Maßnahmen

Der betriebswirtschaftliche Nutzen familienfreundlicher Personalmaßnahmen ist vielseitig: höhere Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter, geringere Fehlzeiten, geringere Fluktuation, Verkürzung von Abwesenheitszeiten und insgesamt die Steigerung der Attraktivität als Arbeitgeber.

Auch für kleine und mittlere Betriebe gibt es familienorientierte Personalmaßnahmen, die ohne hohen finanziellen und personellen Aufwand realisierbar sind

Zertifikat "audit berufundfamilie"

Das Zertifikat "audit berufundfamilie" der gemeinnützigen Hertie-Stiftung erfasst den Status quo von bereits vorhandenen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen.

Danach wird eine Gesamtstrategie erarbeitet, um möglichst passgenau auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter mit Familien eingehen zu können. Setzt das Unternehmen die erarbeiteten Ziele um, wird es zertifiziert.

Mit der Auditierung als familienfreundliches Unternehmen profitieren die Betriebe bei ihren Kunden durch Imagegewinn. Zudem bietet das Zertifikat Vorteil qualifizierte Fachkräfte zu finden und zu halten.

Mehr Informationen zum Zertifikat » "audit berufundfamilie"

Betreuungskostenzuschuss

Mitarbeiter können durch einen finanziellen Zuschuss zur Kinderbetreuung entlastet werden. Für noch nicht schulpflichtige Kinder ist die Gewährung eines Zuschusses steuer- und sozialabgabefrei, wenn er zusätzlich zum normalen Arbeitslohn gewährt wird.

Mehr Informationen zum » Betreuungskostenzuschuss

Telearbeit

Telearbeit oder Home-Office nennt man das telekommunikationsgestütze Arbeiten von zu Hause aus. Werden bestimmte Tage in der Woche als Telearbeitstage von zu Hause aus gearbeitet und der Rest am Arbeitsplatz spricht man von "alternierender Telearbeit".

Die Telearbeit ist vor allem geeignet für EDV-gestützte Tätigkeiten und stärkt durch die flexible Arbeitszeitgestaltung die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In vielen Firmen (z. B. Produktion, Schichtmodelle, Einzelhandel etc.) ist die Telearbeit nicht praktikabel, da die Anwesenheit der Mitarbeiter erforderlich ist.

Wiedereinstieg nach der Elternzeit

Vor, während und nach der familienbedingten Auszeit sollten einige Aspekte beachtet werden, damit der schnelle und reibungslose Wiedereinstieg eines Mitarbeiters gelingt.

Bereits vor der Auszeit sollte der Arbeitgeber frühzeitig über Themen wie Mutterschutz, Elternzeit und -geld informieren. Mitarbeiter und Personalverantwortliche sollten sich bereits vorher über ihre Vorstellungen während und nach der Elternzeit verständigen.

Die Qualifikationen der Mitarbeiter und den Kontakt zu halten sind während der familienbedingten Auszeit besonders wichtig. Danach können gemeinsam Lösungen, wie flexible Arbeitszeitmodelle oder Unterstützung bei der Kinderbetreuung erarbeitet werden, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu stärken.

 

 

Betriebliche Kindertagesstätten

Unternehmen können selber eine Betriebskita errichten und betreiben. Oft können als Betreiber auch private oder öffentliche Träger gewonnen werden. Eine Betriebskita liegt meist in unmittelbarer Nähe zum Unternehmen. Die Öffnungszeiten sind auf die Arbeitsbedingungen abgestimmt. Dies erleichtert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie enorm.

Für klein- und mittelständische Unternehmen ist es häufig jeoch nicht möglich eine solche Investition zu tätigen und auch reicht der Bedarf meist nicht aus, um eine eigene Kindertagesstätte zu betreiben. Eine Kooperation mit anderen Unternehmen kann aber die Schaffung einer Betriebskita ermöglichen oder eine gute Möglichkeit sein ein Belegungskontingent für den eigenen Bedarf zu sichern. 

Die beteiligten Unternehmen können mit öffentlichen oder privaten Trägern bereits bestehender Betreuungseinrichtungen kooperieren, um zusätzliche Gruppen zu schaffen oder eine neue Kita zu errichten.

