Corona-Überbrückungshilfe für Unternehmen

Finanzielle Hilfe für Unternehmen in der Corona-Krise

Die Corona-Überbrückungshilfe ist eine Liqudidätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige sowie gemeinnützige Organisationen, die infolge der Corona-Pandemie weiterhin von starken Umsatzeinbrüchen betroffen sind. 
Unser Vorabcheck & Rechner zur Überbrückungshilfe, gibt einen ersten Hinweis, ob Sie grundsätzlich antragsberechtigt sind und wie hoch der Zuschuss sein könnte.

Was ist die Corona-Überbrückungshilfe für Unternehmen?

Ein branchenübergreifender und direkter Zuschuss, zu Ihren betrieblichen Kosten, für die Monate Juni bis August 2020.
Mit der Überbrückungshilfe soll die wirtschaftliche Existenz von betroffenen Unternehmen, Soloselbstständigen und Freiberuflern, gesichert werden. 


Bis wann kann ich einen Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe stellen?

Der Antrag kauf Überbrückungshilfe, können Sie nur einmal stellen. Die Frist für den Antrag endet am 31. August 2020. die Frist zur Auszahlung am 30. November 2020.

Für die Monate Juni, Juli und August, können Sie auch rückwirkend einen Antrag stellen. Dieser muss jedoch bis 30. September 2020 eingegangen sein.

 


Wer kann die Corona-Überbrückungshilfe beantragen?

Einen Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe können Unternehmen und Organisationen aller Branchen stellen.

Grundvoraussetzung ist, dass Ihr Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um mindestens 60 Prozent (Durchschnitt) gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten eingebrochen ist. 
Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Unternehmen, die aufgrund von starken saisonalen Schwankungen ihres Geschäfts, im April und Mai 2019 weniger als 5 % des Jahresumsatzes 2019 erzielt haben, können von der vorgenannten Bedingung des sechzigprozentigen Umsatzrückgangs freigestellt werden.

Bezugspunkt ist das Jahr 2019. Alternativ kann der Februar 2020 herangezogen werden. Wann diese alternative herangezogen werden kann, sollte mit dem Steuerberater/Wirtschaftsprüfer geklärt werden.

Antragsberechtigt sind:

  • Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen
  • Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb 
  • gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind (z.B. Jugendbildungsstätten, überbetriebliche Berufsbildungsstätten, Familienferienstätten)

Nicht antragsberechtigt sind:


Wie kann ich die Corona-Überbrückungshilfe beantragen?

Anträge auf Corona-Überbrückungshilfe werden digital gestellt, über das bundesweite Antragsportal: https://www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de/.
Anträge hessischer Unternehmen werden vom Regierungspräsidium Gießen bearbeitet.

In zwei Schritten zu Ihrem Antrag

Corona Überbrückungshilfe

Schritt 1:

Kontaktieren Sie einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer. Sie können Anträge nur in Zusammenarbeit mit diesen stellen. Gemeinsam besprechen Sie das Vorgehen zur Antragstellung. Kosten die hierdurch enstehen, sind Teil der förderfähigen Kosten. Im Rahmen des Antrages, können diese teilweise erstattet werden. 

Schritt 2:

Ihr Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer registriert sich auf der bundesweiten Online-Plattform. Dort wird digital der Antrag gestellt und die Unterlagen eingereicht. Außerdem kann sich Ihr Dienstleister hier über den aktellen Stand Ihres Antrages informieren. Sobald der Bescheid vorliegt, wird er benachrichtigt.

Hier finden Sie den Link zum Portal


Wie finde ich einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer?

Sollten Sie einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater benötigen, können Sie diese über die Webseite der Steuerberaterkammer oder der Wirtschaftsprüferkammer finden.
Die Steuerberaterkammer Hessen bietet Ihnen eine Liste mit Steuerberatern, die Sie bei der Corona-Überbrückungshilfe unterstützen können. Die Liste finde Sie hier:

Liste mit Steuerberatern für die Corona-Überbrückungshilfe

Falls Sie einen Wirtschaftsprüfer brauchen, können Sie im Berufsregister suchen:

Zum Berufsregister Wirtschaftsprüfer

Bitte beachten Sie: Entstehen Ihnen durch die Corona-Überbrückungshilfe Kosten für einen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater, handelt es sich um förderfähige Kosten. Diese können Ihnen in Teilen zurückerstattet werden. Welche Kosten Sie noch ansetzen können, finden Sie unter: Auflistung der förderfähigen Kosten


Wie hoch ist die maximale Förderhöhe?

