Ausbildungsberufe

Ein Verzeichnis der Ausbildungsberufe inklusive der jeweiligen Verordnungen finden Sie auf den Seiten des » Bundesinstituts für Berufsbildung.

IT- Berufe

Ab dem 1. August 2018 tritt die Stufe I der Neuordnung der IT-Berufe in Kraft und die Änderungsverordnung wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht (siehe Anhang). Die Struktur der Berufe einschließlich der Prüfungsanforderungen bleibt unverändert. Die wesentliche Neuerung besteht in der inhaltlichen Nachschärfung in den Bereichen IT-Sicherheit und personaler Kompetenzen.

In allen vier Ausbildungsberufen:

•wird ein Richtlernziel der Berufsbildposition 3.1 "Informieren und Kommunizieren" mit Bezug auf digitale Medien erweitert.
•wird die Berufsbildposition 5.4 um das Thema "IT-Sicherheit" ergänzt; die dahinterliegenden Richtlernziele erweitert.
•werden die Prüfungsanforderungen in der "Ganzheitlichen Aufgabe II" zur IT-Sicherheit ergänzt.

Im Berufsfeld IT-System-Elektroniker:

•wird die Berufsbildposition 7.4 "Netzwerke" um zwei Richtlernziele erweitert (Angriffsszenarien sowie Implementation von Systemen zur IT-Sicherheit)
Im Berufsfeld Fachinformatiker
•wird ein Richtlernziel der Berufsbildposition 6.2 "Programmerstellung- und dokumentation" um das Thema IT-Sicherheit ergänzt.

Im Berufsfeld Fachinformatiker Systemintegration:

•wird die Berufsbildposition 8.2 "Netzwerke" um zwei Richtlernziele erweitert (Angriffsszenarien sowie Implementation von Systemen zur IT-Sicherheit)

In den Berufsfeldern IT-System-Kaufmann und Informatikkaufmann:

•wird die Berufsbildposition 8.2 "Konzeption" erweitert (Entwicklung von Lösungsvarianten auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten).

Die Rahmenlehrpläne wurde aufgrund der offenen Formulierungen nicht verändert, auch auf eine Umsetzungshilfe wurde verzichtet. Vielmehr arbeiten die Sachverständigen zurzeit mit Hochdruck an der Stufe II der Neuordnung, die eine Neufassung der Inhalte (geplant ab 2020) vorsieht. Änderungsverordnung hier

Wichtig:

Bestehende Ausbildungsverhältnisse genießen Bestandsschutz. Verträge können umgeschrieben werden, wenn die Vertragsparteien dies vereinbaren und die Zwischenprüfung noch nicht abgelegt ist.
 

Kaufmann/-frau im E-Commerce

In den vergangenen Monaten hat die IHK-Organisation zusammen mit Fachverbänden und Unternehmensvertretern aus der Praxis intensiv an einem neuen Ausbildungsberuf gearbeitet, und nun ist es soweit: Ab August 2018 können Kaufleute im E-Commerce ausgebildet werden.

Die Wirtschaft wird zunehmend digitaler. Damit wächst der Bedarf an kompetenten und gut ausgebildeten Fachkräften, die für die künftigen Herausforderungen gewappnet sind. Dies gilt beispielsweise für den starken Wachstumsbereich E-Commerce, in dem sich völlig neue Tätigkeitsfelder mit wertschöpfungsstufenüberschreitenden Prozessen und Geschäftsmodellen herausgebildet haben. Die bis dato verfügbaren Ausbildungsberufe passen nur bedingt zu den neuen Anforderungen, Inhalten und Arbeitsweisen.

Warum der Neue Beruf?
Die Digitalisierung der Wirtschaft schreitet voran – für viele Handels- und Dienstleistungsunternehmen ergeben sich neue Tätigkeitsfelder, Prozesse, Geschäftsmodelle und Arbeitsweisen. Um auf dem Markt bestehen zu können, benötigen sie gut ausgebildete und kompetente Fachkräfte.