Unabhängig davon, ob in Eigenregie oder in Kooperation mit anderen Unternehmen, wird für die Schaffung betrieblicher Kindertagesplätze ein staatlicher Zuschuss von bis zu zwei Jahren gewährt.

Informationen zur » Planung, Finanzierung und Förderung betrieblicher Kinderbetreuung

» Praxisleitfaden Betriebliche Kinderbetreuung (PDF 3,2 MB)

» Handbuch Kindertagespflege - Wissenswertes für Betriebe (PDF 0,4 MB)

Es empfiehlt sich die Zusammenarbeit mit Familiendienstleistern, die eine Betreuungsstätte nach den Vorstellungen der kooperierenden Unternehmen umsetzten können. Zudem unterstützen Kommunal- oder Landesjugendämter Unternehmen und Träger häufig beim Aus- bzw. Aufbau von betrieblichen Kinderbetreuungseinrichtungen. Informationen und eventuelle zusätzliche regionale Fördermittel können dort erfragt werden.

 

Eltern-Kind-Zimmer

Ein Eltern-Kind-Zimmer ist eine abgegrenzte Räumlichkeit innerhalb des Gebäudes mit kindgerechtem Spiel- und Ruhebereich, in dem der Mitarbeiter gleichzeitig arbeiten kann.  Die Beschäftigten können in Notsituationen auf das Eltern-Kind-Zimmer zurückgreifen, wenn die reguläre Betreuung nicht mehr gesichert ist.

Belegplätze

In vielen bereits bestehenden Betreuungseinrichtungen kommunaler oder freier Träger kann eine bestimmte Anzahl an Plätzen reserviert werden.

Sollten in einer Phase mit geringem Bedarf weniger Plätze als reserviert benötigt werden, kann der Träger diese anderweitig vergeben.

Die Leistungen sollten vertraglich festgelegt werden, die finanziellen Aufwendungen der Unternehmen können steuermindernd geltend gemacht werden.

Informationen zum » Kinderbetreuungskostenzuschuss

» Betreuungseinrichtungen in der Stadt Offenbach

» Betreuungseinrichtungen Kreis Offenbach

Tagespflegepersonen

Die Kindertagespflege bietet insbesondere für kleine Unternehmen eine flexible Möglichkeit der Kinderbetreuung mit relativ geringem Organisationsaufwand. Eine Tagesmutter bzw. ein Tagesvater kann sozialversicherungspflichtig angestellt werden oder selbstständig arbeiten.

Betreut werden von einer Tagespflegeperson maximal fünf Kinder, dies kann in eigenen Räumlichkeiten geschehen oder in denen des Unternehmens. Vorteile sind der familiennahe Rahmen, flexible Betreuungszeiten, das überschaubare finanzielle Risiko und die individuelle Förderung der Kinder.

Das Unternehmen kann die Tagespflege bezuschussen, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellen oder die Tagespflegeperson fest anstellen. Hierbei kann eine bis zu 50-prozentige staatliche Förderung in Anspruch genommen werden.

» Finanzielle Förderung von Tagespflegepersonen (PDF 200 KB)

Allgemeine Informationen zur » Tagespflege (PDF 2,4 MB)

» Tagesmütterzentrale Offenbach

Ferienbetreuung

Für Eltern sind Ferienzeiten oft mit Stress und hohem organisatorischem Aufwand verbunden. Eine Entlastung für Mitarbeiter und Unternehmen bietet die betrieblich unterstützte Ferienbetreuung. Personelle Engpässe in der Urlaubszeit können so vermieden werden und die Flexibilität bei der Personal- und Urlaubsplanung steigt.

Eine Ferienbetreuung gibt es vorrangig für Schul- und Kindergartenkinder. Die Betreuung kann auf dem Unternehmensgelände bzw. in der Nähe zu diesem durch Betreuungspersonen erfolgen. Ebenso können Feriencamps oder Tagesausflüge angeboten werden. Unternehmen können dabei einen finanziellen Zuschuss an die Eltern leisten, aber auch mit externen Dienstleistern und anderen Unternehmen zusammenarbeiten, um entsprechende Angebote in der Ferienzeit zu ermöglichen.

