Frankfurt und die gute Anbin- dung sei definitiv ein Vorteil. „Gleichzeitig ist Obertshausen etwas entspannter als die großen Metropolregionen – das passt gut zu uns als mittelständisches Familienunterneh- men“, erklärt er. Mit seinem Team arbeite er daran, die Kern- disziplinen Produkt, Marke und Vertrieb weiter zu stärken und das Unternehmen strategisch modern weiterzuentwickeln. Dabei liege ein besonderer Fokus auf einem stärkeren „Online first“-Denken – also darauf, Marke, Vertrieb und Kundenerlebnis digital noch konsequenter zu denken und umzuset- zen. „Der Anspruch bleibt unverändert, hoch- wertige Produkte mit Substanz zu entwickeln, die Menschen lange begleiten“, sagt Picard. www.picard-fashion.com Nachhaltig gedacht, bewusst gefertigt Auch die Harold’s Lederwaren GmbH, die sieben Mitarbeiter hat, ist ein Familienbe- trieb mit langer Geschichte. Ihr Name steht seit fast acht Jahrzehnten für hochwertige, langlebige Taschen. Harold’s Taschen ent- stehen aus robusten Qualitätsledern, die als Nebenprodukte der Nahrungsmittelherstel- lung anfallen. „Unsere Leder sind in allen Serien zu 100 Pro- zent pflanzlich gegerbt. Eine Tasche ist für uns nachhaltig, wenn sie langlebig ist und ihrem Träger viele Jahre Freude bereitet. Um dies zu erreichen, arbeiten wir intensiv an der Langle- bigkeit der Materialien, der Qualität des Hand- werks und an der Zeitlosigkeit unserer Designs. Je länger und intensiver unsere Produkte genutzt werden, desto besser ist ihre Ökobilanz – ein Ergebnis, das unsere Kunden zu schätzen wissen. Wir bieten in Obertshausen auch einen Reparaturservice an, um den Lebenszyklus der Taschen zu verlängern“, erklärt Geschäftsführer und Designer Thilo Schmelz. Er berichtet: „Das Design und die Entwicklung unserer Produkte sowie die Herstellung ausgesuchter Linien erfolgen in unserer Manufaktur in Oberts- hausen. Unsere Erfahrungen mit naturbelas- senen Ledern und unser Know-how teilen wir außerdem mit unseren langjährigen Partnern in Indien und Kolumbien.“ Birgit Arens www.harolds-bags.com Das Leder brachte den Wohlstand Der Heimat- und Geschichtsverein Obertshausen e. V. würdigt die Bedeu- tung der Lederwarenbranche für die Stadt und zeigt in seinen Ausstellungs- räumen im Karl-Mayer-Haus eine typische Heimarbeiter-Werkstatt eines Portefeuiller mit den Arbeitsplätzen eines Zuschneiders und Feintäschners. Außer- dem sind Werkzeuge, Dokumente und weitere Exponate zur Lederherstellung und -bearbeitung zu sehen. www.hgv-obertshausen.de Fo to : P ic ar d Le de rw ar en G m bH & C o. K G Fo to : H ar ol d’ s L ed er w ar en G m bH Martin Picard baut auf traditionelle Fertigkeiten und Erfahrung. Gleichzeitig entwickeln er und sein Team das Unterneh- men strategisch weiter. Mit pflanzlich gegerbten Ledern und Taschen mit langen Lebenszyklen erreicht die Harold‘s Lederwaren GmbH anspruchs- volle Nachhaltigkeitsziele. 25Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Handel in Obertshausen Reichlich Auswahl für unterschiedliche Ansprüche Frische, Freundlichkeit und eine zufriedene Kundschaft Obertshausen verfügt über eine gute Nahversorgung. Frank Deckenbach trägt wesentlich dazu bei. Er ist Inhaber von zwei EDEKA-Vollsortimentern in der Stadt. Im Einkaufszentrum in der Königsberger Straße wird im Frühjahr 2026 noch renoviert. Handwerker montieren Beleuchtungsele- mente. Der Bodenbelag im Mittelgang der Mall wurde schon ausgetauscht. Deutlich hel- lere Fliesen zeigen, wo der neue EDEKA-Markt beginnt. „Hier gab es seit 30 oder 40 Jahren Lebensmittel. Dann war der Markt ab dem 1. Mai 2025 neun Monate lang geschlossen, wurde kernsaniert und modernisiert“, berich- tet Inhaber Frank Deckenbach. Auf einer Fläche von 2.350 Quadratmetern haben nicht nur der Vollsortimenter mit Bedientheken für Fleisch, Wurst, Fisch und Käse Platz, sondern auch ein Bäckerei-Café. EDEKA habe ihm bei Ausstattung, Einrichtung und Sortiment weitgehend freie Hand gelas- sen. „Ein Plus ist, dass wir hier eine große Tiefkühlabteilung einrichten konnten“, erklärt der Inhaber. Im Eingangsbereich präsentiert er frisches Obst und Gemüse, rund ein Drittel davon aus der Region. „Richtig viel Landwirt- schaft gibt es hier nicht. Sonst würde ich mehr anbieten“, sagt er. Dafür wartet er mit anderen regionalen Erzeugnissen auf: Gorilla-Kaffee der Rösterei Joerges in Hausen oder Gewürze von Edora aus Kleinostheim. Zu jeder Waren- gruppe umfasst das Sortiment Produkte von Preiseinstieg bis Premium sowie unterschied- lich zertifizierte Bio-Lebensmittel. Versorger und Arbeitgeber Deckenbach entstammt einer Einzelhandels- familie. Mit Ausbildung und BWL-Studium hat er sich auf seine Karriere vorbereitet und Füh- rungserfahrung bei Lebensmittelkonzernen gesammelt. Die Selbstständigkeit war immer sein Wunsch. 2015 übernahm er den ersten Markt in der Malteser Straße in Obertshausen. Im Oktober 2025 eröffnete er den zweiten im Einkaufszentrum. An beiden Standorten hat er für das operative Geschäft Marktleiter eingesetzt. „Die Kundschaft in den Märkten ist unterschiedlich. In der Königsberger Straße haben wir jeden Tag hunderte von Schülern sowie schwerpunktmäßig Kunden aus Hau- sen, Lämmerspiel und Bieber. In der Malteser Straße kommen die Kunden aus Obertshau- sen und aus Rembrücken“, berichtet er. Insgesamt beschäftigt der Kaufmann rund 150 Menschen, darunter Teilzeitkräfte und zirka 20 Minijobber. Frauen machen etwa 80 Prozent des Teams aus. „Die Mitarbeiterin- nen und Mitarbeiter sind uns sehr verbunden. Zehn von ihnen sind seit dem ersten Tag da. Hier sind viele Nationalitäten vertreten“, berichtet er. „Ich habe jedes Vorstellungs- gespräch geführt und pflege den Kontakt, gerade zu den Nachwuchskräften. Das hält mich jung und sie machen mich auf Trends aufmerksam“, sagt er. Sehr wichtig sei es ihm auszubilden. Im Herbst 2025 wurden er und einer seiner Azubis bei der IHK-Bestenehrung ausgezeichnet. „Aus solchen Azubis werden gute eigene Leute“, ist er überzeugt. Sein Wis- sen und seine Erfahrung bringt er auch in die IHK-Vollversammlung und den IHK-Experten- rat Fachkräftesicherung und -gewinnung ein. Regional verwurzelt „Ich bin ein Obertshäuser Kind“, sagt Frank Deckenbach. Für seine Heimatstadt enga- giert er sich ehrenamtlich im Vorstand des Stadtmarketing Obertshausen e. V. und er unterstützt die Vereine und karitative Veran- staltungen. „In unserer freundlichen Kleinstadt will ich diese beiden Märkte voranbringen und immer ein ordentliches Niveau, Frische in allen Bereichen, Freundlichkeit, Sauberkeit und gute Verfügbarkeit garantieren“, formuliert er seine geschäftlichen Ziele und ergänzt einen Wunsch: „Wenn ich zum ‚AfterWorkEvent‘ des Stadtmarketings gehe, möchte ich zufriedene Kundinnen und Kunden treffen.“ Birgit Arens www.edeka-deckenbach-obertshausen.deFrank Deckenbach hat seine beruflichen Pläne in Obertshausen verwirklicht und ist ein engagierter Akteur im Geschäfts- und Gesellschaftsleben seiner Heimatstadt. Fo to : A re ns /IH K 26 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Nowalala bringt seit 20 Jahren Bewegung ins Leben Der menschliche Kontakt zählt mehr als ein Online-Schnäppchen Muss der stationäre Einzelhandel vor dem Internet kapitulieren? Nein – beweist das auf Laufen, Walken, Freizeit und Gesundheit spezialisierte Fachgeschäft Nowalala. Auf der blauen Bahn mitten im Nowalala-Ver- kaufsraum testet ein Kunde ein Paar Schuhe. Zuvor hat ein Mitarbeiter lange mit dem etwa 25-Jährigen gesprochen und dann mehrere Kartons hergebracht. Jetzt beobachtet er, wie der Läufer die Füße aufsetzt, und wartet auf dessen Rückmeldungen. „Wir hören zu, nehmen uns Zeit, haben Erfah- rung. Alter, Gewicht, Körperbau und Laufstil spielen eine Rolle. Das Internet kann das nicht abbilden“, sagt Inhaberin Sabine Hill. „Viele suchen hier Rat. Manche haben Beschwer- den, andere trainieren für den nächsten Wett- kampf. Aber bei uns finden auch Gassigänger stabile, wasserfeste Schuhe.“ Fokus auf Fußgesundheit „Laufen und Fußgesundheit beginnen beim richtigen Schuh“, ist sie überzeugt. Nowalala führt Modelle von Größe 35 bis 52 in allen Weitensystemen. „Unsere Stammkunden kommen aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet und weit darüber hinaus“, sagt sie. Zur Aus- stattung des Geschäfts gehört ein Fußscanner. Anhand seiner Aufnahmen können dyna- mische Einlagen geformt werden. Ärzte und Podologen sind Kooperationspartner. Nowalala gehört zu den „Running Experts“ von Sport 2000, einem Netz- werk spezialisierter Händler mit enger Verbindung zu Markenherstellern. Zweimal im Jahr bildet sich Hill dort zu Themen wie Orthopädie, Materia- lien oder Trends fort. „Wir haben eine klare Ausrichtung und bleiben am Ball. Der Markt ist in Bewegung. Fach- wissen und Beratungskompetenz sind entscheidend“, sagt sie. Auch eine durchdachte Auswahl an Beklei- dung, Sportuhren, Trinksystemen, Nahrungsergänzungen und Faszien- geräten gehört zum Sortiment. Der Laden wird weiterlaufen Dieses Jahr feiert Nowalala sein 20-jähriges Bestehen. 2018 fand der Umzug von Offenbach-Bieber an den heutigen Standort statt. „Wir brauchten Platz und bessere Park- gelegenheiten“, sagt die in Oberts- hausen aufgewachsene Inhaberin. Jetzt gibt es neben dem großzügigen Laden ein geräumiges Lager, einen Büro- und Mit- arbeiterbereich mit Duschbad, einen Raum für Radbiometrie und Leistungsdiagnostik sowie einen für Gymnastikkurse. „Die Kunden parken vor dem Haus und genießen die ent- spannte Atmosphäre. Das ist angenehmer, als in einer überfüllten Innenstadt einzukaufen“, hört sie oft. „In Obertshausen arbeiten Stadt und Geschäftswelt engagiert zusammen. Die O-Card ist eine gute Sache, müsste aber aktiver eingesetzt werden“, regt sie ebenso an wie einheitliche Öffnungszeiten und mehr Park- plätze: „Man kann die Autos nicht wegzaubern. Kleine, offene Parkdecks wie in Seligenstadt oder Rodgau sind gute Lösungen für Gäste und Anwohner.“ Sie sorgt sich, wenn Läden zu Woh- nungen werden. „Der Einzelhandel bereichert und verschönert die Innenstadt“, plädiert sie für den Erhalt der Geschäfte. Alle, die zum Nowalala-Team gehören, laufen ambitioniert. Die Chefin ist sogar Ironman- Finisherin. Jetzt steuern sie fit aufs Renten- alter zu. „Unser Jüngster ist 56“, scherzt die Chefin. Sie hat den Generationswechsel vor- bereitet: „2027 rückt ein junges Team nach. Wir werden eine Kombination aus Erfahrenen und Jungen bilden. Ich bleibe vorerst im Unternehmen, aber vielleicht schreibe ich bald Bücher oder helfe Unternehmen ihre Mit- arbeiter zu motivieren“, verrät sie neue Ziele, die sie verlocken. Birgit Arens www.nowalala.de „Das, was man tut, muss man gerne tun“, sagt Sabine Hill (M.) und ist sicher, dass es bei ihrem Team so ist. Fo to : H ill Der passende Schuh und eine fundierte Beratung sind ausschlaggebend für die Fußgesundheit und den Spaß am Bewegen, steht für Inhaberin Sabine Hill fest. Fo to : A re ns /IH K 27Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Wohlfühlmomente für jede Kundin Ein Leben für die Mode Seit mehr als einem Vierteljahrhundert prägt Sylvie Vidak die Modelandschaft in Obertshausen. Was mit einem Kinderladen begann, ist heute ein kleines, feines Boutique-Universum mit treuer Kundschaft und klarer Handschrift. „2000 bin ich mit meinem Kinderladen Chaboo in der Beethovenstraße gestartet. 