Mit dem maßgeschneiderten dualen Ausbildungsberuf Kaufmann / Kauffrau für E-Commerce wird eine neue, auf digitale Geschäftsmodelle ausgerichtete kaufmännische Qualifikation angeboten.

Die Fakten zum Ausbildungsberuf:


Ausbildungsdauer: 3 Jahre
Startdatum: 1. August 2018
Aufbau der Ausbildung:

Gestreckte Abschlussprüfung:
Teil 1 nach 18 Monaten
Schriftliche Prüfung: 25 %
Teil 2 zum Ende der Ausbildung
Schriftliche Prüfungen und
Fachgespräch mit Projektbezug: 75 %

Mehr » Informationen und zur Verordnung

Verkäufer/-in

Die Modernisierung des Ausbildungsberufs Verkäufer/Verkäuferin von 1968 ist seit vielen Jahren überfällig, da sich in über 30 Jahren die Strukturen und Anforderungen im Handel verändert haben. Nach wie vor bleibt die Verkaufs- und Serviceorientierung Kernaufgabe dieses Ausbildungsberufs. Allerdings wurden Differenzierungs- und Wahlmöglichkeiten geschaffen, um auf die Heterogenität des Einzelhandels einzugehen und Qualifikationen für seine unterschiedlichen Betriebsformen und –größen sowie für die unterschiedlichen Branchen und Bedarfsbereiche bereitzustellen.
Die Pflichtqualifikationseinheiten, die für den gesamten Einzelhandel vorgesehen sind, haben einen Umfang von 21 Monaten.
Als Vertiefung und Erweiterung der Pflichtqualifikationseinheiten kann je nach dem Bedarf der Ausbildungsbetriebe und dem Wunsch der Auszubildenden eine Wahlqualifikationseinheit aus vier im Umfang von etwa drei Monaten aus den folgenden Bereichen gewählt werden.
Durch die curriculare Verbindung der Ausbildungsberufe Verkäufer/-in und Kaufmann/-frau im Einzelhandel wurde ein Gesamtkonzept für die Ausbildungsberufe des Einzelhandels geschaffen. Die Ausbildungsinhalte des Ausbildungsberufes Verkäufer/-in sind identisch mit den ersten beiden Jahren des Ausbildungsberufes Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Dadurch wird die Durchlässigkeit des Ausbildungsberufs Verkäufer/-in zu dem dreijährigen Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel sichergestellt.

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

•    Sicherstellung der Warenpräsenz
•    Beratung von Kunden
•    Kassensystemdaten und Kundenservice
•    Werbung und Verkaufsförderung
 

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Der Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel / Kauffrau im Einzelhandel von 1987 wurde modernisiert, da sich die Anforderungen im Einzelhandel stark verändert haben. Nach wie vor bleibt die Verkaufs- und Serviceorientierung in diesem kaufmännischen Ausbildungsberuf erhalten. Eine Neuerung besteht darin, dass es bei den Rechnungswesen bezogenen Inhalten zu einer Schwerpunktverlagerung in Richtung Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik sowie Steuerung mit Hilfe von Kennziffern kommt.
Eine weitere Neuerung umfasst die Warenkunde: warenkundliche Inhalte in die Breite gehend sind für alle Auszubildenden in diesem Ausbildungsberuf vorgesehen, dagegen können solche warenkundlichen Inhalte in die Breite und Tiefe gehend, die für den beratungsintensiven Verkauf erforderlich sind, als Wahlqualifikationseinheiten gewählt werden; es können aber zusätzlich Warengruppen gewählt werden.
Eine dritte Neuerung sind IT-bezogene Qualifikationen, die erstmalig anwendungsbezogen aufgenommen werden.
Um der Heterogenität des Einzelhandels Rechnung zu tragen, werden mit der Modernisierung des Ausbildungsberufs Differenzierungs- und Wahlmöglichkeiten geschaffen, um damit spezielle und optionale Qualifikationen für die unterschiedlichen Betriebsformen und –größen sowie die unterschiedlichen Branchen und Bedarfsbereiche des Einzelhandels bereitzustellen.
Die Pflichtqualifikationseinheiten, die für den gesamten Einzelhandel vorgesehen sind, haben einen Umfang von 21 Monaten.
Als Vertiefung und Erweiterung der Pflichtqualifikationseinheiten kann in den ersten beiden Jahren – gemeinsam mit dem Ausbildungsberuf Verkäufer/ Verkäuferin - je nach dem Bedarf der Ausbildungsbetriebe und dem Wunsch der Auszubildenden eine Wahlqualifikationseinheit aus vier im Umfang von etwa drei Monaten aus den folgenden Bereichen gewählt werden:

