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 Klaus Linke

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Ergebnisse der zweiten IHK-Standortumfrage - Standortvorteil Verkehrsinfrastruktur bewahren


[Offenbach, am Main, 20. April 2017] Die ansässigen Unternehmen schätzen die Region Offenbach als attraktiven Wirtschaftsstandort ein. 79 Prozent sind mit dem Standort „sehr zufrieden“ beziehungsweise „zufrieden“. Dies ergab die große Standortbefragung bei Unternehmen in der Region Offenbach durch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main.

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner und IHK-Geschäftsführer für den Bereich Standortpolitik Frank Achenbach präsentierten die Ergebnisse am 20. April 2017 der Öffentlichkeit. „Ähnlich wie bei der ersten Studie vor zwei Jahren wurde die Veränderung der Standortbedingungen in den letzten fünf Jahren eingeschätzt: Zwei Drittel gehen von einer positiven Veränderung aus, ein Drittel von einer negativen. Die vor zwei Jahren eher schwach bewerteten Kommunen können ihre Entwicklungsdynamik etwas steigern“, so Weinbrenner.

Die Bereitschaft, die Region Offenbach als Unternehmenssitz weiterzuempfehlen, sei vorhanden, aber ausbaufähig. 16 Prozent stehen dem Standort sehr positiv gegenüber, 25 Prozent eher positiv. Jedoch gibt es auch 22 Prozent, die den Standort eher nicht und sieben Prozent, die ihn gar nicht weiterempfehlen würden, verdeutlichte Weinbrenner. Das Kriterium „Image der Kommune“ werde diesmal zwar etwas besser, aber weiterhin nur mittelmäßig beurteilt.

Achenbach: „Hier setzen wir mit dem Masterplan für die Stadt Offenbach und dem Wirtschaftsförderungskonzept für den Kreis an. Wir müssen die Standortvorteile wie die Flächenverfügbarkeit in der Stadt oder die hervorragende Verkehrsanbindung in Verbindung mit einem qualitativ hochwertigen Wohnstandort im Kreis weiterentwickeln und besser nach außen verkaufen.“

Weinbrenner ergänzte: „Um ein positives Bild von der Region Offenbach in der Öffentlichkeit herzustellen brauchen wir Unternehmen, die als Botschafter für den Standort werben. Dieses Thema gehen wir bereits in Kooperation mit der Offenbacher Hochschule für Gestaltung mit dem Fotografie-Projekt ,IHK Unikate‘ an. Auch im Wirtschaftsförderungskonzept und im Masterplan spielt die Imagebildung eine zentrale Rolle.“

Die digitale Infrastruktur bleibe das Thema Nummer eins: Die Breitbandanbindung sei das bedeutsamste und am schlechtesten bewertete Kriterium. Aktuell seien nur noch 39 Prozent in der Stadt und 26 Prozent im Kreis damit „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“. Die Zufriedenheit habe sich gegenüber der ersten Umfrage merklich verschlechtert. Der flächendeckende Ausbau der Infrastruktur im Kreis durch die Telekom bis zum Jahr 2018 werde die Situation deutlich verbessern. 48 Prozent der Unternehmen gaben aber an, dass sie schon heute  Bandbreiten über 100 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) benötigen. „Deshalb muss die digitale Infrastruktur stetig weiterentwickelt werden. Ebenso wichtig ist, Markttransparenz herzustellen und die Möglichkeiten vor Ort zu kommunizieren. Auch Unternehmen sind aufgefordert sich intensiv mit dem Thema auseinanderzusetzten und in die eigene Infrastruktur zu investieren“, schlussfolgerte Achenbach.

