EVO: Zertifizierung stößt Kitabau an

Standort:Stadt Offenbach am Main
Branche:Energie
Gründung:1847
Mitarbeiter:690 Mitarbeiter in Offenbach
Frauenanteil:ca. 25 Prozent

Die Energieversorgung Offenbach AG (EVO) engagiert sich schon seit vielen Jahren rund um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2012 hat die EVO erneut das Zertifikat "Audit berufundfamilie" der Hertie-Stiftung erhalten und ist damit für ihre vorbildliche Personalpolitik ausgezeichnet worden.

Bereits im Jahr 2009 ist die EVO erstmals von der Hertie-Stiftung zertifiziert worden. Seitdem wurden viele Maßnahmen angestoßen und umgesetzt, unter anderem die Eröffnung einer betriebsnahen Kindertagesstätte  in Kooperation mit anderen Unternehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist das Thema „Pflege von Angehörigen“: Hierzu  sind die EVO-Mitarbeiter umfangreich bei einer hausinternen Veranstaltung und „Kompetenztrainings“ informiert worden.

Zudem werden im EVO-Intranet  die wichtigsten Fragen beantwortet. Nicht zuletzt gibt es im EVO-Ressort „Personal & Compliance“ eine eigene Ansprechpartnerin für dieses Thema.

 „Im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter dürfen auch Kleinigkeiten nicht vernachlässigt werden, wie etwa das Sportangebot oder eine gute Kantine“ sagt Hanna Eisenhard, Abteilungsleiterin des Competence Centers Personal. „Eine gute Vereinbarkeit von Berufsalltag und Familienleben stärkt die emotionale Verbundenheit zum Unternehmen und hilft uns, qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und an die EVO zu binden.“

Zertifikat "Audit berufundfamilie"

Das Zertifikat „Audit berufundfamilie“ ist ein Qualitätssiegel für familienbewusste Personalpolitik und wird von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung vergeben.

Die Auditierung gliedert sich in mehrere Schritte. Zuerst wird der Status quo von Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermittelt. Danach werden gemeinsam im Unternehmen Entwicklungspotenziale herausgearbeitet und Ziele vereinbart. Diese dienen im Falle einer Re-Auditierung nach drei Jahren als Grundlage für die Bestätigung des Zertifikats.

Nach der ersten Zertifizierung 2009 wurde die EVO im August 2012 zum zweiten Mal ausgezeichnet. Der Prozess wurde mit einem Strategieworkshop eingeleitet, um zuerst Ziele und Schwerpunkte festzulegen.

In einem Auditierungsworkshop haben Mitarbeiter unterschiedlichster Abteilungen der EVO die bestehenden Angebote beleuchtet und neue Maßnahmen herausgearbeitet. Am Ende wurde die Umsetzbarkeit der Maßnahmen mit dem Vorstand diskutiert.

An den definierten Zielen wird grade gearbeitet, um das Angebot an die Mitarbeiter bedarfsgerecht ausbauen zu können.

Geplant ist einiges für die nächsten drei Jahre, wie z. B. die Ermöglichung von dezentralem Arbeiten, die Weiterentwicklung des Gesundheitsmanagements oder die Optimierung des betrieblichen Eingliederungsmanagements.

Kita "Die kleinen Stromer"

Die Kindertagesstätte "Die kleinen Stromer" ist seit September 2012 geöffnet. Die Kita ist ein Kooperationsprojekt zwischen EVO, Siemens und Arbeiter-Samariter-Bund.

50 Kinder im Alter von sechs Monaten bis drei Jahren werden von erfahrenen Pädagogen in unterschiedlichen Themenräumen betreut. Das großzügige Gelände bietet innen und außen genug Platz zum Malen, Schlafen, Spielen und Entdecken. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Thema "Technik und Natur".

Zusammen belegen EVO und Siemens 25 Plätze für den Nachwuchs ihrer Mitarbeiter. Die restlichen Plätze werden an Kinder aus den umliegenden Stadtteilen vergeben.

Geöffnet ist die Kita von 7:30 bis 16:30 Uhr und wer mal länger arbeitet kann sein Kind auch mit an den Arbeitsplatz nehmen. Die Kosten für die Kinderbetreuung werden von der EVO bezuschusst, einen geringen Teil finanzieren die Mitarbeiter selbst.

Gute Kommunikation

Besonders viel Wert legt das regionale Energieunternehmen auf eine gute Kommunikation.

Im firmeneigenen Intranet wird der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine eigene Seite gewidmet. Auch ein Internetportal zum Thema "Pflege" wurde eingeführt. So lassen sich bestehende Angebote besser kommunizieren und durch Best-Practice-Beispiele können Erfahrungswerte unter Kollegen ausgetauscht werden.

Der Kontakt zu Arbeitskollegen in familienbedingter Auszeit wird unter anderem durch die Mitarbeiterzeitung und -mitteilung aufrecht erhalten.

Ein weiteres Angebot ist die "After-Work-Academy", welche zu Themen, wie beispielsweise "Beruf und Pflege" angeboten wird. So können die internen Experten in direkten Kontakt mit den Mitarbeitern kommen, Bedarfe und neue Impulse entgegennehmen und beraten.

Externe Beratung zum Thema "Pflege"

Das Thema "Pflege" ist sensibel. Die EVO setzt hier auf Unterstützung durch Experten. Die externe Beratung besteht aus mehreren Modulen.

Die Module beinhalten unter anderem den Aufbau eines Pflegeportals im Intranet und eine Beratung für Mitarbeiter, die Angehörige pflegen. In einem Vier-Augen-Gespräch wird die jeweilige Situation vertraulich besprochen und nach passgenauen Lösungen gesucht.

Für die Mitarbeiter werden außerdem unterschiedliche Seminare angeboten, beispielsweise zu Finanzierungsmöglichkeiten, rechtlichen Aspekten oder bestimmten Krankheitsbildern wie Demenz.

Abgerundet wird das Angebot durch ein Vitalitätstraining, das z. B. durch eine "Burn-out Prophylaxe" helfen soll, berufliche und private Anforderungen stressfreier zu bewältigen. Ferner werden zwei Mal pro Woche Stresspräventionstrainings angeboten, an denen 40 Mitarbeiter mit großer Freude teilnehmen.

Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie"

Im August 2010 begrüßte die Familienministerin Kristina Schröder die EVO als 3.000 Mitglied im Unternehmensnetzwerk "Erfolgsfaktor Familie", das inzwischen auf rund 5.000 Unternehmen angewachsen ist.

Erfolgsfaktor Familie ist die größte Plattform für Arbeitgeber, die sich zu einer familienbewussten Personalpolitik bekennen. Neben Beratung und Information bietet das Netzwerk die Möglichkeit zu Austausch und Kooperation.

Nicht zuletzt lässt sich durch die Mitgliedschaft ein sichtbares Zeichen setzen, dass Familienfreundlichkeit einen wesentlichen Teil der Unternehmenskultur ausmacht.