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

1.Sicherstellung der Warenpräsenz
2.Beratung von Kunden
3.Kassensystemdaten und Kundenservice
4.Werbung und Verkaufsförderung

Im dritten Ausbildungsjahr wird obligatorisch der Baustein Einzelhandelsprozesse angeboten. Aus den 8 Wahlqualifikationseinheiten können drei für die Ausbildung zusammengestellt werden. Von den Wahlqualifikationseinheiten 1 - 3 muss jedoch mindestens einer gewählt werden.

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

1.Beratung von Kunden in komplexen Situationen
2.Beschaffung von Waren
3.Warenbestandssteuerung
4.Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
5.Marketingmaßnahmen
6.Onlinehandel
7.Mitarbeiterführung und -entwicklung
8.Vorbereitung unternehmerischer Selbstständigkeit

Metall- und Elektroberufe und Mechatroniker

Metall- und Elektroberufe und Mechatroniker

1. Hintergrund

Industrie 4.0 und Digitalisierung bedeutet, Maschinen zu Anlagen vernetzen sowie Produktionsabläufe optimieren und dadurch einen Mehrwert schaffen.
Hinsichtlich der neuen Qualifikationsanforderungen wurden die Ausbildungsordnungen und Rahmenlehrpläne der industriellen Metall- und Elektroberufe sowie des Mechatronikers aktualisiert und die Ausbildungsinhalte auf den neuesten Stand der Technik angepasst.

2. Betroffene Berufe

Ausbildungsordnung „Industrielle Metallberufe“

  • Anlagenmechaniker/-in
  • Industriemechaniker/-in
  • Konstruktionsmechaniker/-in
  • Werkzeugmechaniker/-in
  • Zerspanungsmechaniker/-in

Ausbildungsordnung „Industrielle Elektroberufe“

  • Elektroniker/-in für Automatisierungstechnik
  • Elektroniker/-in für Betriebstechnik
  • Elektroniker/-in für Gebäude- und Infrastruktursysteme
  • Elektroniker/-in für Geräte und Systeme
  • Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik

Ausbildungsordnung „Mechatroniker/-in“

Weitere Metall- oder Elektroberufe sind von dieser Änderungsverordnung nicht betroffen.

3. Die Veränderungen

Die Veränderungen beziehen sich auf die Qualifikationsanforderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und Industrie 4.0.

Berufsbildposition 5 und weitere

Neu aufgenommen wurde die Berufsbildposition „Digitalisierung der Arbeit, Datenschutz und Informationssicherheit“ in die Ausbildungsordnung. Diese Kernqualifikation ist integrativ mit den berufsspezifischen Fachqualifikationen zu vermitteln.

Außerdem wurden in den Berufsbildpositionen „Betriebliche und technische Kommunikation“, „Planen und Organisieren der Arbeit, Bewerten der Arbeitsergebnisse bzw. Planen und Steuern von Arbeitsabläufen / Kontrollieren und Beurteilen der Arbeitsergebnisse (Mechatroniker)“ sowie „Geschäftsprozesse und Qualitätssicherungssysteme im Einsatzgebiet/ Qualitätsmanagement (Mechatroniker)“ Veränderungen in die Ausbildungsordnungen eingearbeitet.