Die Förderhöhe richtet sich nach Ihren Umsatzeinbußen in den Monaten Juni bis August 2020 im Vergleich zum Vorjahresmonat. Je größer der Umsatzeinbruch, umso mehr Fördergelder. Zur Berechnung der Förderhöhe spielen betriebliche Fixkosten eine wichtige Rolle.

Die Förderhöhen berechnen sich nach folgenden Regelungen:

  • Bei mindestens 40 Prozent Umsatzrückgang im Antragsmonat werden bis zu 40 Prozent der Fixkosten erstattet
  • Bei mindestens 50 Prozent Umsatzrückgang im Antragsmonat werden bis zu 50 Prozent der Fixkosten erstattet
  • Bei einem Umsatzrückgang von mindestens 70 Prozent im Antragsmonat werden bis zu 80 Prozent der Fixkosten erstattet

Die maximale Fördersumme gilt dann, wenn die berechnete Förderhöhe über diesem Höchstsatz liegt. Die maximale Fördersumme staffelft sich wie folgt:

  • Höchstmögliche Fördersumme liegt bei 150.000 Euro (max. 50.000 Euro pro Monat).
  • Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten = höchstens 15.000 Euro (max: 5.000 Euro pro Monat).
  • Kleinunternehmen bis zu fünf Beschäftigte und Selbstständige = höchstens 9.000 Euro (max: 3.000 Euro pro Monat)

Achtung Ausnahme

Da manche Kleinunternehmen sehr hohe Fixkosten haben, können die maximalen Fördersummen im begründeten Ausnahmefall überschritten werden. Dieser Fall tritt ein, wenn die berechnete Förderhöhe mindestens doppelt so hoch liegt wie der Höchstsatz. Kommt es zur Anwendung der Ausnahmeregelung, wird die Fördersumme wie folgt berechnet:

  • Bei einem Umsatzrückgang zwischen 40 und 70 Prozent im Fördermonat, wird der festgelegte Höchstbetrag ausgezahlt.
    Darüber hinaus werden die noch nicht berücksichtigten Fixkosten zu 40 Prozent erstattet und zum Höchstbetrag addiert.
  • Bei einem Umsatzrückgang über 70 Prozent im Fördermonat, wird der festgelegte Höchstbetrag ausgezahlt.
    Darüber hinaus werden 60 Prozent der noch nicht berücksichtigten Fixkosten erstattet und zum Höchstbetrag addiert.

Beispiel: Ein Schausteller mit zehn Beschäftigten und einem Umsatzausfall im Fördermonat von über 70 % hat monatlich

a) 3.500 Euro Fixkosten: Es werden 80 % der erstattungsfähigen Fixkosten erstattet. Die festzusetzende Überbrückungshilfe beträgt monatlich 2.800 Euro.

b) 8.000 Euro Fixkosten: Die festzusetzende Überbrückungshilfe beträgt monatlich 5.000 Euro. Der rechnerische Anspruch auf Erstattung von 80 % der Fixkosten (= 6.400 Euro) wird auf den maximalen Erstattungsbetrag der Überbrückungshilfe gekürzt.

c) 18.000 Euro Fixkosten: Die festzusetzende Überbrückungshilfe beträgt monatlich 12.050 Euro. Hierbei handelt es sich um einen Ausnahmefall, da bei einem gegebenen Umsatzrückgang von über 70 % der Schwellenwert von 12.500 Euro an Fixkosten pro Monat überschritten wurde und da die Überbrückungshilfe auf Basis der Fixkosten (80% von 18.000€ = 14.400€) mehr als doppelt so hoch läge, wie der maximale Erstattungsbetrag der Überbrückungshilfe (5.000 Euro). In diesem Fall werden die Fixkosten bis zur Erreichung der 5.000 Euro zu 80 % erstattet (6.250 Euro x 0,8 = 5.000 Euro). Der Anteil der hierbei noch nicht einbezogen Fixkosten wird zu 60 % erstattet (11.750 Euro x 0,6 = 7.050 Euro).