2009 folgte die Boutique Anamori Woman im Kapellenhof“, erzählt Sylvie Vidak. 2012 zog auch Chaboo in den Kapellenhof. In der Beethovenstraße eröffnete sie im selben Jahr die Boutique P3. Den Kinderladen gab sie nach 18 Jahren auf und richtete ihren Fokus ganz auf Damenbekleidung aus. 2014 folgte das zweite Anamori Woman in der Altstadt von Oberursel. Den beiden Boutiquen in Obertshausen hat die Geschäftsfrau so unterschiedliche Profile gegeben, dass sie sich gut ergänzen: „Anamori ist auf Premiummarken spezialisiert. P 3 ist lässiger und pfiffiger“, sagt sie. Sylvie Vidak ist ausgebildete Schnitt- und Ent- wurfsdirektrice und Schneidermeisterin. Zehn Jahre lang hat sie in der Kollektionsentwick- lung gearbeitet. Ihre Fachkenntnisse und ihre Kreativität zeigen sich in ihren Kollektionen, für die sie vor allem auf großen Modemes- sen in Düsseldorf, Mailand oder Amsterdam ordert. Neben Bekleidung führt sie aus- gesuchte Accessoires wie Schuhe, Taschen, Schmuck, Haarschmuck und Tücher. Einkaufen als Erlebnis Ihre Standortentscheidungen fällte sie nach einer klaren Philosophie: keine 1A-, sondern bewusst gewählte 1B-Lagen. „Meine Kun- dinnen bewegen sich nicht in den Hauptein- kaufsstraßen. Sie wünschen sich intensive Beratung“, berichtet sie. In jeder Boutique stehen eine Kaffeemaschine und gekühlte Getränke bereit – von Wasser bis Crémant. „Alle Kundinnen werden gleichbehandelt. Jede soll den Besuch wie ein Event oder eine Party erleben und nicht nur mit einem neuen Outfit, sondern mit einem guten Gefühl hinausgehen“, beschreibt sie ihren Anspruch, den ihr Team teilt. Aktuell unterstützen sie ihr Ehemann und zehn Mitarbeiterinnen. „Manche arbeiten seit 20 Jahren bei mir. Natürlich gibt es Wechsel, aber ich kann mich auf meine Mädels verlas- sen“, ist sie sicher. Wie ein zusätzlicher Laden Vor dem ersten Pandemie-Lockdown 2020 überlegte Sylvie Vidak mit ihren Kindern, was sie auf die Beine stellen könnten. „Wir haben uns für WhatsApp Business entschieden. In meinem Status habe ich täglich Fotos und Videos gepostet und so Mode bei geschlos- senen Läden erlebbar gemacht. WhatsApp wurde wie ein zusätzlicher Laden: Die Kundin- nen haben sich meinen Status angesehen, im Chat nach einem Kleid in ihrer Größe gefragt, und es dann abgeholt“, erzählt sie. Nach Corona stellte sie den Service ein. Doch die Kundinnen vermissten ihn und so glüht der direkte Draht über WhatsApp und Insta- gram bis heute. Mit einem speziellen Kärtchen weist sie darauf in den Boutiquen oder bei den Events des Stadtmarketings, an denen sie sich beteiligt, hin. „In Social Media ist meine Jahrespraktikantin sehr fit und sie kann gut mit KI umgehen“, berichtet sie. Überhaupt habe die junge Frau bei ihr die Modebran- che für sich entdeckt und starte im Sommer ihre Ausbildung. „Eigentlich wollte ich nicht mehr ausbilden. Doch meine Praktikantin ist engagiert, die Kundinnen lieben sie und ich könnte mir vorstellen, dass sie mehr Verant- wortung übernimmt“, sagt Sylvie Vidak. In fünf, sechs Jahren wolle sie kürzertreten. Aber sie ergänzt: „Noch bin ich gedanklich immer bei der Mode. Das ist eigentlich keine Arbeit, das ist mein Leben.“ Birgit Arens www.anamori-woman.com www.pdrei-modelust.com Für ihre Posts schlüpft Sylvie Vidak auch selbst in die Rolle des Models. Im Wohlfühlambiente finden die Kundinnen ein neues Outfit und tanken gute Laune. Fo to s: Vi da k 28 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Vertrauen ist Gold wert Familienschätze in guten Händen Seit mehr als 20 Jahren ist das Goldhaus Obertshausen eine bekannte Adresse in der Region für den Ankauf und die Bewertung von Edelmetallen, Schmuck, Uhren, Münzen und anderen Wertgegenständen. Die Geschäftsidee entstand aus einem privaten Interesse, das Holger Honig über viele Jahre hinweg begleitet hat. Dank Schulungen und Erfahrung kann er besondere Expertise vorweisen. „Ich liebe meinen abwechslungsreichen Beruf“, sagt Holger Honig, der früher im Vertrieb gearbeitet hat. „Jeden Tag kommen neue Kunden. Meist vereinbaren wir vorher einen Termin. Ich nehme mir Zeit und höre mir häufig Geschichten zu den Stücken an. Die Anliegen reichen von einzelnen Schmuck- stücken bis hin zur Begleitung ganzer Nach- lässe.“ 2025 ist das Geschäft in den Pavillon vor der Herz-Jesu-Kirche umgezogen, zu dem eigene Parkplätze gehören. „Die Kirche hat die frühere Bücherei komplett renoviert. Bei der Eröffnung hat der Pfarrer unseren Laden sogar geweiht“, berichtet er. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Verena Honig, die mit ihm zusammenarbeitet, hat er die hellen Räum- lichkeiten mit den großen Schaufenstern geschmackvoll gestaltet. Für Kundengesprä- che steht ein vor Einblicken geschütztes Büro zur Verfügung. Wissen, Seriosität und Empathie Dort zeigt das Ehepaar das moderne Röntgenfluoreszenz-Analysegerät, das bei Bedarf zusätzliche Sicherheit bei der Bewertung bietet. „Die Messung erfolgt zer- störungsfrei, ohne Abrieb. So lassen sich die enthaltenen Edelmetalle präzise bestim- men“, erklärt Honig. Er hat viel Erfahrung gesammelt und weiß, wie er eine echte Mar- kenuhr von einer Fälschung unterscheidet. Durch Aus- und Weiterbildungen hat er sein Fachwissen vertieft. In Idar-Oberstein legte er unter anderem Prüfungen zu Diamanten sowie Perlen und anderen organischen Materialien ab. Neben Erfahrung und moderner Technik spielt für ihn der persönliche Kontakt eine zentrale Rolle. Deshalb zeigt er sich in Anzei- gen bewusst selbst – damit Kunden gleich wissen, wer sie vor Ort berät und die Bewer- tung vornimmt. „Vertrauen und Transparenz sind uns wichtig. Unsere Kunden sollen nachvollziehen können, wie eine Bewertung zustande kommt, und sich bei uns gut auf- gehoben fühlen“, sagt Verena Honig. „Wer sich an uns wendet, tut das nicht immer aus finanziellen Gründen. Oft finden Schmuck- oder Erbstücke innerhalb der Familie keinen Platz mehr. Es geht nicht nur um Werte, sondern häufig auch um persönliche Erin- nerungen und sensible Situationen“, erklärt ihr Mann. Bei jedem Ankauf sind die Vorlage eines Aus- weises und eine sorgfältige Dokumentation im Goldhaus selbstverständlich. Die Auszah- lung erfolgt je nach Wunsch in bar oder per Echtzeitüberweisung. Standort ist ideal In Obertshausen fühlt sich das Familienunter- nehmen am richtigen Platz. „Hier gibt es ein freundliches Miteinander und dank der guten Verkehrsanbindung sind auch Menschen aus Frankfurt oder Aschaffenburg schnell hier“, lobt der Inhaber die Stadt. Das Engagement des Stadtmarketings begrüßen die Eheleute ausdrücklich und unterstützen dessen Aktionen immer wieder im Rahmen ihrer Möglichkeiten. „Rabattaktio- nen passen nicht wirklich zu unserer Branche und unsere Sicherheitsvorkehrungen setzen gewisse Grenzen. Umso mehr freuen wir uns, uns beispielsweise mit gespendeten Preisen oder Verlosungen für unsere Kundinnen und Kunden an Aktionen zu beteiligen“, berichtet Verena Honig. Birgit Arens www.goldhaus-obertshausen.de Verena und Holger Honig verbinden Erfahrung, moderne Technik und persönliche Beratung – gelegentlich inklusive freund- licher Begrüßung durch den Familienhund. Fo to : A re ns /IH K 29Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Monte Mare Obertshausen Urlaub für einen Tag Das monte mare Obertshausen ist heute schon ein Ort, an dem man zwischen Wasser und Wellness richtig gut abschalten kann. Im Freizeit- und Erlebnisbad gelingt der Tapetenwechsel ohne gleich die Koffer zu packen. Mit dem Neubau des neuen 50-Meter-Schwimmbeckens im Außenbereich soll die Anlage planmäßig ab 2027 in eine neue Liga aufsteigen: mehr Platz, mehr Sommererleb- nis, mehr Möglichkeiten – für Familien, Freizeitschwimmer, Vereine und Schulen zugleich. Im monte mare in Obertshausen geht es um mehr als Bahnenziehen – es geht um Freude, Freizeit und Entspannung. Genau dieses Gefühl entstand bei der Besichtigung mit Betriebs- leiter Carsten Kuczewski, der mich Schritt für Schritt durch die Anlage führte. Das Bad gehört der Stadt Obertshausen. Eigentümerin der Immobilie und des Grundstücks ist die städti- sche Grundstücksgesellschaft. Betrieben wird das Freizeit- und Wellnessbad von dem rhein- land-pfälzischen Unternehmen monte mare. Wellnessoase im Stile Afrikas Startpunkt war ein echtes Statement: der Sauna- und Wellnessbereich im Stile Afrikas. Warme Erdtöne, gedämpftes Licht und eine Gestaltung, die an die Weite und Ruhe des Kontinents erinnert, schaffen eine Atmo- sphäre, die sofort entschleunigt. Kuczewski erklärte dabei, wie viel Detailarbeit hinter den Kulissen steckt – von der passenden Material- wahl bis zum Zusammenspiel aus Hitze, Luft- feuchtigkeit und gastronomischem Angebot, damit Wellness nicht nur schön aussieht, sondern sich auch rundum stimmig anfühlt. Ein lustiges Highlight, das es wahrscheinlich nur in Hessen gibt, ist die sogenannte Babbel- sauna. Ein gemütliches Holzhäuschen zum Saunieren für besonders redselige Gäste. Spaß und Action für Familien Von dort aus ging es weiter in die abwechs- lungsreiche Wasserwelt mit Wellenbad, Strö- mungskanal und verschiedenen Rutschen für Spaß und Action. Ergänzt wird das Ganze durch Becken und Whirlpools, die sowohl Erholung als auch Unterhaltung für die ganze Familie versprechen. Das gastronomische Angebot ist ebenfalls recht vielseitig. Es reicht von typischen Schwimmbad-Snacks wie Pommes, Pizza, Nuggets in der Wasserwelt bis zum echten Restaurantbetrieb mit saisonal frischen Gerichten im Saunabereich. Neubau im Außenbereich Besonders spannend wurde es beim Thema Zukunft: der Bau des neuen Schwimmbe- ckens im Außenbereich und die Erneuerung der kompletten Fensterfront innen. Zwischen Baustellenbetrieb und frischen Strukturen war spürbar, dass hier nicht einfach erweitert, sondern gezielt weiterentwickelt wird. Das neue Becken soll mehr Raum für sportliches Schwimmen, Kurse und entspannte Wasser- zeiten schaffen – ein Plus für Familien ebenso wie für alle, die