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Ihre Meinung zählt: Konsultation zur Sicherung von Aluminiumschrott in der EU


Ausfuhrbeschränkungen auf Aluminiumschrott

Die EU-Kommission konsultiert derzeit zur Zukunft von Aluminiumschrott. Im Fokus steht die Frage, ob Handelsbeschränkungen wie Ausfuhrzölle oder Zollkontingente eingeführt werden sollen. Auf Basis des Feedbacks plant die Kommission im zweiten Quartal 2026 einen Gesetzentwurf.

Die Konsultation richtet sich an alle Akteure der Aluminiumwertschöpfungskette: Sammler von Aluminiumschrott, Recyclingunternehmen, Händler, Importeure, Hersteller (einschließlich Hütten und Raffinerien), Logistikdienstleister, Zollagenten sowie Industrieverbände und Sozialpartner wie Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände.

Betroffene Unternehmen haben bis zum 31. Januar 2026 die Möglichkeit Ihr Feedback abzugeben.

Zur EU-Konsultation

Hintergrund

Die EU exportiert immer mehr Aluminiumschrott. 2024 waren es 1,2 Mio. Tonnen – 66 % mehr als 2014 und 50 % mehr als 2019. Grund: hohe Weltmarktpreise und steigende Nachfrage. Manche Länder subventionieren ihre Recyclingindustrie und zahlen höhere Preise.

Seit 2019 sind die Schrottpreise um fast 80 % gestiegen (von 1 171 EUR/Tonne auf 2 091 EUR/Tonne). Das macht die Verarbeitung zu Barren unrentabel. Asiatische Preise liegen oft über EU-Niveau. Das setzt die Aluminiumhersteller in der EU stark unter Druck.

Die EU kann nur 52 % ihres Aluminiumbedarfs selbst decken, 43 % davon durch Recycling. Die Nachfrage wird bis 2050 stark steigen (Energie, E-Autos, Luftfahrt). Aluminium ist ein Schlüsselrohstoff für den grünen und digitalen Wandel. Hohe Preise und Ausfuhren gefährden die Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit. Es gab bereits Werksschließungen, Investitionen ins Recycling werden verschoben. Rund 30 Unternehmen (65 % der Recyclingkapazität) sind in Schwierigkeiten.

Die EU-Kommission will handeln, damit genug Schrott verfügbar bleibt. Geplant sind Maßnahmen wie Ausfuhrzölle oder Kontingente.