Energiekrise - Positionen

Standpunkte, Forderungen und Umfrageergebnisse von Wirtschaft & Politik zur Energiekrise.

Energiekrise Positionen Bild

Hier finden Sie u.a. die Ergebnisse unserer Energie-Umfrage sowie die Forderungen der Wirtschaft an die Politik, wie aus Sicht der Wirtschaft diese Krise gemeinsam gemeistert werden kann.

Konsultation zum Entwurf des Positionspapiers: „DIHK-Perspektiven zur Energieversorgung 2030 - Lehren aus der Energiekrise“

Auf dem Weg zur Klimaneutralität in Deutschland bis zum Jahr 2045 sollen bereits in einem Zwischenschritt im Jahr 2030 die Treibhausgasemission erheblich reduziert und der Ausbau der erneuerbaren Energien weit vorangekommen sein. Die jüngsten Entwicklungen zeigen aber, dass die Krisen und geopolitischen Verwerfungen in jüngster Zeit auch neue Herausforderungen für die Energiewende mit sich bringen. Während der Stromsektor in der vergangenen Zeit im Fokus einer nachhaltigen Entwicklung stand, muss in den Sektoren Wärme und Mobilität eine weitgehende Stagnation festgestellt werden. Ebenso ist der Markthochlauf wichtiger Innovationen bisher nicht oder nur unzureichend vorangekommen.

Insgesamt muss sich die deutsche Wirtschaft der Herausforderung stellen, ein Jahr nach dem Beginn der schwersten Energiekrise in Deutschland, die notwendigen Lehren zu ziehen und damit die Zukunft unter neuen Rahmenbedingungen zu gestalten. Aus heutiger Perspektive ist die Erreichung der Zwischenziele 2030 für alles andere als selbstverständlich, wie das Papier in 7 Thesen darlegt. Die erfolgreiche Umsetzung stößt vielfach an Grenzen und ist von Widersprüchen geprägt, deren Überwindung große Anstrengungen verlangen wird. Daher enthält das Papier abschließend Handlungsvorschläge.

Wenn Sie den Entwurf kommentieren möchten, freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung, per Mail an: suelzen@offenbach.ihk.de.

IHK-Vollversammlung fordert schnelle Ausweitung des Energieangebots

Angesichts der für die deutsche Wirtschaft dramatischen Energiekrise dringt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) auf eine schnelle Ausweitung des Energieangebots sowie Entlastungen für Unternehmen.

"Die schlimmste Energiekrise seit Jahrzehnten bedroht in kürzester Frist die Existenz einer täglich wachsenden Zahl von Betrieben aus allen Branchen und damit auch eine Vielzahl von Arbeitsplätzen", heißt es in einer von den 79 Industrie- und Handelskammern (IHKs) am 21.09.2022 mit großer Mehrheit beschlossenen Resolution. So steige aktuell die Zahl der Unternehmen, die entweder gar keine oder nur noch Lieferverträge zu Extrempreisen erhielten. Es sei nun die Kernaufgabe der Politik, "rasch die richtigen Rahmenbedingungen für den Weg durch die Energiekrise zu schaffen". Dafür listet die beschlossene Resolution der IHKs zehn kurzfristig wirkende Sofort-Maßnahmen auf.

Download - Resolution DIHK Vollversammlung: Kurzfristige Sofort-Maßnahmen

Hier finden Sie den vollständigen Beschluss der DIHK Vollversammlung: Resolution DIHK zur Energiekrise

In ihrer Sitzung vom 9.12.2022 hat sich die Vollversammlung der IHK Offenbach am Main einstimmig der Resolution angeschlossen. Die Mitglieder der Vollversammlung unterstützen damit die Bemühungen der DIHK, bei der Politik auf Bundesebene nachdrücklich auf wirkungsvolle Unterstützungsmaßnahmen hinzuwirken.

„Die Wirtschaft wäre am liebsten auf die geplanten Staatshilfen gar nicht angewiesen", so IHK-Präsidentin Kirstin Schoder-Steinmüller. "Denn diese Krise lösen wir nicht mit finanzieller Unterstützung. Eine schnelle Ausweitung des Energieangebots ist zwingend erforderlich.“

#WirtschaftBrauchtEnergie - Politik muss handeln!

Unsere Wirtschaft braucht Energie!
Die hohen Energiepreise sind ein Risiko für unsere Wirtschaft. Deswegen fordern wir: Die Politik muss handeln!
Damit unser Wirtschaftsstandort attraktiv und erhalten bleibt und zur Unterstützung unserer Unternehmen, haben wir die Kampagne #WirtschaftBrauchtEnergie ins Leben gerufen. Mit der Kampagne verschaffen wir Ihnen als Unternehmerinnen und Unternehmern Gehör.
An der Aktion beteiligen sich bereits zahlreiche Firmen aus der Region Offenbach.

Zur Kampagne & Informationen zur Energiekrise: #WirtschaftBrauchtEnergie & Energiekrise


Zukunftsaussichten in der Energiekrise

Unternehmen erwarten weitere erhebliche Preissteigerungen

Bei einer Blitzumfrage der IHK Offenbach am Main zur aktuellen Energiekrise beteiligten sich im September über 200 Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen. Die Antworten zeigen, dass die Unsicherheit weiterhin sehr groß und die Aussicht auf die Zukunft eher düster ist.

