Duale Berufsausbildung Exportschlager in den USA


[Offenbach am Main, 6. November 2018] Kurz vor den US-Kongresswahlen hat Markus Weinbrenner, Hauptgeschäftsführer der Industrie und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main, mit einer Delegation von Vertretern aus Unternehmen, weiteren IHKs und des Bundeswirtschaftsministeriums, unter Leitung von Dr. Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Städte Washington und Atlanta besucht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner

„Ziel war es, mit Vertretern des US-Handelsministeriums und amerikanischen sowie deutschen Unternehmen vor Ort die Auswirkungen der aktuellen US-Handelspolitik zu erörtern“, so Weinbrenner.

In Washington traf die Wirtschaftsdelegation im Handelsministerium Under Secretary for International Trade (Staatssekretär für Außenhandel) Gilbert B. Kaplan, der erst im März 2018 von Präsident Donald Trump berufen wurde. Die Erwartung an deutsche Unternehmen sei, dass sie noch mehr in den USA in Produktion und Produktionstiefe investieren. Man erkenne die bisherigen Investitionen insbesondere der Autohersteller und Zulieferer an, erhoffe sich aber weitere Anstrengungen.

„Anerkannt wird die Ausbildungsleistung deutscher Unternehmen in den USA. Nach deutschem Vorbild wird nicht nur bei VW oder BMW dual ausgebildet, sondern vermehrt auch in kleineren Niederlassungen deutscher sowie in amerikanischen Unternehmen“, so Weinbrenner. Seit drei Jahren organisiere die Auslandshandelskammer (AHK) USA Süd in Atlanta gemeinsam mit einer „High School“ sowie „Technical Colleges“ und Unternehmen eine duale Ausbildung zum Industriemechaniker nach deutschem Vorbild und Lehrplan. Weinbrenner: „16- bis 18-jährige Schüler gehen je zur Hälfte in den Betrieb und in eine technische High School. Sie erwerben am Ende ihr „High School“-Diplom und zugleich ein klassisches Ausbildungszeugnis. Um diese Art der dualen Berufsausbildung überhaupt zu ermöglichen, musste der Bundesstaat Georgia für die Beschäftigung Minderjähriger in Unternehmen das Gesetz ändern und eine Ausnahmemöglichkeit zulassen. Die Nachfrage seitens der Unternehmen und der jungen Menschen steigt stetig. Derzeit gibt es mehr Bewerbungen als freie Plätze. Ein gutes Zeichen, dass die AHK in Atlanta hier eine Marktlücke entdeckt hat.“

Auch die Regierung erkenne, wie wichtig es sei, Arbeitskräfte qualitativ gut und für die Bedürfnisse des Arbeitsmarktes auszubilden. „Staatssekretär Kaplan ließ sich im Gespräch mit den Delegationsteilnehmern die duale Berufsausbildung genau erklären. Die Kombination zweier Lernorte sowie die Verknüpfung von Theorie und Praxis in der Ausbildung, ermöglichen erst eine breite, praxisrelevante Ausbildung. Klar ist, der Aufbau einer industriellen Fertigung gelingt nur mit Fachkräften. Und deutsche Unternehmen können hier einen wesentlichen Beitrag leisten. Daher macht es keinen Sinn, deutsche Unternehmen in den USA mit Strafzöllen auf Einfuhren von Teilen aus Europa zu belasten oder anderweitig das Leben durch Handelskonflikte zu erschweren. Diese Botschaft kam an“, ist sich Weinbrenner sicher.
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