Aktuelle Ausbildungsordnungen: https://www.bibb.de/de/berufeinfo.php/new_modernised_occupations_by_year

Zusatzqualifikationen (ZQs)

Die Zusatzqualifikationen (ZQs) wurden als zusätzlicher Bestandteil in die Verordnungen aufgenommen. Die ZQs wurden speziell für berufsübergreifend und interdisziplinär begründete Qualifikationsanforderungen in zentralen Tätigkeitsfeldern entwickelt und haben bundesweit Gültigkeit. Derartige ZQs werden als „kodifizierte“ ZQs bezeichnet.

Prüfung der Zusatzqualifikationen

Die Prüfung der jeweiligen Zusatzqualifikation wird als fallbezogenes Fachgespräch auf Basis einer im Ausbildungsbetrieb durchgeführten Praxisaufgabe geführt. Das Fachgespräch findet auf Antrag im Rahmen der Abschlussprüfung Teil 2 als gesonderte und freiwillige Prüfung statt. Eine Anmeldung hierzu erfolgt im Zusammenhang mit der Anmeldung  zum Teil 2 der Abschlussprüfung.

Besonderheiten

Die Berufsbezeichnungen ändern sich nicht.

Die Prüfung der Zusatzqualifikationen ist auch für bereits bestehende Berufsausbildungsverhältnisse nach alter Ausbildungsverordnung möglich.

Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten der Änderungsverordnung am 1. August 2018 bereits bestehen, können nach Inkrafttreten auf Antrag der Vertragsparteien  unter Anrechnung der absolvierten Ausbildungszeit auch nach den Inhalten der Änderungsverordnung fortgesetzt werden, wenn der Auszubildende die Abschlussprüfung Teil 1 noch nicht absolviert hat.

Relevanz für den Berufsschulunterricht

Die KMK (Kultusminister Konferenz) hat Anpassungen der berufsschulischen Rahmenlehrpläne vorgenommen. Die jeweiligen Zusatzqualifikationen werden in den Rahmenlehrplänen nicht abgebildet.

Übersicht möglicher Zusatzqualifikationen

ZQ

Metall

Elektro

Mechatroniker

Digitale Vernetzung

 

X

X

IT-Sicherheit

 

X

X

Programmierung

 

X

X

IT-gestützte Anlagenänderung

X

  

Prozessintegration

X

  

Systemintegration

X

  

Additive Fertigungsverfahren

X

 

X

Ausbildungsvergütung in Abhängigkeit der Branche

Die Ausbildungsvergütung wird nicht auf Grundlage des Ausbildungsberufes bezahlt, sondern richtet sich allein nach der Branche, in der der Auszubildende eine Ausbildung absolviert. Hierbei bilden die jeweiligen Branchentarife die entsprechende Grundlage für die Festlegung einer angemessenen Vergütung. Auszubildende unterschiedlicher Berufe im selben Unternehmen haben folglich einen Anspruch auf eine einheitliche Vergütung.

Vergütung bei Anwendbarkeit von Tarifverträgen

Bei Tarifgebundenheit richtet sich die Angemessenheit der Vergütung grundsätzlich nach den jeweiligen tariflichen Vergütungssätzen. Diese sind stets als angemessen anzusehen.

Vergütung bei fehlender Tarifbindung

Besteht keine Tarifbindung, ist die Ausbildungsvergütung nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes dann gerade noch angemessen, wenn sie nicht um mehr als 20 % von der üblichen tariflichen Ausbildungsvergütung der jeweiligen Branche abweicht.

Gibt es für die Branche, in der ausgebildet werden soll keinerlei tariflichrechtliche Absprachen, so muss sich das Unternehmen an tarifrechtliche Vergütungsregelungen verwandter Wirtschaftsbereiche anlehnen. Hiervon kann ebenfalls um max. - 20 % abgewichen werden.

Im » WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung finden Sie die üblichen Tarife für Ausbildungsvergütungen.

Ansprechpartner

 Krebs Alexander

Alexander Krebs

Bildungsberater

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Beratung: Duale Berufsausbildung und Duales Studium; Zuständigkeitsbereich: Langen, Egelsbach, Dreieich und Neu-Isenburg

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