Nach GB-Wahl: Schnellstens Brexit-Entscheidung treffen


Boris Johnson hatte vor der Wahl angekündigt, im Falle einer Parlamentsmehrheit sein Abkommen über den geplanten EU-Austritt am 31. Januar noch vor Weihnachten zu verabschieden.

Ein No-Deal ist trotz seines Wahlerfolgs noch nicht vom Tisch. Erst wenn der Austrittsvertrag im Unterhaus und im EU-Parlament angenommen wird, würde am 1. Februar eine Übergangsphase bis Ende 2020 beginnen. Großbritannien wäre dann kein EU-Mitglied mehr, bliebe aber vorerst noch in Binnenmarkt und Zollunion. Der Brexit-Deal regelt nur den geordneten Austritt Großbritanniens und eine Übergangsphase bis Ende 2020. Diese Übergangszeit wollen beide Seiten nutzen, um die künftigen Beziehungen und insbesondere ein Freihandelsabkommen auszuhandeln. Die Verhandlungsfrist ist kurz und ambitioniert, in ein paar Monaten wurde in der EU noch nie ein Freihandelsabkommen mit einem Drittstaat verhandelt.

Der DIHK fordert schnellstens eine Entscheidung beim Brexit, um einen noch immer drohenden No-Deal abzuwenden. Die anhaltende Unsicherheit führt seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich. So ist UK seitdem von Platz 5 auf Platz 7 der wichtigsten deutschen Handelspartner abgerutscht. Auch die Zukunft sieht nicht besser aus, laut aktueller DIHK-Umfrage erwartet mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen in Großbritannien für 2020 eine schlechtere wirtschaftliche Entwicklung im Land. Aufgrund der Unklarheit über die künftigen Wirtschaftsbeziehungen sind die deutschen Unternehmen vor Ort zurückhaltend bei ihren Investitions- und Beschäftigungsplänen. So will z.B. jedes fünfte deutsche Unternehmen im Vereinigten Königreich Stellen abbauen. Deutsche Unternehmen haben in Großbritannien 2.500 Niederlassungen und beschäftigen über 400.000 Mitarbeiter.

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