regelmäßig trainieren. Am Ende der Führung entstand ein Eindruck, der nachwirkt: Das monte mare bleibt in Bewegung – mit neuen Ideen, handwerklicher Sorgfalt und einem klaren Ziel vor Augen: Erholung, die sich zeitgemäß anfühlt. www.monte-mare.de/obertshausen Betriebsleiter Carsten Kuczewski vor der beliebten Bab- belsauna. Rutschen, schwimmen, schlemmen – Maximilian und Ronja Schaab haben monte mare Obertshausen für sich entdeckt. Spaß und Action für die ganze Familie verspricht die abwechslungsreiche Wasserwelt mit Wellenbad, Strömungskanal und verschiedenen Rutschen. Autorin Viktoria Schaab 069 8207-403 schaab@offenbach.ihk.de Leben und genießen 30 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Frischer Wind im Hotel Hausen Şehmus Kepçeli übernimmt die Geschäftsführung Das Hotel Hausen in Obertshausen hat sich in den vergangenen Jahren als verlässliche Adresse für Geschäftsreisende, Messegäste und Touristen im Rhein-Main-Gebiet etabliert. Seit über drei Monaten steht mit Şehmus Kepçeli ein neuer Geschäftsführer an der Spitze – und setzt auf klare Abläufe, herzlichen Service und eine konsequente Ausrichtung auf die Bedürfnisse moderner Reisender. In unmittelbarer Nähe zu Frankfurt am Main, Messe und Flughafen, liegt das Hotel prak- tisch und ruhig im Mischgewerbegebiet. Das Haus, früher als „Hotel Main“ bekannt, firmiert heute als Hotel Hausen und bietet insgesamt 63 Zimmer mit 160 Betten. Die Zimmer sind modern und komfortabel eingerichtet und eignen sich für kurze wie längere Aufenthalte. Das Personal ist mehrsprachig, die Rezeption 24 Stunden besetzt. Zimmer mit Küchenzeile „Morgens startet der Tag mit einem reichhal- tigen Frühstücksbuffet“, erzählt der erfahrene Hotelfachmann aus Istanbul. „Wer länger bleibt, kann ein Zimmer mit integrierter Küchenzeile buchen. So ist man frei und kann sich auch zwischendurch tagsüber etwas kochen. WLAN sowie zahlreiche Parkmöglich- keiten auf dem Gelände stehen allen Gästen selbstverständlich kostenfrei zur Verfügung.“ Eventräume und Shuttle-Service Auch als Treffpunkt für kleinere Veranstaltun- gen ist das Hotel Hausen gut aufgestellt. Auf vier Etagen – bequem und barrierefrei per Aufzug erreichbar – stehen flexible Mehr- zweckräume bereit, die sich für Meetings, Schulungen oder Feiern im überschaubaren Rahmen eignen. „Modernes Equipment, Lap- tops, Beamer, Whiteboards haben wir auch. So können ganze Teams bei uns unterkom- men und Schulungen und Seminare direkt im Haus abhalten“, versichert Kepçeli. Ergänzend sorgt je nach Bedarf ein Shuttle Service sowie Transferangebot für stressfreie Wege, etwa in Richtung Frankfurter City, Flughafen oder Messe. Viktoria Schaab www.hotelhausen.deŞehmus Kepçeli ist der neue Geschäftsführer im Hotel Hausen. 31Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA „Zum Nachtwächter“ in Obertshausen Tradition trifft auf saisonale Genussküche Wer das Herz von Obertshausen entdecken will, findet in der Fünfhäusergasse ein Haus, das Geschichte atmet: Das Wirtshaus & die Weinstube „Zum Nachtwächter“ verbindet uriges Fachwerk-Flair mit zeitgenössischer, saisonaler Küche. Umringt von Weinreben, viel Holz und Kopfsteinpflaster, sitzt man hier in gemütlicher Atmosphäre bis in den Feierabend hinein. Inhaber und Gastronom Markus Schmid führt den Betrieb seit 2021 in zweiter Generation. Kulinarisch setzt der Nachtwächter auf hes- sische Wurzeln mit Raffinesse: Eine bewusst übersichtliche Karte, saisonal gedacht und mit regionalen Produkten umgesetzt, inter- pretiert Klassiker modern und lädt mit über- raschenden Kombinationen zum Probieren ein. „Wir arbeiten ausschließlich mit dem Metzger, Bäcker, Biobauer aus der Region“, betont der Gastronom. Hier ist alles garan- tiert handverlesen und handgemacht, von der Speisekarte, die der Vater Horst Schmid mit Aquarell und Pinsel selbst gestaltet, bis zur Serviette mit Nachtwächtermotiv – regio- nal gedruckt bei der Manufaktur Pergano aus Obertshausen. Das Team kommt zuerst Überraschend, aber mit Bedacht stehe das Team stets an erster Stelle, erklärt der Gastwirt: „Geht es meinen Mitarbeitern gut, dann löst das eine Kettenreaktion aus. Das gute Gefühl spiegelt sich in den Speisen, im Service und in der Atmosphäre wider. Der Kunde fühlt sich wohl, isst lecker und kommt immer wieder“, so das Rezept. Das Restau- rant erstreckt sich über zwei Stockwerke mit rund 20 Plätzen im Erdgeschoss, zusätz- lichen Plätzen an der Theke und etwa 50 im Obergeschoss. Im Sommer wird der Innenhof zum Biergarten mit bis zu 110 Sitzplätzen. Essen für Schulen, Kitas und Altenheime Ein zweites Standbein hat sich der Gastronom ebenfalls aufge- baut. Mittlerweile versorgt sein Team zehn Kitas, drei Schulen und drei Altenheime mit selbst- gemachten Speisen aus der Region, weitere sollen nach dem Umbau der Küche dazu- kommen. Entstanden ist die Idee aus einer Not: „In der Kita meines Sohnes ist der Caterer ausgefallen“, erzählt Schmid. „Da sind wir mit meinem Team notgedrungen eingesprungen.“ Das sprach sich herum und nun könne er sich vor Angeboten kaum noch retten. „Es passte auch hervorragend in unser neues Konzept. Eine Köchin aus unserem Team hat selbst Kinder und wollte gerne nur vormittags arbeiten. Da haben wir ein Zwei-Schichten- System etabliert. Morgens kocht das erste Team für die Schulen und Kitas und abends ab 17:00 Uhr haben wir dann Gäste im regulären Betrieb.“ Geöffnet ist in der Regel dienstags bis samstags ab 17:30 Uhr sowie sonn- und feiertags ab 17:00 Uhr. In den Wintermonaten kommen sonntags Mittags- zeiten hinzu. „Reservieren lohnt sich“, lacht Schmid, denn dieser Ort sei kein Geheimtipp mehr. Viktoria Schaab www.nachtwaechter-obh.de Das „Nachwächter-Team“ v. l. n. r., Küchenchef Leon Paul, Mustaf Ohmed, Luca Janz, Peter Jahn, Thekla Schmid, freut sich mit Gastwirt Markus Schmid auf die Gäste zum Feierabend. Auf die Kunstwerke seines Vaters, die liebevoll gestalteten Speisekarten, ist Markus Schmid besonders stolz. 32 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Macht Lust auf lecker Fusionsküche in Obertshausen Wer in Obertshausen Lust auf eine aromatische Reise durch Indien hat, ist im DesiLicious Tan- door & Bar genau richtig. Und wer jetzt aufschreit ‑ Vorsicht scharf – kann getrost aufatmen. Die beiden Inhaber Sunny Sundri und Sunny Chopra setzen auf eine Kombination aus landes- typischen Zutaten aus Indien, gepaart mit Einflüssen der westeuropäischen Küche. Spannend ist die Herkunft des Konzepts: Eigentlich wollten die beiden Geschäftspart- ner neben ihren regulären Jobs, „was Kleines“ ausprobieren. Der eine war Restaurantleiter im Bordbistro der Deutschen Bahn, der andere hatte 25 Jahre ein eigenes Reisebüro. Gesagt, getan, bewarben sich die Freunde beim Tennis-Club Rot Weiß in Dreieich. Damals wurden Betreiber für das Lokal im Sportstättenbetrieb gesucht. Kochen für Gewinner Leicht war es nicht, die Tennisbegeisterten von ihrer Idee zu überzeugen. „Die meis- ten unserer zukünftigen Kunden waren an Schnitzel, Pommes, Pizza, Pasta gewöhnt“, lächelt Sunny Sundri. „Jetzt, nach vier Jahren Betrieb, erfreut sich unser Restaurant großer Beliebtheit, daher auch die Desilicious- Expansion nach Obertshausen“, schwärmt der Unternehmer. Mit einem Augenzwinkern erzählt er weiter: „Seitdem wir in Dreieich kochen, hat es die erste Herrenmannschaft bis in die zweite Bundesliga geschafft und die U18-Junioren wurden drei Mal Hessenmeis- ter.“ Ob der sportliche Erfolg des Tennis-Clubs Rot Weiß unmittelbar mit der Fusionsküche zusammenhängt? Nun ja, jedenfalls suchen die beiden Unternehmer weitere Standorte für ihren Restaurantbetrieb. Über den Tellerrand schauen Das Speise- und Getränkeangebot ist an beiden Standorten identisch, so dass Fans der Dreieicher Karte ihre Favoriten auch in Obertshausen wiederfinden. Ein echtes High- light ist der Tandoor, der traditionelle indi- sche Lehmofen. „Ob saftiges Fleisch, gegrilltes Gemüse, kräftige Currys oder frisch gebacke- nes indisches Naan-Brot – unsere indischen Köche bereiten hier alles frisch zu“, erklärt Restaurantmanager Daniel Raja. „Wir bieten auch zahlreiche vegetarische und vegane Optionen, die in Indien Tradition haben und hier zeitgemäß interpretiert werden. Alle Gerichte können auch bestellt und selbst abgeholt werden.“ Für besondere Anlässe – vom Geburtstag bis zum Firmenevent – stehe Catering bereit. Viktoria Schaab www.desi-licious.de Restaurantmanager Daniel Raja, Geschäftsführer Sunny Sundri (Mitte) mit Sohn Amrit Sundri wollen, dass die Gäste in ihrem Restaurant nicht nur essen, sondern sich auch willkommen fühlen. So lecker sieht Fusionsküche aus: Indisches Tandoori- Hühnchen, verpackt in mexikanischen Tacos mit Avocado- creme, Granatapfel und Salat. VIDEO – Safety – Guard – Tower Baustellenüberwachung Sichern Sie Ihr Eigentum Unkomplizierte Sofortmontage einer mobilen Einbruchmeldeanlage jederzeit möglich. Dem Ernstfall einen Schritt voraus • Schnelle und professionelle Sicherung Ihres Objektes innerhalb von 48 Stunden • Kostengünstig mieten Wir beraten Sie gerne individuell in allen Fragen rund um Ihre Sicherheit. Besuchen Sie unser Sicherheitscenter. Heinrich-Krumm-Straße 9 63073 Offenbach www.bws-offenbach.de Telefon: 069/888 145 Leben und genießen 33Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Restaurant Seeblick in Obertshausen Wo das Wasser glitzert und der Alltag leiser wird Zwischen Heusenstamm und Obertshausen liegt im Naturschutzgebiet versteckt das Restaurant Seeblick. Kulinarisch setzt das Haus auf die deutsche und mediterrane Küche, knusprige Flammkuchen, saisonale Klassiker und – wie am Anglersee nicht anders zu erwarten – auf frischen Fisch in verschiedensten Variationen. Bereits seit zehn Jahren betreiben Sakis und Ludmila Korylenko mit Sohn Ruslan als Pächterfamilie das Restaurant. Es ist ein beliebter Treffpunkt für Genießer und Fami- lien. „Hier kann man jederzeit Urlaub vom Alltag machen“, lacht Gastwirt Ruslan Kory- lenko. Der Name „Seeblick“ ist Programm, denn das Gewässer ist aus jedem Winkel stets zu sehen. Auch auf der Liegewiese am Ufer kann man im Liegestuhl mit Cocktail in der Hand die Seele baumeln lassen. Außerdem bietet das Restaurant von 12:00 bis 22:00 Uhr durchgehend warme Küche an. Am Nachmittag gibt es Kaffee, Kuchen und Desserts. „Und wem das Essen viel zu viel wird, der kann gerne einen Verdauungs- spaziergang um den See herum machen“, scherzt der junge Gastronom. Platz für Familienfeiern und Events Neben dem normalen Restaurantbetrieb eigne sich das Lokal hervorragend für Events. Das Team aus acht bis zehn Mitarbeitern ist eingespielt und auf besondere Anlässe gut vorbereitet. „Ob Familienfeiern, Geburtstage oder kleinere Firmenveranstaltungen – die Räumlichkeiten bieten ausreichend Platz und können individuell gestaltet werden“, so Korylenko. „Manchmal, wie neulich beim Tanz in den Mai, wird auch mal das Tanzbein geschwungen.