IHK fordert: Wirtschaft braucht Luft zum Handeln


[Offenbach am Main, 4. Februar 2022] Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main fordert, die aktuelle Überbrückungshilfe zu verlängern und Umsatzgrenzen zu senken.

IHK fordert: Wirtschaft braucht Luft zum Handeln

Viele Unternehmen, die die Corona-Maßnahmen besonders hart getroffen haben, wie Einzelhändler, Gastronomen, Hoteliers und die Veranstaltungsbranche sind trotz erster Öffnungsschritte in einer ernsten Lage und brauchen weiterhin Unterstützung. Auch volkswirtschaftlich macht es Sinn, die Hilfen jetzt zu verlängern, nachdem der Staat bereits so viel in die Unterstützung der Unternehmen investiert hat. Denn so werden in Zukunft Kredite zurückgeführt, Arbeitsplätze gesichert und Steuern gezahlt werden können.

„Den angekündigten Wegfall der 2G-Regel im Einzelhandel begrüßen wir. Denn diese Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der betroffenen Einzelhändler wird damit endlich beseitigt. Wir sollten aber nicht vergessen, dass trotz möglicher Lockerungen die Umsatzerwartungen weiterhin in den nächsten Monaten im stationären Einzelhandel, der Gastronomie, Hotellerie und in der Veranstaltungsbranche niedrig bleiben. Die Konsumzurückhaltung in diesen Branchen bleibt aufgrund der Infektionslage vermutlich bestehen. Die Konsumenten werden sich auch in den nächsten Wochen erst zögerlich wieder in die Läden und Lokale trauen. Viele Betriebe kämpfen daher weiterhin ums Überleben. Gerade dann, wenn die Umsatzrückgänge weniger als 30 Prozent betragen, greift die Überbrückungshilfe nicht. Wir fordern die Zugangshürden zu senken und den Zeitraum über den 31. März 2022 hinaus bis in den Sommer zu verlängern. Auch die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie muss angesichts der aktuellen dynamischen Entwicklung regelmäßig auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden und sobald wie möglich entfallen“, erklärt Kirsten Schoder-Steinmüller, Präsidentin der IHK.

Robert Glaab, IHK-Vizepräsident und Inhaber der Glaabsbräu GmbH & Co. KG, Seligenstadt, bestätigt: „Es wird noch einige Zeit vergehen, bis sich die Situation in der Gastronomie und im Inlandstourismus wieder normalisiert hat. Wer glaubt, dass alles Ende März auf Knopfdruck wieder läuft, der irrt. Unter der weiterhin geltenden 2G-Plus-Regel in der Gastronomie sind die Umsatzeinbußen derzeit erheblich, im Februar werden es bei uns rund 50 Prozent sein. Und wir rechnen mit unterdurchschnittlichen Umsätzen noch bis in den Frühsommer.“

Alexander Heberer, ebenfalls IHK-Vizepräsident und Geschäftsführer der Heberer GmbH & Co. KG, Mühlheim, empfiehlt eine Fortsetzung der Hilfen: „Auch wenn die gesetzlichen Corona-Maßnahmen wegfallen sollten, sind die derzeitigen Rahmenbedingungen für den Einzelhandel und die Gastronomie sehr schwer: exorbitant steigende Rohstoff- und Energiepreise, in Anbetracht der steigenden Mindestlöhne eine generelle Steigerung des Lohnniveaus in Einzelhandel und Gastronomie in Kombination mit Personalknappheit sowie deutlich weniger Besucher in den Innenstädten, Cafés, an Bahnhöfen und Flughäfen. Überbrückungshilfe kann hier häufig nicht in Anspruch genommen werden, da die Umsatzrückgänge unter 30 Prozent liegen. Dennoch reichen schon geringe Umsatzrückgänge bei niedrigen Margen im Einzelhandel aus, dass rote Zahlen geschrieben werden. Somit müssen der Einzelhandel und die Gastronomie jeden Monat Verluste mit Eigenkapital ausgleichen. Das kann auf Dauer nicht gut gehen und gefährdet immer mehr Unternehmen in ihrer Existenz. Sichtbar wird dies bereits in Form von wachsenden Leerständen in Innenstädten und Einkaufszentren.“

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