Ausbildungsberufe

Der Ausbildungsmarkt sowie die Veränderungen und Neuerungen in der Berufelandschaft unterliegen einem stetigen, oft rasanten Wandel.


Eine qualifizierte Berufsausbildung in einem in der Wirtschaft begehrten Beruf schafft ein solides Fundament für die Zukunft. Die breite Vielfalt der rund 360 anerkannten Ausbildungsberufe, von denen 120 in rund 1.200 Ausbildungsbetrieben aus Industrie, Handel und Dienstleistung durch die  Industrie- und Handelskammer Offenbach am Main betreut werden, eröffnet zudem zahlreiche Möglichkeiten der späteren beruflichen Weiterbildung.

Ein Verzeichnis der Ausbildungsberufe inklusive der jeweiligen Verordnungen finden Sie auf den Seiten des Bundesinstituts für Berufsbildung.

 

Neue und Neugeordnete Berufe

Kaufmann/ -frau für Büromanagement

Einer der größten Berufe der dualen Berufsausbildung mit ca. 90.000 Ausbildungsverhältnissen wird grundlegend modernisiert. Statt der Ausbildung der Bürokaufleute, der Kaufleute für Bürokommunikation und der Fachangestellten für Bürokommunikation entsteht ein einheitlicher neuer, dreijähriger Ausbildungsberuf mit der Berufsbezeichnung "Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement".

Der neue Beruf gliedert sich in Kern- und Wahlqualifikationen. Die Kernqualifikationen Büro- und Geschäftsprozesse werden durch mindestens zwei Wahlqualifikationen mit einer Dauer von jeweils fünf Monaten ergänzt.

Es werden 10 Wahlqualifikationen zur Auswahl stehen, von denen zwei dem öffentlichem Dienst vorbehalten sind. Die Wahlqualifikationen sollen den Auszubildenden auf seine zukünftige Tätigkeit in einer bestimmten Abteilung des Unternehmens vorbereiten.

Nicht gewählte Wahlqualifikationen sollen grundsätzlich auch als Zusatzqualifikation vermittelt und geprüft werden können.

Die Abschlussprüfung wird künftig "gestreckt", das heißt in zwei Teilen erfolgen. Der erste Teil der Abschlussprüfung wird nach 18 Monaten, also nach der Hälfte der Ausbildungszeit, abgenommen.

Den Auszubildenden im neuen Ausbildungsberuf "Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement" soll folgende berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt werden:

  • Organisieren, Koordinieren und Durchführen bürowirtschaftlicher und projektbezogener Abläufe
  • Bearbeiten kaufmännischer Vorgänge
  • Kooperieren und Kommunizieren mit internen und externen Partnern
  • Anwenden von Informations-, Kommunikations- und Buchungssystemen unter Einhaltung von Datenschutz und -sicherheit
  • Recherchieren, Aufbereiten, Präsentieren und Sichern von Informationen
  • Gestalten, Dokumentieren und Pflegen von Kundenbeziehungen
  • Unterstützen und Dokumentieren personalwirtschaftlicher Aufgaben
  • Bearbeiten von Beschaffungsvorgängen
  • Aufbereiten und Präsentieren von Kennzahlen
  • Durchführen qualitätssichernder Maßnahmen
  • Marketing
  • Kommunizieren in einer Fremdsprache

Der neue Ausbildungsberuf wird am 1. August 2014 in Kraft treten. 