“ Ölbrand bedroht Existenz Auch Schicksalsschläge hat das Team schon überstanden. Ein Ölbrand verwüstete 2024 die Küche – Innenräume und das Büro brannten aus. Es folgte eine harte Zeit für die Betreiber, doch Aufgeben war keine Option. Nach intensiver Sanierung konnte das Lokal im Sommer 2025 eine Wieder- eröffnung feiern. Die Stammgäste hielten die Treue. Es laufe wieder rund. „Trotz Krise haben wir bisher keine Preisanpassungen vorgenommen“, versichert der Jungunter- nehmer und wünscht sich eine ruhigere Politik. „Die ganzen Kriege, die Energiekrise, die hohen Personalkosten können einen schon in den Wahnsinn treiben. Da fällt es manchmal schwer, positiv zu bleiben, auch wenn am Wasser alles leichter zu verkraften ist.“ Viktoria Schaab www.seeblick-obertshausen.de „Pause machen, Seeblick genießen, gut essen – das ist, was die Gäste bei uns machen können“, verspricht Ruslan Korylenko. Stimmungsvoll zu jeder Jahreszeit – der Blick auf den Anglersee von der Terrasse des Restaurants. 34 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Institut für Humanbewegung Zusammen Veränderungen gestalten Nach langjähriger Tätigkeit als Personalverantwortliche bei großen Unternehmen machte sich Heike Höf-Bausenwein vor 20 Jahren mit dem „Institut für Humanbewegung“ in Obertshausen selbstständig. Sie unterstützt Firmen dabei, ihre Leistungsfähigkeit durch wirksame Personalarbeit (HR) sicherzustellen. Warum fragen Unternehmen Ihre Unterstützung an? Die häufigsten Anliegen sind hohe Fehlzeiten- quoten und geringe oder sinkende Mitarbei- terzufriedenheit. Auch zunehmender Druck bei abnehmender Produktivität und fehlende Orientierung in einem komplexer werdenden Umfeld sind Gründe dafür, dass Unternehmen sich bei mir melden. Bis zu welchem Punkt gelten Fehlzeiten als „normal“ – ab wann als „hoch“? Normal sind heute etwa fünf bis sechs Pro- zent Fehlzeitenquote, vor Corona waren es eher zwei bis drei. Bei sieben Prozent ist man im kritischen Bereich, ab neun Prozent sollten Unternehmen Maßnahmen ergreifen. Welche Maßnahmen sind das? Zunächst die Umsetzung definierter Regeln: Welcher Prozess gilt für die Krankmeldung, welche Rechte und Pflichten gibt es. Auch die Durchführung von Fehlzeiten- und Kran- kenrückkehrgesprächen und Wissen um betriebliches Eingliederungsmanagement zählen dazu. Führungskräfte haben dabei eine Schlüsselrolle. Sie müssen zunächst ein Vertrauensverhältnis aufbauen, damit Mitarbeitende nicht das Gefühl haben, dass es um Rechtfertigung geht. Die kurze Rückfrage nach dem Befinden, ob alles in Ordnung ist oder Unterstützungsbedarf besteht, macht psychologisch einen großen Unterschied. Auf Basis Ihrer Beratungserfahrung: Was sind aktuell die größten Heraus- forderungen für den Mittelstand? Meistens geht es darum: Wie lassen sich zusammen mit den Mitarbeitenden die nöti- gen Veränderungen gestalten. Oft treffen einzelne Personen – oder kleine Personen- kreise – Entscheidungen, die andere gar nicht mittragen. Dadurch kommt es zu Stress, Druckaufbau und letztendlich zu Fehlzeiten. Außerdem generieren Unter- nehmen dann in der Regel nicht den gewünschten Umsatz. Sie begleiten auch Digita- lisierungsprozesse und die Einführung von KI-Tools. Welche typischen Heraus- forderungen gibt es dabei? Gerade in der HR-Digitali- sierung sehe ich oft Doppel- arbeiten: Das System ist da, aber zusätzlich wird noch in alten Excel-Listen gearbeitet. Diese Übergangsphase stresst enorm. Die entscheidende Frage ist oft: Kann – und darf – die Führungskraft mit HR neue Prozesse sinnvoll gestalten? In Deutschland ist zudem die Angst vor Fehlern besonders ausgeprägt. Beispiel Ent- geltabrechnung: Eine neue Software oder KI wird ein- geführt, und wenn mal was nicht stimmt, was gerade zu Beginn ganz normal ist, haben viele sofort Angst und das Gefühl von Kontrollverlust. In anderen Ländern ist man ent- spannter, da sagt man: Dann buchen wir es halt nach. Wie läuft die Unterstützung durch Sie praktisch ab? Am Anfang steht die Auftragsklärung, dann folgt ein Workshop mit der Führungsmann- schaft: Strategie, Organisation, Kultur, Kenn- zahlen. Dann konkrete Maßnahmen und, ganz wichtig, die Qualifizierung der Mitarbeiten- den. Ich bin keine Beraterin, die kommt, redet und wieder geht, sondern die Leute sollen es nachher selbst können. www.inhube.de Die Fragen stellte Estehr Mahr, IHK Offenbach am Main. Fo to : H ei ke H öf -B au se nw ei n Ideen und Dienstleistungen 35Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Keramik zu bemalen ist mehr als ein Trend Kreativ sein im Kapellenhof Die Designerinnen Joy Herold und Michelle Dobberow kennen sich aus der Schule und haben in einer WG zusammengewohnt. Seit drei Jahren sind sie auch Geschäftspartnerin- nen und laden Menschen zum Bemalen von Keramik in ihr Studio Twentywaysout ein. Mit einem Pop-up-Laden in Hanau hat alles begonnen. „Ursprünglich wollten wir nur por- tugiesische Keramik verkaufen. Das haben wir auch gemacht. Aber der Laden, den die Stadt uns gegeben hat, war so groß, dass wir einen Brennofen aufstellen konnten“, berichtet Joy Herold, wie es dazu kam, dass sie Kurse zum Bemalen von Keramik anbieten. Idee kommt gut an Sie waren mit ihrer Geschäftsidee so erfolg- reich, dass sie im Januar 2025 ihren ersten eigenen Laden in Hanau eröffneten und im April 2026 den zweiten im Kapellenhof in Obertshausen. Dorthin gelangt man über den Innenhof des Geschäfts- und Gastronomie- ensembles im Stadtteil Hausen. Die Regale sind angefüllt mit Farben, Material für Effekte und Glasuren sowie mit Rohlingen in unter- schiedlichsten Formen und Größen – vom Eierbecher über Müslischalen und Tassen bis zu Vasen und Dosen. Die Rohlinge beziehen sie von einem Groß- händler in Wien. Der beliefert ähnliche Geschäfte in vielen Städten, denn das Bema- len von Keramik erfreut sich vor allem in Met- ropolen seit Jahren großer Beliebtheit. Die beiden Gründerinnen sind überzeugt, dass es sich um mehr als einen Trend handelt. „Wir nehmen jedes Jahr an der einwöchigen Academy des Großhändlers teil, üben neue Techniken und lernen Fehler zu vermeiden. Dort haben wir eine Düsseldorferin kennen- gelernt, die seit 30 Jahren in dem Geschäft erfolgreich ist“, erzählt Herold. „Wir sind jedes Wochenende ausgebucht und führen Wartelisten. Wenn wir sagen, dass keine Sitzgelegenheiten mehr frei sind, bieten die Leute an, eigene Stühle mitzu- bringen“, sagt Dobberow. Meist sind das Frauen zwischen 25 und 40 Jahren. Es gebe Stammkundinnen, die wöchentlich kom- men, und solche, die früher in Hanau und jetzt in Obertshausen kreativ sind. „Wahr- scheinlich gefällt es ihnen hier besser als im Stadtzentrum“, meint sie. Kindergeburtstage, Jungesellinnen-Abschiede und Teamevents mit bis zu 20 Personen finden bei Twenty- waysout statt. Erfolgserlebnisse für alle Die beiden Geschäftsfreundinnen empfeh- len, zum Einstieg wenigstens 25 Euro zu investieren. Darin sind die Kursgebühr von fünf Euro und zum Beispiel eine Tasse oder ein Dessertteller enthalten. „Auch Ungeübte freuen sich schnell über schöne Ergebnisse. Mit der Sprenkel- oder der Blubber-Technik sieht das gleich cool aus. Wir haben auch Schablonen oder Motive werden vorgezeich- net. Die Auswahl an Farben und Glasuren ist groß“, sagt Herold. Erfrischungsgetränke und Kaffee stehen für die Teilnehmerinnen bereit. Snacks dürfen sie mitbringen. Was bemalt ist, kann nach zehn bis 14 Tagen fer- tig gebrannt abgeholt werden und erstrahlt erst dann in voller Pracht. „Wir haben die Kosten im Auge behalten und alles aus unseren Ersparnissen finan- ziert. Dann sind wir organisch gewachsen“, beschreibt Michelle Dobberow die Geschäfts- entwicklung. Nun wollen sie weitere Angebote ausprobieren, zum Beispiel ein Matcha-Event in Kooperation mit zwei Hanauerinnen, die ein Start-up gegründet haben. Sie überlegen, Steinzeug zum Bemalen ins Sortiment zu nehmen, mit Schulen und Vereinen zusam- menzuarbeiten oder eine eigene Kollektion zu entwerfen. „Aber eigentlich sind wir zufrieden, wenn es so weiterläuft wie bisher“, sagt Joy Herold. Birgit Arens www.twentywaysout.de Fo to : A re ns /IH K Michelle Doberow (l.) zeigt einen bemalten Rohling, Joy Herold einen Teller, der nicht nur gestaltet, sondern auch glasiert und gebrannt wurde. 36 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Maingau mag umkämpfte Märkte Kommunal verankert, bundesweit aktiv Vom regional verwurzelten Energieversorger zum Anbieter für Energie, E‑Mobilität und Telekommu- nikation mit deutschlandweiten Kundenbeziehungen: Die Maingau Energie GmbH mit Sitz in Oberts- hausen hat ihr Geschäftsmodell in den letzten Jahren konsequent erweitert. Geschäftsführer Richard Schmitz setzt dabei auf Wettbewerb, Technologie und unternehmerische Beweglichkeit. Obertshausen ist für die Maingau Energie GmbH mit rund 350 Mitarbeitenden mehr als nur ein Unternehmenssitz. Der Standort mit guter Verkehrsanbindung, modernen Gebäu- den und eigenem Ladepark spielt für die Mitarbeitergewinnung und Unternehmenskul- tur eine zentrale Rolle. „Ein gut erreichbarer und attraktiver Standort gehört heute zum Gesamtpaket, wenn man Fachkräfte gewin- nen und halten will“, betont Schmitz. Die kommunale Gesellschafterstruktur sieht der Geschäftsführer als klaren Vorteil. Sie ermögliche langfristiges Denken und unter- nehmerische Entwicklung jenseits kurzfristiger Renditeziele. Gleichzeitig sei Maingau kein klas- sisches Stadtwerk. Das Versorgerunternehmen agiert seit Jahren bundesweit und bewegt sich gezielt in stark umkämpften Märkten. Neben dem Strom- und Gasvertrieb gehören Auto- strom und regionales Carsharing (seit 2018), Internet und Festnetztelefonie (seit 2019) sowie Mobilfunk (seit 2021) zum Produktportfolio. „Energie, Mobilität, Kommunikation – wir adressieren mit unserem Angebot haushalts- nahe Grundbedürfnisse“, erläutert Schmitz. Der Aufbau neuer Geschäftsfelder entstand dabei weniger aus strategischen Planungen, denn aus Notwendigkeit: Auseinanderset- zungen im Energieeinkauf führten vor rund 20 Jahren zum erfolgreichen Einstieg in das überregionale Energievertriebsgeschäft. „Wir haben festgestellt, dass wir in wettbewerbs- betonten Märkten erfolgreich sein können“, so Schmitz. Diese Erfahrung habe den Weg in weitere Branchen geebnet. Besonders dynamisch hat sich der Bereich Autostrom entwickelt. Mit Maingau Auto- strom laden Kunden europaweit an über 720.000 Ladepunkten – damit zählt das Unternehmen zu den führenden Anbietern für E-Mobilitätslösungen in Deutschland. Neben Angeboten für Pkw arbeitet Maingau auch an Konzepten für den elektrischen Schwerlast- verkehr und kooperiert hierfür mit Partnern aus Industrie und Forschung. Die Energiewende erhöht aus Sicht von Schmitz die Komplexität der Systeme deut- lich. Dezentrale Erzeugung, steuerbarer Ver- brauch und intelligente Netze erfordern neue technologische Lösungen. Gleichzeitig kriti- siert er langsame Prozesse und regulatorische Hürden in Deutschland, etwa beim Smart- Meter-Rollout, also dem flächendeckenden Einbau intelligenter, digitaler Stromzähler. Er sieht zwingenden Veränderungsbedarf und gleichzeitig Chancen für agile Unternehmen. „Viele Stadtwerke kommen ihrer Rollout- Pflicht nicht nach, weil sie fehlende Kapazi- täten und Strukturen anführen“, sagt Richard Schmitz. „Bundesweit gibt es die Herausfor- derung, rund 1.000 Versorger unter einen Hut zu bringen – das macht Prozesse schwerfällig, weil zu viele Akteure im Boot sind. Aber es ist dringend notwendig, Versorgungsunterneh- men so aufzustellen, dass sie ein schnell- lebiges, komplexes und volatiles Geschäft abbilden können.