Klare Spielregeln für gemeinsames Wirtschaften


[Offenbach am Main, 29. Januar 2020] Es ist beschlossen: Am 31. Januar 2020 tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus. In der Übergangsphase bis Ende 2020 wird es zunächst keine gravierenden Änderungen im Handel für deutsche Unternehmen geben. „Wichtig werden die Verhandlungen für die Zeit ab 2021, die für klare Verhältnisse sorgen müssen“, so Silvia Schubert-Kester, Teamleiterin International für die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main.

„Wir haben zukünftig eine Grenze. Unabhängig von einem möglicherweise verhandelten Freihandelsabkommen müssen Firmen, die mit Großbritannien Handel treiben, dann das Zollrecht beachten und Zollformalitäten erfüllen. Das führt zu Mehraufwand und höheren Kosten  für die Unternehmen“, hebt Schubert-Kester hervor.

Das bestätigt Stefan Hammel, Geschäftsführer der Harema GmbH aus Rodgau:
„Diese ‚Never Ending Story‘ mit Namen Brexit verschwendet unnötig Energie und bringt große Verunsicherungen - auch bei uns.“ Das Unternehmen vertreibt Systemlösungen für die Reinigungsbranche und liefert auch nach England. Kundenverträge werden oft zentral in Deutschland für die jeweiligen dezentralen Ländergesellschaften abgeschlossen.
Hammel berichtet von einem Kunden, der die vereinbarten Lieferbedingungen ändern wollte, um damit die Versorgung auch im Falle eines ungeordneten Brexits eindeutig zu regeln und sicherzustellen. „Um dies wiederum im Falle eines Brexits zu gewährleisten, haben wir als Harema eine dazu benötigte englische Steuernummer bei der zuständigen Behörde in Wolverhampton beantragt. Hierzu erhielten wir eine Absage mit der Begründung: ‚Wir können Sie nicht für die Mehrwertsteuer registrieren, da bestätigt wurde, dass es keinen harten Brexit geben wird.‘ “

Unabhängig von der politischen Seite sind es in der Praxis nicht nur Schildbürgergeschichten wie diese, die den Unternehmen Steine in den Weg legen.
„Die Unternehmen auf beiden Seiten des Kanals brauchen jetzt schnell eine wirtschaftliche Basis mit klaren fairen Spielregeln zwischen dem Vereinigten Königreich und der Europäischen Union“, fordert Schubert-Kester.

Informationen für Unternehmen zur Vorbereitung rund um den Brexit bietet der
IHK-Brexit Online-Check unter www.ihk.de/brexitcheck
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