Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? Von der Idee bis zur Umsetzung UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? Von der Idee bis zur Umsetzung UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 4 Auf der ANL-Homepage finden Sie weitere Informationen zu: • Ansprechpartner für fachspezifische Fragen, Planungen, Bau und Unterhaltung der Gestaltungsmaß- nahmen • Bezugsmöglichkeiten für Saatgut, Habitatstrukturen und Ähnliches • Einstiegswissen für Unternehmen zum Thema naturnahe Firmengelände • Umsetzungsbeispiele von Unternehmen und Behörden • Netzwerke für die Wirtschaft • Weiterführende Informationen zum Thema Unternehmen und biologische Vielfalt www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm http://www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 5 Inhaltsverzeichnis 6 Verantwortung leben 7 Naturnah gestalten 12 Chancen erkennen und Vorteile nutzen 12 Welchen Mehrwert haben naturnah gestaltete Unternehmensflächen? 12 Sie stärken das Firmenimage positiv 12 Sie steigern die Motivation und Kreativität 13 Sie sparen Kosten ein 14 Sie kommunizieren ökologische Verantwortung nach außen 14 Sie nutzen Synergieeffekte bei Kompensationsmaßnahmen 14 Sie fördern Biodiversität, Naturhaushalt und Naturbewusstsein 15 Herausforderungen begegnen 15 Holen Sie Expertise ein 15 Achten Sie auf naturschutzrechtliche Vorgaben 16 Beachten Sie Sicherheitsaspekte und Auflagen 16 Berücksichtigen Sie Mieterpflichten 17 Umgestaltung angehen 22 Häufig gestellte Fragen 23 Impressum UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? Von der Idee bis zur Umsetzung Abbildung 1 Außenareal Bayerisches Landesamt für Umwelt (Foto: Bayerisches Landesamt für Umwelt). Verantwortung leben Was haben Unternehmen mit Biodiversität zu tun? Eine Menge! Unternehmerisches Handeln hat Ein- fluss auf die Biodiversität, also die Vielfalt von Ar- ten und Lebensräumen. Die Gewinnung von Roh- stoffen, das Produkt selbst, die Produktions- und Verarbeitungsprozesse oder der Transport haben direkte oder indirekte Auswirkungen auf die Bio- diversität. Lebensräume werden übernutzt oder zerstört, Lebensbedingungen verschlechtern sich durch negative Wirkungen auf Boden, Wasser, Luft und Klima. Im Rahmen des Biodiversitätsma- nagements gestalten Unternehmen ihre Prozesse, Produkte und Projekte so, dass der Unternehmens erfolg gesichert ist und gleichzeitig die Biodiversi- tät erhalten wird. Eine besondere Herausforderung bei der Vermei- dung von Biodiversitätsschäden ist das nachhaltige Lieferkettenmanagement, das die Gewinnungs- methoden, die Menge und die Qualität der benö- tigten Güter umfasst. Auswirkungen auf die Bio diversität sind hier vielfältig und betreffen meist Flächen, die sich nicht im Eigentum oder Besitz eines Unternehmens befinden. Einen Einstieg in das anspruchsvolle Thema bieten die eigenen Firmenflächen. Sie können verhältnis- 6 mäßig leicht und auch mit wenig Ressourcen na- turnah gestaltet werden. So wird Biodiversität für Mitarbeiter, Kunden und Anwohner täglich sicht- bar und erlebbar. Viele Unternehmen haben Nachhaltigkeitsziele formuliert, wie die Reduktion der Emissionen und des Ressourcenverbrauchs. Die naturnahe Gestal- tung von Liegenschaften und die Förderung der Biodiversität am Standort ist eine attraktive und innovative Ergänzung des betrieblichen Umwelt- und Nachhaltigkeitsmanagements. Naturnah und attraktiv gestaltete Firmengelände haben auch viele Vorteile für die Unternehmen. Sie können ihre Flächen als eine grüne Visitenkarte nutzen und ihr Engagement für die Umwelt nach außen hin sichtbar machen. Eine grüne Umgebung steigert zudem die Kreativität und die Leistungs- fähigkeit der Mitarbeiter. Die gemeinsame Umset- zung von Gestaltungsmaßnahmen verbessert den Teamgeist und erhöht die Mitarbeiterzufrie- denheit. Das Unternehmensgelände wird zur Ver- mittlung des Themas „Biodiversität“ genutzt und fördert das Naturbewusstsein. Naturnah gestalten Durch die naturnahe Gestaltung von Firmenge- länden kann jedes Unternehmen einen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Biodiversität wird hier als die Vielfalt an Arten, die Vielfalt an Lebensräumen (Ökosystemen) und die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten verstanden. Unternehmensflächen können aufgrund ihrer La- ge in städtischen Gebieten oder am Übergang zwischen Ortslage und umgebender Landschaft wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen bieten, wenn sie naturnah angelegt sind. Was sollten Sie bei einer naturnahen Gestaltung beachten? •_ Natürliche Kreisläufe und ökologische Prozesse (soweit möglich) zulassen •_ Auf die natürlichen Standortbedingungen achten •_ Heimische und standortgerechte Pflanzen und Materialien verwenden •_ Habitate für heimische Tierarten optimieren •_ Nährstoffarme Standorte erhalten oder neu schaffen •_ Auf Dünger und Pestizide verzichten •_ Teilbereiche verwildern lassen •_ Regenwasser rückhalten oder versickern lassen •_ Versiegelte Flächen minimieren UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 7 Auf welchen Flächen können Maßnahmen umgesetzt werden? Diese Gebäudeteile und Außenanlagen erfüllen unterschiedliche Funktionen (Repräsentation, Aufenthalt, Erholung), die bei der Auswahl und Umsetzung der Maßnahmen in Betracht gezogen werden sollten. Die dauerhafte Verfügbarkeit von Flächen ist ein wichtiger Aspekt bei der konkreten Maßnahmen- planung. Auf potenziellen Erweiterungsflächen des Unternehmens ist es nicht ratsam, aufwendige und langfristig angelegte Maßnahmen umzuset- zen. Hier sind kurzfristigere Maßnahmen geeigne ter, wie die Ansaat einer Blumenwiese. UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 8 Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (1) Dach- und Fassadenbegrünungen Dach- und Fassadenbegrünungen werten das Gebäude optisch auf. Der Blick auf grüne Dächer und Fassaden erhöht die Mitarbeitermotivation und verbessert die Regeneration. Begrünte Dächer bremsen den Regenwasserabfluss und kühlen die Dachflächen. Sie bieten zudem Lebensräume für Vögel, Schmet terlinge und Käfer