Mobilitätsbedürfnisse in den Fokus stellen und Gewerbeparken prüfen


[Offenbach am Main, 5. Februar 2021]

Frank Achenbach, Mitglied der Geschäftsführung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main, nimmt Stellung zu den gestern von der Stadt Offenbach veröffentlichten Planungen:

„Der Verkehrsentwicklungsplan 2035 sollte die Mobilitätsbedürfnisse von Unternehmen und Bewohnern in den Mittelpunkt stellen und alle Verkehrsträger betrachten. Besonders wichtig ist es, Verknüpfungen zwischen den Verkehrsträgern zu schaffen, wie z. B. attraktive Park+Ride-Möglichkeiten an den am Stadtrand gelegenen Bahnstationen.

In einer wachsenden Stadt auf begrenztem Raum kommt es zwangsläufig zu Konfliktpunkten im Verkehr. Diese müssen aufgezeigt und diskutiert werden. Lösungen sollten gemeinsam erarbeitet werden. Das gelingt nur im Dialog. Wir fordern, dass die Wirtschaft an einem für die Zukunft so wichtigen Prozess beteiligt wird. Der Verkehrsentwicklungsplan sollte zudem eng mit dem Masterplan Offenbach verknüpft werden.

Den Plan, die Bewohnerparkplätze auszuweiten, ist nachvollziehbar. Schließlich wurde in den letzten Jahren viel zusätzlicher Wohnraum geschaffen. Dadurch werden aber viele kleine Gewerbetreibende mit ihren stadtteilprägenden Ladenlokalen und Gastronomien benachteiligt. Meist steht kein privater Parkraum zur Verfügung und es ist nicht jedem Mitarbeiter möglich, mit dem ÖPNV anzureisen. Hinzu kommen notwendige Dienstfahrten oder das Ein- und Ausladen von Waren.

Deshalb fordern wir die Stadt Offenbach zur Prüfung von einem „Gewerbeparken“ auf. Derartige Parkausweise werden in anderen Großstädten bereits vergeben. In Frankfurt wird darüber politisch zurzeit diskutiert. Dabei erhalten ansässige Gewerbetreibende gegen Gebühr ein bis zwei Parkausweise. Diese können tagsüber zur Geschäftszeit genutzt werden, wenn viele der Bewohner zum Arbeiten die Stadt verlassen.“
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