“ Esther Mahr www.maingau-energie.de Fo to s: M AI N GA U E ne rg ie G m bH Richard Schmitz, Geschäftsführer der Maingau Energie GmbH. Eigener Ladepark der Maingau Energie GmbH am Unternehmenssitz in Obertshausen. 37Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Lokale Wochenzeitungen, zentrale Steuerung Warum Print für EGRO ein Erfolgsmodell ist Die EGRO Mediengruppe steuert von Obertshausen aus 70 Wochenzeitungen einschließlich Zustelllogistik in sieben Bundesländern. Während Printangebote vielerorts unter Druck stehen, wächst das Unternehmen. Die wesentlichen Gründe hierfür sind der Fokus auf lokale Redaktionen, die Bedeutung von Werbeprospekten und eine Verteilkompetenz, die durch IT und Automatisierung hocheffizient ist. Obertshausen ist für EGRO das organisatori- sche und technische Zentrum. Von hier aus steuern rund 40 Mitarbeitende die unterneh- mensweite IT und zentrale kaufmännische Funktionen, während die Redaktionen der einzelnen Titel in den Regionen verankert bleiben. Geschäftsführer Markus Echter- nach schätzt die zentrale Lage: „Ich fahre oft zu unseren bundesweit verteilten Nieder- lassungen, und die sind alle von hier aus gut erreichbar, egal in welche Richtung ich unterwegs bin.“ Trotz eines herausfordernden Marktumfelds expandiert EGRO. Zuletzt hat die Medien- gruppe im April 2026 das Verlagsgeschäft des Druck- und Pressehauses Naumann in Geln- hausen übernommen. Echternach führt das vor allem auf die weiterhin hohe Relevanz lokaler Wochenblätter zurück. Die Gratiszeitungen sind für viele Händler wichtige Trägermedien für ihre Prospektwerbung. Insbe- sondere für den Lebens- mitteleinzelhandel, der auf verlässliche Reichweite angewiesen ist, nehmen sie eine zentrale Funktion in der Angebotskommu- nikation ein. Die redaktio- nelle Qualität der Wochen- blätter spielt dabei für EGRO eine wichtige Rolle: „Eine Zeitung mit hohem Lesewert bedeutet für die Werbetreibenden auch eine bessere Resonanz“, betont Echternach. Er berichtet, dass vor einigen Jahren, als in Ostwestfalen nach der Einstellung eines Anzei- genblatts keine Prospekte mehr an rund eine Million Briefkästen zugestellt wurden, der Bedarf sehr deutlich geworden sei. „Der Handel hat uns wirklich die Türen eingerannt, als wir die dortigen Zustellstrukturen übernommen haben“, berichtet Echternach. „Den großen Lebensmittelhändlern war die Zustellung so wichtig, dass die Kosten fast zweitrangig waren.“ Über die eigene Zustellorganisation mit rund 13.000 Zustellerinnen und Zustellern erreicht EGRO wöchentlich rund 6,5 Millio- nen Haushalte. Diese Infrastruktur nutzt die Gruppe nicht nur für eigene Titel, sondern ist auch als Dienstleister für andere Verlags- häuser tätig. „Die Zustellung ist mehr denn je eine Spezialdisziplin“, sagt Echternach. „Unser ausgeprägtes IT-Know-how ist hier ein echter Wettbewerbsvorteil.“ Moderne IT-Sys- teme machen das komplexe Verteilgeschäft steuerbar. Software unterstützt eine effiziente Tourenplanung und die personelle Betreuung der Zustellbezirke, Reklamationen werden digital erfasst. Die digitale Kompetenz kommt EGRO auch im Anzeigengeschäft zugute. Regionale Werbekunden können nicht nur Anzeigen buchen, sondern werden auch rund um die Realisierung digitaler kanalübergreifen- der Kampagnen beraten und unterstützt. „Unsere Technologie zur Kampagnen- steuerung bieten wir sogar als White-Label- Lösung an, die inzwischen von 35 Verlags- häusern genutzt wird“, berichtet Echternach. Derart aufgestellt, ist der Geschäftsführer zuversichtlich, dass für den Wachstumskurs der EGRO Mediengruppe noch kein Ende in Sicht ist. Esther Mahr www.egro-mediengruppe.de Trotz eines herausfordernden Marktumfelds expandiert die EGRO Mediengruppe, berichtet Geschäftsführer Markus Echternach. Fo to : E GR O 38 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Logistik aus drei Perspektiven Alle Wege führen nach Obertshausen Pakete sortieren, Gesundheitseinrichtungen versorgen, Produkte verpacken und versenden: Das DHL-Paketzentrum, die Agaplesion Logistikzentrum gGmbH und die Mühle Verpackungs- und Dienstleistungs GmbH gehören zu den prägenden Logistikakteuren am Standort Obertshausen, mit jeweils völlig unterschiedlichen Schwerpunkten. Während das Paketzentrum Obertshausen als eines der großen Zentren im Netz der Deut- schen Post DHL fungiert und die 700 Beschäf- tigten täglich hunderttausende Sendungen bearbeiten, sichert Agaplesion von Oberts- hausen aus mit über 200 Mitarbeitenden die Versorgung von über 100 Einrichtungen im Gesundheitsbereich. Die Mühle GmbH über- nimmt als Fulfillment-Dienstleister mit rund 120 Beschäftigten Lagerung, Verpackung und Konfektionierung von Waren für ihre Kunden aus den Bereichen Pharmazie, Kosmetik, Textil und Automotive. Zentrale Lage, belastete Infrastruktur Alle drei haben ihren Standort im Oberts- hausener Gewerbegebiet Herbäcker. Das ist zwar bei Logistikunternehmen dank seiner zentralen Lage und guten Verkehrsanbin- dung beliebt, die Infrastruktur stößt jedoch mittlerweile an ihre Grenzen. Ein ärgerlicher Engpass sei vor allem die Auffahrt aus dem Gewerbegebiet zur Autobahn, da sind sich die Vertreter der drei Unternehmen einig. „Wie jeder Logistiker benötigen wir gut flie- ßenden Verkehr. Deshalb wünschen wir uns eine bessere Ampelschaltung, damit es nicht so häufig zu langen Rückstaus kommt“, sagt Celal Ege, Leiter des DHL-Paketzentrums. Das betrifft auch Mühle und Agaplesion. Wenn sie sich in Bezug auf den Standort etwas wünschen könnten, wäre es der seit Jahren geplante Ausbau der Autobahnauf- fahrt, sagen Danny Mühle und Ralf Richter, die Geschäftsführer bei Mühle. Miro Zimmer, Prokurist und operativer Leiter des Agaple- sion Logistikzentrums, betont: „Eine einzige Zufahrtsstraße ist für ein Gebiet dieser Größe kritisch.“ Die Folgen zeigen sich im Alltag: Rückstaus behindern Abläufe, Fahrzeiten verlängern sich, insbesondere zu Stoßzeiten und wäh- rend des Weihnachtsgeschäfts. Für Unterneh- men, deren Prozesse auf der Einhaltung von Terminen und zeitlicher Taktung basieren, wird das zum Problem. Hinzu kommt ein wachsender Flächendruck. Agaplesion sucht bereits nach Erweiterungs- möglichkeiten – mit begrenztem Erfolg vor Ort. „Die Suche nach Flächen ist deutlich schwieriger geworden“, berichtet Zimmer. Herausforderungen im Personalbereich Bedarf gibt es auch im Bereich Personal. Bei Mühle ist es eine Herausforderung, zuver- lässiges Personal für die Verpackung und Kon- fektionierung zu finden. „Einfache Tätigkeiten wollen viele nicht mehr dauerhaft machen“, beschreibt Richter die Situation. „Wir würden lieber Menschen beschäftigen, aber vielleicht müssen wir in Zukunft automatisieren und Maschinen einsetzen, um die Arbeit zu erledi- gen“, ergänzt Danny Mühle. Bei Agaplesion hingegen hat man kaum Pro- bleme, operative Kräfte zu finden, verzeichnet aber einen Engpass bei anderen Positionen: „Im Verwaltungsbereich wird es deutlich schwieriger, geeignete Führungskräfte zu fin- Celal Ege (M.) leitet das DHL-Paketzentrum in Obertshausen. Fo to : D H L Miro Zimmer ist Prokurist und operativer Leiter des Agaple- sion Logistikzentrums. Fo to : A ga pl es io n 39Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA den“, berichtet Zimmer, der für den Gesund- heitsdienstleister gezielt nach qualifizierten Kräften sucht. Bei DHL besteht kein Mangel an Mitarbei- tenden, doch die internationale Belegschaft aus 54 Nationen bringt manchmal Heraus- forderungen mit sich. Sprachbarrieren begegnet das Unternehmen mit Angeboten wie Sprachlern-Apps und achtet darauf, dass Anleitungen und Unterweisungen von mehr- sprachigen Personen gegeben werden. Strukturelle Veränderungen Alle drei Unternehmen müssen strukturelle Veränderungen in den Bereichen Nachhaltig- keit, Energie und neue Technologien bewäl- tigen. DHL etwa ist dabei, angesichts der hohen Kraftstoffpreise seine gesamte Flotte umzubauen: „Mit rund 38.500 E-Fahrzeugen betreiben wir heute die größte E-Zustell- flotte in Deutschland. Damit machen wir uns zunehmend unabhängiger von klassischen Kraftstoffen“, berichtet Ege. So lag der Anteil von Elektrofahrzeugen in der Abholung und Zustellung in Deutschland bereits Ende 2025 bei fast 60 Prozent. In Obertshausen wurde zudem eine neue CNG‑Tankstelle in Betrieb genommen, 16 Lkw fahren nun mit Erdgasan- trieb emissionsärmer. Auch Agaplesion testet Elektromobilität, steht aber aktuell noch vor praktischen Hürden. „In unserer Fahrzeugklasse gibt es kaum passende Angebote“, sagt Zimmer. „Wir haben schon viele Elektro-Lkw getestet, aber einer musste nach einem Tag vom Hof geschleppt werden und der 7,5-Tonner, den wir gekauft haben, stand fünf Monate in der Werkstatt, weil keiner wusste, wie man ihn repariert.“ Dennoch behält das Unter- nehmen die E-Mobilität im Blick und arbeitet schon heute an Kooperationen mit Kunden, um zukünftig die Fahrzeuge während des Be- und Entladens direkt vor Ort laden zu können. Bei der Mühle GmbH verändert sich vor allem die Art der Verpackung: „Kunststoff wird kaum noch genutzt, stattdessen setzen wir auf Papierlösungen. Außerdem wird darauf geachtet, dass die Verpackung der Größe der Ware entspricht“, sagt Danny Mühle. Ralf Richter führt aus: „Wir haben mittlerweile Kunden, die nur Biomaterial für den Versand wünschen, da darf dann kein Kunststoffklebe- band mehr drauf sein, sondern nur Papier- klebeband, und das Füllmaterial muss Pappe sein, aber auch nicht zu viel.