und tragen zu einem geringeren Energieverbrauch des Gebäudes bei. Abbildung 2 Begrüntes Dach des Primavera-Firmensitzes in Oy-Mittelberg (Foto: Primavera Life GmbH). Gestaltung des Eingangsbereiches Ein individueller und naturnah gestalteter Eingangs bereich ist ein Willkommensgruß für Kunden und Gäste. Er bietet Gelegenheit, sich als nachhaltiges und innovatives Unternehmen zu präsentieren. Als sichtbarster Bereich des Firmengeländes sollte der Eingangsbereich über einen großen Teil des Jahres attraktiv sein. Empfehlenswert sind Wildstaudenpflanzungen aus heimischen Pflanzen, Teiche mit Wasser- und Röhrichtpflanzen oder Feuchtbeete, der Einsatz ortstypischer Steine, Steinsetzungen sowie Skulp- turen aus Holz. Abbildung 3 Gestalteter Eingangsbereich bei Wenninger & Kugler GmbH, Neuching (Foto: ANL). UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 9 Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (2) Artenreiche Blumenwiesen Artenreiche Wiesen bestechen durch ihre bunte Blütenvielfalt und bieten eine hohe Aufenthalts- qualität. Blumenwiesen sind im Unterhalt günstig, weil sie nur zwei- bis dreimal im Jahr gemäht wer- den müssen. Für die Ansaat gibt es regionale Sa- menmischungen für unterschiedliche Standorte. Artenarme Wiesen können zu blütenreichen Wie- sen entwickelt werden, indem nach Auflockerung der Grasnarbe Blumenmischungen ohne Gräser eingesät werden. Für Insekten stellen die Wiesenblumen Pollen und Nektar bereit. Der Insektenreichtum bedeutet Nah rung für Singvögel, Eidechsen und Kleinsäuger. Abbildung 4 Artenreiche Blumen- wiese am Gelände des Landesamtes für Umwelt in Augsburg (Foto: Christoph Bücheler). Hecken und Bäume Hecken, Einzelbäume und Alleen sind besonders geeignet, die Unternehmensgebäude in das Orts- bild einzubinden und bilden in einer Ortsrandlage einen harmonischen Übergang in die Landschaft. Heimische, an den Standort angepasste Hecken und Bäume bieten Nahrung, Lebensraum sowie Nist- und Brutplätze für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere. Sie stellen einen attraktiven Sichtschutz dar und wirken als Staubfilter, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsregulierer. Abbildung 5 Amtsgarten des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung Freilassing (Foto: ADBV Freilassing). UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 10 Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (3) Entsiegelung von Parkplätzen und Wegen Parkplätze und Verkehrswege werden häufig von Mitarbeitern und Kunden genutzt. Durch eine Entsiegelung wird der Natur Fläche zurückgege- ben und ein positiver, moderner und naturnaher Eindruck vermittelt. Betonpflaster mit Rasen- oder Splittfugen für stark frequentierte Stellplätze oder Schotterrasen für Wege und weniger frequentierte Plätze erlauben die Versickerung von Regenwas- ser, was zusätzlich auch noch Abwassergebühren spart. Entsiegelte Parkplätze und Wege bieten Kleinst lebensräume für Tiere und Pflanzen und fördern das Bodenleben. Abbildung 6 Schotterrasen der Firma Rieger & Hofmann (Foto: Rieger & Hofmann). Schaffung von Lebensräumen und Nisthilfen Nisthilfen oder Habitatstrukturen wie Totholz oder Steinhaufen schaffen Möglichkeiten für die Beob achtung von Tieren. Der Zusammenhalt im Team kann durch die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Maßnahmenumsetzung zusätzlich gestärkt werden. Platz für Nisthilfen oder Habitatstrukturen gibt es auf jedem Firmengelände. Das Anbringen von Nist- und Fledermauskästen oder das Aufstellen von Insektenhotels sind Maßnahmen, die kaum Kosten verursachen und dennoch einen wichtigen Bei- trag zum Erhalt der lokalen Artenvielfalt leisten. Habitatstrukturen unterstützen die Ansiedlung von Vögeln, Fledermäusen, Insekten, Amphibien und Reptilien. Abbildung 7 Aufstellen eines Insektenhotels (Foto: Radeberger Gruppe KG). UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 11 Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (4) Regenwassermanagement und Wasserflächen Mit heimischen Wildstauden bepflanzte Rückhal- teteiche, Entwässerungsmulden oder Bachläufe haben eine hohe Aufenthaltsqualität. Als Teil des Regenwassermanagements ergeben sich zusätzliche Vorteile: Niederschlagswasser, das versickert, trägt zur Grundwasserneubildung bei. Regenwasser, das zurückgehalten wird, reduziert Hochwassergefahren. Zudem vermindern größere Wasserflächen eine Überhitzung im Sommer. Gleichzeitig können am Gewässerrand Lebens- räume für Feuchtvegetation, Insekten, Amphibien und Vögel entstehen. Abbildung 8 Naturnahe Bepflanzung eines Teiches mit Sumpfdotterblumen (Foto: Martin Schnittler/piclease). Insektenfreundliche Außenbeleuchtung Die Beleuchtung des Außengeländes lockt nacht aktive Insekten an, die dadurch in ihrem natür- lichen Lebensrhythmus gestört werden können. Insektenfreundliche LED-Leuchtmittel, die nach oben abgeschirmt sind und warmweißes Licht haben, oder die Reduzierung der Beleuchtung beziehungsweise der Einsatz von Bewegungs- meldern vermindern die Anziehungskraft für Insekten. LED-Leuchten verringern dazu den Energieverbrauch und leisten dadurch einen Beitrag zum Klimaschutz. Abbildung 9 Ein nachtaktives Insekt: die rotbraune Gras-Eule (Foto: Peter Buchner/piclease). Chancen erkennen und Vorteile nutzen Welchen Mehrwert haben naturnah gestaltete Unternehmensflächen? Abbildung 10 Chancen und Vorteile naturnaher Unterneh- mensareale. Abbildung 11 Pflanzaktion bei der Pri- mavera Life GmbH (Foto: Primavera Life GmbH). UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 12 Der sichtbare Beitrag zum Umweltschutz und zur Biodiversität auf dem Firmenareal trägt zu einem positiven, innovativen und modernen Firmenimage bei. Das Mehr an Natur erhöht die Lebensqualität, die Kreativität und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter am Arbeitsplatz und beeindruckt Be- sucher und Kunden. Die naturnahe Gestaltung verschönert das Ortsbild und bietet für Nachbarn eine attraktivere Umgebung. Darüber hinaus kön- nen Kosten eingespart werden. Abbildung 10 zeigt verschiedene Chancen und Vorteile, die