Flüchtlinge in Ausbildung

Anerkannte Flüchtlinge mit einer Aufenthaltserlaubnis

  • Keine Einschränkungen.
  • Betriebe müssen keine Besonderheiten beachten.

Asyslsuchende mit einer Aufenthaltsgestattung und Geduldete

  • Eine schulische Berufsausbildung ist immer möglich. Es bedarf keiner Genehmigung der Ausländerbehörde.
  • Eine betriebliche Berufsausbildung ist ab dem vierten Monat möglich bzw. ab dem Zeitpunkt der Duldung möglich.
  • Für den konkreten Ausbildungsplatz muss bei der Ausländerbehörde eine Beschäftigungserlaubnis beantragt werden.
  • Während der gesamten Dauer der Ausbildung erhalten Auszubildende einen gesicherten Aufenthalt.
  • Wird nach einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss eine anschließende Beschäftigung aufgenommen, wird ein Aufenthaltsrecht für zwei Jahre erteilt ("3+2-Regel")
  • Falls ein Flüchtling nach dem Abschluss nicht direkt eine Anschlussbeschäftigung aufnimmt, gibt es eine weitere Duldung für sechs Monate, um die Arbeitsplatzsuche zu ermöglichen.
  • Im Falle eines Ausbildungsabbruchs wird die Duldung einmalig um sechs Monate verlängert, um die Suche nach einem neuen Ausbildungsplatz zu ermöglichen.
  • Wird eine Ausbildung abgebrochen, muss der Ausbildungsbetrieb dies binnen einer Woche an die Ausländerbehörde melden.
  • Ausgenommen von den obigen Regelungen sind Flüchtlinge aus sicheren Herkunftsländern und jene, bei denen eine Abschiebung bevorsteht.

 

Wann darf ein Flüchtling eine Berufsausbildung aufnehmen?

Jede Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsgestattung und Duldung muss erkennen lassen, ob eine Erwerbstätigkeit erlaubt ist. Diese Aussage zur Erwerbstätigkeit erfolgt durch die sogenannten Nebenbestimmungen durch die zuständige Ausländerbehörde und ist in der Aufenthaltserlaubnis, Aufenthaltsgestattung oder Duldung vermerkt. 

Arbeitgeber können somit erkennen, ob der jeweilige Ausländer eine Berufsausbildung aufnehmen darf.

Als Nebenbestimmungen werden regelmäßig verfügt:

"Erwerbstätigkeit gestattet"

  • jede Art der Erwerbstätigkeit ist erlaubt und es bedarf keiner weiteren Erlaubnis durch die Ausländerbehörde

"Beschäftigung nur mit Genehmigung der Ausländerbehörde gestattet"

  • Ausländerbehörde behält sich die Entscheidung darüber vor

"Erwerbstätigkeit nicht gestattet"

  • die Aufnahme einer Berufsausbildung wird in der Regel nicht möglich sein.

Asylverfahrensbeschleunigungsgesetz

Für Asylbewerber aus sicheren Herkunftsstaaten, die ab dem 1. September 2015 einen Asylantrag gestellt haben, wird ein Beschäftigungsverbot eingeführt. Dies gilt während des Asylverfahrens und wenn der Asylantrag abgelehnt ist.