“ Trotz unterschiedlicher Geschäftsmodelle zeigt sich ein gemeinsames Bild: Der Standort Obertshausen ist und bleibt ein wichtiger Knotenpunkt für Logistikunternehmen im Rhein-Main-Gebiet. Gleichzeitig steigt der Anpassungsdruck – durch Wachstum, ver- änderte Anforderungen und infrastrukturelle Grenzen. www.agaplesion.de www.dhl.com www.muehlegmbh.de Autorin Esther Mahr 069 8207-234 mahr@offenbach.ihk.de Als Fulfillment-Dienstleister bietet die Mühle GmbH ihren Kunden die Lagerung, Verpackung und Konfektionierung von Waren. Fo to : M üh le V er pa ck un gs - u nd D ie ns tle ist un gs G m bH 40 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 TITELTHEMA Was Unternehmen zum EU-AML-Paket wissen müssen Reform der Geldwäscheprävention Noch bis 2028 wird die Geldwäscheprävention in Deutschland und der EU grundlegend neu geordnet. Mit dem EU-AML-Paket (AML = Anti-Money Laundering/Anti-Geldwäsche) entstand eine neue europäische Aufsichtsbehörde. Zudem werden jetzt unmittelbar geltende EU-Vorgaben und strengere materielle Anforderungen für Unternehmen eingeführt. Besonders einschneidend ist die neue EU-Geldwäscheverordnung, die ab Juli 2027 direkt in allen Mitgliedstaaten gilt. Herzstück der Reform ist die neue euro- päische Geldwäscheaufsicht Anti-Money Laundering Authority (AMLA) mit Sitz in Frankfurt, die 2025 ihre Tätigkeit aufge- nommen hat. Ihre Aufgabe: die nationalen Aufsichtsbehörden stärker harmonisieren, Aufsichtsverfahren europaweit vereinheit- lichen und Kooperationen intensivieren. Ab dem 1. Januar 2028 geht die Behörde noch einen Schritt weiter: Dann übernimmt sie die unmittelbare Aufsicht über die risikoreichs- ten Finanzinstitute in der EU. Für Unternehmen außerhalb des Finanz- sektors ist vor allem die neue EU-Geldwä- scheverordnung (AML-VO) entscheidend. Diese gilt ab dem 10. Juli 2027 unmittel- bar in allen Mitgliedstaaten und ersetzt wesentliche Teile des deutschen Geldwä- schegesetzes. Parallel zur Verordnung ist die 6. Geldwäscherichtlinie in nationales Recht umzusetzen. Da die AML-VO künftig zentrale Vorgaben regelt, bleibt dem deut- schen Gesetzgeber nur noch ein begrenzter Gestaltungsspielraum. Die AML-VO bringt insbesondere folgende Neuerungen: ❙ Neue Definition der zur Einhaltung verpflichteten Unternehmen ❙ Einheitliche Standards für Kunden identifizierung ❙ Standardisierte Risikoanalysemethoden ❙ Europaweit einheitliche Definition des wirtschaftlich Berechtigten ❙ Einführung einer allgemeinen Barzah- lungsobergrenze von 10.000 Euro ❙ Barzahlungen über 10.000 Euro für Waren oder Dienstleistungen sind damit künftig unzulässig ❙ Weniger nationaler Spielraum durch die 6. Geldwäscherichtlinie Betroffen sind insbesondere: ❙ die Arbeit der Financial Intelligence Unit, ❙ die nationalen Aufsichtsbehörden und ❙ das Transparenzregister. Neue Pflichten für Unternehmen Insgesamt wächst der Pflichtenkatalog deutlich. Meldeprozesse werden stärker ver- einheitlicht, Definitionen präzisiert und die Aufsicht intensiviert. Verpflichtete Unternehmen sollten daher frühzeitig ❙ ihre Risikoanalyse überprüfen, ❙ interne Kontrollsysteme anpassen, ❙ Identifizierungsprozesse standardisieren und ❙ Meldewege dokumentieren und testen. Wer seine internen Prozesse nicht rechtzeitig anpasst, riskiert empfindliche Sanktionen. Die Reform bringt nicht nur neue Regeln, sondern auch eine konsequentere Durchsetzung. Jetzt vorbereiten Das EU-AML-Paket ist die umfassendste Reform der Geldwäscheprävention seit Jah- ren. Mit der AMLA, der unmittelbar geltenden AML-VO und der 6. Geldwäscherichtlinie ent- steht ein europaweit harmonisiertes System mit deutlich höherem Standardisierungsgrad. Unternehmen sollten die Übergangszeit bis 2027 aktiv nutzen. Eine frühzeitige Anpassung interner Prozesse ist der beste Schutz vor regulatorischen Risiken. Autor Andreas Hintermayer Rechtsanwalt bei Ecovis in München www.ecovis.com Die neue EU-Geldwäscheverordnung bringt einschneidende Veränderungen. Fo to : K ur t S ch in dl er - A do be S to ck 41Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 RATGEBER IHK. Die Weiterbildung BESSER.WEITER.BILDUNG. Struktur statt Chaos Wer dieses Webinar besucht, lernt, Bespre- chungen mit klaren und realistischen Ziel- setzungen zu starten und sie mit greifbaren Lösungen zum Ende zu führen. Unabhängig davon, ob das Meeting online oder in Präsenz stattfindet und ob Mitarbeitende aus anderen Abteilungen oder externe Beteiligte eingeladen sind. * U.-Std. = Unterrichtsstunden Ausbilder 26.08.2026 | Auszubildende führen und motivieren – Miteinander mehr erreichen! https://www.offenbach.ihk.de/E14802/, IHK Offenbach am Main, 8 U.-Std.. . .249 Euro Betriebswirtschaft & Rechnungswesen 01.–03.09.2026 | Effektives Forderungsmanagement, https://www.offenbach.ihk.de/E14868/, online, 2x 4 U.-Std. . . . . . . . . . . . 249 Euro 01.09.–17.11.2026 | Fachkraft für Buchführung (IHK), https://www.offenbach.ihk.de/E14731/, online, 84 U.-Std. . . . . . . . . . . 1.399 Euro 04.09.2026–31.03.2028 | Wirtschaftsfachwirt/-in (IHK), https://www.offenbach.ihk.de/ E14721/, IHK Offenbach am Main, 650 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3.990 Euro 14.–18.09.2026 | Buchführung intensiv – auch als Bildungsurlaub möglich, https://www.offenbach.ihk.de/E14826/, IHK Offenbach am Main, 40 U.-Std.. . . .849 Euro Büromanagement 18.08.–08.10.2026 | Fachkraft für Büro- und Organisationsmanagement (IHK), https://www.offenbach.ihk.de/E14926/, online, 80 U.-Std. . . . . . . . . . . 1.990 Euro 08.09.2026 | Grundlagen und Bedeutung eines effizienten Büromanagements, https://www.offenbach.ihk.de/E14874/, online, 8 U.-Std. . . . . . . . . . . . . . 249 Euro 18.–09.09.2026 | Struktur statt Chaos: Meetings erfolgreich leiten und Ergebnisse sichern, https://www.offenbach.ihk.de/E14891/, online, 14 U.-Std.. . . . . . 449 Euro IT, Digitalisierung & Digitale Transformation 12.08.2026 | Ready for 2026: Der neue Widerrufsbutton – Umsetzung leicht gemacht, https://www.offenbach.ihk.de/E15290/, online, 1 Std.. . . . . . . . 129 Euro Personalmanagement 28.07.–20.10.2026 | Fachkraft für Personalwesen (IHK), https://www.offenbach.ihk.de/E14735/, online, 100 U.-Std. . . . . . . . . . 1.700 Euro 18.08.–06.10.2026 | Lohnbuchhalter/-in (IHK), https://www.offenbach.ihk.de/E14748/, online, 60 U.-Std. . . . . . . . . 1.249,50 Euro Soft Skills 08.09.2026 | Effektives Zeit- und Selbstmanagement, https://www.offenbach.ihk.de/ E14925/, IHK Offenbach am Main, 8 U.-Std.. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 249 Euro Wirtschaftsfachwirt/-in (IHK) Der Wirtschaftsfachwirt ist nicht auf einen speziellen Wirtschaftszweig ausgerichtet, sondern kann als „Allrounder“ in Unterneh- men und Wirtschaftsorganisationen unter- schiedlicher Größe und Branchenzugehö- rigkeit sowie in verschiedenen Bereichen eines Betriebes Sach-, Organisations- und Führungsaufgaben wahrnehmen. Förde- rung mit einer Aufstiegsprämie von bis zu 3.500 Euro möglich. Buchführung intensiv Quereinsteiger haben es bisweilen schwer in der Buchhaltung. Sie beherrschen vielleicht die praktische Anwendung, aber das Verständnis der Hintergründe könnte besser sein. Hier gibt es die Gelegenheit, fehlende oder verschüttete Kenntnisse zu erwerben oder aufzufrischen. Als Bildungs- urlaub anerkannt. Kontakt Claudia Albert 069 8207-330 albert@offenbach.ihk.de www.ihkof.de/weiterbildung Alle Weiterbildungsangebote der IHK Offenbach am Main: 42 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 BILDUNG Die IHK Offenbach bündelt Services in Infocentern Ausbildung digital gedacht Ob Ausbildungsvertrag, Prüfungsanmeldung, Projektantrag oder Prüferabrechnung – viele Prozesse in der beruflichen Ausbildung laufen bei der IHK Offenbach am Main inzwischen digital. Mit den verschiedenen IHK-Infocentern und -Onlineportalen stehen Ausbildungsbetrie- ben, Ausbilderinnen und Ausbildern sowie ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern praxisnahe Werkzeuge zur Verfügung. Sie reduzieren den Verwaltungsaufwand, verein- fachen Abläufe, bündeln Prozesse und sparen Zeit sowie Abstimmungsaufwand. Alle Betei- ligten profitieren vom direkten Kontakt zur IHK Offenbach am Main und haben jederzeit Zugriff auf alle wichtigen Informationen. Unser Tipp an Ausbildungsbetriebe: Nutzen Sie die Möglichkeiten der Infocenter konsequent und richten Sie – falls noch nicht erfolgt – den Zugang im ASTA-Infocenter ein. Ebenso wichtig: Unterstützen Sie Ihre Auszu- bildenden dabei, sich im Azubi-Infocenter zu registrieren. Nur so können zentrale Prozesse wie die Prüfungsanmeldung reibungslos funktionieren. www.offenbach.ihk.de/ausbildung ASTA-Infocenter für Ausbildungsbetriebe Das ASTA-Infocenter ist die zentrale Plattform für Ausbildungsbetriebe. Hier verwalten Unternehmen ihre Ausbil- dungsprozesse digital und behalten alle relevanten Informationen rund um ihre Auszubildenden im Blick. Das geht im Portal unter anderem: ❙ Ausbildungsverträge digital einreichen, ändern, löschen ❙ Ausbilderinnen und Ausbilder verwalten ❙ Berechtigungen im Unternehmen steuern ❙ Auszubildende und Umschulende einsehen ❙ Ausbildungsberechtigungen beantragen ❙ Prüfungsergebnisse abrufen ❙ Prüfungstermine der Auszubildenden einsehen ❙ Online-Prüfungsanmeldung durchführen Wichtig! Die Online-Prüfungsanmeldung wird zum Standard. Ab der Herbstprüfung 2026 erfolgen alle Anmeldungen aus- schließlich digital über das ASTA-Info- center. Unternehmen werden aktiv durch den Prozess geführt und rechtzeitig über Fristen informiert. Asta-Infocenter: www.offenbach.ihk.de/P5906/ Online-Prufungsanmeldung: www.offenbach.ihk.de/P6177/ Azubi-Infocenter Parallel dazu steht Auszubildenden das Azubi-Infocenter zur Verfügung. Die Plattform begleitet sie über die gesamte Ausbildungszeit – mobil und jederzeit erreichbar. Dort finden Auszubildende unter anderem: ❙ Prüfungstermine und -ergebnisse ❙ Informationen zum Ausbildungs verhältnis ❙ Kontakte bei der IHK Offenbach am Main ❙ die digitale AzubiCard Achtung Ausbildungsbetriebe! Ohne Registrierung im Azubi-Infocenter kann die Online-Prüfungsanmeldung nicht abgeschlossen werden. Es ist daher wichtig, dass Auszubildende frühzeitig registriert sind und die Plattform aktiv nutzen. Digitale Projektanträge (DiPA): Betriebliche Aufträge, Projektarbeiten oder Fachaufga- ben werden in vielen Berufen inzwischen vollständig digital abgewickelt. Die Auszubildenden reichen ihre Projekt- anträge online ein, laden Unterlagen hoch und erhalten Rückmeldungen digi- tal. Auch die anschließende Dokumenta- tion erfolgt über das System. Für Unternehmen