dann im Folgenden kurz erläutert werden. Sie stärken das Firmenimage positiv Der Einsatz von Unternehmen für Natur und Um- welt wird in der Öffentlichkeit zunehmend positiv wahrgenommen. Ein naturnah gestaltetes Firmen gelände wirkt als Aushängeschild. Entsprechende Maßnahmen führen zu einem attraktiven Unter- nehmensauftritt und tragen zu einem positiven Image in der Öffentlichkeit bei Kunden, Geschäfts partnern, anderen „Stakeholdern“ wie auch bei Mitarbeitern bei. Als „grüne Visitenkarte“ lassen sich naturnah gestaltete Liegenschaften nach au- ßen darstellen. Sie kommunizieren ein konsisten tes unternehmerisches Handeln, eine innovative Haltung und eine moderne Unternehmenskultur, die Verantwortung übernimmt. Zahlreiche Unternehmen, die ihr Gelände naturnah umgestaltet haben, nutzen dieses zur Vermark- tung und zur Kommunikation. Sie schaffen dadurch eine positive Reputation und bieten beispielswei- se Führungen für verschiedene Gruppen an (Un- ternehmen, Kunden, Schulklassen, Anwohner). Sie steigern die Motivation und Kreativität Die Gegenwart von Pflanzen und Tieren in einer naturnahen Umgebung fördern das Wohlbefinden und die Kreativität von Menschen. Diese Erkennt- nisse der Hirnforschung setzten Unternehmen bereits um, indem sie für Mitarbeiter der Kreativ abteilung naturnah gestaltete Außenarbeitsplätze bereitstellen. Auch der Blick aus dem Fenster ins Grüne erhöht die Konzentrations- und Leistungs- fähigkeit. Gleichzeitig sind naturnahe Aufenthaltsbereiche bei den Mitarbeitern beliebt und leisten einen wichtigen Beitrag zum Stressabbau. Die Einbeziehung der Mitarbeiter in die Planung und Umsetzung der Maßnahmen, etwa durch ge- meinsame Pflanz- und Pflegeaktionen, fördert die Zufriedenheit, stärkt den Zusammenhalt zwischen den Mitarbeitern und wirkt sich positiv auf die Motivation aus. Sie sparen Kosten ein Die Pflegekosten für naturnah gestaltete Flächen sind häufig geringer als für intensiv gepflegte Grün flächen, da keine Kosten für Dünger und Pestizide anfallen und weniger Pflegegänge erforderlich sind. Auch hier können Kosten eingespart werden: • Ein Teil der von Gemeinden erhobenen, gesplit teten Abwassergebühr wird auf die Entsorgung von Regenwasser erhoben. Die Berechnungs- grundlage ist dafür die Größe der versiegelten Grundstücksfläche. Durch entsiegelte Flächen (durchlässige Beläge, Versickerung des Regen- wassers auf dem Betriebsgelände, beispielsweise auf Parkplätzen) lassen sich diese Gebühren deutlich senken. • Fassadenbegrünungen senken den Energiever- brauch für Kühlung, da sie im Sommer vor Son- neneinstrahlung und Hitze schützen. • Dachbegrünungen wiederum sorgen für eine bessere Wärmedämmung beziehungsweise Kühlung im Sommer und eine längere Lebens- dauer der Dachabdichtung. • Photovoltaikanlagen, die auf begrünten Dächern errichtet wurden, haben infolge der verminder- ten Umgebungstemperatur einen höheren Wir- kungsgrad. Neben dem kühlenden Effekt durch die Wasserverdunstung der Pflanzen wirkt sich positiv aus, dass sich begrünte Flächen weniger stark erhitzen. Abbildung 12 Kombination von Dach- begrünung und Photo- voltaikanlage auf dem Münchner Technologie- zentrum (Foto: ZinCo GmbH). Sie kommunizieren ökologische Verantwortung nach außen Ein biodiversitätsorientiertes Liegenschaftsmana gement kann zur Kommunikation der Unterneh- mensphilosophie beitragen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn ein direkter Bezug zum Kerngeschäft des Unternehmens hergestellt werden kann. Die Vermarktung von biodiversitätsfördernden Maß- nahmen unterstreicht dann die Bedeutung der Natur für das unternehmerische Handeln und die Authentizität der Unternehmensphilosophie. So nutzen Unternehmen Biodiversität für ihr Kern- geschäft oder die Öffentlichkeitsarbeit: • Im naturnahen Tourismus tragen naturnah ge- staltete Außenanlagen von Unterkünften dazu bei, dass Feriengäste sich wohlfühlen. • Unternehmen aus dem Kosmetik- und Pharma bereich nutzen Duft- oder Heilkräutergärten als Rohstoffe für die Produktion oder zur Erforschung und Entwicklung neuer Produkte. In Schaugärten können sie diese Pflanzen Kunden und Gästen präsentieren. • Lebensmittelverarbeitende Unternehmen pro- duzieren auf ihren Firmenflächen Rohstoffe naturverträglich (zum Beispiel: Obst aus Streu obstwiesen) oder legen Schaugärten an. Abbildung 13 Obstbaumpflanzung auf dem Firmengelände von Bionade (Foto: Bionade). • In Kliniken sind die naturnah gestalteten Außen anlagen ein unterstützender Faktor bei der Ge- nesung der Patienten. • Für Immobiliengesellschaften fördert eine attrak tive und gleichzeitig biodiversitätsfördernde Liegenschaftsgestaltung die Zufriedenheit der Mieter. Gleichzeitig bedeutet dies die Sicherung des Immobilien- beziehungsweise Mietpreises. UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 13 Sie nutzen Synergieeffekte bei Kompensationsmaßnahmen Abbildung 14 Erdarbeiten für eine Ausgleichsfläche (Foto: ifuplan). So entsteht ein Zusatznutzen: Naturnah gestaltete Flächen auf dem Unternehmensgelände können Eingriffe in Natur und Landschaft kompensieren, die etwa durch den Bau von Zufahrten, Lager- oder Produktionshallen entstehen. Grundsätzlich sind erhebliche Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft nach § 13 Bundesna turschutzgesetz (BNatSchG) zu vermeiden und – soweit es sich um unvermeidbare Beeinträchtigun gen handelt – durch Ausgleichs- oder Ersatzmaß- nahmen zu kompensieren. Auswirkungen auf den Naturhaushalt sind auch in der Bauleitplanung nach § 1 Absatz 6 Nr. 7 zu berücksichtigen und nach § 1 a Abs. 3 Baugesetzbuch (BauGB) so weit wie möglich zu vermeiden beziehungsweise zu kompensieren. Die Möglichkeit zu einem Ausgleich durch vorgezogene Kompensationsmaßnahmen sind in § 135 a BauGB geregelt. Diese vorgezogenen Kompensationsmaßnahmen werden in ein Ökokonto eingebucht. Sobald ein Eingriff erfolgt, können die Flächen aus dem Öko- konto abgebucht werden. Für die Maßnahmen flächen werden Entwicklungsziele definiert, zum UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 14 Beispiel extensives Grünland, Hecke, Stillgewässer. Die