Verkäufer/-in

Die Modernisierung des Ausbildungsberufs Verkäufer/Verkäuferin von 1968 ist seit vielen Jahren überfällig, da sich in über 30 Jahren die Strukturen und Anforderungen im Handel verändert haben. Nach wie vor bleibt die Verkaufs- und Serviceorientierung Kernaufgabe dieses Ausbildungsberufs. Allerdings wurden Differenzierungs- und Wahlmöglichkeiten geschaffen, um auf die Heterogenität des Einzelhandels einzugehen und Qualifikationen für seine unterschiedlichen Betriebsformen und –größen sowie für die unterschiedlichen Branchen und Bedarfsbereiche bereitzustellen.
Die Pflichtqualifikationseinheiten, die für den gesamten Einzelhandel vorgesehen sind, haben einen Umfang von 21 Monaten.
Als Vertiefung und Erweiterung der Pflichtqualifikationseinheiten kann je nach dem Bedarf der Ausbildungsbetriebe und dem Wunsch der Auszubildenden eine Wahlqualifikationseinheit aus vier im Umfang von etwa drei Monaten aus den folgenden Bereichen gewählt werden.
Durch die curriculare Verbindung der Ausbildungsberufe Verkäufer/-in und Kaufmann/-frau im Einzelhandel wurde ein Gesamtkonzept für die Ausbildungsberufe des Einzelhandels geschaffen. Die Ausbildungsinhalte des Ausbildungsberufes Verkäufer/-in sind identisch mit den ersten beiden Jahren des Ausbildungsberufes Kaufmann/-frau im Einzelhandel. Dadurch wird die Durchlässigkeit des Ausbildungsberufs Verkäufer/-in zu dem dreijährigen Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im Einzelhandel sichergestellt.

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

•    Sicherstellung der Warenpräsenz
•    Beratung von Kunden
•    Kassensystemdaten und Kundenservice
•    Werbung und Verkaufsförderung

Kaufmann/-frau im Einzelhandel

Der Ausbildungsberuf Kaufmann im Einzelhandel / Kauffrau im Einzelhandel von 1987 wurde modernisiert, da sich die Anforderungen im Einzelhandel stark verändert haben. Nach wie vor bleibt die Verkaufs- und Serviceorientierung in diesem kaufmännischen Ausbildungsberuf erhalten. Eine Neuerung besteht darin, dass es bei den Rechnungswesen bezogenen Inhalten zu einer Schwerpunktverlagerung in Richtung Kosten- und Leistungsrechnung, Statistik sowie Steuerung mit Hilfe von Kennziffern kommt.
Eine weitere Neuerung umfasst die Warenkunde: warenkundliche Inhalte in die Breite gehend sind für alle Auszubildenden in diesem Ausbildungsberuf vorgesehen, dagegen können solche warenkundlichen Inhalte in die Breite und Tiefe gehend, die für den beratungsintensiven Verkauf erforderlich sind, als Wahlqualifikationseinheiten gewählt werden; es können aber zusätzlich Warengruppen gewählt werden.
Eine dritte Neuerung sind IT-bezogene Qualifikationen, die erstmalig anwendungsbezogen aufgenommen werden.
Um der Heterogenität des Einzelhandels Rechnung zu tragen, werden mit der Modernisierung des Ausbildungsberufs Differenzierungs- und Wahlmöglichkeiten geschaffen, um damit spezielle und optionale Qualifikationen für die unterschiedlichen Betriebsformen und –größen sowie die unterschiedlichen Branchen und Bedarfsbereiche des Einzelhandels bereitzustellen.
Die Pflichtqualifikationseinheiten, die für den gesamten Einzelhandel vorgesehen sind, haben einen Umfang von 21 Monaten.
Als Vertiefung und Erweiterung der Pflichtqualifikationseinheiten kann in den ersten beiden Jahren – gemeinsam mit dem Ausbildungsberuf Verkäufer/ Verkäuferin - je nach dem Bedarf der Ausbildungsbetriebe und dem Wunsch der Auszubildenden eine Wahlqualifikationseinheit aus vier im Umfang von etwa drei Monaten aus den folgenden Bereichen gewählt werden:

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

1.Sicherstellung der Warenpräsenz
2.Beratung von Kunden
3.Kassensystemdaten und Kundenservice
4.Werbung und Verkaufsförderung

Im dritten Ausbildungsjahr wird obligatorisch der Baustein Einzelhandelsprozesse angeboten. Aus den 8 Wahlqualifikationseinheiten können drei für die Ausbildung zusammengestellt werden. Von den Wahlqualifikationseinheiten 1 - 3 muss jedoch mindestens einer gewählt werden.