» Nutzen, Kosten und Hilfestellung bei der Umsetzung einer betrieblichen Ferienbetreuung

Förderung Betrieblicher Kinderbetreuung

Förderung Betrieblicher Kinderbetreuung

Durch das Förderprogramm „Betriebliche Kinderbetreuung“ werden Unternehmen bei der Schaffung individueller Betreuungsangebote für Mitarbeiterkinder unter drei Jahren unterstützt. Gefördert werden die Buchung vo Belegplätzen, die Betreibung einer Betreuungseinrichtung aber auch Verbundlösungen zwischen einem Träger und mehreren Unternehmen.

Weitere Informationen zum Förderprogramm Betriebliche Kinderbetreuung erhalten Sie hier.

Jobsharing

Beim Jobsharing teilen sich zwei Arbeitskräfte eine Vollzeitstelle, wobei beide gemeinsam für die Erfüllung der Arbeitsaufgaben verantwortlich sind. Die Teilzeitarbeit kann individuell abgesprochen und auf die jeweiligen Bedürfnisse der Mitarbeiter angepasst werden. Beide können sich im Urlaubs- oder Krankheitsfall gegenseitig vertreten. So muss das Unternehmen nicht auf das Potenzial gut ausgebildeter Eltern verzichten und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird gestärkt.

» Praxisleitfaden flexible Arbeitszeitgestaltung (PDF 1,8 MB)

Abgestufte Teilzeit

Die abgestufte Teilzeit eignet sich perfekt für den Wiedereinstieg von Mitarbeitern nach der Elternzeit.  Um Kindern die Eingewöhnungszeit zu erleichtern, können oft anfangs nur wenige Stunden gearbeitet werden. 

Die stufenweise Erhöhung der Arbeitszeit setzt Anreize, möglichst schnell wieder einzusteigen und minimiert die Personalbeschaffungskosten des Unternehmens.

» Praxisleitfaden flexible Arbeitszeitgestaltung (PDF 1,8 MB)

Jahresarbeitszeit

Immer wieder gibt es Phasen, in denen sich der Arbeitsalltag nur schwer mit der Kinderbetreuung vereinbaren lässt. Auch in Unternehmen gibt es meist Zeitspannen mit saisonbedingter Mehrarbeit und Zeiten, in denen es ruhiger zugeht.

Mit der Jahresarbeitszeit haben Mitarbeiter die Möglichkeit Überstunden über einen längeren Zeitraum anzusammeln und sich dann dementsprechend freizunehmen. Der Ausgleich von Plus- und Minusstunden sollte innerhalb eines Jahres möglich sein und zwischen Mitarbeiter und Unternehmen abgestimmt werden.

» Praxisleitfaden flexible Arbeitszeitgestaltung (PDF 1,8 MB)

Teilzeitausbildung

Seit 2005 kann eine Ausbildung auch in Teilzeit absolviert werden. Dies hilft, nicht auf das Arbeitspotenzial junger Mütter verzichten zu müssen und geeignete Fachkräfte selbst zu qualifizieren. Die jungen Eltern können von der flexiblen Regelung profitieren und ihre Ausbildung abschließen. 

Weitere Informationen zu einer » Ausbildung in Teilzeit erhalten Sie auf unserer Internetseite im Bereich Ausbildung.

Gleitzeit

Durchgängig gleichbleibende Arbeitszeiten einhalten fällt gerade Mitarbeitern mit Familie schwer. Gleitzeit ist eine einfache, aber wirkungsvolle Maßnahme der flexiblen Arbeitszeitgestaltung. 

Meist wird eine Kernarbeitszeit definiert, z. B. von 9:30 bis 15:00 Uhr, und ein Zeitrahmen, bspw. 6:00 bis 20:00 Uhr, innerhalb dessen die Mitarbeiter ihre Arbeitszeit individuell planen können.

» Praxisleitfaden flexible Arbeitszeitgestaltung (PDF 1,8 MB)