Anerkennung und Anrechnung der Kompen- sationsmaßnahmen erfolgt in Abstimmung und Zusammenarbeit mit der zuständigen Kommune und der unteren Naturschutzbehörde. Kompensationsmaßnahmen auf Firmenarealen setzen voraus, dass • sie als gleichartige oder gleichwertige Kompen- sation eine ökologische Aufwertung darstellen, • für sie keine öffentlichen Fördermittel in An- spruch genommen wurden und • sie der örtlichen und überörtlichen Land- schaftsplanung entsprechen. Als Ökokonto-Maßnahme müssen sie überdies freiwillig und ohne sonstige rechtliche Verpflich- tung durchgeführt werden. Weitere Hinweise zur Kompensation liefert der Leitfaden „Bauen im Einklang mit Natur und Landschaft“ des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (www.stmuv. bayern.de/themen/naturschutz/eingriffsregelun gen/eingriff.htm). Sie fördern Biodiversität, Naturhaushalt und Naturbewusstsein Biodiversität umfasst, neben der Vielfalt an ver- schiedenen Tier- und Pflanzenarten, auch die ge- netische Vielfalt sowie die Vielfalt der Lebensräume. Naturnahe Grünflächen und Habitatstrukturen verbessern das Lebensraumangebot für heimi sche Tier- und Pflanzenarten. Sie leisten dadurch einen wichtigen Beitrag zum Schutz und zur Ent- wicklung der lokalen Biodiversität. Gleichzeitig tragen naturnah gestaltete Unterneh- mensflächen zum Schutz von Grund- und Ober- flächenwasser bei, sie schützen den Boden, wirken sich positiv auf die Luftqualität und das Lokalklima aus und bereichern das Stadt- und Landschafts- bild. Auf naturnah gestalteten Unternehmensflächen wird Biodiversität für Mitarbeiter, Kunden und Gäs te erlebbar. Durch Informationstafeln oder Füh- rungen können ökologische Zusammenhänge vermittelt werden. Dies trägt dazu bei, das Natur- bewusstsein zu fördern. http://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/eingriffsregelungen/eingriff.htm http://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/eingriffsregelungen/eingriff.htm http://www.stmuv.bayern.de/themen/naturschutz/eingriffsregelungen/eingriff.htm Herausforderungen begegnen Abbildung 15 Lösungsansätze für mögliche Herausforde- rungen und Risiken. UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 15 Neben den verschiedenen Vorteilen und Chancen, die ein biodiversitätsorientiertes Liegenschafts- management bietet, sind bei der Umsetzung entsprechender Maßnahmen einige Herausforde- rungen zu beachten: Holen Sie Expertise ein Das Liegenschaftsmanagement ist häufig nicht Teil des Kerngeschäfts. Hier bestehen verständli- cherweise Unsicherheiten in Bezug auf den Prozess der Umgestaltung. Mit einer fachlichen Begleitung können die Gestaltungs- und Pflegemaßnahmen optimal umgesetzt werden. Unter Umständen hat dies sogar positive Auswirkungen auf die Kosten. Daher können Unternehmen von einem naturver- träglichen Liegenschaftsmanagement profitieren. Dafür sollten sie sich jedoch extern beraten lassen. Folgende Ansprechpartner können bei der Um- gestaltung helfen: • Landschaftsarchitekten • Garten- und Landschaftsbauunternehmen • Umweltämter und Naturschutzbehörden • Umweltverbände und Naturschutzvereine Informationen finden sie dazu auf der ANL-Web site: www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_ natur.htm. Achten Sie auf naturschutzrechtliche Vorgaben Siedeln sich geschützte Arten auf Flächen an, die zuvor naturnah gestaltet wurden, kann eine Nut- zungsänderung zu naturschutzrechtlichen Aufla- gen führen. Eine vorausschauende Planung, die eine räum- liche Trennung von potenziellen betrieblichen Er- weiterungsflächen und biodiversitätsfördernden Maßnahmen voraussieht, kann dabei helfen, die- sen Konflikt zu vermeiden oder zumindest zu ent- schärfen. Abbildung 16 Zauneidechse – eine streng geschützte Art (Foto: Michael Schwartze/ piclease). Es empfiehlt sich, vor einer geplanten Umgestal- tung mit Fachplanern und den zuständigen Na- turschutzbehörden in Kontakt zu treten. Falls die Ansiedlung von streng geschützten Arten zu er- warten ist, kann in Bayern von den Naturschutz- behörden unter bestimmten Bedingungen eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung nach § 45 Abs. 7 Satz 1 Nr. 1, 4 oder 5 BNatSchG oder eine Befreiung nach § 67 (2) in Aussicht ge- stellt werden. http://www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm http://www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 16 Beachten Sie Sicherheitsaspekte und Auflagen Unter Umständen können Sicherheitsaspekte oder Auflagen gegen einzelne Maßnahmen einer natur nahen Gestaltung der Liegenschaften sprechen. Beispiele für Aspekte, die gegebenenfalls beach- tet werden müssen: • Aufgrund von Brandschutzbestimmungen im Umkreis von feuergefährdeten Betriebsstätten kann eine häufige Mahd vorgeschrieben sein. Unternehmen sind nach dem Brandschutzrecht dazu verpflichtet, Feuerwehrzufahrten zu Ob- jekten zu gewährleisten. Da diese Flächen häu- fig nur in Ausnahmefällen befahren werden, können diese zum Beispiel als niederwüchsiger Schotterrasen gestaltet werden. • Verkehrsrechtliche Vorschriften für Straßen und Zufahrten (zum Beispiel Einhaltung von Halte abständen, Sichtachsen bei Einmündungen) können die Gestaltungsmöglichkeiten beschrän ken. