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Brigitte Lampa

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Außenwirtschafts- und Zollrecht, Export, Import, EU-Warenverkehr, Bescheinigungen und Dokumente, IHK-Zollkreis Südhessen, Messeförderung, IHK-Messekreis Südhessen

EU-Vietnam-Abkommen


Mit 33% der EU-Ausfuhren profitieren vor allem deutsche Unternehmen vom Abkommen.

Im Sommer 2015 endeten die Verhandlungen zum EU-Vietnam Freihandelsabkommen. Derzeit liegt das Abkommen dem Europäischen Rat und dem Europäischen Parlament zur Ratifizierung vor. Das EU-Vietnam-Freihandelsabkommen soll voraussichtlich Ende 2019/Anfang 2020 in Kraft treten.

99% der Zölle werden durch das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam abgebaut. Direkt mit Inkrafttreten verpflichtet sich Vietnam 65% der Zölle abzuschaffen. Für alle weiteren Erzeugnisse werden die Zölle über einen Zeitraum von 10 Jahren schrittweise abgebaut.

Mit Inkrafttreten können fast alle Maschinenerzeugnisse zollfrei in Vietnam eingeführt werden. Nach fünf Jahren folgen die weiteren Maschinenerzeugnisse. Fast 70% der Chemieerzeugnisse sind sofort zollfrei, der Rest folgt nach 3,5 bzw. 7 Jahren. Bei etwa der Hälfte der EU-Ausfuhren von Arzneimitteln werden die Zölle sofort abgeschafft. Die Zölle auf Krafträder mit Motoren mit einem Hubraum von mehr als 150 ccm sowie auch Autoteile werden nach sieben Jahren und auf PKW nach 10 Jahren vollständig abgabaut. 84% der Zölle schafft die EU mit Inkrafttreten des Abkommens für vietnamesische Ursprungswaren ab. Die restlichen Zölle werden innerhalb von sieben Jahren abgebaut. Sowohl für die EU als auch für Vietnam bestehen für sensible Agrarerzeugnisse Zollkontingente.

Voraussetzung für eine zollfreie Einfuhr ist, dass es sich um Ursprungserzeugnisse des Vertragspartnerstaates handelt. Die Ursprungsregeln können dem Ursprungsprotokoll ab Seite 63 entnommen werden.

Als Ursprungsnachweis kann die Ursprungserklärung bis zu einem Warenwert von 6.000 € auf einem Handelspapier abgegeben werden. Ab 6.000 € ist wieder die bekannte Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 zu verwenden. Als Verfahrenserleichterung kann der "Ermächtigter Ausführer" verwendet bzw. beim Hauptzollamt beantragt werden. Der Ermächtigte Ausführer darf die Ursprungserklärung auch über einem Wert von 6.000 € abgeben.