Jetzt Hoffnung und Zuversicht wecken


[Offenbach am Main, 26. Mai 2020] Corona hat die Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach mit voller Wucht getroffen. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main. Für die IHK steht fest: Die Politik muss schnellstens handeln, um die Situation der Unternehmen zu stabilisieren.

Jetzt Hoffnung und Zuversicht wecken

Laut der IHK-Konjunkturumfrage erwarten 55 Prozent der Unternehmen Umsatzeinbrüche von mehr als zehn Prozent. 57 Prozent wollen Investitionen zurückfahren, 29 Prozent Personal reduzieren und nahezu zwei Drittel gehen von sinkenden Exporten aus.
Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der IHK Offenbach am Main, kommentiert die Ergebnisse: „Die Lockerungen sind ein erster Hoffnungsschimmer, reichen aber vielfach für einen rentablen Betrieb noch nicht aus. Die kommenden Monate werden für viele Unternehmen hart sein und die politisch Verantwortlichen müssen nun Maßnahmen ergreifen, die Hoffnung und Zuversicht wecken.“
Drei Ansätze sind dafür entscheidend:

•    Zum einen sollte Abstand genommen werden von zusätzlichen steuerlichen Belastungen der Wirtschaft, um deren Wettbewerbsfähigkeit nicht weiter zu beeinträchtigen. Vielmehr sollten für rentable Unternehmen weiterhin Hilfen zur Aufrechterhaltung der Liquidität angeboten werden. Die Ausweitung des steuerlichen Verlustrücktrages wäre hierbei zielführend. Dabei werden aktuell erlittene Verluste mit den Gewinnen des Vorjahres verrechnet.
•    Zum anderen bieten viele kleine Stellschrauben das Potenzial, Bürokratie zu reduzieren und Flexibilität zu gewährleisten, wie z. B. die stärkere Digitalisierung von Genehmigungsverfahren, eine flexiblere Handhabung der Nachtanlieferung oder die Entschlackung der EU-Datenschutzgrundverordnung.
•    Nicht zuletzt muss das angekündigte Konjunkturpaket der Bundesregierung ein kluger Mix sein, aus Investitionen in eine zukunftsweisende Infrastruktur und Anreizen zur Steigerung von privaten Investitionen wie bspw. verbesserte steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten.

Ein Schlag für alle Branchen
Der Blick auf einzelne Ergebnisse der Konjunkturumfrage zeigt, wie umfassend die Auswirkungen der Corona-Krise auf die hiesige Wirtschaft sind. In einigen Wirtschaftszweigen z. B. im Gastgewerbe, Einzelhandel oder der Tourismus- und Veranstaltungsbranche kam die Geschäftstätigkeit in den letzten Monaten nahezu vollständig zum Erliegen.
Aber auch abseits der besonders hart getroffenen Bereiche sind die Folgen gravierend und ziehen sich quer durch alle Branchen: Das Konsumklima ist zurzeit stark gedämpft. Beschränkungen im Waren- und Dienstleistungsverkehr verursachen unterbrochene Lieferketten. Nachfrageausfälle bestehen bereits und werden im In- wie auch im Ausland von den befragten Unternehmen nun als deutlich höheres Geschäftsrisiko eingestuft. Investitionen werden zurückgestellt, weil finanzielle Mittel anderweitig eingesetzt werden müssen und die Unsicherheit über das, was kommt, groß ist.
Für eine Vielzahl von Unternehmen ist diese Situation existenzbedrohend. Sie sind unverschuldet in die Krise geraten und müssen trotz teilweise großer Nachfrageausfälle liquide Mittel für Löhne und Betriebskosten aufbringen. Insbesondere das Kurzarbeitergeld und die finanziellen Zuschüsse wurden von vielen Unternehmen in Anspruch genommen. In der Region Offenbach haben im April 2020 28 Prozent der Betriebe Kurzarbeit angezeigt (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit und Berechnung des IWAK).
Alle Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage sind unter www.ihkof.de/konjunktur abrufbar.
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