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kommune, welche Anforderungen für ihre Liegenschaft bestehen. • Sicherheitsaspekte können auch statische und technische Anforderungen für die Anlage einer Fassaden- oder Dachbegrünung betreffen. Bei Neuplanungen werden die statischen An- forderungen von Beginn an integriert. Bei nach- träglichen Einbauten muss geprüft werden, für welche Begrünungen die Voraussetzungen be- stehen. Bei Dachbegrünungen muss vorab ent- schieden werden, ob eine extensive oder inten- sive Begrünung, gegebenenfalls auch eine Re- genwasserspeicherung umgesetzt werden soll. • Eine regelmäßige Überprüfung kann möglichen Schäden an der Fassade durch Kletterpflanzen, holzige Triebe, Insekten oder Vögel vorbeugen. Bei der Gestaltung frei zugänglicher Flächen sollte die Verwendung giftiger Pflanzen vermieden wer- den. Berücksichtigen Sie Mieterpflichten Handelt es sich bei der Liegenschaft um ein Miet- objekt, kann der Vermieter nach Beendigung des Mietverhältnisses die Wiederherstellung des ur- sprünglichen Zustandes verlangen, sofern keine schriftliche Vereinbarung für die Veränderung vorliegt. Um hier Schwierigkeiten und Zusatzkosten zu vermeiden ist es wichtig, sich mit dem Vermieter über eine geplante Umgestaltung zu einigen. Dies sollte schriftlich erfolgen, beispielsweise in Form einer Zusatzvereinbarung zum Mietvertrag. Obliegt die Pflege der Liegenschaft dem Vermie- ter, kann der geringere Pflegeaufwand ein Argu- ment für die naturnahe Gestaltung sein. Abbildung 17 Schritte zur Umgestaltung einer Unternehmensfläche. Schritt 1 Konzept erstellen Schritt 2 Beteiligung im Unternehmen klären und Externe einbeziehen Schritt 3 Planung erstellen und Genehmigungen einholen Schritt 4 Umsetzung der Maßnahmen Schritt 5 Öffentlichkeitsarbeit, externe und interne Kommunikation Schritt 6 Pflege der Flächen Schritt 7 Erfolgskontrolle UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 17 Umgestaltung angehen Eine erfolgreiche Umsetzung erfolgt in mehreren Schritten. Eine sinnvolle Vorgehensweise ist in der umseitigen Abbildung dargestellt. Die Öffentlichkeitsarbeit kann dabei auch vorge- zogen werden. Schritt 1 Konzept erstellen Am Anfang des Prozesses sollte die Erstellung eines Konzeptes für die Umgestaltung stehen. Die Aus- gangssituation eines jeden Unternehmens ist auf- grund der jeweiligen naturräumlichen, lokalen und wirtschaftlichen Gegebenheiten unterschiedlich. Dementsprechend müssen die Ziele für jedes Un- ternehmen auch individuell entwickelt werden. Ein klar formuliertes Konzept mit konkreten Zielen erleichtert die Umsetzung der folgenden Schritte und ist eine gute Grundlage für die Kommunikation und eine spätere Erfolgskontrolle. Dafür sollten folgende Fragen beantwortet werden: Wer ist die primäre Zielgruppe für die Umge- staltungsmaßnahmen? Mögliche Zielgruppen sind: • Mitarbeiter (zur Erholung oder als Kreativar- beitsplätze) • Kunden und Geschäftspartner (Außenarbeits- platz oder als optische Visitenkarte) • Öffentlichkeit (zur Erholung oder als optische Visitenkarte) • Sonstige Abbildung 18 Öffentlich zugänglicher Amtsgarten des Vermes- sungsamtes in Freilassing (Foto: ADBV Freilassing). Abbildung 19 Aufenthaltsbereich im Grünen bei Wenninger & Kugler GmbH (Foto: ANL). Abbildung 20 Verwendung von Natur- materialien (Foto: Christoph Bücheler). Welche Arten von Umgestaltungsmaß- nahmen kommen in Frage? • Eingrünung durch Hecken, Einzelbäume, Obst- wiesen • Neuanlage oder Entwicklung von artenreichen Blumenwiesen • Neuanlage oder Entwicklung von Gras- und Krautfluren • Fassadenbegrünung • Dachbegrünung • Anlage von Rohbodenstandorten und Sukzes- sionsflächen • Anlage von Habitatstrukturen • Nisthilfen • Anlage und Begrünung von Regenrückhalte- und Versickerbecken und Entwässerungsmulden • Entsiegelung von Flächen • Vogelverträgliche Verglasungen • Insektenschonende Beleuchtung • Verzicht auf Düngereinsatz und Einsatz von Pflanzenschutzmitteln Welche Flächen stehen für Umgestaltungs- maßnahmen zur Verfügung? Dauerhaft verfügbare Flächen Eingangsbereiche Parkplätze und Verkehrsneben- flächen, Feuerwehrzufahrten Verkehrsflächen Gebäudefassaden Dächer Nicht bebaubare Abstands flächen (laut Bebauungsplan) Kompensationsflächen auf dem Firmengelände Flächen für die Versickerung Aufenthaltsbereiche im Freien Sonstige ungenutzte Flächen Vorübergehend verfügbare Flächen Lagerflächen Aktuell nicht bebaute Unterneh- mensflächen mit Baurecht oder anderweitigen Nutzungsrechten Gegebenenfalls Parkplätze und Verkehrsflächen Wie können die Flächen genutzt und gestaltet werden? • Kreativarbeitsplätze für Mitarbeiter und Besucher • Kommunikation, Besprechungen im Freien • Aufenthaltsflächen und Treffpunkt für Mitarbei- ter in Pausen und Freizeit • Stressabbau, Mitarbeitererholung • Sport • Umweltfunktionen: Versickerung, Klimaregulie- rung, Energieeinsparung • Repräsentation • Ökologische Kompensation für naturschutz- rechtliche Eingriffe Wie soll die Artenvielfalt gefördert werden? • Zielarten und Zielvegetation definieren (zum Beispiel Wildbienen, Schmetterlinge, Fledermäuse, Vögel, Amphibien, Libellen; Margeritenwiese, Obst wiese, Hecke aus heimischen Gehölzen; Teiche) • Habitatstrukturen anlegen (Trockenmauern, Biotopholz, Steinriegel) • Nisthilfen anbieten (Fledermäuse, Vögel, Insekten) • Pflege extensivieren (zum Beispiel Umwand- lung von Rasen in Wiese) • Flächen entsiegeln Welche Rahmenbedingungen sind zu beachten? • Zeitrahmen • Finanzieller Rahmen • Finanzierung der Gestaltungs- und Pflegemaß- nahmen (Eigenleistungen, externe Vergabe, Förderung) • Rechtliche Beschränkungen und Anforderungen • Planerische Vorgaben (zum Beispiel: Landschafts plan, Bebauungsplan mit Grünordnungsplan, Arten- und Biotopschutzprogramm, Gewässer- entwicklungskonzept) • Standortvoraussetzungen (zum Beispiel: Boden, Grundwasser, Mikroklima) • Räumliche Voraussetzung: Anschluss an benachbarte Grünflächen, Biotope, Verbund- korridore, Gewässer, Gehölzflächen • Erfolgskontrolle Abbildung 21 Blüten- reiche Wiesenansaat am Außengelände des Lan- desamts für Umwelt (Foto: Christoph Bücheler). UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 18 Schritt 2 Beteiligung im Unternehmen klären und Externe einbeziehen Innerhalb des Unternehmens sollte Interesse an den Maßnahmen geweckt und alle Beteiligten einbezogen werden. Dazu zählt neben Geschäfts- führung und Verwaltung auch die Belegschaft. Dazu gibt es folgende Möglichkeiten: • Einzelgespräche führen • Workshops abhalten • Arbeitsgruppe gründen und durchführen • Informationen in internen Medien nutzen • E-Mails mit Fotos, Plänen und Ähnliches an die Belegschaft versenden UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 19 Anschließend sind Verantwortlichkeiten zu klären und Aufgaben im Unternehmen zu verteilen. An- haltspunkte, welche Aufgaben im Unternehmen anfallen, können Sie der Tabelle 1 entnehmen. Tabelle 1: Verteilung der Aufgaben und Ver- antwortlichkeiten im Unternehmen. Verantwortliche