Energie sparen für eine funktionierende Wirtschaft


[Offenbach am Main, 4. Juli 2022] Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main sieht die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung durch den drohenden Gasmangel gefährdet. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller appelliert an Unternehmen und private Haushalte: „Sparen Sie Energie, ob Strom oder Gas, wo immer Sie können! Dies ist eine gemeinschaftliche Aufgabe von allen.“ Nach bisherigen Berechnungen würden die erforderlichen Speicherreserven, die für den kommenden Winter aufgebaut werden müssten, aufgrund reduzierter Lieferungen nicht erreicht werden. Einsparungen seien daher dringend notwendig.

IHK fordert gemeinsames Handeln

„Eine Rationierung von Gas zu Lasten der Industrie, die in ihren Prozessen darauf angewiesen ist, hätte eine tiefgreifende Rezession zur Folge“, beschreibt Schoder-Steinmüller die dramatische Lage. Da beispielsweise in der chemischen Grundstoffindustrie Gas zur Prozesswärme gebraucht wird und durch andere Energieträger nicht ersetzt werden kann, könnten wichtige Vormaterialien nicht mehr produziert werden. Die enge Verflechtung der Wertschöpfungsketten würde zu einem Dominoeffekt führen und die wirtschaftliche Entwicklung ausbremsen. Insolvenzen und Arbeitsplatzverluste wären die Folge.

Der absehbare Gasmangel treibt die Preise bereits auf Höchststände und ein Ende der Preissteigerungen ist nicht absehbar. „Die zusätzlichen und nicht kalkulierbaren Kosten würden die Belastungen für alle erhöhen. Bereits geschwächte Unternehmen werden dies nicht abfedern können. Insolvenzen werden zunehmen“; so Schoder-Steinmüller. Um Unternehmen von sprunghaft steigenden Strom- und Gaspreisen zu entlasten, fordert die IHK eine faire Verteilung der unvermeidbaren Kosten zwischen Energieversorgern, Unternehmen, privaten Haushalten und dem Staat.
Sollte die Bundesregierung im Rahmen des „Notfallplans Gas“ die dritte Notfallstufe ausrufen müssen, würde dies die Situation für die Unternehmen weiter verschärfen. Die Bundesnetzagentur würde direkt in den Markt eingreifen und Vorgaben machen können, wer Gas beziehen und für welche Zwecke Gas verbraucht werden darf.

"Die technische Optimierung oder Umstellung auf andere Energieträger sowie die effizientere Nutzung der Energie ist für die Unternehmen eine Daueraufgabe. Die Einsparpotenziale bei den Unternehmen sind daher weitgehend ausgeschöpft. Für private Haushalte sind solche Maßnahmen kurzfristig kaum möglich, da Materialien und Kapazitäten bei Handwerkern fehlen. Daher bleibt Sparen kurzfristig alternativlos“, zeigt sich Schoder-Steinmüller überzeugt.

Aus Sicht der IHK sollten sich die Unternehmen auf Kürzungen und Abschaltungen vorbereiten. Daher sollten Unternehmen ihre Energieverbräuche nochmals analysieren und kurzfristige Einspar- und Substitutionspotenziale prüfen sowie interne Abschaltszenarien entwickeln. Zu beachten sei, dass der Energieträgerwechsel zudem neue Genehmigungen nach dem betrieblichen Immissionsschutzgesetz erfordern kann.
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