und Prüfungsaus- schüsse bedeutet das: ❙ schnellere Bearbeitung ❙ klare Bearbeitungsstände ❙ weniger Abstimmungsaufwand ❙ mehr Transparenz im Verfahren Azubi Infocenter: www.offenbach.ihk.de/P5878/ Webfachverfahren Prüfer Die ehrenamtlichen Prüferinnen und Prü- fer profitieren und werden entlastet: ❙ Über das Webfachverfahren Prüfer werden Entschädigungen vollständig digital eingereicht ❙ Belege werden einfach hochgeladen und Abrechnungen transparent nach- vollzogen – schnell, papierlos und ortsunabhängig Webfachverfahren Prüfer: www.offenbach.ihk.de/P6051/ 43Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 BILDUNG NETZWERKE Doppelter Erfolg in Offenbach LMV und LEO Academy bringen junge Wirtschaft zusammen Am 30. Mai 2026 stand Offenbach ganz im Zeichen der jungen Wirtschaft. Die Wirtschaftsjunioren Offenbach richteten in den Räumlichkeiten der IHK Offenbach am Main sowohl die 2. Landesmitglieder versammlung (LMV) der Wirtschaftsjunioren Hessen als auch die LEO Academy aus. Mitglieder, Anwärterinnen und Anwärter sowie Interessierte aus ganz Hessen nutzten die Gelegenheit, sich weiterzubilden, aus- zutauschen, Kontakte aufzubauen und zu vertiefen. Während die Landesmitgliederversammlung als wichtiges Gremium für die Arbeit des Lan- desverbandes diente, bot die LEO Academy insbesondere neuen und zukünftigen Mitglie- dern einen umfassenden Einblick in die Welt der Wirtschaftsjunioren. In verschiedenen Pro- grammpunkten wurden die Strukturen, Werte und Projekte des größten Netzwerks junger Unternehmerinnen und Unternehmer sowie von Fach- und Führungskräften vorgestellt. Erfahrene Wirtschaftsjuniorinnen und Wirtschaftsjunioren berichteten aus ihrer praktischen Arbeit in den Kreisen und auf Landesebene. Dabei wurde deutlich, dass die Wirtschaftsjunioren weit mehr als ein reines WJ Veranstaltungs kalender ❙ 09. Juli 2026: Stammtisch ❙ 16. Juli 2026: Tischkickerturnier ❙ 25. Juli 2026: Sommerfest Alle Veranstaltungen unter: www.wj-offenbach.de Den WJ Offenbach am Main e. V. folgen und wissen, was für junge Führungskräfte wichtig ist! LinkedIn: www.linkedin.com/company/wj-offenbach Instagram: www.instagram.com/wjoffenbach An der Landesmitgliederversammlung nahm auch der Vorstand der WJ Hessen teil. Fo to s: W J O ffe nb ac h Stolze Absolventinnen und Absolventen - zufriedene Trainer: Die LEO Academy gab Einblicke in die Welt der Wirtschaftsjunioren. 44 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NETZWERKE ihkof.de/weiterbildung BESSER.WEITER.BILDUNG. IHK Offenbach am Main Unternehmernetzwerk sind. Persönliche Wei- terbildung, gesellschaftliches Engagement, politische Mitgestaltung und der Aufbau nach- haltiger beruflicher Kontakte gehören ebenso zum Selbstverständnis des Verbandes. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhiel- ten zahlreiche Impulse für ihr eigenes Engage- ment und konnten erleben, welche Chancen die aktive Mitarbeit innerhalb des Netzwerks bietet. Gleichzeitig bot die Veranstaltung Raum für persönliche Gespräche und den Austausch von Erfahrungen über Kreisgrenzen hinweg. Zu Gast beim Sicherheitsexperten Ein besonderer Höhepunkt des Tages war der gemeinsame Netzwerkabend bei der BWS Sicherheitsdienste Harlass-Roth Bartenstein GmbH mit Geschäftsführer Frank Bartens- tein. In entspannter Atmosphäre wurden bestehende Kontakte vertieft und neue Ver- bindungen geknüpft. Der Abend zeigte einmal mehr, wie wertvoll der persönliche Austausch innerhalb der Wirtschaftsjunioren ist und wel- che Bedeutung diese lebendige Interessenge- meinschaft für die berufliche und persönliche Entwicklung haben kann. Die gelungene Kombination aus Landesmit- gliederversammlung und LEO Academy hat eindrucksvoll gezeigt, wofür die Wirtschaftsju- nioren stehen: Unternehmergeist, Verantwor- tung, Weiterbildung und ein starkes Netzwerk von Menschen, die gemeinsam die Zukunft gestalten wollen. Kontakt Gino Scalinci scalinci@wj-offenbach.de www.wj-offenbach.de Entspannter Netzwerkabend bei BWS. 45Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 SWEDISH SME SEEKING PARTNER FOR RECYCLING OF INDUSTRIAL AND MIXED-FIBER TEXTILES A Swedish SME active in circular resource management seeks an inter- national partner capable of recycling mixed-material industrial textiles and providing high-quality data on material flows, recovery rates, and environmental performance. The company offers subscription-based services to municipalities, public institutions, and industrial firms, including logistics, sorting, recycling coordination, and sustainability reporting. The desired outcome is a stable and long-term international partnership that enables increased material recovery, improved envi- ronmental reporting, and enhanced circular business models. Request more information: BRSE20260305017 BIOACTIVE LIPID INGREDIENTS FROM RENEWABLE SIDE-STREAMS FOR COSMETIC FORMULATIONS The Estonian company develops sustainable lipids produced through microbial fermentation using renewable side-streams from agriculture, food industry, and forestry as feedstock. By converting these underutilised resources into oils and fats, the SME aims to reduce dependency on conventional oils produced through large-scale agriculture and animal farming. The com- pany seeks international partners interested in evaluating and integrating fermentation-derived lipids into cosmetic formulations through technical validation, application development, and com- mercial collaboration. Request more information: BOEE20260313005 FRENCH SME SEEKS PARTNERS FOR CO-DEVELOPMENT OF AI-TECHNOLOGY FOR B2B MARKETPLACE A French company developing a B2B marketplace for refurbished bicycle components seeks partners to co-develop an AI-based techno- logy capable of identifying parts from images and generating pre-filled listings. The aim is to build a transferable technological foundation supporting circular economy models across multiple industries. Request more information: TRFR20251216013 FINNISH COMPANY OFFERING PATENTED BIOLOGICAL POWER TO METHANE TECHNOLOGY Finnish Power to Methane company offers patented biological methanation that converts green hydrogen and CO₂ into rene- wable e methane. Its high efficiency (~81%), low temperature, catalyst free, modular systems enable direct replacement of fossil gas in existing infrastructure. The company seeks partnerships with gas utilities, energy and LNG actors, industrial CO₂ emitters and integrators in Japan, Nordic, Baltic, Germany and Spain for demonstration, scale up, and commercial deployment. Request more information: BRSE20260305017 VIETNAM-BASED ENERGY COMPANY SEEKS SMART-GRID AND POWER SYSTEM TECHNOLOGY PARTNERS TO IMPROVE GRID RELIABILITY AND ASSET MANAGEMENT A Vietnam-based renewable energy and engineering company provides services in power system design, installation, and project management. The company supports clients in improving operatio- nal efficiency, reliability, and sustainability in the energy sector. It is seeking technology partners offering smart-grid and advanced solu- tions for transmission, distribution, and renewable energy systems under commercial or technical cooperation agreements. Request more information: TRVN20260326006 A DUTCH SCALE UP COMPANY ACTIVE IN HYBRID ENERGY SYSTEM DEVELOPMENTIS LOOKING FOR AN EUROPEAN MANUFACTURER OF SODIUM-ION BATTERY MODULES The company has developed Flywheel energy systems and is expanding product portfolio to ultra-efficient energy storage tech- nology into a fit-for-purpose solution that directly addresses the complex challenges of the electrification of heavy industry. Request more information: BRNL20260312021 Die Profildatenbank des Enterprise Europe Network (EEN) Internationale Geschäftspartnerschaften entdecken Der EEN-Online-Marktplatz listet mehr als 10.000 Firmenprofile und lässt sich nach Suchbegriffen und Regionen filtern. Die aktuellen Top-Profile der EEN-Profildatenbank bieten spannende Möglichkeiten, um Kontakte für das internationale Geschäft zu knüp- fen. Schauen Sie sich jetzt um und finden Sie Ihr Perfect Match! https://een.ec.europa.eu/partnering-opportunities Sie möchten eine Nachricht erhalten, sobald ein passendes Profil online ist? Sie möchten Ihr eigenes Suchprofil erstellen? Wir beraten Sie gerne persönlich! Kontakt Mirjam Pai 069 8207-256 pai@offenbach.ihk.de 46 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NETZWERKE Aktuelle Hinweise aus dem Sachverständigenwesen IHK-Sachverständiger für „Licht- und Beleuchtungstechnik“ vereidigt Am 21. Mai 2026 hat Kirsten Schoder-Stein- müller, Präsidentin der IHK Offenbach am Main, Dr. phil. nat. Nils Schreck, Ingenieurbüro Dr. Petry & Partner mbB, Offenbach am Main, als öffentlich bestellten Sachverständigen für den Bereich „Licht- und Beleuchtungstechnik“ vereidigt. Bei den folgenden Sachverständigen wurde die öffentliche Bestellung erneuert: ❙ Dipl.-Ing. Rosemarie Schorr, Rödermark, Bestellungsgebiet „Mieten und Pachten“ ❙ Roy Hamilton-Bowen, Rodgau, Bestel- lungsgebiet „Briefmarken und Numismatik ab 1800“ Die öffentliche Bestellung signalisiert: ❙ nachgewiesene besondere Sachkunde ❙ persönliche Eignung und Integrität ❙ unabhängige und objektive Tätigkeit ❙ hohe Akzeptanz bei Gerichten und Behörden Nähere Infos zum Bestellungsverfahren: www.offenbach.ihk.de/P6127/ Sachverständige gesucht? Tausende von bestellten und vereidigten Sach- verständigen führen das IHK-Sachverständigen- verzeichnis und das Sachverständigenverzeich- nis der Handwerkskammern. www.svv.ihk.de www.svd-handwerk.de Kontakt Thomas Maier 069 8207-224 maier@offenbach.ihk.de www.ihkof.de/sachverstaendige IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller vereidigte den Sachverständigen Dr. Nils Schreck. Fo to : M ah r/ IH K 47Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 NETZWERKE BIEG Hessen Online sicher und erfolgreich Das BIEG Hessen ist das Online-Marketing-Beratungszentrum der IHKs Offenbach am Main, Frankfurt und Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. Die BIEG-Experten informieren und beraten mittelständische Unternehmen während Präsenzveranstaltungen, in Webinaren und Experten-Gesprächen. Antworten auf viele Fragen und Checklisten zum Download gibt es auf der BIEG-Website. Die Teilnahme an den Online-Seminaren ist für Mitglieder der IHK Offenbach am Main kostenlos. 