Verkaufsoffener Sonntag: IHK begrüßt Kirchenbeteiligung


[Offenbach am Main, 30. August 2017]Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main begrüßt es sehr, dass der verkaufsoffene Sonntag des 25. Langener Marktes am 3. September 2017 mit der Beteiligung der Kirchen stattfindet.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner: „Das Beispiel Langener Markt zeigt, dass ein verkaufsoffener Sonntag, wenn er von allen getragen wird, auch ein Erfolg für alle darstellen kann. Letztendlich profitiert die ganze Kommune.“

Dass ein verkaufsoffener Sonntag auch im Interesse der Unternehmen sei, verstehe sich von selbst. Der stationäre Handel habe an solchen Tagen die Gelegenheit, sich den Familien als Alternative oder auch Ergänzung zum Internethandel zu präsentieren. „Es besteht ein übergeordnetes, gesellschaftliches Interesse an lebendigen Innenstädten und die vier möglichen verkaufsoffenen Sonntage pro Jahr sind eine sehr gute Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Aber auch die Vereine und Kirchen können dabei prima für sich werben“, so Weinbrenner.

Die an einem Sonntag tätigen Arbeitnehmer hätten vielfach kein Problem mit der Sonntagsarbeit. Sie profitierten von Sonntagszuschlägen und der zum Ausgleich gewährte freie Werktag könne für sonstige Erledigungen genutzt werden.

Weinbrenner: „Der Besuch eines verkaufsoffenen Sonntages scheint jedenfalls attraktiver zu sein als sonstige Begegnungen und Formen der Lebensgestaltung. Wenn damit eine begrenzte Anzahl von verkaufsoffenen Sonntagen im Interesse vieler Arbeitnehmer, vieler Unternehmen und der Besucher ist, was hindert den Gesetzgeber, für Rechtssicherheit zu sorgen?“

Die Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen sei durch das Grundgesetz als „Regelfall“ geschützt, sodass auch der Handel normalerweise nicht öffnen darf. Vier Mal im Jahr könne davon eine Ausnahme gemacht werden; dies aber nur dann, wenn ein entsprechender Anlass vorliegt. So sieht es die aktuelle Gesetzeslage in Hessen vor. „Allerdings stellen die Gerichte zunehmend höhere Anforderungen an den Anlassbezug“, erläutert Weinbrenner. Vielfach seien daher Initiativen für Ladenöffnungen an Sonntagen in der jüngeren Vergangenheit gescheitert.

„Wir rufen daher die Hessische Landesregierung auf, endlich tätig zu werden und das Hessische Ladenöffnungsgesetz zu ändern. Es müssen wieder bis zu vier verkaufsoffene Sonntage pro Kommune ohne Gerichtsverfahren tatsächlich möglich werden“, so Weinbrenner. Die hessischen IHKs haben dazu gemeinsam mit sieben weiteren IHK-Landesverbänden ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben.

Das vollständige Gutachten steht hier zum Download bereit: www.ihk-hessen.de/pdf/aktuelles/ihk_rechtsgutachten_vos_endfassung_14.07.17.pdf
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