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EU modernisiert Partnerschaftsabkommen mit Mexiko: Neue Impulse für Handel und Investitionen


Unterzeichnung im Rahmen von EU-Mexiko-Gipfel am 22. Mai 2026 erwartet.

Der Rat der Europäischen Union hat am 11. Mai 2026 das modernisierte politische und wirtschaftliche Partnerschaftsabkommen (Modernised Global Agreement, MGA) sowie ein separates Interims-Handelsabkommen (Interim Trade Agreement, ITA) mit Mexiko gebilligt. Die neuen Abkommen sollen den bestehenden Rechtsrahmen aus dem Jahr 2000 ersetzen mit dem Ziel, die bilateralen Beziehungen zu einer umfassenden strategischen Partnerschaft weiterzuentwickeln.

Das MGA schafft einen rechtlich verbindlichen Rahmen für eine vertiefte Zusammenarbeit in zentralen politischen und wirtschaftlichen Themen. Dazu zählen insbesondere nachhaltiger Handel und Investitionen, Klimaschutz, Digitalisierung, Sicherheit sowie Fragen von Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechten. Vorgesehen sind zudem regelmäßige hochrangige Dialogformate und neue institutionelle Strukturen, um die Umsetzung zu begleiten.

Das ITA ermöglicht es, zentrale handels- und investitionspolitische Regelungen bereits vor Inkrafttreten des Gesamtpakets anzuwenden. Unternehmen sollen dadurch frühzeitig von verbesserten Marktzugangsbedingungen profitieren. Geplant sind unter anderem weiterer Zollabbau, erleichterter Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen sowie verbesserte Rahmenbedingungen für Dienstleistungen und Investitionen.

Besondere Relevanz hat der Abbau verbleibender Prohibitivzölle im Agrarbereich. Künftig entfallen Zölle von teils bis zu 100 % auf ausgewählte EU-Exporte nach Mexiko, darunter Käse, Geflügel, Schweinefleisch, Teigwaren, Äpfel, Konfitüren, Schokolade und Wein. Dies lässt eine spürbare Stärkung der Wettbewerbsposition europäischer Anbieter im mexikanischen Markt erwarten.

Die Unterzeichnung der Abkommen ist für den EU-Mexiko-Gipfel am 22. Mai 2026 in Mexiko-Stadt geplant. Für das Inkrafttreten sind noch die Zustimmung des Europäischen Parlaments sowie – im Fall des MGA – die Ratifikation durch die Mitgliedstaaten erforderlich.

Mexiko ist der zweitwichtigste Handelspartner der EU in Lateinamerika. Umgekehrt rangiert die EU für Mexiko auf Platz drei. Das bilaterale Handelsvolumen im Warenverkehr belief sich 2024 auf über 82 Milliarden Euro. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen könnten von den erweiterten Marktzugangs- und Kooperationsmöglichkeiten profitieren.