Beratungsförderung

Förderung von Energieberatungen im Mittelstand neu organisiert

Mit Jahresbeginn 2015 wurden die diversen Förderinstrumente für Energieberatungen im Mittelstand neu strukturiert. Die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte Einstiegsberatung im Form der sogenannten „Impulsgespräche Energieeffizienz“ wurde eingestellt, ebenso wie die bisherige Initial- und die Detailberatung der KfW. Die Zuständigkeit für die geförderte Energieberatung wurde mit Jahresbeginn komplett auf das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übertragen, welches zugleich die Aufgaben als „Bundesstelle für Energieeffizienz“ wahrnimmt.

Mit dem Umzug der Beratungsförderung zum BAFA wurde zudem das Anforderungsniveau für die Beratung nach oben geschraubt. Die neue „Energieberatung im Mittelstand“ versteht sich nämlich zugleich als ein „hochwertiges Energieaudit“, womit deutlich wird, dass der Anspruch sehr viel höher liegt als bei der früheren KfW-Förderung.

Förderprogramm „Energieberatung im Mittelstand“

Antragsberechtigt sind kleine und mittelgroße Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft (nach EU-Definition), sonstige Dienstleistungsunternehmen sowie freiberuflich Tätige, soweit sie nach Punkt 3.2 der Förderrichtlinie nicht ausgenommen sind. Ausgenommen sind dabei unter anderem Unternehmen, die im vergangenen Kalenderjahr einen Antrag auf Spitzenausgleich nach § 10 Stromsteuergesetz oder § 55 Energiesteuergesetz oder Unternehmen, die im laufenden oder vergangenen Kalenderjahr einen Antrag nach der „Besonderen Ausgleichsregelung“ nach §§ 63 ff. Erneuerbare Energien –Gesetz (EEG) gestellt haben.

Die Förderung besteht in der Gewährung eines nicht rückzahlbaren Zuschusses im Wege der Projektförderung als Anteilsfinanzierung zum Netto-Beraterhonorar. Förderfähig sind nur Ausgaben, die sich unmittelbar auf die beantragte Beratungsleistung beziehen und die nachgewiesen werden können.

Für Unternehmen, deren jährliche Energiekosten über 10.000 Euro liegen, beträgt die Zuwendung 80% der förderfähigen Beratungskosten (Netto-Beraterhonorar), einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 8.000 Euro.

Für Unternehmen mit jährlichen Energiekosten von maximal 10.000 Euro beträgt die Zuwendung 80% der förderfähigen Beratungskosten (Netto-Beraterhonorar), einschließlich einer eventuell in Anspruch genommenen Umsetzungsberatung, jedoch maximal 800 Euro.

Detaillierte Informationen zu diesem Förderprogramm finden sich auf der > Internetseite des BAFA.

Förderprogramm „Energiemanagementsysteme“

Grundsätzlich antragsberechtigt sind alle Unternehmen mit Sitz oder mit Niederlassung in der Bundesrepublik Deutschland. Bei Mutter-Tochter-Verhältnissen ist nur der Unternehmensverbund antragsberechtigt, wobei der Antrag in diesem Fall vom Mutterunternehmen zu stellen ist.

Nicht antragsberechtigt sind Unternehmen, die die Besondere Ausgleichsregelung (§§ 63 ff. EEG) in Anspruch nehmen und zum Nachweis einer Zertifizierung nach § 64 Absatz 1 Nummer 3 EEG verpflichtet sind.

Zudem nicht antragsberechtigt sind Unternehmen, denen eine Entlastung im Rahmen des Spitzenausgleichs (§ 10 Stromsteuergesetz und § 55 Energiesteuergesetz) gewährt wird. Lediglich kleine und mittlere Unternehmen (im Sinne der EU-Definition), die vom Spitzenausgleich profitieren, sind ausnahmsweise für die Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 antragsberechtigt.

Das Förderprogramm umfasst vier Fördertatbestände:

  1. Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001
  2. Erstzertifizierung eines Energiecontrollings gemäß dem Anhang der Förderrichtlinie
  3. Erwerb von Mess-, Zähler- und Sensoriktechnologie (Messtechnik) für Energiemanagementsysteme
  4. Erwerb von Software für Energiemanagemensysteme

Energieberatungen zur Entwicklung, Umsetzung oder Aufrechterhaltung eines Energiemanagementsystems, die nicht Teil der Zertifizierungstätigkeiten sind, werden nicht gefördert.

