Fahrradschnellwege außerhalb der Stadtzentren planen


[Offenbach am Main, 17. September 2021] Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main unterstützt die Planung und den Bau von Radschnellverbindungen in der Region. Sie fordert, diese als sichere und direkte Verbindungen für Pendler zu entwickeln, die gleichzeitig die Bedürfnisse von Anwohnern und Autofahrern berücksichtigen.

“Der Fahrradschnellweg von Darmstadt nach Frankfurt, der aktuell gebaut und geplant wird, kann ein zentraler Baustein für einen neuen Mobilitätsmix werden. Dafür ist es wichtig, die direkteste und schnellste Route zu wählen. Nur die ist attraktiv für Radfahrer und eine echte Alternative zu anderen Verkehrsmitteln auf dem Weg zur Arbeit”, erläutert IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller.
Dieser Anspruch steht in direktem Konflikt mit einer Routenführung durch Innenstädte und stark besiedelte Gebiete, wie sie im Bereich von Dreieich diskutiert wird. Hier werden aktuell neben einer als “Sprendlinger Beule” bekannten Route durch die Sprendlinger Innenstadt vier Varianten durch das angrenzende Buchschlag abgewogen. Die Routenführung sollte nicht das Interesse einzelner Kommunen erfüllen, deren Innenstädte zu beleben, ein innerstädtisches Radwegenetz zu finanzieren und Pendler durch die Stadt zu leiten. Dean Szczuka, Geschäftsführer von Threeoak - Bicycles and Lifestyle, einem Fahrradgeschäft im Zentrum Sprendlingens, betont: “Natürlich ist Radverkehr gut für die Innenstadt, das Flair und auch für das Geschäft.  Ein Radschnellweg mitten durch die Stadt oder dicht besiedeltes Gebiet sollte aber nicht Mittel der Wahl sein. Diesen Zweck erfüllen Land- und Schnellstraßen schließlich auch nicht.” Besser sei es, Radfahrer mit geeigneten Zuwegen und gut ausgebauten Radwegen, zum Beispiel mit Fahrradstraßen, durch die Stadt und aus ihr heraus auf die Fahrradschnellwege zu leiten, ergänzt Szczuka. 
Dass die Sicherheit von Radfahrern, außerhalb von Ortschaften und abseits des fahrenden und ruhenden PKW-Verkehrs besser zu gewährleisten ist, steht hierbei außer Frage. Zudem senkt eine Routenführung abseits des Straßenverkehrs das Konfliktpotenzial, sowohl zwischen Fahrrad- und Autofahrern als auch zwischen Fahrradfahrern und Anwohnern. 
Die IHK-Präsidentin fordert: „Die als Sommerroute bekannte Variante des Radschnellwegs Darmstadt-Frankfurt westlich der Bahntrasse sollte aus unserer Sicht in die weiteren Überlegungen aufgenommen werden.  Sie ist eine gute Variante für Pendler und wird von den Anwohnern voraussichtlich besser akzeptiert.“  Außerdem muss für die aktuell diskutierten Varianten geklärt werden, wie mit der Stauproblematik vor und hinter der Bahnschranke Buchschlag umgegangen werden soll. Dort würden sich die Radschnellroute und der Autoverkehr kreuzen. Bei Öffnung der Bahnschranke, an der es schon ohne den Radschnellweg zu erheblichen Wartezeiten kommt, muss der angestaute Autoverkehr zügig abfließen können. Er darf nicht von den Benutzern der Radschnellroute behindert werden. 
Die IHK Offenbach am Main appelliert an die anliegenden Kommunen weitere Radschnellwege zu planen und frühzeitig zu bedenken, wie Innenstädte und Gewerbegebiete an die Pendlerverbindung angeschlossen werden können.  
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