Person/ Stelle im Unternehmen Aufgabe Unternehmensführung (Vorstand, Geschäftsführung) Interesse an der Umgestaltung auf verschiedenen Ebenen im Unternehmen wecken Einbindung der Beteiligten im Unternehmen auf verschiedenen Ebenen (zum Beispiel Management, Verwaltung, Mitarbeiterbesprechung) Festlegung der Projektleitung und -struktur (zum Beispiel abgestellte Person, zuständige Abteilung) Festlegung des Finanz- und Zeitrahmens Für Umsetzung im Unternehmen verantwortliche Stelle (Einzelperson, Arbeitsgruppe, Abteilung) Abstimmung mit Geschäftsführung, Liegenschaftsverwaltung, Facilitymanage- ment; gegebenenfalls Einbindung der Belegschaft Zielentwicklung sowie Vorstellung von Zielen und geeigneten Maßnahmen Auswahl, Angebotseinholung und Beauftragung von Fachplanern (zum Beispiel Landschaftsplaner und -architekten, Biologen) und Fachfirmen (zum Beispiel Gar- ten- und Landschaftsbaufirma, Landschaftspflegeverband) für die Umgestal- tungsmaßnahmen Begleitung der Planung und Bauausführung Freigabe der Planung und Abnahme der Baumaßnahmen Beauftragung oder unternehmensinterne Durchführung der Pflege Konzepterstellung und Durchführung einer Erfolgskontrolle (intern oder durch externe Vergabe) Öffentlichkeitsabteilung, PR-Abteilung, zuständige Einzel- person im Unternehmen Kommunikation nach außen und innen über die Aktivitäten (zum Beispiel Presse- mitteilungen, Internetbeiträge, Eröffnungsveranstaltung, interner Newsletter) Belegschaft Beteiligung an Zielsetzungen und Maßnahmenauswahl, gegebenenfalls Beteiligung bei der Maßnahmenumsetzung und Pflege Welche externen Akteure können für welche Maßnahmen beziehungsweise Aufgaben einbezogen werden? Auch außerhalb des Unternehmens gibt es Betei ligte, die es einzubeziehen gilt (siehe Tabelle 2). Dafür muss zunächst geklärt werden, welche Auf- gaben von externen Personen oder Dienstleistern übernommen werden (zum Beispiel Ausführungs planung, Ausschreibungen, Durchführung der Um gestaltungsmaßnahmen, Pflege, Evaluierung). Zudem sollten für das Projekt wichtige Multiplika- toren und Ansprechgruppen (zum Beispiel Lokal- presse, Branchenpresse, Naturschutzpresse, IHK) im Hinblick auf eine spätere Einbeziehung identi- fiziert werden. Tabelle 2: Vorschläge für Akteure außerhalb des Unternehmens und deren mögliche Rollen. Potenzielle Akteure Mögliche Rolle Grundstücksnachbarn Einverständnis mit Maßnahmen, gegebenenfalls Kooperation und Weiterführung der Maßnahmen Umgebende Nachbarschaft Information über die Maßnahmen und Ausrichtung des Unternehmens auf Bio diversität; Multiplikatorfunktion; gegebenenfalls auch Nutznießer, wenn Unter- nehmensflächen öffentlich zugänglich sind Presse und Medien Artikel in der lokalen und regionalen Presse, Rundfunk, Fernsehen Kunden und Lieferanten Information über die Maßnahmen und Ausrichtung des Unternehmens auf Bio diversität; Multiplikatorfunktion Kommune (Politik und Verwaltung) Genehmigung, soweit erforderlich; Information über Ausrichtung des Unter nehmens auf Biodiversität; gegebenenfalls Kooperation bei kommunal angren- zenden Projekten Naturschutz- sowie Umwelt verbände und -vereine Information über die Maßnahmen und Ausrichtung des Unternehmens auf Bio diversität; Multiplikatorfunktion Partnerunternehmen Information über die Maßnahmen und Ausrichtung des Unternehmens auf Bio diversität; Multiplikatorfunktion Landschaftsarchitekten oder Landschaftsplaner Fachliche Beratung, Planung der Umgestaltung, Kostenschätzung, Erstellen von Genehmigungsunterlagen Garten- und Landschafts bauunternehmen Ausführung der geplanten Maßnahmen; Unterhalt und Pflege; gegebenenfalls Mitarbeiterschulung für die Pflege Schritt 3 Planung erstellen und Genehmigungen einholen Die Planung der Umgestaltungsmaßnahmen um- fasst die folgenden Punkte: • Festlegung von Zielen, Zeit- und Finanzrahmen • Auswahl, Angebotseinholung und Beauftragung von geeigneten Fachplanern (zum Beispiel Land schaftsarchitekten, Landschaftsplanern, Biologen) • Klären von Fördermöglichkeiten und Zuschüssen • Begleitung der Planung, Freigabe von Entwürfen und Berücksichtigung von Kostenschätzungen • Klären der erforderlichen Verwaltungsschritte (gegebenenfalls erforderliche Förderanträge, Genehmigungen, Beauftragungen) • Klären des Zeitbedarfs für die Umsetzung (unter anderem Dauer der Baumaßnahmen, unterneh- mensinterne Zwangspunkte oder Wunschtermi ne, gegebenenfalls Einhaltung von Schonzeiten nach BayNatSchG) • Festlegen von Entwicklungs- und Unterhaltspflege UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 20 Die Planung kann auch Genehmigungsaspekte beinhalten, zum Beispiel bei Kompensationsmaß- nahmen oder wasser- und baurechtlichen Fragen. Dafür sind die zuständigen Genehmigungsbehör- den, zum Beispiel die untere Naturschutzbehörde bei naturschutzrechtlichen Genehmigungen oder die untere Wasserrechtsbehörde bei wasserrecht- lichen Genehmigungen, einzubeziehen. Im Zwei- fel helfen Ihnen die Fachplaner weiter. Die Planung wird von einem Kostenplan sowie einem detaillierten Zeitplan ergänzt (Termine für die Einbeziehung der Beteiligten im Unternehmen, Zeitbedarf für administrative Schritte wie Geneh- migungen, Beauftragungen und so weiter, Zeit- bedarf für die Umgestaltung sowie die Festlegung von Zeitintervallen für die Pflege). Schritt 4 Umsetzung der Maßnahmen Neben der Vergabe des Auftrags (Erstellung des Leistungsverzeichnisses, Ausschreibung und Zu- schlagserteilung an eine Fachfirma) umfasst dieser Schritt die eigentliche Durchführung der Arbeiten durch die beauftragte Fachfirma sowie gegebenen falls durch Freiwillige im Betrieb. Diese können beispielsweise bei gemeinsamen Pflanzaktionen, dem Aufstellen von Nistkästen, Insektenhotels oder Fledermauskästen beteiligt werden. Sind geschützte Arten oder umweltsensible Berei che betroffen, ist eine ökologische Baubegleitung sinnvoll. Der Bauablauf sollte durch die Bauleitung dokumentiert werden. Am Schluss dieses Schrittes steht die Abnahme der durchgeführten Arbeiten. Schritt 5 Öffentlichkeitsarbeit, externe und interne Kommunikation Abbildung 22 Informationstafel im