Es wird ein anteiliger Zuschuss zu den förderfähigen Ausgaben bewilligt. Die Höhe der Zuwendungen beträgt:

  1. für die Erstzertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 maximal 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 8.000 Euro
  2. für die Erstzertifizierung eines Energiecontrollings maximal 80 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 1.500 Euro
  3. für den Erwerb von Messtechnik für Energiemanagementsysteme maximal 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 8.000 Euro
  4. für den Erwerb von Software für Energiemanagemensysteme maximal 20 % der zuwendungsfähigen Ausgaben und maximal 4.000 Euro

Die Gesamtsumme der Zuwendungen ist auf maximal 20.000 Euro pro Unternehmen innerhalb eines Zeitraums von 36 Monaten beschränkt.

Detaillierte Informationen zu diesem Förderprogramm finden sich auf der > Internetseite des BAFA.

Hessische Beratungsförderung zum „Produktionsintegrierten Umweltschutz (PIUS)“

Viele Unternehmen haben unter steigenden Energie- und Materialeinsatzkosten empfindlich zu leiden. Hessen-PIUS® bietet die Möglichkeit, mit Hilfe externer Beratung Lösungen zu finden, wie durch Prozess-Optimierung der Stoff- und der Energiekreisläufe Ressourcen eingespart werden können. Jede Einsparung von z.B. Energie, Wasser, Luft, Roh- und Hilfsstoffen führt zu sofortiger und nachhaltiger Kosten- und Umweltentlastung.

Antragsberechtigt sind kleine und mittelgroße Unternehmen (gemäß EU-Definition) mit Sitz in Hessen. Die maximale Förderung liegt pro Beratungstag bei 400 € (bzw. 450 € in EFRE-Vorranggebieten), bei höchstens 10 Beratungstagen pro Projekt. Der Eigenanteil des Unternehmens beträgt dabei mindestens 50%.

Unternehmen können bei Hessen-PIUS innerhalb von 3 Jahren mehrere Projekte bis zu einer maximalen Fördersumme von 8.000 € (bzw. 9.000 € in EFRE-Vorranggebieten) in Anspruch nehmen.

Detaillierte Informationen zu diesem Förderprogramm finden sich auf der > Internetseite des RKW.

IHK-Bewertung

Die tägliche Beratungspraxis der IHK zeigt, dass es gerade die Einstiegshürden sind, die verhindern, dass sich Unternehmen mit dem Thema Energieeffizienz befassen. Die „Impulsgespräche Energieeffizienz“ waren hierbei hervorragende Instrumente einer vorbereitenden Einstiegsberatung, auf denen anschließend sehr gut weiterführende Beratungen aufgebaut werden konnten. Mit dem Wegfall der „Impulsgespräche“ fehlt dieser erste wichtige Schritt. Lediglich für Unternehmen mit Sitz im Stadtgebiet Offenbach gibt es mit der Firmenberatung im Rahmen der „Klima.Schutz.Aktion! Offenbach“ einen adäquaten Einstieg in das Thema Energieeffizienz.

Ansprechpartner

 Sülzen Peter

Peter Sülzen

Nachhaltigkeit

+ 49 69 8207–244

E-Mail schreiben

Der perfekte Einstieg!

Geförderte Erstberatung im Stadtgebiet Offenbach

Mit dem Wegfall der sogenannten "Impulsgespräche Energieeffizienz" gibt es zum Thema Energieeffizienz leider keine flächendeckende Förderung von Erstberatungen mehr. Dabei war diese Erstberatung der optimale Ausgangspunkt für Unternehmen, sich strukturiert mit diesem Thema auseinander zu setzen.

Ein vergleichbares Angebot gibt es nun nur noch für Unternehmen im Stadtgebiet Offenbach. Im Rahmen des Offenbacher Klimaschutzkonzeptes bietet die Stadt, in Partnerschaft auch mit der IHK Offenbach am Main, eine kostenlose Erstberatung für Unternehmen.

Informieren Sie sich über die "Firmen-zu-Firmenberatung" auf der Homepage der » Klimaschutzaktion in Offenbach.

 

Weiterführenden Links

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