Neu: Wahlqualifikationen ab 1. August 2017:

1.Beratung von Kunden in komplexen Situationen
2.Beschaffung von Waren
3.Warenbestandssteuerung
4.Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
5.Marketingmaßnahmen
6.Onlinehandel
7.Mitarbeiterführung und -entwicklung
8.Vorbereitung unternehmerischer Selbstständigkeit

Anlagenmechaniker/-in für Sanitär/-Heizung/-Klimatechnik

Anlagenmechaniker/innen für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik installieren ver- und entsorgungstechnische Anlagen und Systeme und halten sie instand. Anlagenmechaniker/in für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist ein 3,5-jähriger anerkannter Ausbildungsberuf in Industrie und Handwerk und finden Beschäftigung in versorgungstechnischen Installationsbetrieben bei Heizungs- und Klimaanlagenbauern.

Neu sind die zu wählenden Einsatzgebiete:

•  Sanitärtechnik
•  Heizungstechnik
•  Lüftungs- und Klimatechnik
•  erneuerbare Energien und Umwelttechnik

Ausbildungsvergütung

Dem Auszubildenden muss eine angemessene Vergütung gezahlt werden, die mindestens jährlich ansteigen muss.

Die Ausbildungsvergütung muss im Wesentlichen drei Funktionen erfüllen:

  1. Den Auszubildenden oder deren Eltern zur Durchführung der Berufsausbildung eine finanzielle Hilfe bieten.
  2. Die Heranbildung eines ausreichenden Nachwuchses an qualifizierten Fachkräften gewährleisten.
  3. Eine anteilige Entlohnung darstellen.

Angemessenheit der Ausbildungsvergütung

Ausbildungsvergütung in Abhängigkeit der Branche

Die Ausbildungsvergütung wird nicht auf Grundlage des Ausbildungsberufes bezahlt, sondern richtet sich allein nach der Branche, in der der Auszubildende eine Ausbildung absolviert. Hierbei bilden die jeweiligen Branchentarife die entsprechende Grundlage für die Festlegung einer angemessenen Vergütung. Auszubildende unterschiedlicher Berufe im selben Unternehmen haben folglich einen Anspruch auf eine einheitliche Vergütung.

Vergütung bei Anwendbarkeit von Tarifverträgen

Bei Tarifgebundenheit richtet sich die Angemessenheit der Vergütung grundsätzlich nach den jeweiligen tariflichen Vergütungssätzen. Diese sind stets als angemessen anzusehen.

Vergütung bei fehlender Tarifbindung

Besteht keine Tarifbindung, ist die Ausbildungsvergütung nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichtes dann gerade noch angemessen, wenn sie nicht um mehr als 20 % von der üblichen tariflichen Ausbildungsvergütung der jeweiligen Branche abweicht.

Gibt es für die Branche, in der ausgebildet werden soll keinerlei tariflichrechtliche Absprachen, so muss sich das Unternehmen an tarifrechtliche Vergütungsregelungen verwandter Wirtschaftsbereiche anlehnen. Hiervon kann ebenfalls um max. - 20 % abgewichen werden.

Im » WSI-Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung finden Sie die üblichen Tarife für Ausbildungsvergütungen.

Ansprechpartner

 Alexander Krebs

Alexander Krebs

Ausbildungsberater

+ 49 69 8207–331

krebs@offenbach.ihk.de Meine Kompetenzen sind

Beratung: Duale Berufsausbildung und Duales Studium; Zuständigkeitsbereich: Langen, Egelsbach, Dreieich und Neu-Isenburg

Ansprechpartner

 Wolfgang Potoczny

Wolfgang Potoczny

Ausbildungsberater

+ 49 69 8207–335

potoczny@offenbach.ihk.de Meine Kompetenzen sind

Beratung: Duale Berufsausbildung und Duales Studium; Zuständigkeitsbereich: Rödermark, Dietzenbach, Heusenstamm, Hainburg, Seligenstadt, Rodgau und Mainhausen

Ansprechpartner

 Bernd Wiegand

Bernd Wiegand

Ausbildungsberater

+ 49 69 8207-324

wiegand@offenbach.ihk.de Meine Kompetenzen sind

Beratung: Duale Berufsausbildung und Duales Studium; Zuständigkeitsbereich: Offenbach am Main, Mühlheim und Obertshausen