Die Höhe der maximalen Förderung von 50.000 Euro pro Monat bleibt davon unberührt.
Die Betrachtung wird monatsgenau vorgenommen.

(Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen)

Am Ende erfolgt eine Schlussabrechnung, die der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer vorzulegen hat. Ergibt sich daraus, dass der Umsatzeinbruch von 60 % nicht erreicht wurde, sind bereits ausgezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen.

Weiterhin teilt der Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer bei Vorliegen der endgültigen Umsatzzahlen den tatsächlich entstandenen Umsatzeinbruch im jeweiligen Fördermonat mit. Ergeben sich daraus Abweichungen von der Umsatzprognose, sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen bzw. werden nachträglich aufgestockt.


Vorabcheck & Rechner für die Corona-Überbrückungshilfe

Unser IHK-Rechner zur Corona-Überbrückungshilfe, hilft Ihnen unverbindlich herausfinden, ob und ggf. wie viel Hilfe Sie beantragen können. In drei Schritten, können Sie sich einen Überblick verschaffen. 


Welche Nachweise muss ich für den Antrag erbringen?

  • Beschäftigtenzahl: Die Zahl Ihrer Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 werden zugrunde gelegt. Bei verbundenen Unternehmen werden die Beschäftigten der einzelnen Unternehmen zusammen berücksichtigt.
  • Umsatzeinbruch: In einem zweistufigen Verfahren erfolgt der Nachweis des Umsatzeinbruchs und der erstattungsfähigen Fixkosten.

Zweistufiges Verfahren zum Umsatzeinbruch

  • Vorgesehen ist ein zweistufiges Antragsverfahren. Folgende Unterlagen können als Nachweis dienen. Bitte bereiten Sie diese Nachweise, zusammen mit Ihrem Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder vereidigten Buchprüfer, vor:

Stufe 1: Antragsstellung

  • Umsatzsteuervoranmeldungen 2019 sowie den
  • Jahresabschluss 2019 und die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuererklärung 2019
  • Soweit die erforderlichen Kennzahlen für 2019 noch nicht vorliegen, können auch betriebswirtschaftliche Unterlagen (Jahresabschluss 2018 etc.) aus 2018 vorgelegt werden.

Stufe 2: Nachweis

  • Umsatzsteuervoranmeldung aus dem Förderzeitraum
  • endgültige Fixkostenabrechnungen

Bitte beachten Sie:

Bei Fragen zur Vorbereitung der Anträge und zu weiteren Details wenden Sie sich bitte an Ihren Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer.

Auflistung der förderfähigen Kosten

Förderfähig sind fortlaufende, im Förderzeitraum anfallende vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Fixkosten gemäß der folgenden Liste:

  1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen.
  2. Weitere Mietkosten
  3. Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen
  4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten
  5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV
  6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  7. Grundsteuern
  8. Betriebliche Lizenzgebühren
  9. Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben
  10. Kosten für Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe anfallen.
  11. Kosten für Auszubildende
  12. Personalaufwendungen im Förderzeitraum, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 10 % der Fixkosten der Ziffern 1 bis 10 gefördert.
  13. Inhaber von Reisebüros können außerdem Provisionen ansetzen, die sie den Reiseveranstaltern aufgrund Corona-bedingter Stornierungen zurückgezahlt haben.

Die Fixkosten der Punkte 1 bis 9 müssen vor dem 1. März 2020 begründet worden sein.

Nicht gefördert werden:

  • Lebenshaltungskosten/Unternehmerlohn
  • Kosten für Privaträume
  • Fixkosten an verbundene Unternehmen

Sie suchen weitere finanzielle Unterstützung für Ihr Unternehmen?

Größere Betriebe mit über 50 Beschäftigten können über die Hausbank Kredite zum Beispiel der KfW aus dem Bundesprogramm in Anspruch nehmen. Von Seiten des Landes Hessens stehen darüber hinaus auch Expressbürgschaften der Bürgschaftsbank oder Mikrokredite über die WI-Bank zur Verfügung. Zu weiteren Möglichkeiten beraten wir Sie gerne: Finanzhilfen

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