Interesse an der dualen Ausbildung stärken


[Offenbach am Main, 2. November 2022] Am 2. November 2022 präsentierten die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main, die Agentur für Arbeit Offenbach und die Handwerkskammer (HWK) Frankfurt-Rhein-Main für Vertreterinnen und Vertreter der Medien Daten zum Ausbildungsmarkt 2022. Veranstaltungsort waren die Räume der Stadtwerke Offenbach am Standort Stadtservice in der Daimlerstraße. Das Fazit zur Bilanz lautet: Die Zahl der Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle in Stadt und Kreis Offenbach ist gesunken, während das Angebot an Ausbildungsstellen im Vergleich zum vorangegangenen Ausbildungsjahr zugenommen hat.

Im Anschluss an die Präsentation der Zahlen zum aktuellen Ausbildungsjahr luden die Stadtwerke Offenbach zum Austausch mit Auszubildenden in ihrer Werkstatt ein. V.l.n.r. Mohammad Sadeqi, Auszubildender, Gerlinde Klos, Leiterin des Kompetenzcenters Personal der Stadtwerke Offenbach, Giuseppe Sessa, Prokurist und Leiter Vertrieb/Stoffstrom der Stadtwerke Offenbach, IHK-Geschäftsführer Friedrich Rixecker, IHK-Vizepräsident Hans-Joachim Giegerich, Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach, Fabienne Jung, Auszubildende, und Florian Schöll, Geschäftsführer Berufliche Bildung der HWK Frankfurt-Rhein-Main.

Aktuelle Bilanz zum Ausbildungsmarkt in der Region

Bei der Agentur für Arbeit Offenbach haben sich 3.266 Interessenten um einen Ausbildungsplatz beworben. Das sind 299 Personen oder 8,4 Prozent weniger als zuvor. 2.104 Ausbildungsstellen wurden der Agentur für Arbeit gemeldet, was einem Plus von 4,9 Prozent entspricht. 169 davon wurden nicht besetzt. Das sind 27,8 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. „So sehr wir uns freuen, dass wir den Jugendlichen mehr Ausbildungsstellen anbieten konnten, so schade ist es, dass nicht alle besetzt werden konnten. Es funktioniert schließlich nur, wenn der junge Mensch und der Ausbildungsplatz zusammenpassen. Leider ist das Interesse für die duale Ausbildung nicht in dem Umfang da, wie es wünschenswert wäre. Wir betrachten es als unsere Aufgabe, junge Frauen und Männer weiter von den vielen Vorteilen einer dualen Ausbildung zu überzeugen. Auch die Kommunikation mit den Eltern ist entscheidend,“ sagt Thomas Iser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Offenbach.

Hans-Joachim Giegerich, Vizepräsident der IHK Offenbach am Main, erklärt, dass in diesem Ausbildungsjahr bei der IHK 1.452 Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Das entspricht einem Plus von 17 Prozent. „Damit liegen wir über dem ‚Vor-Corona-Niveau‘. Trotzdem wird der Fachkräftemangel zur Existenzbedrohung für unsere Unternehmen. Die demografische Entwicklung in den nächsten Jahren wird die Situation verschärfen. Deshalb hat die IHK Offenbach am Main kontinuierlich für die duale Ausbildung geworben und Berufsorientierung angeboten, auch während des Pandemie-Lockdowns und danach erst recht: zum Beispiel durch Ausbildungsbotschafter, mit Elternabenden, bei der Nacht der Ausbildung und natürlich während der Ausbildungsmesse.“ Giegerich sieht die Politik in der Pflicht und erwartet, dass sie sich stärker für die duale Ausbildung einsetzt: “Die berufliche Orientierung muss fester Bestandteil des Fachunterrichts werden. Die Berufsschulen müssen zukunftsfähig und digital aufgestellt werden. Geförderter Wohnraum, wie es ihn für Studierende seit langem gibt, muss denjenigen, die sich für eine duale Ausbildung entscheiden, genauso angeboten werden. Wir als Unternehmen und IHK werden die unterschiedlichen Angebote in unseren Betrieben weiter attraktiv gestalten und Schulabsolventen motivieren, den Karriereweg Ausbildung einzuschlagen.“

Florian Schöll, Geschäftsführer Berufliche Bildung der HWK Frankfurt-Rhein-Main, berichtet, dass im Handwerk für dieses Ausbildungsjahr im Kammerbezirk 3.343 Ausbildungsverträge abgeschlossen wurden. Das entspricht einem leichten Rückgang von -1,3 Prozent. „Interessenten können sich auch jetzt noch bewerben und in Ausbildungen einsteigen“, erklärt Schöll. „Wir müssen den jungen Menschen das riesige Spektrum an beruflichen Möglichkeiten in unseren Betrieben deutlich zeigen. Die Karriereoptionen sind vielfältig, ob man im Angestelltenverhältnis bleibt oder sich als Meister selbstständig macht.“

Von den Gastgebern kamen gute Nachrichten: Die Stadtwerke Offenbach haben in diesem Ausbildungsjahr alle offenen Ausbildungsstellen besetzt. „Wir spüren jedoch deutlich, dass vor allem die Besetzung der handwerklichen Ausbildungsberufe immer schwerer wird. Die Anzahl der Bewerbungen geht von Jahr zu Jahr zurück,“ bedauert Gerlinde Klos, Leiterin des Kompetenzcenters Personal der Stadtwerke Offenbach.

Im Anschluss besuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Auszubildende der Stadtwerke an ihrem Arbeitsplatz auf dem Betriebsgelände in der Daimlerstraße: Annamaria Cirillo Barbato lernt Kauffrau für Büromanagement. In der Werkstatt werden Mohammad Sadeqi und Fabienne Jung ausgebildet. Sie berichteten, warum sie sich für ihre Ausbildung bei den Stadtwerken entschieden haben und welche Chancen sich ihnen dadurch eröffnen.

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