Fir- mengarten von Byodo Naturkost GmbH (Foto: Byodo Naturkost). Mit der Öffentlichkeitsarbeit sollen die Maßnah- men innerhalb und außerhalb des Unternehmens bekannt gemacht und beworben werden. Dazu bieten sich verschiedene Medien an, wie etwa: • Internetauftritt des Unternehmens • Pressemitteilungen an die Lokalpresse • Informationsschreiben an Kunden, Mitarbeiter, Zulieferer, Umweltverbände, Gemeinde, lokale Bevölkerung • Faltblätter oder Informationsbroschüren • Gegebenenfalls Berichterstattung in Rundfunk und Fernsehen Zudem bietet sich die Durchführung von öffent- lichkeitswirksamen Veranstaltungen an, wie bei- spielsweise eine Eröffnung des neu gestalteten Firmengeländes mit Presse, Kunden, Anwohnern und Naturschutzverbänden. Viele Unternehmen bieten für Schulgruppen, Anwohner und Kunden auch Führungen durch das Gelände an. Teilweise UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 21 vergeben Kommunen und auch Privatinitiativen Preise und Auszeichnungen in diesem Bereich, auf die sich ein Unternehmen bewerben kann. Parallel zur Kommunikation an die Öffentlichkeit sollen die Maßnahmen auch im Unternehmen bei den Mitarbeitern frühzeitig bekannt gemacht werden und gegebenenfalls die Mitarbeiter zur Nutzung der Flächen beziehungsweise zur aktiven Mitarbeit im Team eingeladen werden. Schritt 6 Pflege der Flächen Die Pflege der Flächen mit geeigneten Maßnah- men (zum Beispiel Mahd, Rückschnitt von Gehöl- zen, Beweidung, Säuberung von Nistkästen) muss geregelt werden, damit die Flächen attraktiv und funktionsfähig bleiben. Kleine Pflegemaßnahmen können mit der ausführenden Firma besprochen werden. Abbildung 23 Mahd einer Extensivwiese am Außengelände des Lan desamtes für Umwelt (Foto: Christoph Bücheler). Bei umfangreicheren Flächen können in einem Pflegeplan Pflegemaßnahmen sowie Pflegeinter- valle festgelegt werden. Ein Pflegeplan wird von dem Fachplaner erstellt, der auch die Maßnahmen planung durchgeführt hat. Daneben sollte die Verantwortung für die Pflege geklärt und festgelegt werden. Verantwortlich- keiten können dabei sowohl innerhalb des Unter- nehmens verankert werden (zum Beispiel: Haus- meister, Mitarbeiter), als auch an externe Fachfir- men delegiert werden. Dies hängt auch von not- wendiger Fachkenntnis und Geräten ab. Auch hier gilt: die Einbindung der Mitarbeiter bei der Pflege und die Durchführung von gemeinsamen Pflege- aktionen trägt zur Identifizierung der Mitarbeiter mit dem Unternehmen und dem Areal bei. Sinnvoll ist es, die Durchführung der Pflege zu do kumentieren (zum Beispiel: durch Abnahme und Protokoll der durchgeführten Arbeiten, Fotodoku- mentation) und zu überprüfen. Die Überprüfung und Dokumentation der Pflegedurchführung trägt bereits zur Vorbereitung des nächsten Schrittes – der Erfolgskontrolle – bei. Schritt 7 Erfolgskontrolle Eine Erfolgskontrolle zeigt, ob die Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität erfolgreich sind. Im Rah men der Erfolgskontrolle wird ein Konzept erar- beitet, das Erfassungsmethoden, die Intervalle der Erfolgskontrolle und die Art der Dokumentation festlegt. Eine Erfolgskontrolle kann auch untersu- chen, welche Wirkungen die Umgestaltung für die Zufriedenheit von Mitarbeitern oder Kunden hat. Vor der Maßnahmenumsetzung wird der Ausgangs zustand des Geländes mit Hilfe von Plänen, Fotos und Bestandsbeschreibungen erfasst. Nach Ab- schluss der Arbeiten erfolgen eine Umsetzungs- kontrolle und eine Flächendokumentation mit Hilfe von Plänen, Fotos und Beschreibungen. Zusätzlich können Artenlisten von vorkommenden Tier- und Pflanzenarten durch Fachleute erstellt werden. Die Erfolgskontrolle umfasst auch Vor- schläge für die Anpassung der Pflege oder Nach- besserungen. UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 22 Häufig gestellte Fragen Was kostet eine Umgestaltung? Je nach Maßnahme, eine Umgestaltung muss nicht unbedingt kostspielig sein. Es besteht eine große Flexibilität in der Wahl der Maßnahmen und deren Kosten. So reichen die Richtwerte der Herstellungskosten etwa für eine artenreiche Wiese von 8 Euro/m², über 20 Euro/m² für eine Stauden- pflanzung oder eine frei wachsende blühende Hecke und bis zu 50 Euro/m² für eine extensive Dachbegrünung. Konkrete Angaben für den Ein- zelfall geben Landschaftsplaner und Garten- und Landschaftsbaubetriebe. Sind die Kosten für Anlage und Unterhalt von naturnahen Liegenschaften höher als bei gärtnerischen Anlagen? Das hängt von den jeweils ausgewählten Maßnah men für naturnahe und gärtnerische Anlagen ab. Im Generellen sind die Kosten naturnaher Maßnahmen häufig niedriger, da die Materialien günstiger sind. Grundsätzlich ist beim Unterhalt beziehungswei- se der Pflege mit einem geringeren Aufwand für naturnahe Anlagen als bei gärtnerischen Anlagen zu rechnen, da zum Beispiel weniger Mahdgänge erforderlich sind, weniger Düngegaben erfolgen, die Pflanzen besser den Standortverhältnissen an- gepasst und damit robuster sind (siehe Kapitel 5 Schritt 6). Gibt es Zuschüsse für eine Umgestaltung? Spezielle staatliche Biodiversitäts-Förderprogram me für Unternehmen gibt es derzeit (Stand 2017) nicht. Aktuelle Förderprogramme im Umweltschutz können Sie der Förderfibel des Info-Zentrums UmweltWirtschaft entnehmen: www.umweltpakt. bayern.de/foerderfibel/. Welchen Umfang haben die Maßnahmen? Von einfach bis aufwendig ist alles möglich, es gibt die verschiedensten Maßnahmen, zwischen denen je nach Möglichkeiten des Unternehmens gewählt werden kann. Es besteht kein Zwang, eine bestimm te Art oder Anzahl an Maßnahmen umzusetzen. Ganz einfache Maßnahmen sind etwa das Auf- hängen von Nistkästen oder das Aufstellen von Insektenhotels. Größere Auswirkungen, aber auch mit erhöhten Anforderungen verbunden, haben die Anlage von Gehölzpflanzungen oder die Ent- siegelung von asphaltierten Parkplatzflächen (sie- he Kapitel 2 und Kapitel 5 Schritt 1). Wie groß muss die Fläche für eine naturnahe Gestaltung sein? Dafür gibt es keine konkrete Festlegung. Neben aufwendigen und großflächigen Maßnahmen auf großen Firmengeländen sind kleine Flächen eben so geeignet: