Hitzel Oberflächentechnik: Vereinbarkeit von Beruf und Familie zentrale Herausforderung

Bei der Neubesetzung einer Stelle in unserem Unternehmen, zeigte sich, dass es bei über 100 Bewerbung nur wenigen Frauen möglich ist an Nachmittagen zu arbeiten. Insbesondere Mütter konnten nur vormittags arbeiten, weil sie nachmittags keine zuverlässige Betreuung für ihre Kinder haben.

Möglichkeiten schaffen

Junge Frauen sind heute hervorragend ausgebildet und wollen selbst in verantwortungsvoller Position am Erwerbsleben teilhaben. Umfragen zeigen ebenso wie unsere Erfahrungen, dass Frauen stärker beruflich aktiv sein wollen. Die in Deutschland vergleichsweise geringe Erwerbsbeteiligung von Müttern liegt an den mangelnden Möglichkeiten Familie und Beruf in Einklang zu bringen.

Durch Geburtenrückgang und die Überalterung unserer Gesellschaft werden wir künftig einen erheblichen Mangel an qualifizierten Beschäftigten haben und weniger Beitragszahler bei steigenden Leistungsempfängern im Gesundheits- und Rentensystem.

Um diese schwierige Situation zu bewältigen, müssen möglichst alle arbeitsfähigen Personen auch die Möglichkeit bekommen sich am Erwerbsleben zu beteiligen.

Umdenken erforderlich

Ebenso wichtig ist es, dass wieder mehr Kinder geboren werden. Durch eine gut ausgebaute Kinderbetreuung können sich auch Frauen die berufstätig sein wollen oder sogar müssen für Kinder entscheiden.

Noch weitgehend unbeachtet ist die Rolle der jungen Männer. Während es für Männer in Ostdeutschland viel selbstverständlicher ist, dass eine Frau Kind und Beruf unter einen Hut bekommt und auch die Männer ihren Anteil an der Erziehung und Hausarbeit übernehmen, scheint es in Westdeutschland noch Nachholbedarf zu geben.

Neuere Studien zeigen auch, dass für junge Männer die Gründung einer Familie nicht mehr selbstverständlich zu Lebensplanung gehört.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird so zu einer zentralen Herausforderung der Gesellschafts- und Beschäftigungspolitik. 

Netzwerke nutzen

Das Unternehmerforum Rödermark ist ein Zusammenschluss von Unternehmerinnen und Unternehmern aus Rödermark mit dem Ziel sich in Führungsfragen auszutauschen, Kooperationsmöglichkeiten zu realisieren und gesellschaftspolitisches Engagement zu koordinieren.

So unterstützen, bereits im zweiten Jahr, zahlreiche Mitgliedsunternehmen den Einstieg der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in das Ganztagsschulprogramm. Auch Kindergärten und Betreuungseinrichtungen für unter Dreijährige werden unterstützt.

Um noch gezielter die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu verbessern wurde vom Unternehmerforum Rödermark eine Arbeitsgruppe „Kinderbetreuung“ in Leben gerufen.

Als erstes wurde eine Umfrage auf den Weg gebracht um den Status quo in Rödermark zu ermitteln. Die Auswertung soll Aufschluss darüber geben in welchen Zeitenräumen die Betreuungsangebote mit den beruflichen Anforderungen der Mitarbeiterinnen nicht übereinstimmen.

Anschließend sollen in Kooperation mit der Stadt Rödermark Konzepte entwickelt werden, um diese Defizite auszugleichen.

Kerstin Hunkel-Hitzel, Hitzel Oberflächentechnik GmbH & Co. KG, Rödermark