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Holger Winkler

Referent und Teamleiter Existenzgründung und Unternehmensförderung

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Existenzgründung, Unternehmensfinanzierung und -förderung, Unternehmensnachfolge, Öffentliches Auftragswesen, Krisenmanagement

Neu: DIHK Gründerreport 2017 - Talfahrt mit Lichtblicken


Immer weniger Menschen in Deutschland wollen Unternehmer werden. Bereits seit Jahren sieht Deutschland in punkto Unternehmergeist nicht gut aus. In einer internationalen Vergleichsstudie zeigte der DIHK, dass etwa in Großbritannien oder Israel mehr Erwerbstätige „Unternehmer“ als erstrebenswerten Karriereschritt ansehen.

Trotz vieler Förderprogramme und Startup-Kampagnen haben die Industrie- und Handelskammern im vergangenen Jahr erstmals weniger als 200.000 Gespräche mit angehenden Gründerinnen und Gründern geführt. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Minus von rund sieben Prozent und die niedrigste Anzahl seit Beginn der Umfrage vor 15 Jahren. Die Gründe: Der Arbeitsmarkt läuft gut, es gibt wenige Gründungen aus Mangel an Alternativen. Zudem wirkt sich die Demographie aus – die besonders gründungsaffinen Jahrgänge zwischen 25 und 45 Jahren schrumpfen. Erfreulich ist jedoch, dass ein leicht wachsender Anteil von wachstumsorientierten Startups mit guter Vorbereitung an den Start geht.

Ein Schlüssel zu mehr Gründungen ist spürbarer Bürokratieabbau. In nahezu jedem Beratungsgespräch berichten Gründer von komplizierten Regulierungen, Meldepflichten und Formularen. Gerade innovative Startups wollen One-Stop-Shops statt „Behördenmarathon“. Sie wollen alles an einer Stelle erledigen. Zudem sollte jede Gründung inklusive aller Genehmigungen binnen eines Monats möglich sein.

Nachfragen verzeichnen die IHKs auch von Flüchtlingen, die sich selbstständig machen möchten. Im Jahr 2016 haben sich rund 700 Geflüchtete bei den IHKs zur Unternehmensgründung erkundigt. Das ist zwar ein noch kleiner Anteil, allerdings mit steigender Tendenz. Es gibt erste Gründungen im Handel, in der Gastronomie, vereinzelt auch in der IT-Branche. Neben schwieriger Finanzierung sehen die IHKs vor allem Rechtsunsicherheit und mangelnde Deutschkenntnisse als Starthürden. Gründungsinteressierten Flüchtlingen ist sehr geholfen, wenn die Ausländerbehörden rasch Klarheit über Art und Dauer des Aufenthaltes schaffen. Auf dieser Basis können sich die Geflüchteten viel besser auf ihr Gründungsvorhaben konzentrieren. Bei der Vermittlung von Sprachkenntnissen sollten auch Module für Selbständige eine Rolle spielen, die dabei helfen, in verhandlungssicherem Deutsch mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern in Kontakt zu treten.

Gründerreport