Beispielsweise die Entsiegelung weniger Stellplätze oder die Umgestaltung von Abstands- flächen im Eingangsbereich. Auch solche kleinen Flächen bieten Insekten bereits wertvolle Klein biotope (siehe Kapitel 2 und Kapitel 5 Schritt 1). Welche Genehmigungen brauche ich? Das hängt vom jeweiligen Ausgangszustand und der Art der Maßnahmen ab. Für viele Umgestal- tungsmaßnahmen ist gar keine Genehmigung er- forderlich. Soweit bau-, wasser- oder naturschutz- rechtliche Aspekte betroffen werden, können Genehmigungen notwendig werden. Dafür ist dann die Beratung durch Fachkräfte sinnvoll (siehe Kapitel 5 Schritt 3). Wo finde ich Hilfe für die Umgestaltung? Es gibt von verschiedenen Seiten Hilfestellungen: Landschaftsarchitekten, Garten- und Landschafts- bauunternehmen, Umweltämter und Naturschutz behörden oder Umweltverbände und Naturschutz vereine (siehe Kapitel 4 und Kapitel 5 Schritt 2). Weitere Informationen finden sich auf der ANL- Website: www.anl.bayern.de/projekte/unterneh men_natur.htm. Können entsprechende Maßnahmen auch in gemieteten Objekten durchgeführt werden? Das Einverständnis des Vermieters vorausgesetzt, können viele der Maßnahmen auch in gemieteten Liegenschaften durchgeführt werden. Es ist emp- fehlenswert, dass das Einverständnis und die Rege lungen nach Ende der Mietzeit zwischen Vermie- ter und Mieter schriftlich vereinbart werden (siehe Kapitel 4). Was mache ich, wenn ich die umgestaltete Fläche brauche, es aber eine Nutzungs einschränkung von Flächen durch eine Zuwanderung geschützter Arten gibt? In der Praxis entstehen meist keine Probleme, wenn die Maßnahmen sorgfältig geplant werden und Habitate für geschützte Arten auf Flächen ent- stehen, die langfristig nicht mehr benötigt werden. Flächen, die möglicherweise noch genutzt werden sollen, können häufig so umgestaltet werden, dass eine Ansiedlung geschützter Arten unwahr- scheinlich ist. Sie können sich dazu Rat bei Ihrer Naturschutzbehörde, Fachplanern und lokalen Naturschutzorganisationen einholen. Falls die Ansiedlung von besonders und/oder streng geschützten Arten zu erwarten ist, kann dies unter Umständen naturschutzrechtliche Ein- schränkungen nach sich ziehen. In einem solchen Fall können von den zuständigen Naturschutz behörden unter bestimmten Bedingungen arten- schutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen er- teilt werden. Dies sollte jedoch vor Beginn der Umgestaltung geklärt werden (siehe Kapitel 4). http://www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm http://www.anl.bayern.de/projekte/unternehmen_natur.htm http://www.umweltpakt.bayern.de/foerderfibel/ http://www.umweltpakt.bayern.de/foerderfibel/ UNTERNEHMEN NATUR Naturnahe Gestaltung von Firmenflächen – Worin liegt der Mehrwert für Natur und Wirtschaft? 23 Impressum Herausgeber Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) Seethalerstr. 6, 83410 Laufen Internet www.anl.bayern.de E-Mail poststelle@anl.bayern.de Bearbeitung Johanna Schnellinger, Stefanie Riehl (Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege, Laufen) Stefan Marzelli, Lisa Otten (ifuplan, Amalienstr. 79, 80799 München, www.ifuplan.de) Vivien Führ (agado, Frohschammerstr. 14, 80807 München, www.agado.org Redaktion Lotte Fabsicz (ANL) Gestaltung Hans Bleicher, Laufen Bildnachweis Titelseite: Salbei-Glatthaferwiese auf dem Außengelände des Landesamtes für Umwelt in Augsburg (Foto: Christoph Bücheler) Seite 6 bis Seite 21: Quellen siehe Bildunterschrift Rückseite: Ruderalvegetation am Außengelände des Landesamts für Umwelt (Foto: Christoph Bücheler) Druck Fuchs Druck GmbH, 83317 Teisendorf Stand Mai 2018 ISBN 978-3-944219-35-6 © Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL), alle Rechte vorbehalten Gedruckt auf Papier aus 100 % Altpapier Diese Druckschrift wird kostenlos im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Bayerischen Staatsregierung herausgegeben. Sie darf weder von den Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern im Zeitraum von fünf Monaten vor einer Wahl zum Zweck der Wahlwerbung verwendet werden. Dies gilt für Landtags-, Bundestags-, Kommunal- und Europawahlen. Missbräuchlich ist wäh- rend dieser Zeit insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen, an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben parteipolitischer Informationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zweck der Wahlwerbung. Auch ohne zeitlichen Bezug zu einer bevorstehenden Wahl darf die Druckschrift nicht in einer Wei- se verwendet werden, die als Parteinahme der Staatsregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte. Den Parteien ist es gestattet, die Druckschrift zur Unterrichtung ihrer eigenen Mitglieder zu verwenden. Bei publizistischer Verwertung – auch von Teilen – werden Angabe der Quelle und Übersendung eines Belegexemplars erbeten. 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Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (1) Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (2) Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (3) Gestaltungsbeispiele mit Mehrwert für Unternehmen, Mensch und Natur (4) Chancen erkennen und Vorteile nutzen Welchen Mehrwert haben naturnah gestaltete Unternehmensflächen? Sie stärken das Firmenimage positiv Sie steigern die Motivation und Kreativität Sie sparen Kosten ein Sie kommunizieren ökologische Verantwortung nach außen Sie nutzen Synergieeffekte bei Kompensationsmaßnahmen Sie fördern Biodiversität, Naturhaushalt und Naturbewusstsein Herausforderungen begegnen Holen Sie Expertise ein Achten Sie auf naturschutzrechtliche Vorgaben Beachten Sie Sicherheitsaspekte und Auflagen Berücksichtigen Sie Mieterpflichten Umgestaltung angehen Schritt 1 Konzept erstellen Schritt 2 Beteiligung im Unternehmen klären und Externe einbeziehen Schritt 3 Planung erstellen und Genehmigungen einholen Schritt 4 Umsetzung der Maßnahmen Schritt 5 Öffentlichkeitsarbeit, externe und interne Kommunikation Schritt 6 Pflege der Flächen Schritt 7 Erfolgskontrolle Häufig gestellte Fragen Impressum
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