19. August 2026, 15:00 bis 16:30 Uhr Instagram Ads richtig einset- zen – mit kleinem Budget Kunden gewinnen Viele Unternehmen überlegen, Instagram Ads einzusetzen, sind aber unsicher, ob die Ergebnisse den Aufwand und die Kosten rechtfertigen. Haiman Benyamin, E‑Mail‑Marketing‑Experte mit langjähri- ger Erfahrung in Marketing‑Automation und datengetriebenen Kampagnen, zeigt im Live‑Webinar, wie sich Werbung auch mit begrenztem Budget sinnvoll nutzen lässt. Er erläutert, wie Unternehmen, Selbstständige und Gründende Anzei- gen auf Instagram systematisch in ihre Marketingstrategie einbinden. Die Teilnehmenden erfahren: ❙ welche Ziele mit Instagram Ads rea- listisch sind und wofür sich Anzeigen mit kleinem Budget eignen, ❙ wie sie Zielgruppen auswählen, passende Inhalte entwickeln und Kampagnen sinnvoll vorbereiten, ❙ wie sie typische Anfängerfehler ver- meiden und erkennen, ob sie mit ihren Anzeigen auf dem richtigen Weg sind. 26. August 2026, 15:00 – 16:30 Uhr Mehr Umsatz mit automatisiertem E-Mail-Onboarding Viele Unternehmen generieren mit viel Aufwand neue Kundenkontakte, ver- lieren diese jedoch im weiteren Prozess wieder. E‑Mail‑Marketing‑Experte Hai- man Benyamin zeigt im Live‑Webinar, wie Unternehmen ihr Onboarding mit automatisierten E‑Mail‑Strecken struk- turieren. Er vermittelt, wie effizientes und personalisiertes E-Mail-Marketing zur Kundenbindung beitragen kann. Die Teilnehmenden lernen: ❙ wie sie ihren Kundenprozess vom ersten Kontakt bis zur langfristigen Bindung klar strukturieren, ❙ wie sie passende E‑Mail‑Strecken aufbauen und gezielt einsetzen, ❙ wie sie Automationen sinnvoll nutzen und dabei unnötigen Aufwand vermeiden. 2. September 2026, 15:00 – 16:30 Uhr Google Ads Basics: Verstehen, planen, erfolgreich schalten Viele Unternehmen möchten mit Google Ads neue Kunden gewinnen, stehen jedoch vor der Frage, wie sie Kampagnen sinnvoll aufbauen können und welche Maßnahmen tatsächlich wirken. Chris- tian Jäger, SEO-Experte mit langjähriger Erfahrung in Online‑Marketing und Web- entwicklung, zeigt im Live‑Webinar, wie Unternehmen Google Ads strukturiert planen und gezielt einsetzen. Die Teilnehmenden erfahren: ❙ wie sie Google‑Ads‑Kampagnen pla- nen und mit klaren Zielen ausrichten, ❙ was sie bei der Auswahl von Anzeigen und Keywords beachten müssen, um ihre relevanten Zielgruppen zu erreichen, ❙ wie sie ihre Budgets sinnvoll ein- setzen und typische Einsteigerfehler vermeiden. Jetzt auf der BIEG-Website anmelden: www.bieg-hessen.de Angemeldete Personen erhalten den Link zum Livestream vor Seminarbeginn per E-Mail. 48 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 VERANSTALTUNGEN ihkof.de/kaiko Werkstätten Hainbachtal feiern und zeigen, was sie können Unterstützer und Gäste willkommen Unter dem Motto „Sommerfest 2026 – Gemeinsam weiterkommen!“ laden die Werkstätten Hainbachtal gGmbH zu einem inklusiven Begegnungsfest am 29. August 2026 von 11:00 bis 17:00 Uhr ein. Ziel ist, Menschen mit und ohne Behinderung aus der gesamten Region zusammenzubringen, Barrieren abzubauen und Teilhabe erlebbar zu machen – größer, bunter und inklusiver als je zuvor. Das Sommerfest versteht sich nicht nur als gesellschaftliches Highlight, sondern auch als Plattform für Austausch und Vernetzung. Mit einem vielfältigen Programm aus Musik, kreativen Angeboten, Kulinarischem und zahlreichen Mitmachaktionen wird Inklusion erlebbar gestaltet. Gäste können einen Blick hinter die Kulissen werfen und Leistungen kennenlernen, die auch für Unternehmen interessant sind, darunter komplexe Montagearbeiten sowie umfangreiche Prozessketten. Die Werkstät- ten begleiten täglich über 600 Menschen mit Behinderung bei Arbeit, Bildung und gesellschaftlicher Teilhabe an verschiedenen Standorten. Für ihr Engagement wurden sie 2021 als IHK-Unikat ausgezeichnet. Unternehmen als Partner Das Sommerfest ist ein Herzensprojekt – und zugleich ein öffentliches Schaufenster für unternehmerische Verantwortung. Mög- lich wird die Veranstaltung insbesondere durch die Unterstützung von Partnerunter- nehmen. Ob durch Spenden, personelle Unterstützung oder weitere Formen des Engagements – jede Beteiligung trägt zum Gelingen des Festes bei. Für Unternehmen, die sich darüber hinaus finanziell einbringen möchten, wurden drei Partnerschaftsmodelle entwickelt. Diese bieten individuelle Möglichkeiten, gesellschaftliche Verantwortung sichtbar zu übernehmen und aktiv zur Förderung von Inklusion beizutragen. Kontakt Thomas Belz 069-85002-220 thomas.belz@werkstaetten-hainbachtal.de www.whg.social Größer, bunter, inklusiver! SAVE THE DATESAVE THE DATE SS 20262026 11-17 Uhr11-17 Uhr OMMERFESTOMMERFEST der Werkstätten HainbachtalgroßegroßeFür dasFür das 49Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 VERANSTALTUNGEN ihkof.de/kaiko Offenbacher WIRTSCHAFT Das Magazin der Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main für die Region 09–10 | 2026 Smart und erfolgreich Erscheinungsweise 6 Ausgaben pro Jahr ( jeweils am 1. des Monats) Ausgabedatum 2. Juli 2026 Titelbild Foto: Stadtmarketing Obertshausen Das Magazin wird auf umwelt- freundlichem FSC®-zertifizierten Papier klimaneutral gedruckt. Designkonzept, Gestaltung, Titelbild, Verlag und Druck Druck- und Verlagshaus Zarbock GmbH & Co. KG, 60386 Frankfurt www.zarbock.de Verlagsleitung: Ralf Zarbock Anzeigendisposition Anja Bäumel Tel. 069 420903-75 anja.baeumel@zarbock.de Anzeigenpreisliste Gültig ab 1. November 2025 IMPRESSUM Herausgeber Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main Postfach 10 08 53 63008 Offenbach am Main Frankfurter Straße 90 63067 Offenbach am Main Tel. 069 8207-0 | Fax -199 redaktion@offenbach.ihk.de www.offenbach.ihk.de Verantwortlich Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main Redaktion redaktion@offenbach.ihk.de Birgit Arens (Chefredakteurin) Tel. 069 8207-248 arens@offenbach.ihk.de Esther Mahr Tel. 069 8207-234 mahr@offenbach.ihk.de Viktoria Schaab Tel. 069 8207-403 schaab@offenbach.ihk.de Mediadaten www.offenbach.ihk.de/P167 Der Bezug der IHK-Zeitschrift erfolgt im Rahmen der IHK-Mitgliedschaft und kann jederzeit per Hinweis an den Herausgeber beendet oder wieder aufgenommen werden. Wir nutzen in der IHK Offenbach am Main eine Sprache, die gerecht ist und niemanden bevorzugt oder benachteiligt, jeden anspricht und nieman- den ausschließt. Unsere Sprache respektiert die aktuellen Recht- schreibregeln und ist gleichzeitig verständlich, eindeutig und gut lesbar. Da wir im Sinne der Gleichbehandlung immer alle Geschlechter mei- nen, verwenden wir zum Beispiel Doppelnennun- gen, geschlechterneutrale Begriffe, Pluralformen, Funktionsbezeichnungen oder abwechselnd die männliche und die weibliche Form. Wenn gele- gentlich nur eine Form genannt wird, um bessere Lesbarkeit zu erreichen oder weil es übergeordne- te Vorgaben erzwingen (z. B. Prüfungsordnungen), gilt diese im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter und Personengruppen. Mit dieser Vorgehensweise beabsichtigen wir keinerlei Wertung. Auf Zusatzzeichen und Binnengroßbuchstaben verzichten wir, weil diese die Barrierefreiheit, den Lesefluss und die Auffindbarkeit durch Such maschinen beeinträchtigen. Derzeit gibt es in Deutschland keine einheitlichen Regeln für eine geschlechtergerechte Sprache. In der IHK Offenbach am Main nehmen wir an der Diskussion zum Thema teil und entwickeln auch im Netzwerk der deutschlandweiten IHK-Organisa- tion weitere praxisnahe, akzeptable Lösungen dazu. Sie haben Fragen, Hinweise oder Anregungen zur geschlechterneutralen Sprache? Dann schreiben Sie uns: redaktion@offenbach.ihk.de Beilage Wortmann AG, Hüllhorst Schultz GmbH & Co. KG, Wiesbaden VORSCHAU 09–10 Titelthema | Smart und erfolgreich Anzeigenschluss für die Ausgabe September/Oktober 2026 ist der 5. August 2026. Redaktionsschluss für die Ausgabe November/Dezember 2026 ist der 1. Oktober 2026. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass sich die Themen aus aktuellen Anlässen ändern können. Die IHK beim Boarding online kennenlernen Das sollten Sie unbedingt über Ihre IHK-Mitgliedschaft wissen! Beim Boarding am Donnerstag, 27. August 2026, um 15:00 Uhr stellt sich die IHK Offenbach am Main ihren neuen Mitgliedern vor. Wer Mitglied der IHK Offenbach am Main ist, kann viele Beratungsangebote und Services kostenlos in Anspruch nehmen. Das IHK-Boarding informiert dazu und präsentiert außer- dem unterschiedliche IHK-Netzwerke, Veranstaltungen, Möglichkeiten zur eigenen Mitarbeit und Kontakte zu wichtigen Ansprechpartnern. Die Teilnahme an dem Webinar ist kostenlos. Anmeldung: www.ihkof.de/boarding Ill us tra tio n: IH K 50 Offenbacher Wirtschaft Juli/August 2026 VERANSTALTUNGEN Business to Business Ihr direkter Kontakt zum Marktplatz: 0 69/42 09 03-75 oder per E-Mail verlag@zarbock.de Mit einer Anzeige in der Offenbacher Wirtschaft erreichen Sie 20.000 Entscheiderinnen und Entscheider in Stadt und Kreis Offenbach. Nachrichten: Unternehmen werden digitaler, haben aber noch viel zu tun | Ratgeber: In Zeiten von KI im Internet sichtbar bleiben | Veranstaltungen: Jetzt vormerken! Offenbacher Dialog und IHK-Jahresempfang Klima. Krise. Chancen. 03 – 04 | 2026 Wirtschaftsfaktor Gesundheit Nachrichten: IHK-Geschäftsbericht 2025 – Rückblicke auf ein forderndes, ereignisreiches Jahr | Ratgeber: Widerrufs- button auf Websites wird Pflicht | Veranstaltungen: IHK-Jahresempfang mit Prof. Dr. Isabell Welpe 05– 06 | 2026 Wir beraten Sie gerne: Susanne Rohrmann-Leibfahrt Telefon 0 69 /42 09 03-76 susanne.rohrmann-leibfarth@zarbock.de Marion Stumpp Telefon 0 69 /42 09 03-51 marion.stumpp@zarbock.de Anzeigenschluss für die September/Oktober- Ausgabe: 5. August 2026 Sichern Sie sich Ihre Platzierung unter 0 69 /42 09 03-51 verlag@zarbock.de Sicherheit Mobile Einbruchmeldeanlage Zur Miete und Kauf Sofortmontage jederzeit 24h-Service BWS Sicherheitsdienste GmbH Tel. 0 69 / 88 81 45 Mobile Einbruchmeldeanlage Zur Miete und Kauf Sofortmontage jederzeit www.bws-offenbach.de Sicherheitsdienst Frankfurter PackerFrankfurter Packer Umzüge und LagerungUmzüge und Lagerung A.F. UMZÜGE GmbH Benzstraße 27 63110 Rodgau Telefon: 06106-283 660 06106-283 660 info@frankfurter-packer.de Umzüge und Lagerung Handtücher mit Logo HANDTUCH-FABRIK Handtücher mit Handtücher mit LOGO / Namen LOGO / Namen BESTICKEN BESTICKEN EINWEBENEINWEBEN handtuchfabrik.de Immobilien NEUE PERSPEKTIVEN ERÖFFNEN adler-immobilien.de Tel. 069. 955 22 555 Wir bieten kostenfreie, innovative Be- wertungskonzepte für Wohnimmobilien durch unsere Dekra-Sachverständigen. Sie planen eine Immobilie zu verkaufen – nehmen Sie hier in Zeiten variabler und volatiler Entwicklungen die Hilfe von Experten an. Informieren Sie sich über den optimalen Verkaufswert. Zeitarbeit Koch & Benedict GmbH Personal-Service. Ihr zuverlässiger Partner bei Personalbedarf. 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