Sollte die Bundesregierung im Rahmen des Notfallplans Gas die „Notfallstufe“ feststellen und die Gaslieferungen an die Unternehmen drosseln, müssten 64 Prozent der befragten Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe ihre Produktion früher oder später einstellen. 13 Prozent müssten bereits bei einer Drosselung der Gaslieferungen um zehn Prozent ihre Produktion aussetzen.

30 Prozent der produzierenden Unternehmen wären nicht direkt betroffen, da sie kein Gas in der Produktion benötigen und sechs Prozent könnten vollständig auf Gas verzichten, da sie zum Beispiel kurzfristig auf alternative Brennstoffe ausweichen könnten.

 

33 Prozent der Unternehmen sehen sich in ihrer Existenz gefährdet

Für alle befragten Unternehmen sind die hohen Energiepreise mit erheblichen Risiken verbunden. 64 Prozent der Befragten geben an, dass sie die gestiegenen Preisenicht im gleichen Umfang an ihre Kunden weitergeben können. Einen Rückgang der Nachfrage nach den eigenen Produkten oder Dienstleistungen fürchten 54 Prozent der Unternehmen und Lieferengpässe seitens der Vorlieferanten 41 Prozent. Insgesamt sehen sich 33 Prozent der Unternehmen in ihrer Existenz gefährdet. Bei den Antworten waren Mehrfachnennungen möglich.


Reaktionen der Unternehmer auf die gestiegenen Energiepreise

Als Reaktion auf die gestiegenen Energiepreise versuchen 51 Prozent der Unternehmen die Preissteigerungen so weit wie möglich an die Kunden weiterzugeben, trotz des oben genannten Risikos, dass dies nicht im vollen Umfang möglich sein wird. 30 Prozent der Befragten wollen in Energieeffizienzmaßnahmen investieren, 21 Prozent ihre Produktion beziehungsweise ihre Angebote einschränken. Auch wenn „nur“ sieben Prozent der Befragten angaben, ihre Produktion verlagern zu wollen, wäre das doch eine gravierende Schwächung unseres Wirtschaftsstandortes. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

 

Die Zeit, um zu reagieren, wird dabei bei vielen Unternehmen knapp. Bei 43 Prozent der Befragten beträgt die Restlaufzeit der aktuellen Gaslieferverträge weniger als drei Monate. Dagegen haben 38 Prozent noch Verträge über ein Jahr oder länger. Ähnlich ist die Lage bei der Stromversorgung. Hier haben 33 Prozent der Unternehmen aktuell keinen oder einen in weniger als drei Monaten auslaufenden Liefervertrag. 27 Prozent der Antwortenden sind für die kommenden sechs Monate noch versorgt, 39 Prozent noch ein Jahr oder länger.

Fast alle Unternehmen erwarten nach dem Auslaufen der Lieferverträge Preiserhöhungen. Während bei Gas 28 Prozent der Befragten von im Verhältnis eher moderaten Preissteigerungen von 50 Prozent ausgehen, erwarten 19 Prozent eine Verdopplung der Gaspreise, 43 Prozent sogar eine Preissteigerung von 300 Prozent und mehr. Beim Strom erwarten 39 Prozent der Unternehmen eine Preissteigerung von 50 Prozent, 26 Prozent eine Verdopplung der Preise. 29 Prozent gehen von einer Verdreifachung aus.


Politik muss handeln

Von der Politik erwarten sich die Unternehmer kurzfristig vor allem eine Verlängerung der Laufzeiten der verbliebenen Kernkraftwerke(70 Prozent) und ein vergünstigtes Grundkontingent für Strom und Gas(59 Prozent). Steuererleichterungen, Zuschüsse zu den Energiekosten und Reaktivierung aller verfügbarer Kohle- und Ölkraftwerke halten jeweils rund 50 Prozent der Befragten für angemessen.

 

Langfristig fordern 75 Prozent der Unternehmer den weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien und 73 Prozent zugleich den Ausbau von Energiespeichermöglichkeiten. Daneben muss aus der Sicht der Unternehmer auch die Eigenproduktion von Energie im Unternehmen erleichtert werden, etwa durch Abbau der bürokratischen Hürden (58 Prozent). Die technologieoffene Förderung neuer Energieträger und deren Anwendung wünschen sich 51 Prozent der Befragten, während Anreize für Energieeinsparungen43 Prozent der Unternehmen wünschen. Zur Sicherstellung der Energieversorgung wünschen sich 41 Prozent der Befragten, dass die Politik den Atomausstieg generell rückgängig macht. Auch hier waren Mehrfachnennungen möglich.

Umfrageergebnisse zur Energiekrise als PDF-Download

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Pressemeldung: Mangel an Energie gefährdet regionale Wirtschaft

[Offenbach am Main, 21. Oktober 2022] „Wir sehen als Unternehmerinnen und Unternehmer die Alarmstufe rot“, so bringt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main, die Ergebnisse der IHK-Blitzumfrage zur aktuellen Energiekrise auf den Punkt. An der Umfrage beteiligten sich Ende September bis Anfang Oktober über 200 Unternehmen aller Branchen und Betriebsgrößen.

Lesen Sie mehr dazu in unserer Pressemeldung

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im Interview zur Energiekrise

Die aktuelle Energiekrise bedroht viele Unternehmen in ihrer Existenz. Zugleich geraten unsere Wirtschaftsstruktur und Wohlstand in Gefahr. Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sieht in der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern das Problem und nicht die Lösung. Im Interview stellt er sich den Fragen von Alexander Rackwitz vom Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK) e. V.

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