Weinbrenner erklärte: „Die Anbindung an das Fernstraßennetz, den Flughafen und den öffentlichen Nahverkehr sind die am besten bewerteten Standortfaktoren. Hier kann die Region Offenbach mit einem deutlichen Standortvorteil punkten. In vielen Kommunen werden jedoch der Zustand der Straßen, die generelle Leistungsfähigkeit des innerörtlichen Straßenverkehrs und die Anbindung an die Gewerbegebiete beklagt. Die Unternehmen aus dem Osten des Kreises Offenbach wünschen sich eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr.“

Die Ergebnisse zeigten wie wichtig es sei, „unseren größten Standortvorteil, die Verkehrsinfrastruktur, zu bewahren“. Die Defizite müssten mit Priorität angegangen werden. Deshalb setzte die IHK sich seit langem intensiv für einen achtspurigen  Ausbau der A 3 plus Seitenstreifenfreigabe zwischen dem Autobahnkreuz Offenbach und der Anschlussstelle Hanau ein. Besonders wichtig sei auch die Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs durch die Realisierung der Regionaltangente West, von Bad Homburg über den Flughafen nach Neu-Isenburg und Dreieich. Sowie durch die Südtangente, einer Schienenverbindung von Hanau über Offenbach, weiter zum Flughafen, ohne Umweg durch die Innenstadt Frankfurts.

Achenbach: „Die Unterstützung durch Bürgermeister, Wirtschaftsförderung und Verwaltung vor Ort hat für die Unternehmen eine hohe Bedeutung. Im Vergleich zu vor zwei Jahren gibt es in vielen Kommunen durch neu besetzte Stellen in der Wirtschaftsförderung oder Wechsel an der Verwaltungsspitze spürbar höhere Zufriedenheitswerte. Daneben gibt es viele Betriebe, die angeben, sich deutlich mehr Unterstützung, Wirtschaftsorientierung, Servicebereitschaft und Transparenz zu wünschen.“

Weinbrenner verdeutlichte: „Die Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit von Arbeitskräften ist gesunken und liegt absolut gesehen auf einem eher niedrigen Level. Die Verfügbarkeit von beruflich Qualifizierten hat die höchste Relevanz. In Kommunen, in denen die Kooperation und Nähe der örtlichen Betriebe zu Schulen beziehungsweise Hochschulen/Berufsakademien besser bewertet werden, beispielsweise in Obertshausen, fällt auch die Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit von Fachkräften etwas positiver aus.“

In fast allen Kommunen schätzten die Unternehmen die hohe Wohnqualität. Auch das Kultur-, Sport- und Freizeitangebot werde überwiegend gelobt.

Die Differenz zwischen Bedeutung und Zufriedenheit bei den Kriterien Gewerbesteuerhebesatz und Kosten für Wasser, Abwasser und Abfall sei hoch. „Die gefühlte Abgaben- und Bürokratielast wächst bei den Unternehmen immer weiter an. Dass einige Steuererhöhungen der letzten Zeit ihren Ursprung zum Teil in landesrechtlichen Vorgaben haben, ist für diese Wahrnehmung unerheblich“, so Achenbach.

Die Zufriedenheit mit der Verfügbarkeit von Wohn- und Gewerbeangeboten sowie mit den Miet-/Kaufpreisen von Gewerbeimmobilien/-flächen ist laut Umfrage zurückgegangen. In einigen Kommunen, wie Rodgau oder Offenbach, gebe es noch größere Flächenpotenziale, in anderen, beispielsweise Seligenstadt oder Obertshausen, sei das Kontingent nahezu ausgeschöpft. Achenbach: „Hier wird es immer schwieriger, neue Unternehmen mit Flächenbedarf anzusiedeln oder Erweiterungsflächen für ansässige Betriebe anzubieten.“ Die Flächenpotenziale in den Kommunen müssten strategisch genutzt und Räume für die Ansiedlung und Entwicklung der Unternehmen geschaffen werden.

Bei der Umfrage wurden von September bis Oktober 2016 über 12.000 Unternehmen zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den Kommunen befragt. 945 Unternehmen haben an der Umfrage teilgenommen. Die Teilnahmequote beträgt 7,7 Prozent. Die erste Erhebung wurde 2014 vorgenommen und im März 2015 präsentiert. Die Ergebnisse wurden jeweils vor Veröffentlichung mit den Bürgermeistern und Wirtschaftsförderungen in den Kommunen diskutiert. Daher die zeitliche Verzögerung.

Die komplette Studie ist online unter www.ihkof.de/stu zu finden.
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